1. Le français dans le monde
Obwohl das Französische keine der numerisch ganz großen Sprachen dieser Erde ist (Platz Neun mit 70 Millionen Muttersprachlern; vgl. BALL, 1997,4), zeigt es doch eine enorme Verbreitung. Es ist auf allen Kontinenten zu finden und ist mit 28 Ländern weltweit auf dem zweiten Platz, wenn es um den Gebrauch als offizielle Sprache oder Verkehrs- und Kultursprache geht (vgl. BALL, 1997,4).
Optimistische Schätzungen sprechen von 270 Millionen Französischsprechenden Menschen auf der Welt. Die Académie Française gab die Zahl der Frankophonen sogar mit 500 Millionen an (vgl. ERFURT, 2005,12). Diese Zahlen lassen sich dadurch erklären, dass dabei das Kriterium der Beherrschung des Französischen nicht weiter berücksichtigt wird. Oder sie schließen alle Menschen mit ein, die in ihrem Leben in irgendeiner Weise einmal Kontakt zur französischen Sprache hatten. Über die tatsächliche Verbreitung des Französischen scheinen diese Zahlen aber recht wenig auszusagen.
Allerdings weisen sie auf die Frage hin, dass es schwierig ist, festzustellen, was genau als „frankophon“ definiert wird (vgl. ERFURT, 2005,12).
So viel gilt aber als sicher: Französisch ist die Erstsprache von ca. 75 Mio. Menschen: 82 % der Einwohner Frankreichs, 23% in Kanada, 41% in Belgien, 18% in der Schweiz und 58% in Monaco sprechen als erste und oftmals auch einzige Sprache Französisch (vgl. ERFURT, 2005,13).
Dazu kommen noch weitere „Erstsprachige“ in den USA, in der Karibik, in Afrika, Asien und im pazifischen Raum.
Inhaltsverzeichnis
1. Le français dans le monde
1.1. Europa
1.2. Amerika
1.3. Indischer Ozean und Ozeanien
1.4. Afrika
1.4.1. Maghrebstaaten
1.4.2. Schwarzafrika
1.5. Globale Bedeutung des Französischen
2. Combat pour le français
2.1 La Frankophonie
2.2 Académie Française
2.3.La loi Toubon
3. Perspectives
3.1 Französisch in der Schule
3.2 Sprache im Wandel
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den aktuellen Stellenwert der französischen Sprache angesichts der weltweiten Ausbreitung des Englischen und analysiert, wie Frankreich und frankophone Institutionen versuchen, sich als Gegenmodell zu einer zunehmenden kulturellen und sprachlichen Amerikanisierung zu positionieren.
- Globale Verbreitung und statistische Erfassung der französischsprachigen Welt
- Die Rolle der Frankophonie als politisches und kulturelles Gegengewicht
- Staatliche Schutzmaßnahmen für die Sprache, insbesondere die "loi Toubon"
- Zukunftsperspektiven des Französischen im Bildungswesen und im demografischen Wandel
Auszug aus dem Buch
2.3.La loi Toubon
Im Jahre 1994 setze Jaques Toubon, der „ministre de la culture et de la francophonie“, ein Gesetz durch, dass genaue Details zum « l´emploi de la langue française (BALL, 1997,209)“ gab. Darf man zwar noch mit „blue-jean“ und „sweatshirt“ durch die Strassen gehen, ohne ins Gefängnis zu kommen, richtet sich dieses Gesetzt viel mehr an die Unternehmen, die in der heutigen Zeit immer mehr zum Gebrauch des Englischen gezwungen werden. Laut dem Gesetz müssen alle internen Dokumente in einem Unternehmen in der «langue de Molière» (BALL, 1997,210) verfasst werden.
«Le francais doit regner dans l´enseignement ainsi que dans les émissions et les messages publicitiares des radios et des télévisions » (BALL, 1997,210).
Dies bedeutet, dass weder in der Werbung noch in den Medien irgendeine andere Sprache außer dem Französischen erlaubt ist, was beispielsweise in Deutschland unvorstellbar wäre. Sprüche wie „Come in and find out“(Douglas), „Powered by emotion“(Sat.1), „There is no better way to fly“(Lufthansa) oder „O2- CAN DO“, die in Deutschland täglich in den Medien zu finden sind, sind in Frankreich per Gesetz verboten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Le français dans le monde: Dieses Kapitel analysiert die geografische Verbreitung der französischen Sprache und beleuchtet die Schwierigkeiten bei der statistischen Definition von Frankophonen.
2. Combat pour le français: Hier werden die Institutionen und gesetzlichen Rahmenbedingungen vorgestellt, mit denen Frankreich den Einfluss des Englischen einzudämmen versucht.
3. Perspectives: Der Abschnitt diskutiert zukünftige Entwicklungen des Französischen, insbesondere unter Berücksichtigung von Schülerzahlen und demografischen Verschiebungen.
4. Fazit: Das Fazit resümiert, dass das Französische zwar seinen Status als Weltsprache eingebüßt hat, jedoch als kulturelle und politische Alternative weiterhin eine essenzielle Rolle spielt.
Schlüsselwörter
Französisch, Frankophonie, Amerikanisierung, loi Toubon, Académie Française, Globalisierung, Sprachpolitik, kulturelle Identität, Weltsprache, Sprachwandel, Englisch, interkulturelle Kommunikation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der aktuellen Situation der französischen Sprache in einer zunehmend globalisierten Welt, in der sie in starkem Wettbewerb zum Englischen steht.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die weltweite Verbreitung des Französischen, die Rolle der Organisation der Frankophonie sowie staatliche Schutzmaßnahmen wie die Sprachgesetzgebung in Frankreich.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Frankreich aktiv versucht, den Stellenwert seiner Sprache als kulturelles und politisches Gegenmodell zur Dominanz des Englischen zu verteidigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine deskriptive und analysierende Methode auf Basis soziolinguistischer Fachliteratur und offizieller Berichte zur Sprachpolitik.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Bestandsaufnahme der weltweiten Sprachsituation, die Analyse der Frankophonie als Institution sowie die Betrachtung gesetzlicher Regulierungen des Sprachgebrauchs.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Frankophonie, Sprachpolitik, Amerikanisierung und der Status des Französischen in internationalen Institutionen.
Warum spielt das Englische eine so dominante Rolle im Vergleich zum Französischen?
Das Englische hat sich aufgrund technischer Innovationen aus den USA und seiner praktischen Anwendbarkeit als internationale Verkehrssprache durchgesetzt, wodurch das Französische seine einstige Rolle als "langue universelle" verlor.
Welchen Einfluss hat die "loi Toubon" auf den Alltag in Frankreich?
Das Gesetz erzwingt den Gebrauch des Französischen in der Werbung, den Medien und der Unternehmenskommunikation, wodurch beispielsweise englische Slogans im französischen Fernsehen oder Radio untersagt sind.
Wie steht die Autorin zur Zukunft des Französischen?
Die Autorin ist optimistisch und argumentiert, dass das Französische als wichtige Sprache in der Europäischen Union und durch seine Präsenz in den Hauptstädten Europas eine langfristige Beständigkeit aufweist.
Warum ist das Projekt der Frankophonie laut Text nicht unumstritten?
Kritikpunkte sind unter anderem die Abhängigkeit von französischen Subventionen und die Gefahr, dass die Organisation als neo-koloniales Instrument wahrgenommen werden könnte.
- Quote paper
- Franziska Hupe (Author), 2006, Hier le francais- aujourd'hui l'anglais, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/87342