Obwohl das "Web 2.0" in erster Linie ein soziokulturelles Phänomen sein dürfte, hat es doch eine wichtige neue Trägertechnologie mit sich gebracht: Ajax. Ajax ist ein Akronym für „Asynchronous JavaScript and XML“. Das Wort „asynchron“ deutet an, um was es geht: Webseiten soll es damit möglich werden, auch nach dem Abruf und damit während der Anzeige im Browser noch Daten mit dem Server auszutauschen, so dass sich die Web-Anwendung dem „Look and Feel“ einer Desktop-Anwendung annähern.
Die vorliegende Arbeit behandelt zunächst die Ajax zugrunde liegenden Techniken und erklärt die Funktionsweise. Im ausführlichen praxisorientierten Teil wird gezeigt, wie in eine bestehende Web-Datenbank-Anwendung nachträglich Ajax-Elemente eingefügt werden können, um eine höhere Benutzerfreundlichkeit zu erzielen. Dabei findet das relativ unbekannte, sich jedoch an existierenden Standards orientierende Framework "Taconite" Verwendung. Schließlich werden die aufgetretenen Probleme reflektiert, insbesondere beziehen diese sich auf unterschiedliche Verhaltensweise von Browsern und Zeichensatzprobleme.
Der Einsatz von Ajax kann die Usability einer Web-Anwendung maßgeblich steigern. Es muss jedoch bedacht werden, dass bei öffentlich zugänglichen Anwendungen auch herkömmliche Zugriffsmöglichkeiten bestehen müssen, da nicht alle User einer solchen Software über einen hinreichend aktuellen Browser mit JavaScript verfügen und da die Barrierefreiheit durch Ajax möglicherweise eingeschränkt wird.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Normale Funktionsweise des WWW: HTTP-Protokoll
2.2 Vergleich zwischen konventioneller und Ajax-Kommunikation
2.3 XML als universelle Beschreibungssprache
2.4 Das Document Object Model (DOM)
2.5 JavaScript als standardisierte Browser-Skriptsprache
2.6 Das XMLHttpRequest-Objekt in JavaScript und ActiveX
2.7 Zusammenspiel der Komponenten für asynchrone Anwendungen
3 Funktionsweise von Ajax am Beispiel des Frameworks Taconite
3.1 Das Framework Taconite
3.2 XMLHttpRequest-Objekt in verschiedenen Browsern verfügbar machen
3.3 Absenden der Anfrage über das Objekt
3.4 Generieren einer Antwort
3.5 Parsen der Antwort und DOM-Manipulation
4 Anwendung von Ajax in einer Intranet-Anwendung
4.1 Vorstellung der PHP-Anwendung „BScWare“
4.2 Mögliche Einsatzbereiche für Ajax in der Software
4.2.1 Personenliste
4.2.2 Editieren von Personendaten
4.2.3 Termin-Erstellung
4.2.4 Anlegen von Projektteilnahmen
4.2.5 Weitere Einsatzmöglichkeiten
4.3 Implementierung von Ajax in BScWare
4.3.1 Dynamische Zusatzinformationen in der Personenliste
4.3.2 Editieren von Personendaten
4.3.3 Anlegen von Terminen
4.4 Probleme und Reflexion
4.4.1 Programmstruktur und logischer Aufbau
4.4.2 Zeichensatzprobleme
4.4.3 Browser-Inkompatibilitäten
4.4.4 Back-Button und Bookmarks
5 Fazit: Vor- und Nachteile von Ajax
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit verfolgt das Ziel, die Möglichkeiten und Herausforderungen beim Einsatz von Ajax zur Verbesserung der Benutzerführung in einer bestehenden Web-Datenbank-Applikation zu untersuchen und praktisch umzusetzen.
- Grundlagen der Ajax-Technologie und ihrer Komponenten
- Methodik der asynchronen Client-Server-Kommunikation
- Praktische Implementierung mittels des Frameworks Taconite
- Herausforderungen bei der nachträglichen Integration in bestehende Systeme
- Bewertung von Vor- und Nachteilen für die Web-Entwicklung
Auszug aus dem Buch
1 Einleitung
Seit dem Jahr 2005 entstehen im World Wide Web neuartige Angebote, die unter dem Begriff Web 2.0 zusammengefasst werden. Dieser Begriff impliziert, dass zwischen den herkömmlichen Web-Angeboten und den neu entstandenen ein so großer Unterschied besteht, dass es gerechtfertigt ist, von einer neuen Version des World Wide Web zu sprechen.
