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Lessings Auseinandersetzung mit dem Mitleidsbegriff

Título: Lessings Auseinandersetzung mit dem Mitleidsbegriff

Trabajo , 2005 , 27 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: Silke Wellnitz (Autor)

Filología alemana - Literatura alemana moderna
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Im Laufe der Zeit haben sich Bedeutung und Stellenwert des Mitleids stetig gewandelt, es gab Positionen für und wider das Mitleid. Ich möchte im ersten Kapitel einen kurzen Überblick über verschiedene Deutungsweisen geben, wobei ich in diesem Rahmen nur an der Oberfläche kratzen kann. Der Überblick soll dazu dienen, sich einfacher in die Denksituation Lessings und seiner Zeitgenossen hinein versetzen zu können. Eine eingehende Beschäftigung mit der Affekten- und Erkenntnislehre nach Wolff, Baumgarten oder Leibniz, die in diese Thematik sicherlich mit hineinspielt, muss in dem Rahmen einer Seminararbeit außen vor bleiben.
Ich habe mich für eine chronologische Darstellung entschieden, obwohl sich sicherlich auch eine systematische nach Kategorien wie „pro Affekt“ und „pro Vernunft“ oder ähnliches angeboten hätte. Da ich Lessings Mitleidstheorie und die Rolle in seiner Tragödientheorie als Teil einer Diskussion und Entwicklung verschiedener Standpunkte betrachten möchte, scheint mir die Veranschaulichung der chronologischen Abfolge eine bessere Wahl.
Von der aristotelischen Deutungsweise wird in einem späteren Abschnitt nochmals die Rede sein, wenn ich auf Lessings Auseinandersetzung mit der Trauerspieltheorie des Aristoteles eingehe. Im ersten Kapitel wird sie der Vollständigkeit halber schon angesprochen, aufgrund ihrer Relevanz für Lessing aber dann nochmals im Zusammenhang mit der Tragödientheorie ausführlicher aufgegriffen.
Aspekte wie die von Käte Hamburger in Das Mitleid problematisierte Menschen- und Nächstenliebe konnten im Rahmen einer Seminararbeit leider nicht mit aufgenommen werden.
Dem Mitleidsbegriff bei Rousseau werde ich ein eigenes Kapitel widmen, welches sich – historisch und thematisch – direkt an das vorherige anschließt. Es soll verdeutlicht werden, welches Menschenbild im Discours vorausgesetzt wird und welche Relevanz dem Mitleid in der Gesellschaft zugesprochen wird. So wird es mir möglich sein, den Einfluss auf Lessings Mitleidsbegriff und seine zugedachte Aufgabe in der Tragödie besser einzuschätzen.In dem Absatz über den Briefwechsel über das Trauerspiel aus den Jahren 1756/1757 mit Mendelssohn und Nicolai wird Lessings neuartige Sicht auf die Theorie der Tragödie nachvollziehbar.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1.: Einleitung

2.: Vom Mitleidsbegriff

2.1.: Vom Mitleidsbegriff von Platon bis David Hume

2.2.: Vom Mitleidsbegriff bei Jean-Jacques Rousseau

3.: Vom Nutzen des Mitleids in der Tragödie

3.1.: Die Kontroverse zwischen Lessing und Mendelssohn über den Mitleidsbegriff Rousseaus

3.2.: Briefwechsel mit Mendelssohn und Nicolai über das Trauerspiel

3.3.: Lessings Positionierung zum Mitleidsbegriff in der Tragödientheorie von Aristoteles in der Hamburgischen Dramaturgie

4.: Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die zentrale Bedeutung des Mitleidsbegriffs in Gotthold Ephraim Lessings Tragödientheorie. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie Lessing den Begriff des Mitleids im Kontext zeitgenössischer philosophischer Debatten – insbesondere unter Einfluss von Rousseau, Mendelssohn und der aristotelischen Tradition – umdeutet, um das Trauerspiel als moralische Anstalt zur Besserung der Menschen zu etablieren.

