Der Tischlereibetrieb, der die Anschaffung eines Bearbeitungszentrums als Erstinvestition plant, sieht sich einer Reihe von Anforderungen und Problemen gegenüber, mit denen er sich befassen muss, um die neue Technologie gewinnbringend einsetzen zu können. Besonders die Bereiche der Investitionsplanung und der Betriebsplanung und -organisation sind betroffen.
Die vorliegende Arbeit bietet eine auf wissenschaftlich anerkannten Methoden basierende, mögliche Musterlösung, nach der künftige Investitionsentscheidungen aufbereitet und analysiert werden können. Tischlereibetrieben soll so eine Grundlage geboten werden, finanzintensive Investitionen wie die der Anschaffung eines Bearbeitungszentrums hinsichtlich ihrer Rentabilität zu beurteilen und deren Auswirkung auf den betrieblichen Ablauf abwägen zu können.
Es werden eine umfassende Ablaufanalyse und Umsatzanalyse zur Abbildung des Ist-Zustandes durchgeführt, auf deren Basis der Soll-Zustand entwickelt wird. Der Verfahrensvergleich der Fertigung eines Vergleichstückes im Betrieb und auf einer repräsentativen CNC-Maschine einer Herstellerfirma dient für den Kostenvergleich der Herstellverfahren als Basis.
Die Berechnungen, die für die Auswertung des Verfahrensvergleiches notwendig sind werden anhand eines für diesen Zweck entwickelten Excel-Tabellenwerkes durchgeführt. Um die Berechnung der Herstellkosten für verschiedene Betriebe mit unterschiedlichem Betriebsablauf zu ermöglichen, ist die Kostenrechnungstabelle variabel einsetzbar. Durch Eingabe der jeweils betriebstypischen Parameter können so die Kosten des bestehenden Fertigungsablaufes berechnet werden.
Inhaltsverzeichnis
Kurzfassung
1 Einleitung
2 Darstellung der CNC-Technik
2.1 Technologische Grundlagen
2.2 Aufbau und Steuerung eines Bearbeitungszentrums
2.3 Programmierung
2.4 Weiterführende Möglichkeiten der CNC-Technik, Verbreitung der CNC-Technik in Betrieben
3 Allgemeine Probleme bei der Einführung der CNC-Technik in Handwerksbetrieben
3.1 Situation des Handwerks auf dem Markt
3.2 Umstrukturierungsnotwendigkeit bei Einführung der CNC-Technologie
4 Probleme des Handwerks in bezug auf Investitionsplanung
5 Investitionsplanung
5.1 Begriffsbestimmung
5.2 Das allgemeine Investitionsmodell
5.3 Investitionsarten
5.4 Phasen der Investitionsentscheidung
5.5 Methoden der Investitionsrechnung
5.5.1 Statische Methoden
5.5.2 Dynamische bzw. finanzmathematische Verfahren
5.5.3 Prüfung der Rechenverfahren und ihre praktische Anwendbarkeit im Betrieb
5.6 Fazit, Darlegung der Probleme der beschriebenen Verfahren
6 Entwicklung einer methodischen Vorgehensweise zur Investitionsplanung anhand der dargestellten Investitionsrechnungsarten und ergänzender Maßnahmen
6.1 Welche Bestandteile der dargestellten Investitionsrechnungsmethoden können auf welche Art für das Untersuchungsvorhaben dieser Arbeit verwendet werden?
6.2 Welche Maßnahmen sind außerdem nötig, um die CNC-Einführung im mittelständischen Tischlereibetrieb fundiert planen zu können?
