Wie hoch ist der administrative Aufwand des medizinischen Personals im klinischen Betrieb?


Hausarbeit, 2006
25 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

ABBILDUNGSVERZEICHNIS

TABELLENVERZEICHNIS

ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS

1 EINLEITUNG UND BEGRIFFSBESTIMMUNGEN
1.1 Klinischer Betrieb
1.2 Medizinisches Personal
1.3 Administrativer Aufwand

2 ÜBERBLICK ÜBER DIE ADMINISTRATIVEN AUFGABEN DES MEDIZINISCHEN PERSONALS IM KLINISCHEN BETRIEB
2.1 Organisatorische Tätigkeiten
2.2 Medizinische Dokumentation
2.2.1 Dokumentationspflicht
2.2.2 Typische medizinische Dokumentationen
2.2.2.1 Administrative Dokumentation
2.2.2.2 Patientenbezogene Dokumentation
2.2.2.2.1 Klinische Basisdokumentationen
2.2.2.2.2 Befunddokumentationen
2.2.2.2.3 Verlaufsdokumentation

3 ZUSTÄNDIGKEIT FÜR ADMINISTRATIVE AUFGABEN NACH BERUFSGRUPPEN
3.1 Administrative Aufgaben der Ärzte
3.2 Administrative Aufgaben des Pflegepersonals auf Station
3.3 Administrative Aufgaben des sonstigen medizinischen Personals

4 UMFANG DES ADMINISTRATIVEN AUFWANDS DES MEDIZINISCHEN PERSONALS

5 ÜBERLEGUNGEN/ LÖSUNGSANSÄTZE ZUR MINIMIERUNG DES ADMINISTRATIVEN AUFWANDS DES MEDIZINISCHEN PERSONALS

LITERATURVERZEICHNIS

Abstract

Die Arbeit des medizinischen Personals wird durch immer mehr administrative Aufgaben beeinflusst. Der Umgang mit dem Patienten tritt dadurch immer weiter in den Hintergrund. Doch welche administrative Aufgaben hat das medizinische Personal und wie viel der Ar- beitszeit nehmen diese Aufgaben in Anspruch? Diese Arbeit gibt einen Einblick darüber, wer welche administrativen Aufgaben auszuführen hat und wie hoch der zeitliche Auf- wand dieser ist. Abschließend werden Überlegungen und Lösungsansätze zur Minimierung des administrativen Aufwands des medizinischen Personals im klinischen Bereich vorge- stellt.

Daily work of medical employees becomes more and more influence by administrative tasks. The ambulatory handling with the patients will be reduced. But which are these tasks and how much time is to be spend for it? This essay gives a view about the different tasks and shows how much time is spent by average. Finally, thoughts and possible solutions are presented to reduce the administrative spends of medical employees to a minimum.

Abbildungsverzeichnis

ABBILDUNG 1: GLIEDERUNGSSCHEMA DER ADMINISTRATIVEN TÄTIGKEITEN

ABBILDUNG 2: DAUER DER PFLEGEDOKUMENTATION MIT UND OHNE COMPUTERUNTERSTÜTZUNG

Tabellenverzeichnis

TABELLE 1: ENTWICKLUNG DER PATIENTENZAHL UND DER DURCHSCHNITTLICHEN VERWEILDAUER

TABELLE 2: ENTWICKLUNG DES PERSONALS IN KRANKENHÄUSERN IN DEUTSCHLAND

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung und Begriffsbestimmungen

Die Aufgaben des medizinischen Personals und die damit verbundenen Anforderungen im täglichen Arbeitsleben haben sich mit Einführung der Fallpauschalen1, des Krankenhausentgeltgesetzes (KHEntgG)2 und der Diagnosis Related Groups3 (DRG) durch steigende Bürokratisierung verändert. Die Krankenhäuser stehen finanziell immer mehr unter Druck. Sie bekommen für einen Patienten mit einem bestimmten Krankheitsbild, egal wie lange er stationär behandelt wird, eine bestimmte Vergütung. Kurze Belegungszeiten sind dadurch lukrativ. Die Folge ist eine höhere Durchlaufrate der Patienten. Damit verbunden sind steigende administrative Aufgaben, z.B. durch Arztbriefschreiben.

Mit dieser Hausarbeit werden verschiedene administrativen Aufgaben des medizinischen Personals, die neben der Behandlung und Pflege des Patienten anfallen, erläutert. Es wird aufgezeigt, welchen zeitlichen Aufwand das medizinische Personal für diese Tätigkeiten aufbringen muss, welcher folglich nicht für unmittelbar patientennahe Arbeit genutzt werden kann. Es ist zu überlegen, ob manche dieser administrativen Aufgaben ohne Qualitätseinbußen durch Umstrukturierung, in Form von zusätzlichen Berufsfeldern und Einführung zusätzlicher Technik zu minimieren sind und somit die eigentlichen Aufgaben des medizinischen Personals wieder in den Vordergrund treten können.

