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Fehleranalyse im Rechtschreibunterricht: Ein Diagnoseinstrument für den Erwerbsstand?

Title: Fehleranalyse im Rechtschreibunterricht:  Ein Diagnoseinstrument für den Erwerbsstand?

Seminar Paper , 2007 , 40 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Janine Pollert (Author)

Didactics - German Studies
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Summary Excerpt Details

Im Mittelpunkt der Hausarbeit steht die Frage, ob die Fehleranalyse im Rechtschreibunterricht für Lehrer/innen ein Diagnoseinstrument des Erwerbsstandes darstellen kann. So könnten Rechtschreibschwächen herausgefunden und beseitigt werden, um künftige Berufschancen zu öffnen und die Teilhabe an der Gesellschaft zu sichern. Um dieser Frage nachgehen zu können, werden die Lernziele des Rechtschreibunterrichts dargelegt, und es wird auf die Bedeutung der schriftlichen Produktion sowie der Erlernung der richtigen Schreibung hingewiesen. Die schriftliche Produktion weist im Unterschied zur gesprochenen Sprache einige Schwierigkeiten auf, mit denen die Kinder konfrontiert werden. Auf diese Probleme soll eingegangen werden, da sie sich auf die Fehler auswirken. Im darauffolgenden Abschnitt wird der Fehlerbegriff geklärt, um dann auf die Fehleranalyse eingehen zu können. Die Abgrenzung des Fehlerbegriffs von Weimer und Kern wird dargestellt. Die von Weimer vorgenommene Unterscheidung zwischen Irrtum und Fehler wird erläutert und mit der Unterscheidung zwischen Material- und Aufgabefehler von Kern verglichen. Abschließend wird auf den für die Fehleranalyse wichtigen Fehlerbegriff verwiesen, und der Begriff der Fehleranalyse geklärt.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Bedeutung der Fehleranalyse im Rechtschreibunterricht

2.1 Ziele des Rechtschreibunterrichts

2.2 Die Schwierigkeit der schriftlichen Produktion

3. Der Fehlerbegriff

3.1 Abgrenzung des Fehlerbegriffs nach Hermann Weimer

3.2 Abgrenzung des Fehlerbegriffs nach Arthur Kern

3.3 Vom Fehlerbegriff zur Fehleranalyse

4. Verschiedene Modelle der Fehleranalyse

4.1 Die psychologische Fehlertypologie nach Hermann Weimer

4.2 Die deskriptive Fehlertypologie nach Hans-Heinrich Plickat

4.3 Das sachstrukturelle Fehlersystem nach Paul Bischoff

5. Anwendung der Fehleranalyse an einem Schülertext aus der 5. Klasse

5.1 Ziele/ Kompetenzerwerb in der Sekundarstufe I laut Lehrplan

5.2 Schülertext

5.3 Fehlerbeobachtung nach Paul Bischoff

6. Schlussbetrachtung

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht, ob die Fehleranalyse im Rechtschreibunterricht als valides Diagnoseinstrument für den individuellen Erwerbsstand von Schülerinnen und Schülern dienen kann, um gezielte Fördermaßnahmen abzuleiten.

  • Bedeutung der Fehleranalyse für den Rechtschreibunterricht
  • Differenzierung des Fehlerbegriffs nach Weimer und Kern
  • Vergleich verschiedener Fehlertypologien (psychologisch, deskriptiv, sachstrukturell)
  • Praktische Anwendung der Fehleranalyse an einem Schülertext der 5. Klasse
  • Ableitung individueller Fördermaßnahmen basierend auf den Analyseergebnissen

Auszug aus dem Buch

3.1 Abgrenzung des Fehlerbegriffs nach Hermann Weimer

Hermann Weimer weist darauf hin, dass der Begriff des Fehlers mehrdeutig ist. Es gibt Fehler, die man hat (z. B. Schönheitsfehler, Charakterfehler) und Fehler, die man macht, welche er als „Handlungsfehler“ bzw. „Fehlhandlung“ bezeichnet. Erfüllt die Handlung einen bestimmten Zweck und wird bewertet, spricht Weimer von „Leistungsfehlern“ bzw. „Fehlleistungen“. Letztere sind für die Fehleranalyse relevant. Weimer grenzt den Fehlerbegriff gegenüber dem der Täuschung ab, da nicht alles, was falsch ist, zugleich ein Fehler ist. Von einem Fehler spricht Weimer nur, wenn dieser nicht in der Absicht seines Verfassers liegt.

„[Demnach ist] der Fehler [...] eine Abweichung vom Richtigen, die nicht sein soll und nicht zu sein braucht und die darum auch nicht immer in gleicher Weise eintritt.“

Dem Fehler sehr nahe stehend ist der Irrtum. Dennoch unterscheiden sich beide voneinander, was schon durch den Sprachgebrauch der beiden Begriffe deutlich wird. „Man ‘befindet sich in einem Irrtum’, aber man ‘macht einen Fehler’ [...].“ Der Irrtum bezieht sich folglich auf einen verharrenden Zustand, wohingegen der Fehler ein Gegenstand des Augenblicks ist. Die schriftlich fixierten Schreibfehler sind abgebildete Ausdrücke eines seelischen Vorgangs, welche Weimer als Fehlhandlung oder Fehlleistung beschreibt. Wenn in dem entscheidenden Augenblick des Schreibvorgangs eine oder mehrere psychische Funktionen des Gedächtnisses versagen, macht der Schüler/die Schülerin einen Fehler.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die steigende Bedeutung der Rechtschreibfähigkeit in der Gesellschaft und führt die zentrale Forschungsfrage ein, ob Fehleranalyse als Diagnoseinstrument für den Erwerbsstand fungieren kann.

