Die Religion des Volkes Israels ist das Judentum. Ebenso ist das Judentum eine Bezeichnung der religiösen und ethnischen Gruppen, die zu diesem Volk gehören. Das Judentum ist die älteste monotheistische Religion aus dem auch Christentum und Islam hervorgingen. Als jüdische Selbstbezeichnung kam der Begriff nach dem babylonischen Exil auf, nachdem sich bis zu diesem Zeitpunkt das Volk Israel selbst Israeliten genannt hatte. Allerdings existieren die Begriffe Judentum und Religion im Althebräischen nicht. Die Juden sprechen von der Torah, dem von Gott ( Jahve ) offenbarten Gesetz, welches Weisungen und Unterweisungen enthält. Es ist ein Leitfaden zur Lebensführung.
Unter den Juden lassen sich unzählige Bestandteile verschiedenster Rassen nachweisen. Es gibt kaukasische, negroide und japanische Juden. Einen unaufhörlichen Zustrom mannigfaltigster rassischer Gruppen hat es vom frühesten Beginn der jüdischen Geschichte an gegeben. Nun aber stellt sich die Frage, wer oder was sind die Juden dann? Das jüdische Volk wird in der Bibel als eine „Hausgemeinschaft“ oder das Haus Israels bezeichnet. Nur in einer „Hausgemeinschaft“ bildet sich eine eigentümliche Atmosphäre heraus. Sie kommt zustande durch die Liebe ihrer Angehörigen zueinander, durch die Erfahrungen, die sie gemeinsam machten und noch machen werden, durch die ihnen gemeinsame Überlieferung, die jeden Einzelnen von ihnen prägte. Der Geist dieser Atmosphäre umgreift nicht nur alle die innerhalb der Familienwohnstatt leben, sondern auch die, die es in die Fremde verschlug oder jene, die sich erst später der Gemeinschaft anschlossen. Auf eine bestimmte, allen ihren Mitgliedern gemeinsame Art bringt jede Familie diesen Geist in Sitten und Bräuchen zum Ausdruck.
Aus diesem Grund erscheint es mir wichtig, näher auf den Zusammenhalt des jüdischen Volkes einzugehen. Deshalb werde ich mich im Folgenden speziell zu der Thematik jüdische Feste und Bräuche widmen.
Gliederung
I. Einleitung
II. Feste und Bräuche im Judentum
1. Sinn jüdischer Feste
2. Der jüdische Kalender
2.1. Sukkot ( Das Laubhüttenfest )
2.2. Rosch ha – Schanah ( Neujahr )
2.3. Chanukka ( Tempelweihe, Lichterfest )
3. Häusliche Feiern der Juden
3.1. Sabbat
3.2. Passafeier, Passafest ( Pessach )
III. Schlussteil
1. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den zentralen Stellenwert von Festen und religiösen Bräuchen für den Zusammenhalt des jüdischen Volkes. Die Forschungsfrage widmet sich dabei der Bedeutung dieser Riten als Ausdruck einer "Hausgemeinschaft" und der damit verbundenen lebendigen Überlieferung.
- Der Sinn und die religiöse Bedeutung jüdischer Feste.
- Die Struktur und Funktionsweise des jüdischen Kalenders.
- Die gottesdienstliche Gestaltung und Bedeutung öffentlicher Feste wie Sukkot, Rosch ha-Schanah und Chanukka.
- Die zentrale Rolle häuslicher Feiern, insbesondere des Sabbats und des Pessachfestes.
- Die Vermittlung historischen Erbes an nachfolgende Generationen durch rituelle Handlungen.
Auszug aus dem Buch
2.1. Sukkot ( Das Laubhüttenfest )
Das Laubhüttenfest hat seinen Namen von den Laubhütten (= Sukkot ). In diesen verbringen fromme Juden in der Festwoche viele Stunden, einerseits zum Torahstudium, anderseits zu den Mahlzeiten. Am Vollmond des Herbstmonats Tischri beginnt das Fest.
Die lange Geschichte von diesem Fest reicht bis in die biblische Zeit. Wahrscheinlich ist es das älteste Fest der Juden. Es wurde von den Kanaanitern als herbstliches Erntefest übernommen, welche vor den Juden in Palästina lebten.
Da das Laubhüttenfest zunächst ein Erntefest ist, wird es gefeiert wenn alle Feldfrüchte eingebracht sind. Zu diesem Fest wird ein Feststrauß verwendet, welcher aus einem Palmenzweig, zwei Weidenzweigen, drei Myrtenzweigen und dem Etrog besteht. Etrog ist eine Zitrusfrucht, welche auch Paradies – oder Adamsapfel bezeichnet wird. Damit zieht man zu den Gottesdiensten durch die Synagoge. Am siebenten Tage geschieht dies siebenmal zur Erinnerung an die Eroberung Jerichos.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Diese Einführung beleuchtet das Judentum als monotheistische Religion und definiert das jüdische Volk als "Hausgemeinschaft", deren Zusammenhalt durch Sitten und Bräuche gestärkt wird.