7 Entwicklung einer methodischen Vorgehensweise zur Durchführung von Investitionsplanung in Tischlereibetrieben
7.1 Die Ablaufanalyse
7.1.1 Die Ablaufanalyse nach REFA
7.1.2 Die angewandte Ablaufanalyse nach Stojan
7.1.3 Analyse und Erweiterung der bestehenden Ablaufanalyseverfahren (REFA, Stojan). Entwicklung eines Schemas zur Ablaufanalyse für die Planung der CNC Einführung
7.1.4 Zusammenfassung und Darstellung des Schemas zur Durchführung der Ablaufanalyse:
7.2 Der standardisierte kalkulatorische Verfahrensvergleich
7.2.1 Methode und Durchführung des standardisierten kalkulatorischen Verfahrensvergleichs
7.3 Einzelheiten der Zeitenermittlung:
7.4 Teilzeiten nach der REFA-Lehre
7.5 Das Vergleichsstück
7.6 Das Pflichtenheft
7.7 Prüfung der eingeholten Maschinenangebote
7.8 Entscheidungsfindung
7.9 Zusammenfassung, Darstellung des Planungsschemas
8 Entwicklung einer Excel-Tabelle zur Berechnung der Herstellungskosten
8.1 Grundlagen und Struktur
8.2 Die Bereiche des Tabellenblatts „Berechnungen“
9 Exemplarische Anwendung des erarbeiteten Planungsschemas am Beispiel der Beschaffung eines CNC-Bearbeitungszentrums für den Tischlereibetrieb Tepe, Natruper Str. 62, 49176 Hilter a.T.W.
9.1 Analyse des Ist-Zustandes
9.1.1 Allgemeine Betriebs- und Lagebeschreibung
9.1.2 Auflistung der Maschinen
9.1.3 Auflistung der Werkzeuge
9.1.4 Auflistung der Gebäudewerte
9.1.5 Personalliste
9.1.6 Grundriss der Produktionsräume
9.1.7 Darstellung von Arbeits- und Materialfluss
9.1.8 Arbeitsfolgeplan
9.1.9 Umsatzanalyse nach Produktgruppen
9.2 Probleme bei der Auswertung der bezahlten Rechnungen
9.2.1 Ergebnisse der Umsatzanalyse
9.2.2 Umsätze nach Abzug der Kosten für Materialausgaben = Rohgewinn 1
9.2.3 Verarbeitete Rohstoffe
9.2.4 Herausstellung der CNC-relevanten Arbeiten
9.2.5 Untersuchung der anfallenden Arbeitsschritte der CNC-relevanten Arbeiten
9.2.6 Konkurrenzanalyse
9.3 Auswertung des Ist-Zustandes
9.3.1 Konkurrenzanalyse
9.3.2 Maschinen
9.3.3 Personal
9.3.4 Umsatzanalyse und Fertigungsablauf
9.3.5 Lösungsvorschläge
9.4 Entwicklung des Soll-Zustandes
9.4.1 Auflistung des Maschineninventars im Soll-Plan
9.4.2 Personalliste, Maschinenbediener aufzeigen, Neueinstellung?
9.4.3 Grundriss des Betriebes mit Maschinenstandorten
9.4.4 Arbeits- und Materialfluss darstellen
9.4.5 Arbeitsfolgeplan
9.4.6 Zusammenfassung
9.5 Entwicklung eines Probestückes
9.6 Entwicklung eines Pflichtenheftes
9.7 Einholen der Angebote bei Maschinenherstellern
9.8 Verfahrensvergleich
9.8.1 Erfassung der Bearbeitungszeiten in konventioneller Fertigung
9.8.2 Zeitliche Erfassung der Arbeiten in CNC-gestützter Fertigung mit Verleimteil
9.8.3 Erfassung der Bearbeitungszeiten in CNC-Fertigung ohne Verleimaggregat
10 Ermitteln der Fertigungskosten der Verfahren anhand der ermittelten Werte und der erstellten Tabelle
11 Prüfung der eingeholten Maschinenangebote anhand der gängigen Investitionsrechnungsarten
11.1 Ermittlung der zur Durchführung der Investitionsrechnung notwendigen Daten
11.1.1 Jährliche Nutzstunden der CNC-Maschine:
11.2 Kostenvergleich pro Periode
11.3 Prüfen anhand der Kapitalwertmethode
12 Entscheidung für eine Maschine
13 Entscheidung für oder gegen die Einführung eines Bearbeitungszentrums im Betrieb
13.1 Erarbeitung von Entscheidungskriterien
13.2 Auswertung nach den Beurteilungskriterien
13.2.1 Wirtschaftlichkeit, Rentabilität
13.2.2 Qualität
13.2.3 Durchlaufoptimierung
13.2.4 Technischer Fortschritt
13.2.5 Organisatorische- und betriebliche Ziele
13.2.6 Flexibilität.
13.2.7 Arbeitsgesundheit
13.3 Zusammenfassung
14 Fazit
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht in der Entwicklung und beispielhaften Anwendung einer praxisnahen Investitionsplanungsmethode für die Beschaffung eines CNC-Bearbeitungszentrums in mittelständischen Tischlereibetrieben. Die Forschungsfrage fokussiert sich darauf, wie Betriebe methodisch fundiert beurteilen können, ob eine solche Investition ökonomisch sinnvoll ist und welche operativen Umstrukturierungen notwendig sind, um die Technologie gewinnbringend einzusetzen.
