Die vorliegende Seminararbeit gliedert sich in drei Teile. Im ersten Teil soll zunächst die Wertproduktion im Marxismus geklärt werden. Dabei wird zuerst die Arbeitswertlehre, wie sie Karl Marx entwickelte, erläutert. Diese bildet die Grundlage für das Verständnis der Marxschen Mehrwert- und Ausbeutungstheorie, innerhalb derer die Klassentheorie eine wichtige Rolle spielt. Anschließend soll die aus der Mehrwertproduktion resultierende Akkumulation von Kapital erläutert werden und ihre Konsequenzen auf die Klassengesellschaft aufgezeigt werden.
Im Folgenden soll im zweiten Teil der Arbeit auf die Wertverteilung in der liberalen Ökonomie eingegangen werden. Dabei sollen die Unterschiede zwischen Primär- und Sekundärverteilung aufgezeigt werden, das Problem der gerechten Einkommensverteilung erörtert werden und die liberale Wertverteilung gegenüber der marxistischen Ausbeutung abgegrenzt werden.
Im letzten Teil der Arbeit wird demonstriert, wie sich die Ausbeutungsdimensionen in der heutigen Zeit verändert haben. Dabei wird besonders auf das Ausbeutungsverhältnis zwischen Industriestaaten und Entwicklungsländern eingegangen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Wertproduktion im Marxismus
2.1 Arbeitswertlehre
2.1.1 Wertbildung durch Lohnarbeit
2.1.2 Der Doppelcharakter der Ware
2.1.3 Tausch- und Gebrauchswert der Arbeit
2.1.4 Konstantes und variables Kapital
2.2 Mehrwert- und Ausbeutungstheorie
2.2.1 Klassentheorie
2.2.2 Mehrwert
2.2.2.1 Absoluter Mehrwert
2.2.2.2 Relativer Mehrwert
2.2.3 Ausbeutung
2.3 Akkumulation
2.3.1 Zwang der Kapitalanhäufung und -verwertung
2.3.2 Tendenzieller Fall der Profitrate
2.3.3 Abnahme des variablen Kapitalteils und Kapitalkonzentration im Zuge der Akkumulation
2.3.4 Klassenpolarisierung und Verelendung
3 Wertverteilung in der liberalen Ökonomie
3.1 Verteilungstheorie
3.2 Primärverteilung
3.2.1 Funktionelle Einkommensverteilung und die Bedeutung der Lohnquote
3.2.2 Personelle Einkommensverteilung
3.3 Sekundärverteilung
3.4 Verteilungsprinzipien und gerechte Einkommensverteilung
3.4.1 Bedarfsprinzip
3.4.2 Leistungsprinzip
3.4.3 Prinzip der Einkommensnivellierung
3.5 Liberale Verteilungstheorie versus marxistischer Ausbeutungsbegriff
4 Die Veränderung der Ausbeutungsdimensionen
4.1 Ausbeutung von Arbeitskräften durch Weltkonzerne
4.2 Kinderarbeit
4.3 Sklaverei und Zwangsarbeit
4.4 Ausbeutung von Ressourcen
4.5 Ausbeutung am Beispiel von Adidas
5 Schlussbetrachtung
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Wandlung des Ausbeutungsbegriffs von der marxistischen Theorie hin zu modernen ökonomischen Strukturen. Ziel ist es, die theoretischen Grundlagen der Mehrwertproduktion zu beleuchten, sie der liberalen Verteilungstheorie gegenüberzustellen und aufzuzeigen, wie sich Ausbeutungsmechanismen heute durch globale Konzerne und ungleiche Machtverhältnisse zwischen Industrie- und Entwicklungsländern manifestieren.
- Marxistische Arbeitswertlehre und Mehrwerttheorie
- Mechanismen der Kapitalakkumulation und Klassengesellschaft
- Verteilungsmodelle in der liberalen Marktwirtschaft
- Kritische Analyse heutiger Ausbeutungsdimensionen
- Fallbeispiele globaler Markenkonzerne und ihre Produktionsbedingungen
Auszug aus dem Buch
4.1 Ausbeutung von Arbeitskräften durch Weltkonzerne
Markenfirmen wie Adidas, McDonald's, Shell, Nike oder Nestlé setzen die Trends in der Konsumindustrie. Sie diktieren Modeströmungen genauso wie internationale Vereinbarungen. Ihre Konzernumsätze übertreffen die Wirtschaftskraft zahlreicher Länder. Ihr Einfluss ist teilweise größer als der von Regierungen und politischen Institutionen. Der Wert einer Marke misst sich längst nicht mehr am gehandelten Produkt, sondern an dessen Image.
