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Magisch, menschlich, machtvoll - Die Figur der Fee und die Darstellung ihres Reiches im Wandel der Zeit

Title: Magisch, menschlich, machtvoll - Die Figur der Fee und die Darstellung ihres Reiches im Wandel der Zeit

Thesis (M.A.) , 2007 , 97 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Katrin Grebing (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
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Die Figur der Fee ist uns allen bekannt. Doch versucht man genau zu definieren, was eine Fee ausmacht, wie sie aussieht und welche Merkmale sie besitzen muss, um als Fee zu gelten, stößt man schnell auf Grenzen. Feen gibt es in allen möglichen Formen und Größen. Sie finden sich in Kinderbüchern, Märchen, esoterischer Literatur und der Belletristik, wobei sie hier nicht nur in Fantasyromanen auftreten. Bereits in den einzelnen Literatursparten haben sie verschiedene Erscheinungsbilder. Dazu kommen die Figuren der Fee im Volksglauben, in dem sich, wie in der Literatur, sowohl kleine Flügelfeen, als auch menschengroße Figuren finden. Außerdem variieren die Feenvorstellungen von Land zu Land.
In meiner Arbeit beschränke ich mich auf die Feendarstellungen in der deutschen Literatur, wobei ich auf Werke aus drei Jahrhunderten eingehe. Den Anfang bildet "Wigalois" von Wirnt von Grafenberg aus dem Jahr 1260. In dieser Geschichte wird Gawein von Joram in dessen Feenreich geholt, in dem er die Fee Florie heiratet. Aus der Verbindung geht Wigalois, der Held der Geschichte, hervor. In Christoph Martin Wielands Verserzählung "Oberon" (1780) sind die Feenfiguren während der gesamten Handlung von Bedeutung. Der Feenkönig Oberon hat sich mit seiner Gemahlin Titania zerstritten und will sich erst wieder versöhnen, wenn ein Menschenpaar die Bedingungen seines Schwures erfüllt.Das aktuellste Werk "Drachenfeuer", von Wolfgang und Heike Hohlbein 1988 geschrieben, spielt zum größten Teil in einer Feenwelt. Diese wird von einem Menschenvolk, den Milesiern, angegriffen. Der Menschenjunge Chris versucht, den Feenvölkern zu helfen und so ihr Land zu retten.
Bei den Feen in allen Werken dieser Arbeit handelt es sich bei den Hauptfiguren um menschengroße, flügellose Wesen. Ich gehe der Frage nach, in welchen Gestalten sie auftreten und warum sie in den literarischen Werken gerade diese Darstellung haben. Dabei suche ich sowohl nach Gemeinsamkeiten, als auch nach Unterschieden und versuche diese herzuleiten. Gab es eine kontinuierliche Entwicklung im Laufe der Zeit? Lässt sich eine gemeinsame ursprüngliche Quelle ausmachen oder liegen den Figuren verschiedene Quellen zu Grunde? Welche Einflüsse gab es und wirkte die Entstehungszeit auf die Darstellung der Figuren ein?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Figur der Fee

