Masken der Melancholie in Joseph Roths späten Romanen


Diplomarbeit, 2002
115 Seiten, Note: sehr gut

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

I PRÄMISSE

1. Biographischer Hintergrund
1.1. Kindheit und Jugend
1.2. Roths Zeit im Krieg
1.3. Roth als Starjournalist in Deutschland
1.4. Sozialismus - Koketterie oder Überzeugung?
1.5. Exil-Monarchismus

2. Die DONAUMONARCHIE UND IHRE ROLLE IN ROTHS
WERK UND LEBEN
2.1. Die Welt der Zeichen: Österreich-Ungarns letzte Jahre
2.2. Die große Illusion: Peripherie und Zentrum bei Joseph Roth
2.3. Melancholie und ihre Masken
2.3.1. Die Melancholie
2.3.2. Der Gehorsam
2.3.3. Die Ehre
2.3.4. Die Entfremdung
2.3.5. Die Ordnung
2.3.6. Die Disziplin

3. Das falsche Gewicht
3.1. Personenkreis
3.2. Wiederkehrende Figuren bei Joseph Roth
3.3. Anselm Eibenschütz als tragisch-melancholische Figur
3.4. Leibusch Jadlowker und Kapturak als Eichmeisters Gegenpole

4. Radetzkymarsch
4.1. Der Personenkreis
4.2. Die schweigsamen Helden
4.3. Die Trottas
4.4. Carl Joseph
4.5. Der Bezirkshauptmann und sein Verhältnis zu seinem Sohn

5. Die Kapuzinergruft
5.1. Der Personenkreis
5.2. Franz Ferdinands Melancholie
5.3. Zerbrochene Welt der Illusionen

6. SchlussBEMERKUNG

7. Literaturverzeichnis

I. PRÄMISSE

Schon bei den ersten Begegnungen mit Roths Werk fällt die eigenartig bedrückte Atmosphäre auf. Die Figuren seiner erzählerischen Welt erweisen sich als Melancholiker, die sich jedoch hinter zahlreichen Masken verbergen. Sie versuchen auf diese Weise ihre Unzufriedenheit, ihre Mediokrität, ihre Ängste zu verhüllen, die Unmöglichkeit, sich in ihrer Welt zurechtzufinden zu überspielen.

Diese latent melancholische Struktur ist sehr auffallend bei seinen militärischen Charakteren, etwa bei Eichmeister Eibenschütz in Das falsche Gewicht, Carl Joseph Trotta und seinem Vater, sowie dem Freund Carl Josephs, Dr. Demant, im Radetzkymarsch. Nicht nur die Militärs leiden jedoch unter der Last der verborgenen Melancholie. In der Kapuzinergruft wird besonders die junge Generation des Großbürgertums hinter ihrer Oberflächlichkeit von tiefer Melancholie beherrscht. Dieser Melancholie der meisten Figuren Roths, ihren Hintergründen und vor allem ihren Masken in der erzählerischen Gestaltung durch Joseph Roth auf die Spur zu kommen, war der Ausgangspunkt der vorliegenden Arbeit und ihr vordringliches Erkenntnisinteresse.

1. Biographische r hintergrund

1.1. KINDHEIT UND JUGEND

Für Joseph Roths Biographen, besonders für den amerikanischen Literaturwis­senschaftler David Bronsen[2], war es keine leichte Auf­gabe die richtigen Informationen zu bekommen, um einen Lebenslauf dieses Autors zu schreiben. Dieser „Mythomane”, wie ihn Bronsen nennt, liebte es, Geschichten zu erzählen, überall wo er ein Pub­likum dafür fand. Diese Geschichten betrafen nicht selten sein ei­genes Leben. Roths Freund Hermann Kesten erklärt diese Eigen­schaft Roths folgendermaßen:[1]

Keinem kritischen Beobachter von Menschen, keinem Kenner der eige­nen Regungen und unserer fast stets widersprüchli­chen Erwägungen und Beobachtungen entgeht es, daß alle un­sere Wahrheiten im Umgang mit Menschen und mit uns selber aus Fiktion und Fakten sonderbar und unauflöslich gemischt sind, daß alle unsere ausgesprochenen Gefühle und Urteile Elemente von Dichtung und Wahrheit enthalten, daß kein Mensch keinem Menschen ununterbrochen die nackte Wahrheit sagen kann.[3]

