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Handlungsorientierung und Handlungskompetenz im Unterricht

Title: Handlungsorientierung und Handlungskompetenz im Unterricht

Term Paper (Advanced seminar) , 2000 , 40 Pages , Grade: 1,5

Autor:in: Dipl.-Ing. Stefan Schwarzwälder (Author)

Pedagogy - School Pedagogics
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Summary Excerpt Details

Im Rahmen dieser Seminararbeit möchte ich mich vorrangig der Umsetzung und Realisierung eines handlungsorientierten Unterrichts widmen.
Im Kontext dieses Themas sollen hierbei zunächst einige zentrale Begriffe dieses didaktischen Konzepts, der ganzheitlichen Ausbildung und dem Ziel der Handlungskompetenz erläutert, hinterfragt und begründet werden. Des Weiteren soll ebenfalls der Notwendigkeit dieser Innovation auf den Grund gegangen werden.
Dazu möchte ich zunächst grundlegende Definitionen erläutern, bevor ich auf die Kapitel „Handlungsorientierung“ und „Lernfelder“ näher eingehe. Zum Schluss zeige ich an einem kurzen Beispiel aus dem Bereich „Mess- und Prüftechnik“ wie ein Unterricht zu diesem Thema aussehen könnte. Ziel einer ganzheitlichen beruflichen Bildung ist es, den Auszubildenden eine Handlungskompetenz zu vermitteln, bei der die fachliche und allgemeine (soziale, ethische und politische) sowie die praktische und theoretische Dimension gleichermaßen integriert sind. Demnach ist ganzheitliche Berufsbildung eine Symbiose aus beruflicher Handlungskompetenz und Persönlichkeitsentwicklung (vergleiche Ott, 1995, 49ff.).
Berufliche Handlungskompetenz ist ein unstrittiges Ziel der beruflichen Bildung. Bisher war berufliche Handlungskompetenz gleichbedeutend mit rein fachlicher Qualifikation, vermittelbar durch Kenntnisse und Fertigkeiten. Dieser Anspruch ist jedoch für die heutige Berufs (aus) bildung alleine nicht mehr hinreichend. Berufliche Handlungskompetenz bedeutet heute neben gestiegenen kognitiven Ansprüchen vor allem eine deutlich ausgeprägte personale und methodische Kompetenz, vermittelbar durch so genannte Schlüsselqualifikationen materieller, formaler und sozialer Art wie zum Beispiel Kommunikations und Kooperationsfähigkeit, Beherrschung von Lern- und Arbeitstechniken oder Entscheidungs- und Gestaltungsfähigkeit (vergleiche Arnold, 1994, 142ff.).
Berufliche Handlungskompetenz ist zur Erklärung ganzheitlicher Berufsbildung zwar notwendig, aber aus berufspädagogischer Sicht noch nicht hinreichend. Zur beruflichen Handlungskompetenz muss noch die individuelle beziehungsweise humane Kompetenz hinzukommen - als Voraussetzung für Persönlichkeitsentwicklung denn berufliche Bildung soll ja nicht nur der Berufs- und Arbeitswelt, sondern auch im gesellschaftspolitischen und privaten Bereich befähigen, selbstständig und eigenverantwortlich zu wirken.



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Inhaltsverzeichnis

Vorwort

I.1 Bedeutung von ganzheitlicher Berufsbildung

I.2 Bedeutung des ganzheitlichen Lernens

I.3 Lernziele ganzheitlichen Lernens

II. Handlungsorientierter Unterricht

II.2 Definition

II.3 Begründungen für Handlungsorientierten Unterricht

II.4 Meinungen und Kritik

II.5 Ausprägungen von Handlungsorientierung

II.6 Handlungsorientierung als didaktisch - curriculare Gesamtkonzeption

III Lernfelder

III.1 Einleitung

III.2 Definition

III.3 Begründung für Lernfelder

IV Beispiel eines handlungsorientierten Unterrichts

IV.1 Phasen einer handlungsorientierten Unterrichtseinheit

IV.2 Unterrichtsverfahren für den handlungsorientierten Unterricht

IV.3 Vorstellung des Unterrichtsbeispiels und Erläuterung der Motivation für diese Auswahl

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Seminararbeit befasst sich mit der Konzeption und praktischen Umsetzung eines handlungsorientierten Unterrichts innerhalb der Lerneinheit „Mess- und Prüftechnik“. Ziel ist es, den Mehrwert dieses didaktischen Ansatzes durch eine Verknüpfung von fachlicher Handlungskompetenz und Persönlichkeitsentwicklung darzulegen und Wege für eine schüleraktive Unterrichtsgestaltung aufzuzeigen.