„Konzerne investieren Unsummen, um das Image ihrer Marken zu pflegen. Gespart wird dafür bei den Produktionsbedingungen. Die Folge sind katastrophale Arbeitsverhältnisse, Armut und die Verletzung von Menschenrechten. Soziales Engagement ist dabei nicht mehr als ein Werbegag.“
Fast kein Produkt der bekannten Labels wird heute dort hergestellt, wo die Firmen, die diese Dinge verkaufen, ihren Sitz haben. Sie werden immer öfter von Menschen aus den Billiglohnländern, der sogenannten Dritten Welt, hergestellt. Ausbeutung, Zwangs- und Kinderarbeit sind dort an der Tagesordnung. Menschen und Lebensräume werden vergiftet, Regierungen erpresst, Krisen und bewaffnete Konflikte ungeniert ausgenützt oder sogar finanziert.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Seminararbeit gliedert sich in drei Teile, die die marxistische Wertproduktion, die liberale Einkommensverteilung und die aktuelle Verschiebung der Ausbeutungsdimensionen behandeln.
2 Wertproduktion im Marxismus: Dieses Kapitel erläutert die Arbeitswertlehre, die Mehrwerttheorie, die Klassentheorie sowie den Akkumulationszwang und seine Auswirkungen auf die kapitalistische Gesellschaft.
3 Wertverteilung in der liberalen Ökonomie: Hier werden Verteilungstheorien sowie die Unterschiede zwischen Primär- und Sekundärverteilung diskutiert und ethische Verteilungsprinzipien kritisch hinterfragt.
4 Die Veränderung der Ausbeutungsdimensionen: Das Kapitel analysiert, wie sich Ausbeutung heute in Form von Arbeitsbedingungen in Weltkonzernen, Kinderarbeit, moderner Sklaverei und Ressourcen-Raubbau äußert.
5 Schlussbetrachtung: Die Arbeit resümiert, dass das klassische marxistische Modell der Ausbeutung aufgrund der pluralistischen Gesellschaftsstruktur heute nicht mehr in dieser Form anwendbar ist.
Schlüsselwörter
Mehrwert, Ausbeutung, Kapitalismus, Arbeitswertlehre, Akkumulation, Lohnquote, Primärverteilung, Sekundärverteilung, Weltkonzerne, Kinderarbeit, Sklaverei, Ressourcen, Klassentheorie, Globalisierung, soziale Gerechtigkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert den Begriff der Ausbeutung, ausgehend von der marxistischen ökonomischen Theorie bis hin zur heutigen globalisierten Wirtschaft.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themenfelder umfassen die Wertproduktion, die Einkommensverteilung in liberalen Ökonomien und die modernen, transnationalen Ausbeutungsstrukturen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Gegenüberstellung marxistischer Theorien mit der modernen Realität, um zu verstehen, wie sich globale Konzerne auf Arbeitsbedingungen in Schwellen- und Entwicklungsländern auswirken.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung mit ökonomischen Fachkonzepten, ergänzt durch die Analyse von Fallbeispielen globaler Markenunternehmen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Erläuterung der marxistischen Theorie, die Mechanismen der Einkommensverteilung im liberalen Staat und eine kritische Betrachtung aktueller Ausbeutungsdimensionen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Mehrwert, Ausbeutung, Akkumulation, Lohnquote, Globalisierung und soziale Gerechtigkeit.
Wie definiert Marx den "Doppelcharakter der Ware"?
Marx bezeichnet damit die Tatsache, dass jede Ware sowohl einen Gebrauchswert für den Konsumenten als auch einen Tauschwert für den Markt besitzt.
Warum wird Adidas als spezielles Fallbeispiel angeführt?
Adidas dient als Beispiel, um den Kontrast zwischen hohen Werbeausgaben für ein positives Image und katastrophalen, ausbeuterischen Produktionsbedingungen in Zulieferbetrieben zu verdeutlichen.
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- Thomas Heim (Author), 2002, Triebkräfte: Mehrwertproduktion und Ausbeutung versus Wertschöpfungsverteilung und Gewinn, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/8730