2. Die Bedeutung der Fehleranalyse im Rechtschreibunterricht: Dieses Kapitel erläutert die Ziele des Rechtschreibunterrichts sowie die spezifischen Schwierigkeiten beim Erwerb der Schriftsprache als Grundlage für das Verständnis von Rechtschreibfehlern.

3. Der Fehlerbegriff: Es werden grundlegende Definitionen von Fehlern anhand der Ansätze von Weimer und Kern diskutiert, um eine Basis für die methodische Einordnung in der Fehleranalyse zu schaffen.

4. Verschiedene Modelle der Fehleranalyse: Dieses Kapitel stellt verschiedene Fehlertypologien (Weimer, Plickat, Bischoff) vor und vergleicht deren psychologische sowie deskriptive Ansätze zur Kategorisierung von Fehlern.

5. Anwendung der Fehleranalyse an einem Schülertext aus der 5. Klasse: Das Kapitel verknüpft die Theorie mit der Praxis, indem ein konkreter Schülertext anhand des Modells von Bischoff analysiert und mit den Anforderungen des Lehrplans abgeglichen wird.

6. Schlussbetrachtung: Die Arbeit schließt mit einer kritischen Reflexion der Anwendungsmöglichkeiten von Fehleranalysen und unterstreicht deren Nutzen für die individuelle Förderung trotz offener Fragen.

Schlüsselwörter

Fehleranalyse, Rechtschreibunterricht, Fehlertypologie, Hermann Weimer, Arthur Kern, Paul Bischoff, Erwerbsstand, Diagnoseinstrument, Schriftsprache, Rechtschreibschwäche, orthographische Kriterien, individuelle Förderung, Leistungsfehler, Geläufigkeitsfehler, Fehlerbeobachtung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Nutzen der Fehleranalyse als Diagnosewerkzeug, um den aktuellen Erwerbsstand von Schülern im Rechtschreibunterricht zu bestimmen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Arbeit deckt die Ziele des Rechtschreibunterrichts, die theoretische Definition des Fehlerbegriffs und die Vorstellung verschiedener psychologischer und deskriptiver Fehlermodelle ab.

Was ist die primäre Forschungsfrage der Arbeit?

Im Mittelpunkt steht die Frage, ob die Fehleranalyse im Rechtschreibunterricht für Lehrkräfte ein verlässliches Diagnoseinstrument darstellen kann, um individuelle Rechtschreibschwächen zu identifizieren und gezielt zu beheben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine qualitative Literaturanalyse zur Darstellung der Fehlertypologien und wendet anschließend das sachstrukturelle Fehlersystem nach Paul Bischoff in einer Fallstudie an einem Prüfungsdiktat an.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Auseinandersetzung mit dem Fehlerbegriff nach Weimer und Kern, die Darstellung der Fehlermodelle und die praktische Anwendung der Fehlerbeobachtung an einem Textbeispiel einer Fünftklässlerin.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den zentralen Begriffen zählen Fehleranalyse, Fehlertypologie, Erwerbsstand, Diagnoseinstrument, Rechtschreibung, Schriftspracherwerb und individuelle Förderung.

Warum ist die Unterscheidung zwischen Fehler und Irrtum für die Fehleranalyse wichtig?

Weimer und Kern betonen, dass diese Unterscheidung notwendig ist, um zwischen einem flüchtigen Versagen psychischer Funktionen (Fehler) und einer tatsächlichen Wissenslücke (Irrtum) zu differenzieren, was unterschiedliche pädagogische Konsequenzen erfordert.

Welchen Mehrwert bietet das Fehlersystem nach Paul Bischoff für die Praxis?

Bischoffs System wird als besonders wertvoll bewertet, da es sowohl psychologische Aspekte (Ursachensuche) als auch deskriptive Aspekte (Fehlerschwerpunkte) integriert, was Lehrern eine konkrete Anleitung zur individuellen Förderung gibt.

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Details

Title
Fehleranalyse im Rechtschreibunterricht: Ein Diagnoseinstrument für den Erwerbsstand?
College
University of Dortmund
Course
Orthographiesystem und Rechtschreibunterricht
Grade
1,0
Author
Janine Pollert (Author)
Publication Year
2007
Pages
40
Catalog Number
V87467
ISBN (eBook)
9783638907071
ISBN (Book)
9783640204403
Language
German
Tags
Fehleranalyse Rechtschreibunterricht Diagnoseinstrument Erwerbsstand Orthographiesystem Rechtschreibunterricht
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Janine Pollert (Author), 2007, Fehleranalyse im Rechtschreibunterricht: Ein Diagnoseinstrument für den Erwerbsstand?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/87467
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