Die folgenden Begriffsbestimmungen erläutern, wie der Verfasser die Begriffe erfasst und interpretiert hat und wie sie im weiteren Verlauf der Arbeit verstanden werden sollen.

1.1 Klinischer Betrieb

Unter klinisch versteht man „zur Klinik gehörig“, „in der Klinik stattfindend“4.

Unter einem Betrieb versteht man im Sinne der Betriebswirtschaftslehre eine „Stätte, in der die verschiedenen Produktivgüter nach der Idee, Zielsetzung und Entscheidung des Unter- nehmers zur Leistungserstellung kombiniert werden. Die Art des Betriebes wird durch die Aufgabe bestimmt, die sich eine Unternehmung im Rahmen des gewählten Wirtschafts- zweiges gestellt hat. Die Aufgabe kann bestehen in der Produktion von Sachgütern [...] und der Leistung von Diensten.“5 D.h. ein Betrieb ist eine Produktionsstätte, in der Dienstleistungen oder Güter für den Eigenbedarf oder den Absatz erstellt werden. Man unterscheidet Privatbetriebe verschiedenster Rechtsform, öffentliche Betriebe mit eigener Rechtspersönlichkeit, gemischte öffentlich- private Betriebe sowie Verwaltungsbetriebe als Träger der staatlichen oder kommunalen Verwaltung.

Zusammenfassend versteht man unter einem klinischen Betrieb die produktionswirtschaftliche Seite eines Krankenhauses in öffentlicher oder privater Trägerschaft, d.h. der Teil des Krankenhauses, in dem Untersuchungen, Behandlungen und Pflege des Patienten stattfinden. Nicht zum klinischen Bereich gehören demnach beispielsweise die Verwaltung, Wäscherei und Hausdienste. Ein klinischer Betrieb Krankenhauses lässt sich in einzelne Unterbetriebe, wie z.B. die Stationen, den Operationsbereich und die Funktionsbereiche, wie z.B. Röntgenabteilung, Endoskopie und Labor gliedern.

1.2 Medizinisches Personal

Unter medizinischem Personal versteht man Mitarbeiter eines Unternehmens des Gesund- heitswesens, welche über eine medizinische Ausbildung verfügen und sich mit der Vor- beugung, Erkennung, Behandlung und Nachsorge von Krankheiten und Verletzungen so- wie mit der Pflege und Versorgung Kranker und Verletzter befassen. Berufsgruppen im Bereich des medizinischen Personals sind z.B. Ärzte verschiedener Fachgebiete, Kranken- schwestern und -pfleger, MTA, Arzthelferinnen und Arzthelfer, u.a. nicht zum medizini- schen Personal gehören z.B. Mitarbeiter des Reinigungsdienstes, der Verwaltung oder des Hausmeisterdienstes.

1.3 Administrativer Aufwand

Unter administrativem Aufwand im Allgemeinen versteht man die zu erbringende Leistung im Bereich der Verwaltung. Hierzu gehören das zeitnahe, aufgabenbezogene Erfassen, Betreuen, Leiten, Lenken und Verantworten dynamischer Prozesse.

Auf das medizinische Personal im klinischen Betrieb bezogen versteht man unter administ- rativen Aufwand die allgemeine Organisation der Abteilungen und die dokumentations- technischen Aufgaben des Personals, auf welche im Kapitel 2 dieser Arbeit noch näher eingegangen wird.

2 Überblick über die administrativen Aufgaben des medizinischen Personals im klinischen Betrieb

Ärzte, Pflegekräfte und anderes medizinischen Personal beschäftigen sich nicht ununter- brochen mit den Patienten. Neben den Tätigkeiten der Pflege, Untersuchung und Versor- gung haben sie weitere administrative Aufgaben, welche nicht direkt am Patienten erfol- gen.

Doch welche Aufgaben haben das medizinische Personal im administrativen Bereich?

Es gibt zwei Aufgabenbereiche, die einen hohen Stellenwert im Bereich der Administration im klinischen Bereich haben: die rein organisatorischen Tätigkeiten und die medizinische Dokumentation.

Im weiteren Verlauf wird auf diese beiden Bereiche detaillierter eingegangen. Die Struktur der administrativen Tätigkeiten ist in nachstehendem Diagramm verdeutlicht.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Gliederungsschema der administrativen Tätigkeiten

2.1 Organisatorische Tätigkeiten

Die rein organisatorischen Tätigkeiten stellen einen der zwei großen Bereiche der administrativen Aufgaben des Personals dar. Unter Organisieren versteht man planvolles und sinnvolles Gestalten.6 Der Ablauf in den einzelnen medizinischen Bereichen eines Krankenhauses muss gründlich organisiert und koordiniert werden. Dies geschieht in erster Linie durch die Erstellung von Einsatz- oder den sogenannten Dienstplänen, sowohl für den ärztlichen, als auch für den pflegerischen Dienst.

