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Karten im Geschichtsunterricht

Title: Karten im Geschichtsunterricht

Seminar Paper , 2002 , 22 Pages , Grade: 1

Autor:in: Matthias Rouwen (Author)

Didactics - History
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„Wann werden die Schulbehörden sich entschließen, den Gebrauch der Landkarte bei Todesstrafe zu verbieten? Sie ist das Langweiligste vom Langweiligen; eine Abstraktion über eine erdrückende Zahl von Abstraktionen!“
Diese Ansicht des Reformpädagogen Gansberg aus dem Jahre 1912 ist heutzutage in erster Linie aus der verständlicherweise strikten Ablehnung der damaligen Praxis des Geschichtsunterricht zu verstehen. Diese bestand hauptsächlich aus der Wiedergabe durch stetiges Wiederholen gelernter Karteninhalte, wie man es vielleicht aus dem Schulklamauk „die Feuerzangenbowle“ kennt.
Durch dieses schlechte Vorbild verpönt, wurde die Nutzung von Karten besonders im Geschichtsunterricht stark vernachlässigt. Mal aus dem Glauben, sie sei langweilig, aber durchaus auch aus pragmatischen Gründen. Karten sind sowohl für Schüler als auch für Lehrer teuer und sperrig.
Es darf aber nicht übersehen werden, daß der Mensch zur Veranschaulichung von Geschichte, von Raum und Zeit eine Darstellungsform benötigt, und diese bietet uns auch die Karte. Sie befördert die „mentale Verortung von Inhalts- und Raumstrukturen“ , das heißt, sie unterstützt die Bildung individueller stets abrufbarer Raumbilder im Gedächtnis des Menschen. Diese sogenannten Gedächtniskarten sind letztendlich unerläßlich für alle raumbezogenen Denkprozesse und müssen für ein größtmögliches Verständnis historischer Prozesse somit perfektioniert werden.
Sicherlich kann das trotzdem nicht für die von Gansberg kritisierten Methoden sprechen. Doch berechtigte Kritik darf nicht zu einer gänzlichen Verneinung von Kartenarbeit führen. Sie muß vielmehr unter völlig anderen Gesichtspunkten stattfinden, um – selbstverständlich auch in Ergänzung mit anderen Medien – das Verständnis komplexer historischer Sachverhalte zu ermöglichen.
In dieser Arbeit sollen nun Möglichkeiten einer schülergerechten Kartenarbeit aufgezeigt werden. Bevor ich aber Möglichkeiten zur praktischen Anwendung von Karten im Geschichtsunterricht beschreibe, sollen noch einige theoretische Aspekte betrachtet werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

2 ALLGEMEINES ZU KARTEN IM GESCHICHTSUNTERRICHT

2.1 DER QUELLENWERT UND DIE OBJEKTIVITÄT VON GESCHICHTSKARTEN

2.2 SYSTEMATIK VON GESCHICHTSKARTEN

2.3 DIE ANALYSE EINER GESCHICHTSKARTE

3 ANALYSE EINER KARTENFOLGE (EUROPA 1890-1907, ISOLIERUNG DEUTSCHLANDS)

3.1 EINLEITUNG

3.2 ANALYSE

3.3 UMSETZUNG IM UNTERRICHT

3.3.1 Hinweise zu Kartenfolgen

3.3.2 Didaktische Überlegungen zur Kartenfolge „Europa 1890-1907, Isolierung Deutschlands“

4 ALTERNATIVE: HANDLUNGSORIENTIERTES ARBEITEN MIT GESCHICHTSKARTEN

4.1 EINLEITUNG

4.2 4.2. DAS SELBSTÄNDIGE ANFERTIGEN EINER GESCHICHTSKARTE

4.3 BEWERTUNG

5 SCHLUßWORT

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den didaktischen Mehrwert des gezielten Karteneinsatzes im modernen Geschichtsunterricht, um Schüler von einer passiven Rezeption zu einer kritischen und aktiven Auseinandersetzung mit historischen Raumbildern zu führen.

  • Bedeutung von Karten als historische Quellen und deren subjektive Darstellung.
  • Systematische Analyse von Geschichtskarten und deren methodische Auswertung.
  • Praktische Anwendung von Kartenfolgen zur Verdeutlichung komplexer bündnispolitischer Zusammenhänge.
  • Handlungsorientierte Konzepte zur aktiven Erstellung von Karten durch Schüler.
  • Förderung der Medienkompetenz und Kritikfähigkeit gegenüber manipulativen Darstellungen.

Auszug aus dem Buch

2.1 Der Quellenwert und die Objektivität von Geschichtskarten

Karten dienen der Geschichtswissenschaft selbstverständlich auch als Quellen. Bei solchen Karten sprechen wir nun nicht mehr von Geschichtskarten, welche aktuelle Darstellungen von Geschichte bezeichnen, sondern von historischen Karten. Verlieren Geschichtskarten ihren aktuellen Status, werden auch sie zu historischen Karten.

