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Klaus Manns Roman „Mephisto“ und die Folgen: Die Karriere des Gustaf Gründgens

Title: Klaus Manns Roman „Mephisto“ und die Folgen: Die Karriere des Gustaf Gründgens

Term Paper (Advanced seminar) , 2007 , 14 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Sebastian Münch (Author)

Literature - Modern Literature
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„Gustaf Gründgens war eine der faszinierendsten Persönlichkeiten des deutschen Theaters im 20. Jahrhundert.“
Im Mittelpunkt meiner Darstellung soll die eigentliche Karriere des Gustaf Gründgens als Schauspieler und Intendant stehen. Daher verzichte ich, wie Gründgens seiner Zeit selbst, auf zusätzliche Anekdoten und Privates, denn „[…] nichts schien ihm so wichtig, so lebenswichtig wie die saubere, die peinlich exakte Trennung zwischen Privatem und Künstlerischem, zwischen dem Menschen und dem Zurschau-Steller.“
Als einführende Worte zu Gründgens’ Leben soll seine von ihm selbst verfasste Biographie dienen – kaum anderthalb Schreibmaschinenseiten lang: [...] Die Karriere des Gustav Gründgens (zu dieser Zeit noch mit dem ursprünglichen „v“ im Vornamen) beginnt im Jahre 1917 als Mitglied der Volksbühne Saarbrücken noch während seiner Zeit als Soldat. Nach nur wenigen Monaten übernimmt er 1918 die Leitung des Fronttheaters Thale (Harz). Den Beruf des Schauspielers fest anstrebend, lässt er sich ab 1919 an der Hochschule für Bühnenkunst in Düsseldorf unter Louise Dumont und Gustav Lindemann ausbilden. Damit einher gehen zahlreiche Nebenrollen am Düsseldorfer Schauspielhaus. Das Zeugnis der Schauspielschule lässt bereits deutlich werden, welch großes Potential in Gustav Gründgens als Schauspieler steckt. [...] Sein erstes Engagement erhält Gründgens für die Spielzeit 1920/21 an den Städtischen Bühnen Halberstadt. Diese Anstellung befriedigt ihn jedoch in keiner Weise, da er in 25 Inszenierungen fast ausschließlich Männer spielen muss, die seine Väter oder Großväter hätten sein können.
Schon im darauf folgenden Jahr wechselt er nach Kiel an die Vereinigten Städtischen Bühnen. Der Intendant, Dr. Max Alberty , sieht in Gründgens einen Hoffnungsträger deutscher Schauspielkunst und lässt ihn größere Rollen in „Emilia Galotti“, „Wilhelm Tell“, „Götz von Berlichingen“ und „Maria Stuart“ spielen. Im Frühjahr 1922 muss er für einen erkrankten Kollegen kurzfristig die Rolle des Mephisto in „Faust I“ übernehmen. Trotz dieser vielfältigen Rollen (insgesamt 48) verweilt er nicht länger als eine Spielzeit in Halberstadt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Die schillerndste Theaterfigur ihrer Zeit

2 Die Karriere des Gustaf Gründgens

2.1 Lehr- und Wanderjahre

2.2 Die goldenen Zwanziger – Aufstieg und Erfolg

2.3 Intendant, Staatsrat und „Die Insel“

2.4 Die Zeit nach 1945

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den beruflichen Werdegang von Gustaf Gründgens, einer der prägendsten Figuren des deutschen Theaters im 20. Jahrhundert. Dabei liegt der Fokus auf seinem Aufstieg als Schauspieler und Regisseur sowie seinem Wirken als einflussreicher Intendant in verschiedenen historischen Epochen.

  • Die künstlerische Ausbildung und erste Engagements
  • Der Durchbruch in den Goldenen Zwanzigern
  • Die Rolle als Intendant während des Nationalsozialismus und der Begriff der „Insel“
  • Der berufliche Neuanfang und die Etablierung des Theaters nach 1945

Auszug aus dem Buch

2.3 Intendant, Staatsrat und „Die Insel“

Mit dem Ende der Weimarer Republik 1933 ist zunächst nicht klar, ob der Vertrag mit Gründgens am Staatstheater verlängert werden kann. Eine einmalige Faust-Aufführung besiegelt jedoch den weiteren Lebensweg Gustaf Gründgens’:

„Am Abend dieser Vorstellung lernte ich Göring kennen, der damals als Preußischer Ministerpräsident auch Chef des Staatstheaters war. Göring zeigte sich von meiner Darstellung des Mephisto sehr beeindruckt und erklärte kategorisch, dass der zwischen dem Staatstheater und mir bestehende Vertrag bindende Gültigkeit sowohl für das Staatstheater als auch für mich haben müsse.“

Bei jener bedeutenden Faust-Aufführung lernt Gründgens Görings Freundin und spätere Frau Emmy Sonnemann kennen, mit der ihn zeitlebens eine herzlich Freundschaft verbindet.

