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Das Gefühl des Neids

die Blickwinkel des Genetikers John Medina und der Psychologen Christophe André und François Lelord im Vergleich

Title: Das Gefühl des Neids

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 21 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Silke Wellnitz (Author)

Sociology - Miscellaneous
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In meiner Arbeit konzentriere ich mich auf einen Aspekt aus John Medinas Am Tor zur Hölle. Die Biologie der sieben Todsünden (Originaltitel: The Genetic Inferno: Inside the Seven Deadly Sins). Medina, Forscher auf dem Gebiet der Genetik, beleuchtet darin 2002 die so genannten sieben Todsünden Wollust, Völlerei, Geiz, Trägheit, Zorn, Neid und Hochmut auf ihren biologischen Hintergrund. Auslöser, wie er im Vorwort schreibt, ist für ihn die Geburt seines Sohnes und die Frage nach der genetischen Ähnlichkeit zu seinen Eltern in Neigungen und Eigenschaften. „Was ist überhaupt erblich? Würde sich seine Veranlagung als ebenso genetisch erweisen wie das gegenwärtige Kobaltblau seiner Augen?“ (Medina 2002: 10) Medina begibt sich auf „Suche nach der biologischen Grundlage menschlichen Verhaltens“ (Medina 2002: 11).
Aufgebaut sind die einzelnen Kapitel nach einem durchgehenden Schema. Jedem Kapitel stellt der Genetiker ein Zitat aus Dante Aligheris Göttlichen Komödie voran. Auch im Text finden sich zahlreiche Zitate dieses Werkes, ebenso Anekdoten aus dem mittelalterlichen Leben im 13. und 14. Jahrhundert und auch viele Abbildungen. Die Kapitel beginnen mit einer Einführung durch einen fiktiven Mediävistik-Professor, der die zum biologischen Thema adäquate Stelle aus der Göttlichen Komödie erläutert. Im Anschluss wird auf die „Gene und biochemischen Substanzen, die an bestimmten Verhaltensweisen beteiligt sind“ (Medina 2002: 12) eingegangen. Darauf folgt ein Abschnitt zur Debatte, „ob ein Geist – und somit ein Mensch – mehr ist als die Summe seiner neurologischen Teile“ (ebd.). Es wird dabei von einem Arbeitsmodell ausgegangen, dass jedes Gefühl in zwei Komponenten aufteilt: das neuronale System und das Bewusstsein, wobei die Bestimmung dessen, was wir Bewusstsein nennen, nur schwer festzulegen ist. In den Kapiteln wird untersucht, welche Bestandteile unser Bild vom Bewusstsein prägen und „was dies möglicherweise über die Biologie der jeweils betrachteten Emotion verrät“ (Medina 2002: 13).

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zur Einführung von John Medinas Am Tor zur Hölle. Die Biologie der sieben Todsünden

2.1. Problematik des Standes der Forschung

2.2. Problematik des Einflusses der Kultur

2.3. Ausbildung eines Arbeitsmodells

2.3.1. Systematische Voraussetzungen

2.3.2. Die biologischen Grundlagen

3. Aus John Medinas Am Tor zur Hölle. Die Biologie der sieben Todsünden: Der biologische Hintergrund des Gefühls „Neid“

4. Neid aus psychologischer Sicht: Christophe Andrés und François Lelords Die Macht der Emotionen und wie sie unseren Alltag bestimmen

4.1. Hypothesen über Emotionen

4.2. Neid

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Gefühl des Neids aus zwei kontrastierenden wissenschaftlichen Perspektiven: Während John Medina die biologischen und genetischen Ursprünge und Zusammenhänge mit Depressionen beleuchtet, analysieren Christophe André und François Lelord Neid als universelle, psychologische Emotion und soziale Dynamik.

  • Biologische Fundierung von Emotionen
  • Die Rolle der Kultur bei der Gestaltung menschlichen Verhaltens
  • Neid als Auslöser oder Symptom klinischer Depression
  • Psychologische Typologien und Funktionen von Neid
  • Evolutionäre Perspektiven auf menschliche Gefühle

Auszug aus dem Buch

3. Aus John Medinas Am Tor zur Hölle. Die Biologie der sieben Todsünden: Der biologische Hintergrund des Gefühls „Neid“

Medina greift zu Anfang eines seiner Grundprobleme auf: wie soll man die Biologie des Neides darstellen? „Das Problem ist deshalb unüberwindlich, weil noch niemand ein Gen isoliert hat, das für menschliche Missgunst verantwortlich ist“ (Medina 2002: 269). Auch konnte keine Hirnregion ausgemacht werden, die allein auf das Gefühl von Neid reagiert. Es gibt Ansätze, den Neid evolutionär zu erklären, aber sie „erklären […] nicht jene Aspekte der Missgunst, die man nur mit viel Fantasie mit der Fruchtbarkeit in Verbindung bringen kann“ (ebd.). Allerdings ist unbestreitbar, dass Neid als starke Emotion zum menschlichen Wesen gehört. Den Mangel an biologischer Grundlage erklärt der Forscher mit zwei Ansätzen: die Technik, auf Neid spezialisierte Emotionssysteme sichtbar zu machen, fehlt noch, oder aber es gibt ein solches Emotionssystem gar nicht. „Vielleicht ist Neid lediglich ein Versuch des Menschen, subjektive Gefühle zu kategorisieren, die überhaupt keine biologische Entsprechung haben“ (Medina 2002: 270). Dies würde bedeuten, man müsste nach dem biologischen Ursprung suchen und dann die Psychologie mit einbeziehen, welche dieses Phänomen erklären könnte (vgl. ebd.).