Historische Karten können uns, wie alle Quellen, aufschlußreiche Informationen über eine Zeit geben. Sie können uns vergangene geographische Gegebenheiten zeigen, etwa den Aufbau einer mittelalterlichen Stadt. Sie können uns aber auch, bei älteren unausgereiften Karten gilt das in erster Linie, über vorherrschende Ideologien, über Weltbilder informieren.

Bei allen Karten müssen wir uns darüber im klaren sein, daß sie keine objektiven Darstellungen von Geschichte liefern. Dieses muß auch dem Schüler deutlich gemacht werden. So liegen in der Kaiserzeit die Schwerpunkte bei kriegerischen Auseinandersetzungen, im Dritten Reich bei völkischem Gedankengut und heute gibt es eine starke Verschiebung in Richtung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Nicht nur in die Themenauswahl sondern auch die Darstellung und die Beschriftung einzelner Karten ist unter verschiedenen politischen Gegebenheiten erheblichen Schwankungen unterworfen, die dem Betrachter sehr unterschiedliche Eindrücke vermitteln.

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet die historische Vernachlässigung der Kartenarbeit und plädiert für deren Notwendigkeit zur Bildung mentaler Raumbilder.

2 ALLGEMEINES ZU KARTEN IM GESCHICHTSUNTERRICHT: Dieses Kapitel erläutert den Quellenwert von Karten sowie deren systematische Merkmale und die Notwendigkeit einer reflektierten Analyse.

3 ANALYSE EINER KARTENFOLGE (EUROPA 1890-1907, ISOLIERUNG DEUTSCHLANDS): Anhand einer konkreten Kartenfolge wird demonstriert, wie komplexe Bündnisdynamiken durch schrittweise Karteninterpretation im Unterricht erarbeitet werden können.

4 ALTERNATIVE: HANDLUNGSORIENTIERTES ARBEITEN MIT GESCHICHTSKARTEN: Der Fokus liegt hier auf aktivierenden Methoden, insbesondere der eigenständigen Anfertigung von Karten durch Schüler zur Förderung der Lernmotivation.

5 SCHLUßWORT: Das Fazit fasst die pädagogischen Ziele zusammen und betont die Abkehr vom reinen Auswendiglernen hin zur aktiven Medienkompetenz.

Schlüsselwörter

Geschichtsunterricht, Kartenarbeit, historische Karten, Medienkompetenz, Handlungsorientierung, Gedächtniskarten, Karteninterpretation, Bündnispolitik, Europa 1890-1907, Quellenwert, Subjektivität, schülerzentrierter Unterricht, Geschichtsdidaktik, Raumbilder, Vermittlungsmethoden.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der didaktischen Aufwertung der Kartenarbeit im Geschichtsunterricht, um Karten vom bloßen Anschauungsobjekt zum aktiven Lernmedium zu entwickeln.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen den Quellenwert historischer Karten, die methodische Analyse komplexer Kartenfolgen und neue handlungsorientierte Ansätze zur aktiven Schülerbeteiligung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Hauptziel ist es, Möglichkeiten aufzuzeigen, wie Schüler durch Kartenarbeit nicht nur historische Sachverhalte besser verstehen, sondern auch die Subjektivität und Manipulationsmöglichkeiten kartographischer Darstellungen kritisch reflektieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine didaktische Analyse verfolgt, die auf einem schrittweisen Raster (Lesen, Auswerten, Folgern) basiert und durch praktische Unterrichtsvorschläge ergänzt wird.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Analyse von Kartenmerkmalen und einen praxisnahen Teil, der anhand der historischen Kartenfolge „Europa 1890-1907“ konkrete Unterrichtsszenarien und handlungsorientierte Arbeitsaufträge skizziert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Kartenarbeit, Medienkompetenz, Handlungsorientierung, Geschichtsdidaktik und die Analyse historischer Raumbilder.

Warum ist die Analyse einer Kartenfolge wie „Europa 1890-1907“ sinnvoll?

Die Kartenfolge ermöglicht es, die schrittweise Veränderung der bündnispolitischen Situation vor dem Ersten Weltkrieg für Schüler visuell nachvollziehbar und analysierbar zu machen.

Welche Rolle spielt die Handlungsorientierung für das Kartenverständnis?

Durch das selbständige Entwerfen von Karten werden Schüler von passiven Konsumenten zu aktiven Gestaltern, was das Verständnis für die Konstruiertheit und Subjektivität solcher Medien maßgeblich fördert.

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Details

Title
Karten im Geschichtsunterricht
College
Carl von Ossietzky University of Oldenburg
Grade
1
Author
Matthias Rouwen (Author)
Publication Year
2002
Pages
22
Catalog Number
V87254
ISBN (eBook)
9783638016766
Language
German
Tags
Karten Geschichtsunterricht
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Matthias Rouwen (Author), 2002, Karten im Geschichtsunterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/87254
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