In Hermann Bahrs „Konzert“ stehen beide als Hauptpersonen im Oktober 1933 auf der Bühne. Drei Monate nach diesem gemeinsamen Auftritt, schlägt Göring Gründgens die Intendanz des Berliner Staatstheaters vor. Gründgens erbittet sich vier Wochen Bedenkzeit. Nach nicht unerheblichem Zögern und unerträglichem Druck durch Göring, Goebbels, Himmler und Hitler nimmt Gründgens diesen Vorschlag schließlich an und wird 1934 Intendant des Staatlichen Schauspielhauses, 1937 schließlich Generalintendant.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Die schillerndste Theaterfigur ihrer Zeit: Einleitung in die Persönlichkeit Gustaf Gründgens, die seine Bedeutung für das deutsche Theater hervorhebt und den Fokus der Darstellung definiert.

2 Die Karriere des Gustaf Gründgens: Dieser Hauptteil beleuchtet chronologisch die verschiedenen Lebensphasen des Künstlers von den Anfängen bis hin zum internationalen Erfolg.

2.1 Lehr- und Wanderjahre: Bericht über die frühen Jahre der Ausbildung in Düsseldorf und die ersten Engagements in Halberstadt und Kiel.

2.2 Die goldenen Zwanziger – Aufstieg und Erfolg: Fokus auf die Hamburger Jahre, in denen Gründgens seine Vielseitigkeit als Schauspieler und Regisseur etablierte.

2.3 Intendant, Staatsrat und „Die Insel“: Analyse der politisch schwierigen Jahre unter dem Nationalsozialismus und Gründgens' Wirken an der Spitze des Staatstheaters.

2.4 Die Zeit nach 1945: Darstellung der Nachkriegsjahre, der Entnazifizierungsverfahren und der Rückkehr in Führungspositionen an den Theatern in Düsseldorf und Hamburg.

Schlüsselwörter

Gustaf Gründgens, Theatergeschichte, Schauspielkunst, Regiearbeit, Generalintendant, Berliner Staatstheater, Hamburger Kammerspiele, Weimarer Republik, Nationalsozialismus, Nachkriegszeit, Faust, Mephisto, Theaterleitung, Schauspielerbiographie, Kulturgeschichte

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit zeichnet den Lebensweg und die berufliche Karriere von Gustaf Gründgens nach, von seiner Ausbildung bis zu seinem Abschied von der Bühne.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die künstlerische Entwicklung, die Rolle als Theaterleiter in unterschiedlichen politischen Systemen und die Bedeutung seines schauspielerischen Erbes.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, ein objektives Bild des Werdegangs von Gründgens als Schauspieler und Intendant in der deutschen Theaterlandschaft zu vermitteln.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine biographische Aufarbeitung sowie die Auswertung von zeitgenössischen Quellen, Biographien und Presseberichten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die frühen Lehrjahre, den Erfolg in den 1920er Jahren, die Intendanz in Berlin während des Dritten Reiches und die berufliche Neuetablierung nach 1945.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Begriffe wie Theatergeschichte, Schauspielkunst, Generalintendant, Kulturgeschichte und die spezifischen Stationen seines Wirkens (Hamburg, Berlin, Düsseldorf).

Wie gelang es Gründgens, sein Theater zur „Insel“ zu machen?

Er nutzte seine persönliche Nähe zu Göring, um innerhalb des Staatstheaters einen Schutzraum für Kollegen zu schaffen, die politisch oder rassisch verfolgt waren.

Warum war die Rolle des „Mephisto“ so entscheidend für seine Karriere?

Die Darstellung des Mephisto festigte seinen Ruf als Ausnahmekünstler und führte direkt zu seiner engeren Verbindung mit den Machthabern des NS-Regimes.

Welche Rolle spielten die Nachkriegsjahre für sein Selbstverständnis als Intendant?

Nach dem Krieg sah er seine Aufgabe darin, das zerrüttete deutsche Theater wieder aufzubauen und seine gesammelten Erfahrungen als Intendant in den Dienst der kulturellen Neuorientierung zu stellen.

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Details

Title
Klaus Manns Roman „Mephisto“ und die Folgen: Die Karriere des Gustaf Gründgens
College
University of Hildesheim
Course
Klaus Manns Roman „Mephisto“ und die Folgen
Grade
1,7
Author
Sebastian Münch (Author)
Publication Year
2007
Pages
14
Catalog Number
V87469
ISBN (eBook)
9783638031639
ISBN (Book)
9783640389216
Language
German
Tags
Karriere Gustaf Klaus Mann Gründgens Mephisto Berlin
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sebastian Münch (Author), 2007, Klaus Manns Roman „Mephisto“ und die Folgen: Die Karriere des Gustaf Gründgens, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/87469
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