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Go to shop › History of Europe - Modern Times, Absolutism, Industrialization

Bürgerlicher Wandel und Konsum

Untersuchungen über die europäische Gesellschaft des 18. Jahrhunderts im Zusammenhang mit der Entstehung einer Konsumgesellschaft.

Title: Bürgerlicher Wandel und Konsum

Seminar Paper , 2006 , 20 Pages , Grade: 1

Autor:in: Philip Grabowski (Author)

History of Europe - Modern Times, Absolutism, Industrialization
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Summary Excerpt Details

Das Zeitalter der Aufklärung kann als Geburtsstunde einer Konsumgesellschaft betrachtet werden. Breite Bevölkerungsschichten neigten von nun an dazu, eine Vielzahl von Gütern und Dienstleistungen zu konsumieren. Mit diesem Konsum ging eine Persönlichkeitsveränderung der bürgerlichen Schichten einher. Man lernte es zu schätzen seine Augen zu entzücken, legte Wert auf guten Geschmack und wurde sich seiner Gesundheit und gesundheitsfördernder Güter bewusst. (...)
Diese Arbeit soll unter anderem Aufschluss darüber geben, wieso die Bürger des 18. Jahrhunderts vermehrt zu Konsumenten wurden. Dabei soll auch die gesellschaftliche Sozialstruktur erläutert und in Zusammenhang mit den neuen Konsumgewohnheiten gebracht werden. Es soll klar gemacht werden, welche gesellschaftlichen Ansprüche an die Bürger gestellt wurden und in wie fern die Konsumenten versuchten, sich durch den Konsum eine Identität zu bilden und dadurch ihren gesellschaftlichen Status zu verändern. Auch konkrete Auswirkungen des Konsums auf das Leben der Bürger sowie eventuelle Probleme, die durch den gesellschaftlichen Konsumzwang entstanden, sollen verdeutlicht werden. Hierzu werde ich auch exemplarisch auf einige Konsumbereiche wie dem der Textilindustrie, der Kultur und der Literatur eingehen.(...)

„Kleide Dich nicht unter und nicht über Deinen Stand; nicht über und nicht unter Dein Vermögen; nicht phantastisch; nicht bunt; nicht […] prächtig glänzend noch kostbar; aber reinlich, geschmackvoll […]. Wende einige größere Aufmerksamkeit auf Deinen Anzug, wenn du in der großen Welt erscheinen willst! Man ist in Gesellschaft verstimmt, sobald man sich bewusst ist, in einer unangenehmen Ausstaffierung aufzutreten.“
(Knigge, Adolph: Ueber den Umgang mit Menschen, Hannover 1792, S. 67.)

Dieses Zitat aus dem Anstandsbuch Knigges zeigt zum einen die Forderungen an die Art des Bürgers, sich zu kleiden, impliziert jedoch auch, dass man von der Kleidung auf den Stand und das Vermögen des Trägers schloss. Es macht verständlich, in wie fern sich die Bürger durch ihre Kleidung in der Öffentlichkeit einer sozial höheren Schicht zugeordnet gefühlt haben konnten. (...)

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Der Bürger

3 Der Konsum

4 Die Repräsentation des Bürgers

5 Der gute Geschmack

6 Annäherung der Klassen am Beispiel des Kulturkonsum

7 Theoretische Ansätze bezüglich des Konsums

8 Nachwort

9 Quellen- und Literaturverzeichnis

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Seminararbeit untersucht die Entstehung der Konsumgesellschaft im 18. Jahrhundert und analysiert dabei den engen Zusammenhang zwischen dem Wandel des bürgerlichen Selbstverständnisses und neuen Konsumgewohnheiten. Im Zentrum steht die Frage, wie der Konsum von Gütern und die Teilhabe an kulturellen Angeboten dazu dienten, Identität zu stiften, sozialen Status zu demonstrieren und sich von anderen Ständen abzugrenzen.

  • Sozialstruktur und Wandlungsprozesse des Bürgertums im 18. Jahrhundert
  • Die Funktion von Konsum als Mittel zur Identitätsbildung und sozialen Repräsentation
  • Die Rolle von Literatur und Kleidung als Indikatoren für gesellschaftlichen Status
  • Theoretische Perspektiven auf Konsumverhalten und die Bedeutung von „gutem Geschmack“

Auszug aus dem Buch

Die Repräsentation des Bürgers

Die Bürger im Deutschland des 18. Jahrhunderts, in einer Gesellschaft, in der noch immer der Adel tonangebend war, bemühten sich stets, bei den höheren Schichten, seien es Bürger oder Adelige, Anerkennung zu finden. Dies vermochte man beispielsweise durch Wohltätigkeit, Teilnahme am öffentlichen Leben wie Theaterbesuchen und durch seine eigene Präsentation zu erreichen.

Da man durch seine Eltern einem gewissen Stand mit speziellem sozialen Ansehen zugeordnet wurde, konnte eine entsprechende Präsentation seiner Person nach Außen hin dazu dienen, seinen Geburtsstand zu überwinden und vor der Gesellschaft als etwas `Besseres` zu gelten. So konnte man zwar die sozialen Nachteile nicht ganz aufheben, sie jedoch mindern und sein Selbstbewusstsein stärken. Diese Angestrengtheit der bürgerlichen Schichten führte vermutlich jedoch nicht selten zu unglaubwürdigen und aufgesetzten Verhaltensweisen. Oft schienen einige Bürger durch ihre positiv wirkende Präsentation jedoch Erfolg gehabt zu haben.