- Methodische Ablaufanalyse und Ist-Zustandserfassung im Handwerk
- Standardisierter kalkulatorischer Verfahrensvergleich zur Kostentransparenz
- Entwicklung eines betriebsspezifischen Excel-Tabellenwerkes für Investitionsrechnungen
- Anwendung von Investitionsrechnungsmethoden (Kostenvergleich, Kapitalwertmethode)
- Strukturplanung und Prozessoptimierung für die CNC-Fertigung
Auszug aus dem Buch
Die Ablaufanalyse
Die Untersuchung des räumlichen und zeitlichen Zusammenwirkens von Mensch und Betriebsmitteln mit dem Arbeitsgegenstand beziehungsweise der Eingabe eines Arbeitssystems unter Berücksichtigung ausgewählter Teilaspekte. Die Teilaspekte dieser Untersuchung sind dabei dem Untersuchungsschwerpunkt anzupassen. Es ergibt keinen Sinn, beispielsweise für die Untersuchung von zeitlichen Abfolgen von Arbeitsschritten eine Analyse der Arbeitsanforderungen an den Arbeiter durch die Umgebung durchzuführen.
Ziel einer Ablaufanalyse ist es, ein reproduzierbares Abbild des Ist-Zustandes zu erlangen. Dabei hängt die Genauigkeit dieses Abbildes vollkommen vom Untersuchungsziel der Analyse ab. Von Fall zu Fall kann die Analyse einfach aus mehreren Stichpunkten bestehen oder auch in anderen Fällen äußerst detailliert durchgeführt werden. Ist-Zustandsanalysen haben im Rahmen der Arbeitsgestaltung im allgemeinen folgende Ziele:
- Erkennung von Mängeln im Ist-Zustand und
- Beschaffung von Daten und Informationen, um eine Vorstellung für den Entwurf von idealen und praktikablen Systemen zu erlangen.
Das Erkennen von Mängeln ist ein zentrales Ziel jeder Ist-Zustandsanalyse. Hierzu sollte die Analyse nur so weit verfeinert werden, dass man alle wichtigen Mängel erkennt. Die entlarvten Mängel sind im folgenden dann Grundlage für die Entwicklung des Soll-Zustandes. Wie für den Ist-Zustand muss im Rahmen der Planung auch für den Soll-Zustand eine Ablaufanalyse durchgeführt werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung beschreibt die Motivation des Verfassers, ein praxisnahes Planungsmodell für Investitionen in CNC-Technik zu entwickeln, da bestehende Literatur hier oft lückenhaft ist.
2 Darstellung der CNC-Technik: Das Kapitel bietet eine allgemeine Einführung in technologische Grundlagen, Steuerungsarten und Programmierprinzipien der modernen CNC-Fertigung.
3 Allgemeine Probleme bei der Einführung der CNC-Technik in Handwerksbetrieben: Hier werden die Marktsituation des Handwerks und die notwendigen, tiefgreifenden Betriebsumstrukturierungen bei der Technologieeinführung thematisiert.
4 Probleme des Handwerks in bezug auf Investitionsplanung: Dieses Kapitel verdeutlicht, dass besonders kleine Betriebe vor großen Unsicherheiten bei der rentablen Auslastung neuer Maschinen stehen.
5 Investitionsplanung: Es werden grundlegende betriebswirtschaftliche Modelle sowie statische und dynamische Methoden der Investitionsrechnung vorgestellt und bewertet.
6 Entwicklung einer methodischen Vorgehensweise zur Investitionsplanung anhand der dargestellten Investitionsrechnungsarten und ergänzender Maßnahmen: Hier wird der Bedarf an einer dedizierten Ablaufanalyse und Kostenrechnung zur Ergänzung klassischer Investitionsrechenverfahren begründet.