II. Feste und Bräuche im Judentum: Dieser Hauptteil analysiert den Sinn jüdischer Feste im Jahresrhythmus, den Aufbau des jüdischen Kalenders sowie spezifische Feiertage und deren rituelle Ausgestaltung.
1. Sinn jüdischer Feste: Hier wird erläutert, wie jüdische Feste als Momente der Besinnung und der Erinnerung an die geschichtliche Befreiung des Volkes sowie an die Naturzyklen dienen.
2. Der jüdische Kalender: Dieses Kapitel beschreibt die Zählweise der Jahre ab der Schöpfung sowie die Anpassung des Mondjahres an das Sonnenjahr durch Schaltmonate.
2.1. Sukkot ( Das Laubhüttenfest ): Das Kapitel widmet sich dem ältesten Erntefest, den Regeln zum Bau der Laubhütte und der Bedeutung des Feststraußes.
2.2. Rosch ha – Schanah ( Neujahr ): Die Beschreibung fokussiert sich auf das Neujahrsfest als Tag des Bekenntnisses und die symbolische Bedeutung des Schofars.
2.3. Chanukka ( Tempelweihe, Lichterfest ): Dieses Kapitel behandelt den Sieg der Makkabäer, die Reinigung des Tempels und die Tradition des achtarmigen Leuchters.
3. Häusliche Feiern der Juden: Hier wird die Verknüpfung von synagogalem Gottesdienst und häuslicher religiöser Praxis als charakteristisches Element jüdischen Lebens hervorgehoben.
3.1. Sabbat: Der Fokus liegt auf dem wöchentlichen Ruhetag, den Vorbereitungen durch die Frau und dem Familienmahl mit Wein und Challah.
3.2. Passafeier, Passafest ( Pessach ): Dieses Kapitel beschreibt das Gedenken an den Auszug aus Ägypten und die Bedeutung des Sederabends als pädagogisches Instrument zur Vermittlung des historischen Erbes.
III. Schlussteil: Der Schlussteil reflektiert die Bedeutung der religiösen Praxis als Verankerung des Individuums in einer geistigen Ordnung und Beziehung zu Gott.
1. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass das Judentum durch das Erleben und Feiern eine lebendige Kontinuität und Vertrautheit mit der Geschichte und dem göttlichen Willen schafft.
Schlüsselwörter
Judentum, Jüdische Feste, Bräuche, Torah, Sukkot, Rosch ha-Schanah, Chanukka, Sabbat, Pessach, Kalender, Hausgemeinschaft, Religionswissenschaft, Ritus, Schofar, Sederabend
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Bedeutung von jüdischen Festen und Bräuchen als Ausdruck der religiösen Identität und als Mittel, den Zusammenhalt des jüdischen Volkes zu bewahren.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Arbeit deckt den jüdischen Kalender, die religiöse Bedeutung von Festtagen sowie die gottesdienstliche Gestaltung im privaten familiären Bereich ab.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie jüdische Feste und Traditionen den Einzelnen in eine "Hausgemeinschaft" einbinden und eine unmittelbare Beziehung zur religiösen Geschichte und zum Göttlichen ermöglichen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine religionswissenschaftliche Ausarbeitung, die auf der Analyse von Literatur und den rituellen Gegebenheiten des Judentums basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des jüdischen Kalenders, öffentliche Feiertage wie das Laubhüttenfest und das Lichterfest sowie häusliche Riten wie den Sabbat und das Pessachfest.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Judentum, Festkultur, Ritus, Sabbat, Pessach und die Bedeutung der Tradition für die Weitergabe des Glaubens an nachfolgende Generationen.
Warum spielt die Unterscheidung zwischen dem bürgerlichen und dem religiösen Jahr eine Rolle?
Die Unterscheidung verdeutlicht die unterschiedlichen Schwerpunkte: Das bürgerliche Jahr beginnt im Herbst mit der Besinnung und Ernte, während das religiöse Jahr im Frühjahr mit dem Pessachfest die Befreiung und Volkwerdung in den Mittelpunkt stellt.
Welche Funktion hat das Schofar bei Rosch ha-Schanah?
Das Schofar, ein Widderhorn, dient als archaisches Signal zur Sammlung der Zerstreuten und als Aufruf zu sozialer Freiheit und moralischer Erneuerung vor Gott.
Wie wird das historische Erbe während der Pessachnacht vermittelt?
Das Mahl ist stark pädagogisch geprägt; durch spezielle Speisesymbole auf dem Seder-Teller werden Fragen angeregt, die es der älteren Generation ermöglichen, die Geschichte des Auszugs aus Ägypten an die Kinder weiterzugeben.
- Citation du texte
- Anja Pöche (Auteur), 2004, Jüdische Feste und Bräuche, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/87535