  • Bedeutung der ganzheitlichen Berufsbildung und des Lernens
  • Theoretische Grundlagen und Begründung handlungsorientierten Unterrichts
  • Didaktische Strukturierung durch Lernfelder
  • Praktische Anwendungsbeispiele im Unterrichtsverlauf
  • Kritische Reflexion der Vor- und Nachteile dieses Konzepts

Auszug aus dem Buch

II.3 Begründungen für Handlungsorientierten Unterricht

Dazu ist es erforderlich, zuerst auf die Qualifikations- und Lernanforderungen einzugehen, mit denen sich Mitarbeiter in modernen Arbeitsstrukturen auseinandersetzen müssen. Die Betrachtung bezieht sich dabei vor allem auf Untersuchungen von Tätigkeiten in der industriellen Produktion, da die Entwicklungen dort besonders gut dokumentiert sind ( vergleiche Sonntag, 1989, 1996; Schaper, 1995 ). Die Trends der Anforderungsentwicklung und ihre Konsequenzen für die Gestaltung beruflichen Lernens lassen sich folgendermaßen charakterisieren:

- Komplexität und Informationsvielfalt ist ein wesentliches Bestimmungsmerkmal beruflicher Aufgaben in modernen Arbeitsstrukturen. Die Art der Aufgabenkomplexität und der dabei zu verarbeitenden Information ist aber situativ geprägt und sehr unterschiedlich. Lösungsansätze beziehungsweise - strategien können daher nicht algorithmisiert werden, sondern erfordern die Förderung eines selbständigen, situativ angepaßten problemlösenden Handelns und Wissens.

- Komplexe Arbeitsaufgaben in modernen Produktionssystemen stellen außerdem hohe Anforderungen an Wissens- und Expertiseleistungen der Mitarbeiter. Berufsanfänger können diese nur suboptimal bewältigen und benötigen lange Lern - beziehungsweise Erfahrungsprozesse, um ein entsprechendes Expertenwissen und - können aufzubauen. Da in modernen Arbeitsstrukturen zunehmend weniger Tätigkeiten vorkommen, die auch bei geringem Erfahrungsniveau zu bewältigen sind, bedarf es entsprechender Einarbeitungsprogramme und Lernumgebungen für den Expertiseerwerb bei komplexen Aufgaben / Tätigkeiten.

- Menschliche Eingriffe in komplexe technische Systeme sind bezüglich ihrer Nebenwirkungen nicht immer sicher kalkulierbar und teilweise mit weitreichenden Konsequenzen beziehungsweise hohen Risiken verbunden ( beispielsweise Zerstörung von teuren Anlagen). Um Erfahrungen im Umgang mit kritischen Situationen zu erwerben, sind risikolose Möglichkeiten zur Exploration von Systemen bereitzustellen.

- Die Einführung von Gruppen - und Projektarbeit sind ein weiteres zentrales Gestaltungsmerkmal moderner Arbeitsstrukturen und stellt außerdem hohe Anforderungen an die Kommunikations - und Kooperationsfähigkeiten sowie Entscheidungskompetenzen der Mitarbeiter.

Zusammenfassung der Kapitel

Vorwort: Der Autor erläutert seine Motivation, handlungsorientierten Unterricht anhand der Lerneinheit „Mess- und Prüftechnik“ zu untersuchen und zentrale Begriffe zu klären.

I.1 Bedeutung von ganzheitlicher Berufsbildung: Dieses Kapitel definiert die ganzheitliche Berufsbildung als Symbiose aus beruflicher Handlungskompetenz und Persönlichkeitsentwicklung.

I.2 Bedeutung des ganzheitlichen Lernens: Es wird dargelegt, wie sich ganzheitliches Lernen aus kognitiv-motorischen und psycho-sozialen Lernbereichen zusammensetzt.

I.3 Lernziele ganzheitlichen Lernens: Hier wird die notwendige Erweiterung traditioneller Lernzielklassifikationen hin zu einer zweidimensionalen Betrachtungsweise beschrieben.

II. Handlungsorientierter Unterricht: Dieses Kapitel analysiert das Konzept, den Begriff und die Notwendigkeit von Handlungsorientierung in der modernen Berufspädagogik.

II.2 Definition: Es erfolgt die begriffliche Bestimmung des handlungsorientierten Unterrichts als ganzheitliche, schüleraktive Unterrichtsform.

II.3 Begründungen für Handlungsorientierten Unterricht: Das Kapitel begründet den Wandel der Lehrmethoden durch veränderte Qualifikationsanforderungen in modernen industriellen Arbeitsstrukturen.