Durch diese operative Personalplanung wird der Bedarf an medizinischem Personal unter rechtlichen, arbeitsorganisatorischen und arbeitsmedizinische Faktoren abgedeckt, wo- durch eine Patientenversorgung zu jedem Zeitpunkt, im klinischen Bereich bedeutet dies 24 Stunden am Tag, gewährleistet sein muss.7 Darüber hinaus haben die erstellten Dienstpläne einen betriebswirtschaftlichen Nutzen. Sie dienen neben der Sicherstellung der Versorgung auch den betriebswirtschaftlichen Auswertungen über den Mitarbeitereinsatz und der Verwaltung der Mehr- und Minderstunden.

Um den reibungslosen Ablauf auf Station, im OP, aber auch anderer Funktionsbereiche gewährleisten zu können, muss für diese Bereiche individuell für jeden Tag geplant wer- den: Die Patientenbelegung der Stationen muss geplant und organisiert, aber auch OP- Pläne und andere Ablaufpläne, wie z.B. für die Endoskopie, die Röntgenabteilung etc. müssen in Abhängigkeit von den zu behandelnden Krankheitsbildern erstellt werden. Zudem müssen die Stationen und die einzelnen Funktionsbereiche Bestellungen z.B. für Büromaterial, Medikamente, Lebensmittel und die Wäscheversorgung durchführen. Diese Aufgaben werden meist von dem medizinischen Personal neben der eigentlichen „Arbeit am Patienten“ durchgeführt.

Nur durch eine gute Organisation und Planung aller Tätigkeiten lässt sich eine effiziente Struktur schaffen, die den Ablauf für das medizinische Personal erleichtert und die es erlaubt, Patientinnen und Patienten kompetent zu betreuen.

Auch aus rechtlicher Sicht ist die Organisation der Tätigkeiten sehr bedeutsam. Der Kran- kenhausträger und die leitenden Ärzte haften über die eigentlichen Behandlungsfehler hin- aus auch für Organisationsfehler. Das medizinische Personal ist verpflichtet, die Behand- lungsabläufe sachgerecht zu organisieren und zu koordinieren und damit die organisato- rischen Voraussetzungen für die gebotene Behandlungsqualität sicherzustellen. Die Orga- nisationspflicht schließt eine Pflicht zur nachfolgenden Erfolgskontrolle ein. Wenn sich die gewählten organisatorischen Vorkehrungen dabei nicht als geeignet und wirksam erweisen, die gewünschten Ziele zu erreichen, müssen weitere Maßnahmen ergriffen werden. Die Rechtsprechung hat die Organisationspflichten des Krankenhausträgers und der leitenden Ärzte durch eine Vielzahl von Entscheidungen konkretisiert.8 Der Verantwortliche haftet im Schadensfall, wenn organisatorische Mängel mit zu der Entstehung des Schadens geführt haben.

[...]


1 Fallpauschalen sind ein Vergütungssystem zur Honorierung vertragsärztlicher Leistungen: Eine Fallpauschale ist ein Pauschalbetrag, mit dem alle ärztlichen Leistungen eines Behandlungsfalls abschließend honoriert werden: § 85 SGB V vom 21. Juli 2004 (BGBl. I S. 1791)

2 Gesetz über die Entgelte für voll- und teilstationäre Krankenhausleistungen vom 23.04.2002 (BGBl. I S. 1412, 1422), zuletzt geändert durch den Artikel 4 des Gesetztes vom 29.08.2005 (BGBl.. l S. 2570)

3 DRG bilden die Grundlage für ein leistungsorientiertes Vergütungssystem für Krankenhausleistungen, mit dem alle Behandlungsfälle nach pauschalierten Preisen vergütet werden und sind im § 17b KHG verankert.

4 o.V.: Großes Wörterbuch Fremdwörter, München: Compact Verlag, 2004, S.288

5 Kugler et. al.: Betriebswirtschaftslehre der Unternehmung, 5. Auflage, Wuppertal: Europa- Lehrmittel Verlag, 1976, S. 13

6 vgl.: o.V.: Großes Wörterbuch Fremdwörter, München: Compact Verlag, 2004, S. 398

7 vgl.: Häber/ Eichstädter/ Haux: Rechnerunterstützte Dienstplanung in der Pflege Internet: http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/fileadmin/pflegebereich/publikationen/dvd_artike1l.pdf, 19.07.2006

8 vgl.: Wienke: Organisationsverschulden in Klinik und Praxis: Ärztliche Standards bei strukturellen und organisatorischen Veränderungen, Internet: http://www.egms.de/en/journals/awmf/2006-3/awmf000076.shtml 31.07.2006

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten

Details

Titel
Wie hoch ist der administrative Aufwand des medizinischen Personals im klinischen Betrieb?
Hochschule
Hochschule Niederrhein in Mönchengladbach
Autor
Jahr
2006
Seiten
25
Katalognummer
V87492
ISBN (eBook)
9783638064941
ISBN (Buch)
9783638954686
Dateigröße
556 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Aufwand, Personals, Betrieb
Arbeit zitieren
Diplom-Gesundheitsökonomin Katja Rosowski (Autor), 2006, Wie hoch ist der administrative Aufwand des medizinischen Personals im klinischen Betrieb?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/87492

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