2.1 Herkunft, Entwicklung und Darstellung der Feenfigur in der Artusliteratur

2.1.1 Keltische Mythen

2.1.2 Der Lai Lanval der Marie de France

2.1.3 Die Vita Merlini des Geoffrey von Monmouth und ihre Nachfolger

2.1.4 Die höfische Fee Florie

2.1.5 Joram, der König des Feenlandes

2.1.6 Die Feenliebe

2.1.7 Die Feenjugend

2.2. Vorbilder, Darstellung und Interpretation der Feenfiguren in Oberon

2.2.1 Die Figuren des Oberons und der Titania in The Canterbury Tales

2.2.2 Die Figuren des Oberons und der Titania in A Midsummer Night's Dream

2.2.3 Der mächtige Feenkönig in Oberon

2.2.4 Titania, die gefühlvolle Feenkönigin

2.2.5 Allmacht und Allwissen

2.2.6 Die Auslagerung der Feenliebe

2.2.7 Oberon und Titania als Zeitkritik in der Aufklärung

2.3. Die Feenfiguren in Drachenfeuer

2.3.1 Die Rückkehr zu den keltischen Mythen

2.3.2 Die Feenvölker Erinns

2.3.2.1 Die mächtigen Sidhe

2.3.2.2 Das Volk der Halbelfen, die Tuatha De Danann

2.3.2.3 Andere Feenvölker und Phantasiegestalten in Erinn

2.3.3 Die „menschlichen“ Feenvölker Erinns

2.3.4 Oberon, zwischen Feentitel und Götterfigur

2.3.5 Oberon als verdeckter Pädagoge des Friedens

3. Feenreich ist nicht gleich Feenreich: Darstellung und Vergleich

3.1 Der „locus amoenus“

3.2 Das Feenreich, ein „hortus conclusus“

3.2.1 Die Reise in Jorams Reich

3.2.2 Das Betreten von Oberons und Titanias Reichen

3.2.3 Die Wege in die Reiche des Romans Drachenfeuer

3.3 Die Entrückung

3.4 Die Besonderheiten der verschiedenen Feenreiche

3.4.1 Jorams höfisiertes, rationalisiertes Feenreich

3.4.2 Die stimmungsabhängigen Reiche von Oberon und Titania

3.4.3 Die Feenwelt in Drachenfeuer

4. Resumé

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Wandlung der Feenfigur und ihrer Heimatreiche in der deutschen Literatur über drei Jahrhunderte hinweg. Ziel ist es, durch eine vergleichende Analyse der Werke „Wigalois“, „Oberon“ und „Drachenfeuer“ die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Feendarstellungen herauszuarbeiten, ihren Ursprung in keltischen Mythen zu erforschen und Einflüsse der jeweiligen Entstehungszeit sowie literarische Funktionen aufzudecken.

  • Keltische Wurzeln und mythologische Einflüsse auf Feendarstellungen
  • Wandel der Feenfigur: Von der schicksalsbestimmenden Herrscherin zum rationalisierten bzw. göttlichen Wesen
  • Die Funktion und Ausgestaltung von Feenreichen als „locus amoenus“ oder „hortus conclusus“
  • Intertextuelle Bezüge zu Artusepik und Aufklärungsliteratur
  • Gesellschaftskritische Aspekte in modernen Fantasy-Werken

Auszug aus dem Buch

2.1.4 Die höfische Fee Florie

Die Fee Florie in Wigalois ist schwer als Fee zu erkennen, da ihr viele typische Eigenschaften einer Fee fehlen. Dies beginnt mit ihrem Aussehen. Vor allem in der irischen Mythologie sind kostbare Materialien, z.B. in der Kleidung, ein Feenattribut. Auch Florie ist kostbar gekleidet, doch dieses steht ihr als Nichte des Königs zu. Sie und ihre Kleidung werden in über 210 Versen von Wirnt beschrieben und gepriesen (V. 742 – 952). Hierbei ist fraglich, ob die Kostbarkeit ihrer Kleidung sie als Fee auszeichnen soll oder für eine typische edle Jungfrau von hoher Geburt steht.

Einerseits schmückt ihren Gürtel ein Diamant, der durch seinen Glanz Trübsinn und Leid von ihr fernhält (V. 792 - 800). Dieses Fernbleiben bzw. Nichtvorhandensein von Leid, bedingt durch Edelsteine, ist ein typisches Merkmal eines Feenreiches. Auch trägt Florie einen grünen Diamanten (V. 774), dessen Farbe für Wachsen, Leben und Erneuerung steht, ein weiteres Attribut der Feenwelt. Doch andererseits betont Wirnt mehrfach ihren Anstand (V. 954, 955) und die Erfüllung des höfischen Anspruchs der Kleidung (V. 801 ff.). Auch fehlt bei der Beschreibung die erotische Komponente der Fee. Ist die Fee im Lanval bei der ersten Begegnung mit dem Ritter fast nackt, wird der Körper Flories nur kurz beschrieben. Wirnt vermutet, er sei angenehm, lieblich und ohne Fehler. Doch steht er in seiner Makellosigkeit vor allem für Flories Tugend (V. 934 ff.). Dennoch ist es ihre Schönheit (V. 950 – 952), durch die Gawein sich sofort in sie verliebt und eine typische Feenliebe beginnt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung definiert die Schwierigkeiten einer eindeutigen Feendefinition und stellt die für die Analyse ausgewählten Werke Wigalois, Oberon und Drachenfeuer vor.

2. Die Figur der Fee: Dieses Kapitel analysiert die mythologische Herkunft, die literarische Entwicklung der Fee von der Artusliteratur über Wielands Aufklärungsepos bis hin zu Hohlbeins Fantasyroman sowie die Charakteristika einzelner Feengestalten.