Bei Knigge heißt es diesbezüglich:

„Wir sehen die wichtigsten, hellsten Köpfe in Gesellschaften, wo aller Augen auf sie gerichtet waren und Jedermann begierig auf jedes Wort lauerte, das aus ihrem Munde kommen würde, eine nicht vorteilhafte Rolle spielen; sehen, wie sie verstummen […] indes ein andrer, äußerst leerer Mensch seine drei und zwanzig Begriffe, die er hie und da aufgeschnappt hat, so durcheinander zu werfen […] versteht, daß er Aufmerksamkeit erregt und selbst bei Männern von Kenntnissen für etwas gilt. […], und daß die Geistreichen, von der Natur mit allen innern und äußern Vorzügen beschenkt, oft am wenigsten zu gefallen, zu glänzen verstehen.“

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die historische Geburtsstunde der Konsumgesellschaft im 18. Jahrhundert ein und umreißt das Ziel, den Zusammenhang zwischen bürgerlichem Wandel und Konsumverhalten zu analysieren.

2 Der Bürger: Dieses Kapitel erläutert den Begriff des Bürgertums sowie den sozialen Wandel vom geburtsständischen Prinzip hin zu einem modernen Verständnis von Bildung und Leistung.

3 Der Konsum: Hier wird die Zunahme des Konsums von Nicht-Lebensnotwendigem im 18. Jahrhundert beschrieben und die Faktoren für diesen Anstieg, wie verbesserte Vertriebswege und Handelsstrukturen, diskutiert.

4 Die Repräsentation des Bürgers: Dieses Kapitel untersucht, wie Konsum und Auftreten in der Öffentlichkeit dazu dienten, sozialen Status zu etablieren und den eigenen Geburtsstand nach außen hin aufzuwerten.

5 Der gute Geschmack: Das Kapitel analysiert die Bedeutung des „guten Geschmacks“ als neues bürgerliches Ideal und dessen theoretische Einordnung durch Philosophen wie Immanuel Kant.

6 Annäherung der Klassen am Beispiel des Kulturkonsum: Es wird dargelegt, wie die gemeinsame Partizipation an kulturellen Angeboten wie Theater oder Oper zur ständeübergreifenden Kommunikation zwischen Adel und Bürgertum führte.

7 Theoretische Ansätze bezüglich des Konsums: Hier werden verschiedene Theorien zum Konsumverhalten vorgestellt, insbesondere Konsum als Mittel zur Imitation höherer Schichten sowie als hedonistischer Ausdruck eines modernen Lebensgefühls.

8 Nachwort: Das Nachwort fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert die Aktualität des Themas im Hinblick auf heutige Konsumgesellschaften und soziale Ausgrenzungsmechanismen.

9 Quellen- und Literaturverzeichnis: Dieses Verzeichnis listet die verwendeten Primärquellen und die wissenschaftliche Fachliteratur auf.

Schlüsselwörter

Aufklärung, Konsumgesellschaft, Bürgertum, Sozialer Wandel, Identitätsbildung, Repräsentation, Guter Geschmack, Kulturkonsum, Kleidungsgeschichte, Immanuel Kant, Adolph Knigge, Historische Konsumforschung, Ständegesellschaft, Soziale Mobilität, Lebensstil

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Anfänge der Konsumgesellschaft im 18. Jahrhundert und deren wechselseitige Beziehung zur gesellschaftlichen Entwicklung des Bürgertums.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen den sozialen Status, die Bedeutung von materiellem Besitz und Kultur als Mittel zur Identitätsstiftung sowie den Wandel von Verhaltensnormen und Geschmacksidealen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, aufzuzeigen, warum und wie Bürger des 18. Jahrhunderts zu Konsumenten wurden und welche Rolle der Konsum bei der Emanzipation und Statusverbesserung spielte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine Analyse sozial- und mentalitätsgeschichtlicher Forschungsergebnisse in Verbindung mit zeitgenössischen Quellen wie Anstandsbüchern und philosophischen Schriften.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Definition des Bürgertums, der Entwicklung des Konsumverhaltens, der Bedeutung von Kleidung und Bildung als Repräsentationsmittel sowie theoretischen Erklärungsansätzen für Konsum.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Aufklärung, Bürgertum, Konsumgesellschaft, soziale Repräsentation und Identitätsbildung charakterisiert.

Welche Bedeutung hatte die Literatur für den sozialen Aufstieg der Bürger?

Literatur fungierte als Medium für Meinungsaustausch und Bewusstseinsbildung; Lesegesellschaften ermöglichten zudem eine ständeübergreifende Kommunikation, die zuvor undenkbar war.

Inwieweit beeinflusste der Siebenjährige Krieg das Konsumverhalten?

Der Krieg führte zu einer Umverteilung von Kapital, wodurch breitere bürgerliche Schichten wohlhabender wurden und eine Exklusivität in der Konsumtion nicht mehr allein dem Adel vorbehalten blieb.

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Details

Title
Bürgerlicher Wandel und Konsum
Subtitle
Untersuchungen über die europäische Gesellschaft des 18. Jahrhunderts im Zusammenhang mit der Entstehung einer Konsumgesellschaft.
College
LMU Munich  (Historikum)
Course
Dr. Thomas Nutz: Deutschland im Zeitalter der Aufklärung
Grade
1
Author
Philip Grabowski (Author)
Publication Year
2006
Pages
20
Catalog Number
V87265
ISBN (eBook)
9783638016858
ISBN (Book)
9783638935623
Language
German
Tags
Bürgerlicher Wandel Konsum Thomas Nutz Deutschland Zeitalter Aufklärung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Philip Grabowski (Author), 2006, Bürgerlicher Wandel und Konsum, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/87265
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