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Das Spannungsfeld von Tugend und Laster

Die Funktion der Lady Marwood in Lessings bürgerlichem Trauerspiel „Miss Sara Sampson“

Title: Das Spannungsfeld von Tugend und Laster

Seminar Paper , 2007 , 18 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Nora Krämer (Author)

German Studies - Modern German Literature
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„Die Reinheit ist ohne ihr Gegenteil, die Wollust, nicht zu denken.“ Diesem Gedanken zufolge ist das Thema gewählt. „Miss Sara Sampson“ ist ein Trauerspiel, das sich ausschließlich mit dem Thema „Tugend und Laster“ beschäftigt. Lessing wählte die Figur der Sara als Beispiel der Tugend und Lady Marwood als Beispiel des Lasters. Alle Figuren in dem Stück unterliegen dem Spannungsfeld dieser beiden Begriffe. Mellefont unterlag jahrelang den Reizen der verführerischen Marwood, bis er Sara traf und erfuhr, was Liebe ist. Sir William Sampson verlor durch Saras Bruch mit der Tugend seine Tochter und Sara selbst verzweifelte fast an ihrer Tat. Marwood hat damit zu kämpfen, dass sie als das angesehen wird, was sie ist und muss erleben, wie die Tugend über das Laster siegt. Sie verliert ihren Geliebten und somit ihren Lebensinhalt. Das Geschehen gipfelt in einem dramatischen Ende, in der Marwood zum äußersten schreitet und die Tugend in Sara doch noch hervortritt.
Im Folgenden werde ich mich zunächst dem Verständnis der Frau zu Zeiten des Bürgertums und dessen Idealbildern, sowie der Begriffsklärung von Tugend und dessen Verständnis im 18. Jahrhundert, zuwenden. Auch möchte ich den Grundgedanken des bürgerlichen Trauerspiels darstellen, da das Stück nach diesen Gedanken zu analysieren ist. Danach gehe ich auf die Konzeption Lessings ein, dessen Charakterkonzeption ausschlaggebend und signifikant für dieses Stück sind. Hauptsächlich werde ich mich intensiv mit der Figur der Lady Marwood befassen, ihren Charakter untersuchen, ihr Zusammenspiel mit Sara analysieren und ihre Funktion als Kontrastfigur versuchen herausstellen. Aber auch die Figur der Sara und ihre Tugendhaftigkeit wird einen großen Anteil der Untersuchungen ausmachen.
In diesem Zusammenhang entwickeln sich einige Fragen. Ist Marwood wirklich die von Grund auf böse Verführerin, eine allegorische Figur des Lasterhaften? Und Sara der Inbegriff von Tugendhaftigkeit? Wo kreuzen sich ihre Charakterzüge und wo spalten sie sich wieder?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Historischer Kontext

1. Das Frauenbild des 18. Jahrhunderts

2. Der Tugendbegriff im Sinne des Bürgertums

III. „Miss Sara Sampson“

1. Konzeption nach Lessing

1.1. Das bürgerliche Trauerspiel im Sinne Lessings

1.2. Die Konzeption der Charaktere nach Lessing: die „gemischten Gefühle“

2. Marwood und ihre Funktion

2.1. Die Figur “Lady Marwood”

2.2. Marwood und die Tugend

2.3 Das Zusammenspiel mit Sara – das Spannungsfeld von Tugend und Laster

2.4. Marwoods Funktion im Trauerspiel

IV. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert die Funktion der Figur Lady Marwood in Lessings Trauerspiel „Miss Sara Sampson“ und untersucht, wie Lessing durch die Konzeption „gemischter Gefühle“ ein Spannungsfeld zwischen Tugend und Laster konstruiert. Ziel ist es, Marwood als komplexe Kontrastfigur zur tugendhaften Sara zu entschlüsseln und deren psychologische sowie dramaturgische Bedeutung für den Verlauf des Stücks herauszuarbeiten.

  • Das Frauenbild und der Tugendbegriff im 18. Jahrhundert
  • Lessings Theorie des bürgerlichen Trauerspiels
  • Die Psychologie der „gemischten Gefühle“ bei Lessing
  • Die Charakterzeichnung und Funktion der Lady Marwood
  • Die gegenseitige Beeinflussung von Sara und Marwood im dramatischen Kontext

Auszug aus dem Buch

2.1. Die Figur “Lady Marwood”

Der Charakter der Lady Marwood ist gemäß Lessings Anspruch einer Vielzahl von wechselnden Emotionen bestimmt. Er „verschafft [...] seiner Intrigantin ein menschliches Profil, das ihre Taten psychologisch transparent werden lässt.“ Marwood ist keine Personifikation des Lasters, denn sie ist eine empfindungsfähige Person, die durch die Umstände zu dem gemacht wird, was sie letztendlich ist: eine verlassene, um ihre Liebe trauernde Frau, die diesen Zustand nicht hinnehmen möchte und letztendlich von ihren Gefühlen zu dem Mord an Sara getrieben wird. Ihre Gefühle schwanken gemäß der Konzeption Lessings zwischen Unsicherheit und Hoffnung, sowie intrigantem Kalkül, bei dem ihre Rache oberste Priorität hat.

