Der Zusammenhang von Esskultur und Religion am Beispiel des Islam


Hausarbeit, 2007

8 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Der Zusammenhang von Esskultur und Religion

2. Der Islam
2.1. Nahrungstabus
2.2. Fastenmonat
2.3. Islamische Feste
2.3.1. Das Fastenbrechen
2.3.2. Das Opferfest

3. Fazit

Literaturverzeichnis

1. Der Zusammenhang von Esskultur und Religion

Esskultur beschreibt das gesamte kulturelle Umfeld der Ernährung. Sowohl vom Menschen hergestellte Lebensmittel und entsprechende Geräte, als auch die immateriellen Dinge, wie z. B. Rezepte, werden mit dem Begriff umschrieben. Dazu gehören die Speisen als Symbolträger und regionale Spezialitäten genauso wie Regeln, Rituale und Tischsitten. Speisen werden vom Menschen kunstvoll zubereitet, daher sind Zeremonien in Verbindung mit dem Essen und Tischdekorationen ebenfalls Elemente der Esskultur. Essen wird dabei als Grundform menschlicher Lebensgestaltung angesehen[1]. Die drei kulturellen Merkmale Nahrungsmittel, Küche und Mahlzeiten haben gleichzeitig eine gemeinschaftsbildende, als auch eine ausschließende Funktion. Man ordnet sich demnach einer Esskultur unter und is(s)t entsprechend ihrer typischen Verhaltensweisen. Damit grenzt man sich gleichzeitig von anderen Esskulturen ab, indem man eben anders is(s)t[2]. Kurzum ist ´Esskultur` ein Begriff, der alles mit dem Essen Verbundene umschreibt. Religion wird hingegen als „das Gefühl schlechthinniger Abhängigkeit[3] “ definiert. Diese religiöse Abhängigkeit zieht sich durch das gesamte Leben eines Menschen. Die besondere Identität einer bestimmten Religion wird auch durch die Essensrituale und Speisepraktiken gekennzeichnet. Aus diesen Gründen muss es zwangsläufig einen Zusammenhang zwischen Religion und Esskultur geben. Am Beispiel des Islam wird im Folgenden der Zusammenhang von Esskultur und Religion deutlich gemacht.

2. Der Islam

Im Allgemeinen steht der Islam den Essensfreuden positiv gegenüber. Im Koran, dem heiligen Buch des Islam, werden an den unterschiedlichsten Stellen die Gläubigen angeleitet, die von Gott gegebenen guten Gaben zu genießen. Auch nach dem Leben im Diesseits haben die Seligen die Möglichkeit, das beste Essen und Trinken zu genießen. Die Mahlzeiten werden nicht als individueller Akt, sondern als gemeinschaftlicher Vorgang angesehen. Dies zeigt besonders eindrucksvoll die Vorstellung von Himmel und Hölle. In der Hölle würden die Verdammten an reich gedeckten Tischen sitzen. Sie könnten die gedeckten Tafeln aber nicht erreichen, weil sie viel zu lange Löffel an den Armen hätten. Im Himmel hingegen würden sich die Seligen gegenseitig mit den langen Löffeln füttern[4]. Die Erzählung zeigt des Weiteren, dass, wenn man stets gläubig ist, nichts zu befürchten hat und als Belohnung das kostbare Essen im Jenseits genießen kann. Die Belohnung ist ein wesentlicher Hinweis darauf, dass Essen und Religion nicht nebeneinander stehen. Im Gegenteil, die Esskultur der Muslime wird durch die Religion stark beeinflusst und gelenkt.

2.1. Nahrungstabus

Die islamische Religion verlangt von den Gläubigen die Einhaltung bestimmter Schlacht-, Essens- und Trinkvorschriften. So werden die Nahrungsmittel in ´haram` und ´halal food` eingeteilt. ´Haram` benennt die Lebensmittel, die der Islam erlaubt. Dagegen ist ´halal` die Bezeichnung für die verbotenen Lebensmittel[5]. Aber was ist nun verboten? Die Frage ist nicht ganz leicht zu beantworten, da es vielfältige Zubereitungsverfahren gibt. Bei den Zubereitungsverfahren können auch externe Vorfertigungen und lange Herstellungsverfahren eine Rolle spielen. Die Möglichkeiten der Lebensmitteltechnologie erschweren die Einteilung der Lebensmittel nach islamischem Glauben. Generell nennt der Koran vier Hauptgruppen von Lebensmitteln, die ´halal` sind. Alle Nahrungsmittel, die aus dem Schwein gewonnen werden oder davon Bestandteile enthalten, stellen nach dem Koran eine Hauptgruppe der verbotenen Nahrung dar. Auch geschlachtete Tiere, die nicht Gott geweiht sind sowie Tiere, die eines natürlichen Todes gestorben sind, gehören zu der tabuisierten Ernährung. Blut in geronnener oder fließender Form darf nach dem Glaubensbuch als weitere Hauptgruppe nicht auf dem Speiseplan eines Muslims stehen[6].

[...]


[1] Heine, P. (2000): Heiligkeit des Lebens. Über den Zusammenhang von Essen und Religion. In: P. Schmidt-Leukel (Hg.): Die Religionen und das Essen, S. 12.

[2] Methfessel, B. (2007): Esskultur und familiale Alltagskultur, S. 3.

[3] Heine, P. (2000): Heiligkeit des Lebens. Über den Zusammenhang von Essen und Religion. In: P. Schmidt-Leukel (Hg.): Die Religionen und das Essen, S. 13.

[4] Heine, P. (2000): Die Grundhaltung. In: P. Schmidt-Leukel (Hg.): Die Religionen und das Essen, S. 80f.

[5] Bednarszky, H., Schlich, E. (2004): Halal – Haram – Hazard, Anforderungen an Lebensmittel aus muslimischer Sicht. In: Ernährung im Fokus 4/2004, S. 182f.

[6] Bednarszky, H., Schlich, E. (2004): Halal – Haram – Hazard, Anforderungen an Lebensmittel aus muslimischer Sicht. In: Ernährung im Fokus 4/2004, S. 182f.

Ende der Leseprobe aus 8 Seiten

Details

Titel
Der Zusammenhang von Esskultur und Religion am Beispiel des Islam
Hochschule
Universität Paderborn
Autor
Jahr
2007
Seiten
8
Katalognummer
V87345
ISBN (eBook)
9783638018845
Dateigröße
348 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Zusammenhang, Esskultur, Religion, Beispiel, Islam
Arbeit zitieren
Ina Jungandreas (Autor), 2007, Der Zusammenhang von Esskultur und Religion am Beispiel des Islam, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/87345

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