7 Entwicklung einer methodischen Vorgehensweise zur Durchführung von Investitionsplanung in Tischlereibetrieben: Dieses Kernkapitel definiert den konkreten Ablauf für Ist-Zustandsanalysen, Verfahrensvergleiche und Pflichtenhefterstellung.
8 Entwicklung einer Excel-Tabelle zur Berechnung der Herstellungskosten: Vorstellung eines digitalen Werkzeugs zur effizienten Ermittlung von Maschinenstunden- und Herstellkosten.
9 Exemplarische Anwendung des erarbeiteten Planungsschemas am Beispiel der Beschaffung eines CNC-Bearbeitungszentrums für den Tischlereibetrieb Tepe, Natruper Str. 62, 49176 Hilter a.T.W.: Detaillierte Fallstudie zur praktischen Durchführung der Ist-Analyse, Soll-Planung und des Verfahrensvergleiches.
10 Ermitteln der Fertigungskosten der Verfahren anhand der ermittelten Werte und der erstellten Tabelle: Anwendung der entwickelten Kalkulationslogik zur Ermittlung der exakten Fertigungskosten.
11 Prüfung der eingeholten Maschinenangebote anhand der gängigen Investitionsrechnungsarten: Anwendung von Kapitalwertmethode und Kostenvergleich auf die konkreten Angebote der Maschinenhersteller.
12 Entscheidung für eine Maschine: Zusammenfassende Bewertung der Angebote und Auswahl des wirtschaftlich vorteilhaftesten Modells.
13 Entscheidung für oder gegen die Einführung eines Bearbeitungszentrums im Betrieb: Ganzheitliche Auswertung anhand qualitativer und quantitativer Kriterien wie Qualität, Flexibilität und technischer Fortschritt.
14 Fazit: Zusammenfassende Einschätzung der Arbeit und der praktischen Umsetzbarkeit des entwickelten Planungsschemas für Betriebsinhaber.
Schlüsselwörter
Investitionsplanung, CNC-Technik, Tischlereibetrieb, Fertigungsorganisation, Verfahrensvergleich, Herstellkosten, Ablaufanalyse, Betriebsoptimierung, Investitionsrechnung, Maschinenbeschaffung, Prozesssteuerung, Rentabilität, Handwerksbetrieb, Pflichtenheft, Automatisierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der methodischen Unterstützung von mittelständischen Tischlereibetrieben bei der Investitionsentscheidung für ein CNC-Bearbeitungszentrum.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die Investitionsplanung, die betriebliche Ablaufanalyse, die Kostenrechnung sowie die strategische Neuausrichtung von Fertigungsprozessen im Handwerk.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist die Erstellung eines fundierten, praxisnahen Planungsmodells, mit dem Betriebe eigenständig beurteilen können, ob eine CNC-Investition ökonomisch sinnvoll ist.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit kombiniert betriebswirtschaftliche Verfahren der Investitionsrechnung (z.B. Kapitalwertmethode, Kostenvergleich) mit REFA-Methoden zur Ablaufanalyse.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst die theoretischen Grundlagen der CNC-Technik, die Entwicklung eines Planungsschemas und dessen Anwendung an einem konkreten Praxisbeispiel (Tischlerei Tepe).
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Investitionsplanung, CNC-Technik, Verfahrensvergleich, Herstellkosten und Prozessoptimierung.
Wie wurde das spezifische Einsparpotenzial in der Fallstudie ermittelt?
Durch einen direkten Vergleich von Fertigungswegen und -zeiten zwischen konventioneller Fertigung und dem Einsatz eines CNC-Bearbeitungszentrums auf Basis eines repräsentativen Vergleichsstücks.
Warum ist laut Autor ein spezielles Planungstool notwendig?
Da herkömmliche Literatur oft zu abstrakt bleibt und die betriebsspezifischen Umstrukturierungen bei Erstinvestitionen in CNC-Technik durch klassische Modelle nicht ausreichend abgebildet werden.
Welche Rolle spielt die beiliegende Excel-Tabelle?
Sie dient als praktisches Recheninstrument, um aus betriebsspezifischen Daten automatisch Maschinenstunden- und Herstellkosten zu ermitteln und so objektive Vergleichsgrundlagen zu schaffen.
- Quote paper
- Enno Strakeljahn (Author), 2007, Investitionsplanung in Tischlereien , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/87291