3. Feenreich ist nicht gleich Feenreich: Darstellung und Vergleich: Hier werden die Heimatreiche der Feen als literarische Orte untersucht, wobei insbesondere die Konzepte des „locus amoenus“, des „hortus conclusus“ und des Motivs der Entrückung im Vergleich analysiert werden.

4. Resumé: Das Resumé fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass die Entwicklung der Feenfigur nicht linear verläuft, sondern stark von den jeweiligen Absichten der Autoren und dem zeitgenössischen Kontext geprägt ist.

Schlüsselwörter

Fee, Feenreich, Artusliteratur, Wigalois, Oberon, Drachenfeuer, keltische Mythologie, locus amoenus, hortus conclusus, Entrückung, Feenliebe, Aufklärung, Phantastik, Rittertum, Literaturanalyse

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der literarischen Darstellung der Figur der Fee und ihrer Reiche in drei ausgewählten deutschsprachigen Werken über einen Zeitraum von 700 Jahren.

Welche Werke stehen im Mittelpunkt der Untersuchung?

Die Analyse konzentriert sich auf „Wigalois“ (1260), „Oberon“ (1780) und den modernen Roman „Drachenfeuer“ (1988).

Was ist das primäre Forschungsziel?

Es soll untersucht werden, wie sich die Darstellung der Feenfigur gewandelt hat, welche Funktionen sie in den verschiedenen Epochen übernimmt und ob es eine kontinuierliche Entwicklung oder spezifische quellenorientierte Darstellungsweisen gibt.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?

Die Autorin nutzt eine vergleichende literaturwissenschaftliche Analyse, die sowohl auf keltische Mythen als auch auf die spezifischen Kontexte der Entstehungszeiten der Werke zurückgreift.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Figuren- und Motivanalyse sowie eine Untersuchung der räumlichen Gestaltung der Feenreiche als „locus amoenus“ oder „hortus conclusus“.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Zu den zentralen Begriffen zählen Fee, Feenreich, keltische Mythologie, Rationalisierung, Höfisierung sowie die spezifischen literarischen Motive des locus amoenus und der Entrückung.

Wie unterscheidet sich die Fee in „Wigalois“ von der in „Drachenfeuer“?

Während die Fee Florie in „Wigalois“ stark rationalisiert und in eine höfische Welt integriert ist, zeigt die Figur des Oberon in „Drachenfeuer“ göttliche Züge, die direkt auf die keltische Mythologie und die Figur des Gottes Dagda zurückgeführt werden.

Welche Bedeutung hat das Motiv der „Feenliebe“ in der Arbeit?

Die Autorin arbeitet heraus, dass die klassische Feenliebe in den untersuchten Werken zunehmend an Bedeutung verliert oder durch andere Konzepte – wie gesellschaftliche Ideale der Aufklärung – ersetzt bzw. umgedeutet wird.

Wird die Allmacht der Feenfiguren in allen Werken vorausgesetzt?

Nein, die Arbeit zeigt auf, dass Feenfiguren trotz ihrer magischen Fähigkeiten in diesen Werken niemals vollkommen allmächtig sind und sich – insbesondere in neueren Werken – einem übergeordneten Schicksal beugen müssen.

Welche Rolle spielt die Zeitlosigkeit in den Feenreichen?

Die Zeitlosigkeit ist ein zentrales Merkmal keltisch geprägter Feenreiche, wird jedoch in den untersuchten Werken unterschiedlich angewendet – von der einfachen Anderswelt-Vorstellung bis hin zur gezielten Nutzung als pädagogisches oder kritisches Element.

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Details

Title
Magisch, menschlich, machtvoll - Die Figur der Fee und die Darstellung ihres Reiches im Wandel der Zeit
College
Bielefeld University
Course
Der Ritterroman "Wigalois" von Wirnt von Grafenberg, ein verkannter Klassiker?
Grade
1,3
Author
Katrin Grebing (Author)
Publication Year
2007
Pages
97
Catalog Number
V87271
ISBN (eBook)
9783638007528
ISBN (Book)
9783638913799
Language
German
Tags
Magisch Figur Darstellung Reiches Wandel Zeit Ritterroman Wigalois Wirnt Grafenberg Klassiker
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katrin Grebing (Author), 2007, Magisch, menschlich, machtvoll - Die Figur der Fee und die Darstellung ihres Reiches im Wandel der Zeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/87271
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