  • Historische Herleitung des Mitleidsbegriffs von der Antike bis zum 18. Jahrhundert
  • Analyse des rousseauschen Menschenbildes und dessen Einfluss auf Lessing
  • Untersuchung des Briefwechsels zwischen Lessing, Mendelssohn und Nicolai
  • Kritische Auseinandersetzung mit der aristotelischen Tragödientheorie im Lichte der Hamburgischen Dramaturgie
  • Beurteilung des Mitleids als primärer Affekt zur moralischen Erziehung

Auszug aus dem Buch

2.1.: Vom Mitleidsbegriff von Platon bis David Hume

Wie in der Einleitung beschrieben, widmet sich dieser Abschnitt verschiedenen Auffassungen des Mitleidsbegriffs bis zur Zeit Lessings.

Der Begriff Mitleid lässt sich unter unterschiedlichen Komponenten betrachten. Zum einen ist für meine Untersuchung der rhetorische und dramaturgische Aspekt von Bedeutung, zum anderen spielt natürlich die ethische Auslegung eine große Rolle. Ich werde versuchen, beiden Seiten gerecht zu werden.

In der antiken Philosophie wurde die Empfindung Mitleid nicht als uneingeschränkt positiv gewertet. Einerseits wird sie in der Rhetorik des Aristoteles (*384 v. Chr. Stageira/Makedonien, † 322 v. Chr. Chalkis/Euböa) „zu den wesentlichen Bestandteilen der Rede- und der Schauspielkunst“ gerechnet. Er deutet Mitleid „nach landläufiger Definition [als] ein gewisses Schmerzgefühl über ein in die Augen fallendes, vernichtendes oder schmerzbringendes Übel, das jemanden trifft, der nicht verdient, es zu erleiden, das man auch für sich selbst oder einen der unsrigen zu erleiden erwarten muß [...]“. Das beinhaltet, dass dem Mitleid eine „elementare menschliche Erfahrung“ zugrunde liegen muss, um nachvollziehbar zu sein, und darüber hinaus auch die Möglichkeit gegeben sein muss, dass das Übel jedem selbst auch widerfahren kann. Ulrich Kronauer spricht in seinen Ausführungen Vom Mitleid. Die heilende Kraft von der „Nähe des Leids“. Aristoteles behauptet: „Da aber Leiden, die uns nahe erscheinen, Mitleid erregend sind, [...] so folgt daraus notwendig, daß die, die durch Mimik, Stimme und Sinneseindruck und überhaupt durch die Kunst der Darstellung den Eindruck verstärken, in größerem Maße mitleiderregend sind – denn indem sie das Übel uns vor Augen führen, bewirken sie, daß es uns nahe erscheint“.

Zusammenfassung der Kapitel

1.: Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik des Mitleidsbegriffs ein und umreißt die Rolle des Mitleids in Lessings Tragödientheorie sowie die methodische Vorgehensweise der Arbeit.

2.: Vom Mitleidsbegriff: Dieses Kapitel gibt einen chronologischen Überblick über die philosophische Entwicklung des Mitleidsbegriffs von der Antike über Spinoza und Mandeville bis hin zu Hutcheson und Hume.

2.1.: Vom Mitleidsbegriff von Platon bis David Hume: Ein detaillierter Abriss über die verschiedenen antiken und frühneuzeitlichen Bewertungen des Mitleids als Schwäche oder notwendige soziale Tugend.

2.2.: Vom Mitleidsbegriff bei Jean-Jacques Rousseau: Analyse des rousseauschen Mitleidsverständnisses, das den Menschen in seiner natürlichen Güte betrachtet und Mitleid als Grundlage sozialer Tugenden sieht.

3.: Vom Nutzen des Mitleids in der Tragödie: Untersuchung der theaterästhetischen Debatte über die Funktion des Trauerspiels im 18. Jahrhundert.

3.1.: Die Kontroverse zwischen Lessing und Mendelssohn über den Mitleidsbegriff Rousseaus: Darstellung der Dispute zwischen Lessing und Mendelssohn bezüglich der Wertung von Rousseaus Menschenbild und Mitleidsethik.

3.2.: Briefwechsel mit Mendelssohn und Nicolai über das Trauerspiel: Analyse des Briefwechsels der drei Freunde, in dem Lessing das Mitleid als zentrales Mittel zur moralischen Besserung des Publikums verteidigt.