Sein Geburtsort war Brody, damals eine Grenzstadt des österrei­chisch-ungari­schen Kaiserreichs, heute Teil der Ukraine. In dieser zu dieser Zeit zu zwei Dritteln von Juden bewohnten Handelsstadt wurde Joseph Moses Roth 1894 geboren. Seinen Vater, der die Fami­lie noch vor der Geburt des Sohnes verlassen hatte, hat Roth nie kennengelernt. Und dieser unbekannte Vater wurde zum Helden mehre­rer Ge­schichten, eine unerschöpfte Quelle immer neuer Erfindungen. Sowohl mündlich als auch schriftlich gab er seinen Freunden oder Bekannten unterschiedliche Aus­künfte über seinen Vater. Einmal war er ein österreichischer Eisenbahnbeamter (frühzeitig pensioniert und in Wahnsinn gestorben)[4], dann der >Kapsel-Roth<, der berühmte Wiener Munitionsfabrikant, ein Kunstmaler, ein hoher österreichi­scher Staatsbeamter, ein Edelmann, sogar ein polnischer Graf, mit dem seine Mutter eine kurze Liebschaft hatte, oder gar ein Offi­zier. Diese Aussagen Roths würden ein Paradebeispiel für die Be­fürworter der Theorien Freuds darstellen, nach denen viele Leute sich einen Vater ausdenken, wenn sie keinen haben.

In einem Brief an seinen Verleger Gustav Kiepenheuer schrieb er:

Er muß ein merkwürdiger Mensch gewesen sein, ein Österrei­cher vom Schlag der Schlawiner, er verschwendete viel, trank wahrschein­lich und starb, als ich sechzehn Jahre alt war, im Wahnsinn. Seine Spezia­lität war die Me­lancholie, die ich von ihm geerbt habe. Ich habe ihn nie gesehen. Doch erinnere ich mich, daß ich als Knabe von vier, fünf Jahren einmal von einem Mann geträumt habe, der meinen Vater darstellte. Zehn oder zwölf Jahre später sah ich zum erstenmal eine Photographie meines Vaters. Ich kannte sie bereits. Es war der Herr aus meinem Traum.[5]

Nach der Volksschule und dem Gymnasium in Brody, inskribierte Roth Germa­nistik an der Universität Wien. Als Hauptstadt des Kai­serreichs und sein kulturelles, gesellschaftliches und politisches Zentrum, war Wien die Stadt der fast unbegrenzten Möglichkei­ten für den jungen Roth.

Fast sein ganzes Leben lang, ausgenommen die Jahre in Berlin, war Roth sehr arm. Diesen Zustand konnte man ihm nicht anmerken, denn er wahrte in Kleidung und Auftreten den Schein, der einem selbstbewussten Wiener „Gigerl” entsprach, wie ihn sein Freund, der polnische Dichter, Józef Wittlin, beschrieben hat[6]. Sein dandy­haftes Aussehen ließ in ihm keinen galizischen Juden erkennen. Er achtete auch sehr darauf, dass man auch in seiner Aussprache keine Spuren seiner galizischen Heimat merkt. Sein gesprochenes Deutsch war ein korrektes Hochdeutsch, was z. B. der damalige Assistent für die deutsche Literatur an der Uni Wien, Kindermann bemerkte[7]. Keine Spuren auch des Wiener Dialekts konnte man bei ihm hören. Die wenigen erhaltenen Briefe aus der Stu­dienzeit in Wien sind Zeugnisse der schweren Lebensumstände Roths, aber diese Briefe sind nicht von Bitterkeit oder Selbstmitleid erfüllt. Der Ton die­ser Briefe ist „von spielerischer Leichtigkeit, [...] und die Schilderung der Entbehrungen wird ins Humorvolle gewendet. [...]”[8] So schreibt er in einem Geburtstagsbrief an seine Cou­sine Paula Grübel in lässigen und lustigen Tönen:

Herr Wind, mein Freund, hat Frau Wolke geheiratet. Ich war bei der Hochzeit. Es war sehr lustig. Nun gebärt Frau Wolke täglich Kinder: große und kleine Regen. Das ist eine fatale Geschichte. Ich muß den Wind bit­ten, doch aufzuhö­ren. Denn seine Söhne verpatzen mir täglich meine frisch gebügelte Hosenfalte. Du weißt, das ist mein Heiligtum.[9]

Der Cousine berichtet er noch in diesem Brief, wieder auf eine lustige Weise, fast unbekümmert, dass er kein Honorar bekommen hat für seine Ge­dichte, die in »Österreichs Illustrierter Zeitung« er­scheinen hätten sollen. Deswe­gen kann er es sich nicht leisten, ins Kaffeehaus zu gehen, wie es zu der Zeit Journa­listen und Schrift­steller zu tun pflegten, und konnte nicht einmal eine Zeitung kau­fen. „Wenn ich Geld hätte, würde ich es zum Fenster hinauswerfen. [...] Mein Herz ist schwer und meine Tasche leicht. Aber wenn meine Tasche so schwer wäre, wie mein Herz, so wäre mein Herz so leicht wie meine Tasche.”[10] Es ist bemerkbar wie sich Roth durch alle diese Bemühungen den äußeren ‚Schein zu bewahren’, eigentlich sich selbst, sein Innerstes, sein Intimstes, vor anderen geheim gehalten hatte. Er war selber ein Meister der äußerlichen Masken, die keine Einsicht in seine Seele den anderen erlaubt hatten.[11]