II.4 Meinungen und Kritik: Hier werden unterschiedliche Sichtweisen, Bedenken und historische Wurzeln der handlungsorientierten Didaktik diskutiert.

II.5 Ausprägungen von Handlungsorientierung: Es werden verschiedene Dimensionen der Umsetzung, von der betrieblichen Ausbildung bis zur Curriculumentwicklung, dargelegt.

II.6 Handlungsorientierung als didaktisch - curriculare Gesamtkonzeption: Zusammenfassung der Legitimation durch wirtschaftlichen Strukturwandel und Definition der übergeordneten Bildungsziele.

III Lernfelder: Vorstellung der Lernfeldkonzeption als moderne Strukturierung von Rahmenlehrplänen.

III.1 Einleitung: Definition von Lernfeldern als überschaubare, problemorientierte Unterrichtseinheiten.

III.2 Definition: Erläuterung der Lernfelder als thematische Einheiten, die sich an beruflichen Handlungsabläufen orientieren.

III.3 Begründung für Lernfelder: Darstellung der Problematik traditioneller, fächerspezifischer Lehrplanansätze gegenüber integrierten Lernformen.

IV Beispiel eines handlungsorientierten Unterrichts: Konkretisierung der Theorie anhand eines unterrichtspraktischen Szenarios.

IV.1 Phasen einer handlungsorientierten Unterrichtseinheit: Vorstellung von Verlaufsmodellen zur Planung handlungsorientierter Einheiten.

IV.2 Unterrichtsverfahren für den handlungsorientierten Unterricht: Differenzierung zwischen versuchs-, problem- und projektorientierten Verfahren.

IV.3 Vorstellung des Unterrichtsbeispiels und Erläuterung der Motivation für diese Auswahl: Der Autor erläutert die Auswahl eines Getriebemotors als Leitmedium für den Mess- und Prüftechnikunterricht.

Schlüsselwörter

Handlungsorientierung, Handlungskompetenz, Berufsbildung, ganzheitliches Lernen, Lernfelder, Projektunterricht, Schlüsselqualifikationen, Mess- und Prüftechnik, Unterrichtsplanung, Facharbeit, Didaktik, Kompetenzschema, Schülermotivation, Lernprozesse, Arbeitsstrukturen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das didaktische Konzept der Handlungsorientierung und dessen praktische Anwendbarkeit in der beruflichen Bildung, insbesondere für das Fach „Mess- und Prüftechnik“.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Schwerpunkten zählen die ganzheitliche Berufsbildung, das Lernfeld-Konzept, die Notwendigkeit moderner Lehransätze sowie die konkrete Gestaltung handlungsorientierter Unterrichtseinheiten.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, darzulegen, wie handlungsorientierter Unterricht nicht nur fachliche Fertigkeiten vermittelt, sondern auch die Persönlichkeitsentwicklung und soziale Kompetenz der Lernenden fördert.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse berufs- und wirtschaftspädagogischer Konzepte sowie der Anwendung dieser Erkenntnisse auf ein konkretes Unterrichtsbeispiel.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des handlungsorientierten Unterrichts, die Begründung durch veränderte Arbeitsanforderungen und die praxisorientierte Darstellung von Lernfeldern und Unterrichtsphasen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Handlungsorientierung, Handlungskompetenz, Lernfelder, Ganzheitlichkeit und moderne berufsbezogene Unterrichtsmethodik.

Warum wird im Dokument der Getriebemotor als Beispiel gewählt?

Der Getriebemotor dient als praxisnahes System, an dem fachübergreifende Kompetenzen sowie unterschiedliche Mess- und Prüfverfahren in einem authentischen Kontext vermittelt werden können.

Welche Herausforderungen nennt der Autor bei der Umsetzung?

Der Autor weist auf den erhöhten Material- und Zeitaufwand sowie die Notwendigkeit hin, dass sowohl Lehrer als auch Schüler ein hohes Maß an Engagement und Eigeninitiative einbringen müssen.

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Details

Title
Handlungsorientierung und Handlungskompetenz im Unterricht
College
University Karlsruhe (TH)  (Institut für Berufspädagogik und Allgemeine Pädagogik)
Course
Fachdidaktik
Grade
1,5
Author
Dipl.-Ing. Stefan Schwarzwälder (Author)
Publication Year
2000
Pages
40
Catalog Number
V87374
ISBN (eBook)
9783638031349
ISBN (Book)
9783638930444
Language
German
Tags
Handlungsorientierung Handlungskompetenz Unterricht Fachdidaktik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dipl.-Ing. Stefan Schwarzwälder (Author), 2000, Handlungsorientierung und Handlungskompetenz im Unterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/87374
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