Wirft man einen Blick auf neue Web-Dienste wie den Bookmark-Dienst Delicious oder den Fotokatalog Flickr, fällt tatsächlich eines auf: Die Bedeutung des Users für diese Angebote ist besonders hoch. Die Benutzer stellen die Inhalte zur Verfügung und sie belegen sie mit bestimmten Stichwörtern (Tags), so dass sich die Bookmarks oder Fotos nach diesen Tags sortieren und auswerten lassen. Viele dieser Dienste stellen eine Programmierschnittstelle (API) auf ihre Datenbasis auch unter dem Begriff „Web Services“ für andere zur Verfügung, so dass beispielsweise jeder mit verhältnismäßig geringem Aufwand den Kartendienst Google Maps auf seiner eigenen Webseite integrieren kann.
In erster Linie ist das Web 2.0 also, wie Braun (2006a, S. 152) feststellt, ein soziokulturelles Phänomen, hinter dem aber auch eine technische Neuerung steckt, für die sich der Name Ajax durchgesetzt hat.
Ajax ist ein Akronym für „Asynchronous JavaScript and XML“. Das Wort „asynchron“ deutet an, um was es gehen soll: Webseiten soll es damit möglich werden, auch nach dem Abruf und damit während der Anzeige im Browser noch Daten mit dem Server auszutauschen, auf dass sich die Web-Anwendung dem „Look and Feel“ einer Desktop-Anwendung annähere.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Einführung in das Thema Web 2.0 und die Grundkonzepte der Technologie Ajax.
2 Theoretische Grundlagen: Erläuterung der für Ajax relevanten Technologien wie HTTP, XML, DOM und JavaScript.
3 Funktionsweise von Ajax am Beispiel des Frameworks Taconite: Detaillierte Betrachtung des Frameworks Taconite und der technischen Abläufe bei der asynchronen Kommunikation.
4 Anwendung von Ajax in einer Intranet-Anwendung: Praktische Dokumentation der Erweiterung einer bestehenden PHP-Anwendung um Ajax-Funktionalitäten und Reflexion der aufgetretenen Probleme.
5 Fazit: Vor- und Nachteile von Ajax: Abschließende Bewertung der Technologie hinsichtlich ihres Nutzens und der Einschränkungen bei der Web-Entwicklung.
Schlüsselwörter
Ajax, Web 2.0, JavaScript, XML, XMLHttpRequest, Taconite, DOM, Web-Anwendung, Intranet, Datenbanksystem, PHP, Benutzerführung, Asynchrone Kommunikation, Softwareentwicklung, Browser-Inkompatibilität
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt den Einsatz der Ajax-Technologie zur Modernisierung einer bestehenden webbasierten Datenbankanwendung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Felder umfassen theoretische Grundlagen der Web-Technologien, die Funktionsweise von Ajax-Frameworks und die praxisnahe Implementierung in Intranet-Anwendungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, bestehende Web-Applikationen durch Ajax-Funktionalitäten in ihrer Bedienbarkeit an Desktop-Anwendungen anzunähern und die dabei auftretenden Hürden zu analysieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine praxisorientierte Arbeit, die auf einer theoretischen Fundierung durch Literaturrecherche und der anschließenden praktischen Implementierung und Dokumentation innerhalb eines Fallbeispiels basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Theorie hinter Ajax, die Analyse des Frameworks Taconite und die detaillierte Beschreibung der Integration von Ajax in das System „BScWare“.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Ajax, Web 2.0, XMLHttpRequest, Taconite und DOM charakterisiert.
Warum wurde das Framework Taconite für die Arbeit gewählt?
Taconite wurde gewählt, da es ein sehr schlankes, standardkonformes Framework ist, das sich gut eignet, um die Grundfunktionen asynchroner Kommunikation ohne unnötige Effekte zu demonstrieren.
Welche Probleme traten bei der Implementierung konkret auf?
Es traten primär Herausforderungen im Bereich der Zeichensatzkodierung (Latin-1 vs. UTF-8) sowie diverse Browser-Inkompatibilitäten, insbesondere beim Internet Explorer, auf.
Welches Fazit zieht der Autor zur Back-Button-Problematik?
Der Autor stellt fest, dass Ajax-Anwendungen die gewohnten Browser-Funktionen wie die Zurück-Navigation einschränken, was für spezielle Intranet-Anwendungen akzeptabel sein kann, bei öffentlichen Internetseiten jedoch beachtet werden muss.
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- Stefan Großmann (Author), 2006, Erweiterung einer Web-Datenbank-Applikation mit Ajax-Elementen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/87573