Die Priorität der Leidenschaften gilt fraglos auch für Marwood, die einerseits mit extremer Verstandeskälte zu den verschiedensten Maskierungen greift und Emotionen nur vorschützt, andererseits aber selbst das Opfer ihrer Affekte ist.

Zu Beginn des Trauerspiels, geht die Beschreibung der Person der Marwood fast ausschließlich von Mellefont aus. In ihrem Gespräch, in dem Marwood zunächst noch auf Mellefonts Rückkehr hofft, bringt er eindeutig negative Adjektive mit ihrem Namen in Verbindung. Er bezeichnet sie als „wollüstig“, „barbarisch“ und gefährlich“. Sie wird als die kaltblütige Nebenbuhlerin entlarvt, die alles versucht, ihr verlorenes Glück wiederzuerlangen. Denn ohne ihn ist sie „arm, verachtet, ohne Ehre und ohne Freunde“. Doch Mellefont bezeichnet Marwood als eine Schlange, die ihn mit ihren verführerischen Blicken noch immer in die Gefahr bringen kann, ihr wieder zu verfallen. Er gibt ihr zu verstehen, dass er ihr überdrüssig geworden ist und in Sara nun die wahre Liebe entdeckt hat. Denn die Beziehung zu Marwood, ging für ihn niemals weiter als physisches Verlangen. Ob dies der Wahrheit entspricht, ist nicht klar zu erkennen, denn nach einer zehnjährigen Verbindung der beiden, können sich seine Gefühle auch nur geändert haben und sagt dies nur aus entstandenem Hass. Trotz allem ist er sich sicher, in Sara die wahre Liebe gefunden zu haben.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Einführung in das Thema „Tugend und Laster“ in Lessings „Miss Sara Sampson“ und Formulierung der zentralen Forschungsfragen.

II. Historischer Kontext: Erörterung der gesellschaftlichen Rollenbilder für Frauen und der bürgerlichen Definition von Tugend im 18. Jahrhundert.

III. „Miss Sara Sampson“: Umfassende Analyse der dramaturgischen Konzeption Lessings, der Charakteristik von Marwood und Sara sowie deren wechselseitiger Wirkung.

IV. Schluss: Zusammenfassung der Erkenntnisse, die Marwood als ambivalente und dramaturgisch notwendige Kontrastfigur bestätigen.

Schlüsselwörter

Miss Sara Sampson, Gotthold Ephraim Lessing, bürgerliches Trauerspiel, Tugend, Laster, Lady Marwood, gemischte Gefühle, Aufklärung, Frauenbild, Empfindsamkeit, Kontrastfigur, Mitleid, Charakterkonzeption, Moral, Affektpsychologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen den gegensätzlichen Figuren Lady Marwood und Miss Sara Sampson in Lessings gleichnamigem Trauerspiel.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind das bürgerliche Trauerspiel, die Rolle der Frau im 18. Jahrhundert, die Definition von Tugend und die dramaturgische Funktion von Kontrastfiguren.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Es soll analysiert werden, wie Lessing durch seine Konzeption „gemischter Gefühle“ ein moralisches Spannungsfeld aufbaut, in dem Lady Marwood mehr als nur eine rein „böse“ Antagonistin fungiert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Text des Trauerspiels im Kontext der zeitgenössischen Aufklärungstheorien und Charakterkonzeptionen Lessings interpretiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des historischen Kontextes, die Analyse von Lessings dramatischer Theorie und die tiefgehende Charakterstudie der Hauptfiguren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Tugend, Laster, Empfindsamkeit, gemischte Gefühle und Lessings bürgerliches Trauerspiel bestimmt.

Wie unterscheidet sich Marwoods Tugendverständnis von dem der anderen Figuren?

Marwood betrachtet Tugend und Moral als gesellschaftliche Etikette des Adels, während die bürgerlichen Figuren das Tugendideal verinnerlicht haben und unter dessen Bruch leiden.

Warum spielt die Begegnung von Marwood und Sara eine so entscheidende Rolle?

Diese Szene markiert den dramatischen Höhepunkt, da sie die Konfrontation der Rivalinnen erzwingt und Sara zur Selbsterkenntnis sowie zur Auflösung des moralischen Spannungsfeldes führt.

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Details

Title
Das Spannungsfeld von Tugend und Laster
Subtitle
Die Funktion der Lady Marwood in Lessings bürgerlichem Trauerspiel „Miss Sara Sampson“
College
University of Cologne
Course
Frauenbilder
Grade
1,7
Author
Nora Krämer (Author)
Publication Year
2007
Pages
18
Catalog Number
V87516
ISBN (eBook)
9783638019316
ISBN (Book)
9783638923729
Language
German
Tags
Spannungsfeld Tugend Laster Frauenbilder
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nora Krämer (Author), 2007, Das Spannungsfeld von Tugend und Laster, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/87516
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