Die Psychologie geht davon aus, dass Neid als Gefühl der Unzufriedenheit aufgrund des Wunsches nach Besitz oder Fähigkeiten anderer, mit vier verschiedenen Verhaltensgruppen in Berührung steht: dem Verhalten bei sexuellem Verlangen, dem Angstverhalten, Gefühlen von Aggression und dem, was Psychiater als Depression bezeichnen (vgl. Medina 2002: 270f.). Bei Letzterem handelt es sich laut Medina um „eine menschliche Reaktion auf erfolglose Bemühungen im Kampf ums Überleben“ (ebd.). Weil Depressionen ausgelöst werden durch Mechanismen, die evolutionär angelegt sind zum Schutz in akuten Gefahrensituationen, und schädlich werden, wenn sie lange Zeit wirken, liegt die Verbindung zum Neid auf der Hand: „was könnte schädlicher sein als unerfüllte, chronische Sehnsüchte“ (Medina 2002: 271)?

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Fragestellung ein, wie das Gefühl des Neids durch den Genetiker John Medina und die Psychologen André/Lelord unterschiedlich interpretiert wird.

2. Zur Einführung von John Medinas Am Tor zur Hölle. Die Biologie der sieben Todsünden: Dieses Kapitel erläutert die methodischen Herausforderungen der Hirnforschung und die Bedeutung von Genetik und Kultur für menschliches Verhalten.

3. Aus John Medinas Am Tor zur Hölle. Die Biologie der sieben Todsünden: Der biologische Hintergrund des Gefühls „Neid“: Hier wird untersucht, inwiefern Neid biologisch mit Depressionen verknüpft ist, unter anderem durch das HHN-System und Neurotransmitter.

4. Neid aus psychologischer Sicht: Christophe Andrés und François Lelords Die Macht der Emotionen und wie sie unseren Alltag bestimmen: Dieses Kapitel analysiert Emotionen als soziale Rollen und unterscheidet verschiedene Formen des Neids, wie depressiven, feindseligen und bewundernden Neid.

5. Fazit: Die Arbeit fasst die Perspektiven zusammen und schließt mit einer persönlichen Reflexion über den Nutzen der verschiedenen Forschungsansätze.

Schlüsselwörter

Neid, Genetik, Psychologie, Depression, Hirnforschung, Evolution, Kultur, Emotionen, Serotonin, Noradrenalin, Biologie, Verhalten, Diathese-Stress-Theorie, Gehirn, Menschliches Verhalten.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?

Die Arbeit vergleicht zwei unterschiedliche wissenschaftliche Sichtweisen auf das Phänomen Neid: den biologisch-genetischen Ansatz von John Medina und die psychologische Perspektive von Christophe André und François Lelord.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die biologischen Grundlagen von Emotionen, die Rolle des Gehirns als Überlebensorgan, die Entstehung von Depressionen sowie die psychologischen Funktionen und sozialen Aspekte von Neid.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den Ursprung des Neids zu ergründen, zu klären, ob Neid ein biologisches Fundament besitzt oder ein erlerntes soziales Phänomen ist, und die Schnittstellen zu psychischen Erkrankungen wie Depressionen aufzuzeigen.

Welche wissenschaftlichen Methoden finden Anwendung?

Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse zweier fachwissenschaftlicher Bücher, wobei biologische Forschungsergebnisse und psychologische Theorien gegenübergestellt und kritisch gewürdigt werden.

Was steht im Hauptteil der Arbeit im Vordergrund?

Der Hauptteil analysiert Medinas neurobiologische Erklärungsmodelle – insbesondere die Verbindung zwischen Neid, Stress und Depression – und kontrastiert diese mit den psychologischen Hypothesen von André und Lelord, die Neid als soziale und universelle Emotion einordnen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie biologischer Determinismus, neuronale Plastizität, psychologische Typologien von Neid sowie die Wechselwirkung von Genetik und Umwelt geprägt.

Inwiefern korreliert Neid laut der Arbeit mit Depressionen?

Medina betrachtet chronischen Neid als einen potenziellen Stressfaktor, der über biologische Mechanismen wie das hyperaktive HHN-System oder Störungen bei Neurotransmittern zur Auslösung einer depressiven Erkrankung beitragen kann.

Welche verschiedenen Arten von Neid werden psychologisch unterschieden?

Die Arbeit identifiziert drei Hauptformen: den depressiven Neid (Gefühl des Mangels), den feindseligen Neid (Aggression gegen den Rivalen) und den bewundernden Neid (Ansporn zu gesundem Wetteifer).

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Details

Title
Das Gefühl des Neids
Subtitle
die Blickwinkel des Genetikers John Medina und der Psychologen Christophe André und François Lelord im Vergleich
College
Free University of Berlin  (Institut für Souiologie)
Course
Wer oder was bestimmt unser Verhalten?
Grade
1,0
Author
Silke Wellnitz (Author)
Publication Year
2006
Pages
21
Catalog Number
V87543
ISBN (eBook)
9783638022590
Language
German
Tags
Gefühl Neids Verhalten
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Silke Wellnitz (Author), 2006, Das Gefühl des Neids, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/87543
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