3.3.: Lessings Positionierung zum Mitleidsbegriff in der Tragödientheorie von Aristoteles in der Hamburgischen Dramaturgie: Untersuchung der Auseinandersetzung Lessings mit der aristotelischen Poetik und seine eigene, neuartige Interpretation der Tragödie.

4.: Fazit: Das Fazit führt die Ergebnisse zusammen und bestätigt Lessings konsequente Fokussierung auf das Mitleid als moralisch bildendes Werkzeug.

Schlüsselwörter

Lessing, Mitleid, Tragödientheorie, Rousseau, Mendelssohn, Aristoteles, Hamburgische Dramaturgie, Trauerspiel, Aufklärung, Mitleidsethik, Affektlehre, Moral, Nacheiferung, Bewunderung, Menschlichkeit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Seminararbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, welche Rolle der Begriff des Mitleids in Gotthold Ephraim Lessings Theorie des Trauerspiels einnimmt und wie Lessing dieses Gefühl nutzt, um das Theater als moralische Anstalt zu definieren.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Arbeit behandelt die philosophische Geschichte des Mitleids, den Einfluss von Jean-Jacques Rousseau auf das Denken der Aufklärung sowie den Briefwechsel zwischen Lessing, Moses Mendelssohn und Friedrich Nicolai zur Bestimmung des Zwecks der Tragödie.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, nachzuweisen, wie Lessing das Mitleid von einem bloßen Affekt zu einem notwendigen Instrument der moralischen Erziehung umfunktioniert und damit einen Gegenentwurf zur aristotelischen Reinigung (Katharsis) schafft.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit folgt einer chronologischen Darstellung, die philosophische und dramaturgische Standpunkte analysiert und Lessings Positionen anhand seiner Korrespondenzen und der Hamburgischen Dramaturgie kontextualisiert.

Was steht im Hauptteil der Arbeit im Fokus?

Der Hauptteil konzentriert sich auf die theoretische Herleitung des Mitleidsbegriffs sowie auf die konkrete Auseinandersetzung Lessings mit seinen Zeitgenossen hinsichtlich der Zweckbestimmung der Tragödie.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Mitleid, Lessing, Rousseau, Hamburgische Dramaturgie, Trauerspiel, Moral und Affektsteuerung.

Wie unterscheidet Lessing das Mitleid von anderen Leidenschaften?

Lessing ordnet Mitleid als primären Affekt ein, der im Gegensatz zu Schrecken oder Bewunderung eine direkte, unmittelbare Wirkung auf die moralische Disposition des Zuschauers ausübt.

Welche Rolle spielt die aristotelische Theorie in Lessings Überlegungen?

Lessing nutzt Aristoteles als Basis, distanziert sich jedoch von einer dogmatischen Auslegung und interpretiert die Wirkung der Tragödie nicht als Reinigung (Katharsis), sondern als Stärkung der menschlichen Mitleidsfähigkeit.

Warum lehnte Mendelssohn Lessings Fokus auf das Mitleid teilweise ab?

Mendelssohn sah in der Bewunderung das stärkere Mittel zur moralischen Bildung, da sie zur Nacheiferung ansporne, während er das Mitleid als unzuverlässige und irrationale Regung kritisch hinterfragte.

Final del extracto de 27 páginas  - subir

Detalles

Título
Lessings Auseinandersetzung mit dem Mitleidsbegriff
Universidad
University of Potsdam  (Institut für Germanistik)
Curso
Lessing über Fabel, Epigramm Sinngedicht und andere literarische Gattungen
Calificación
1,3
Autor
Silke Wellnitz (Autor)
Año de publicación
2005
Páginas
27
No. de catálogo
V87550
ISBN (Ebook)
9783638022620
Idioma
Alemán
Etiqueta
Lessings Auseinandersetzung Mitleidsbegriff Lessing Fabel Epigramm Sinngedicht Gattungen
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Silke Wellnitz (Autor), 2005, Lessings Auseinandersetzung mit dem Mitleidsbegriff, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/87550
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