Aus diesem Grunde musste Roth schon während seines Studiums eine Beschäf­tigung suchen. Eine Zeitlang war er Privatlehrer für die Söhne der Gräfin Trauttmansdorff, was seine gesellschaftliche Entwicklung sehr beeinflusst hat. Das war für ihn eine Möglich­keit, mindestens als Beobachter, Zutritt in eine ihm bisher völlig unbekannte und fremde Welt von Stil und Niveau zu bekommen. Die zweite Verdienstmöglichkeit sah er im Journalismus. Da er ohne Be­kanntschaften aus die­sen Kreisen war, musste er sich etwas ganz Originelles einfallen lassen. Und das tat er. Dem Redakteur der »Österreichs Illustrierte Zeitung« schrieb er einen Be­werbungs­brief, in dem jede Wendung und jedes Wort sehr sorgfältig und meister­haft gewählt wurde, aus dem eine gewisse Ironie, sowie ein stark ausgeprägtes Selbstbewusstsein des jungen Studenten sichtbar ist.

Sehr geehrter Herr Redakteur! Es ist das Schicksal der Armen, daß sie Allem, was sie beginnen, eine Entschuldigung voraus schicken müssen. Ich gehöre leider zu dieser Gattung und deshalb bitte ich Sie um Verzei­hung. Wofür? - Nun, daß ich es wage, Sie zu stören. Daß ich es unter­nehme, Sie mit meiner unbedeutenden Persönlichkeit zu langweilen und Ihnen Ihre gewiß sehr kostbare Zeit zu rauben. Aber, bitte, ver­lieren Sie nicht die Geduld. [...]

Es ist nicht die Sehnsucht nach Druckerschwärze, die mich Ihnen schrei­ben heißt, sondern die Not. Sie lehrt heutzutage nicht mehr beten. [...] Die Not lehrt heute bitten. [...]

So erlaube ich mir denn, Ihnen einige Proben meiner Mühe zu bringen und Ihnen meine Dienste anzubieten. Vielleicht können Sie mich brau­chen. Vielleicht verwenden Sie Einiges in der Sonntagsbeilage.[12]

Und der Brief hat gewirkt. Joseph Roth hat die Stelle bekommen und sein ers­ter Beitrag erschien am 17. Oktober 1915. Das war das Gedicht Welträtsel. Bis zum September 1916 erschienen in dieser Zeitschrift noch sechs Beiträge Roths, vor allem waren es Gedichte und kleine Prosastücke. Roths Cousine Paula Grübel war von seinen Gedichten, die er ihr auch in Briefen geschrieben hat, begeistert und wollte sie mit Wittlins Hilfe ordnen und herausgeben. Sie schätzte die Zahl der Gedichte auf 150 und war der Meinung, dass die Gedichte genau die seelischen Zustände des jungen Roth spie­geln. Leider wurden die Gedichte in der Warschauer Wohnung seines Freundes Józef Wittlin während eines deutschen Angriffs zu Beginn des zweiten Weltkriegs zerstört.

Ab 1916 war er im Militärdienst. Nach dem Ende des Kriegs, im De­zember 1918 kehrte er nach Wien zurück. Da er mittellos war, musste er sein Stu­dium aufgeben und eine Arbeit suchen. Dank sei­ner Bekanntschaften in den jour­nalistischen Kreisen konnte er wie­der in Zeitungen veröffentlichen. Gleich nach seiner Rückkehr von der Front konnte er in der Zeitung »Frieden« ein Kurzfeuille­ton veröffentlichen. Die Honorare, die nach dem Stand von 1916 bezahlt wurden, waren nicht ausreichend für ein sorgloses Leben. Dann gründete der bisherige Chefredakteur des »Frieden«, Bruno Karpe­les, eine neue Zeitung. Sie hieß »Der Neue Tag«. Einer der ersten Mitarbeiter im Team dieser Zeitung war Joseph Roth. Roth schrieb weiterhin Beiträge für die »Österreichs Illustrierte Zeitung«. Vor allem richtete Roth seine journalistische Tätigkeit auf »Der Neue Tag« aus. Dort lernte er viele Kollegen kennen, die ihn förderten. „Jetzt glaubte der ewig zögernde, skeptische und krankhaft selbst­kritische Roth an sich und sein Können”[13], erinnerte sich später Fred Heller, ein Kollege von Roth und ehemaliger Redakteur der Wiener Wochenzeitung »Der Frieden«. Fred Heller überredete ihn auch zum Schreiben von Berich­ten - Roth hatte sich früher vor al­lem auf Poesie konzentriert - und so erwies sich Hellers Hinweis als ein guter Ratschlag. In einem Notizbuch Roths aus den Jahren 1918 und 1919 findet man ca. 90 Themenvorschläge für seine Arti­kel. Und in diesen 13 Monaten, in denen »Der Neue Tag« aktiv war, verfasste Roth über 100 Artikel. Nach der Auflösung der Zeitung »Der Neue Tag« Ende April 1920, sah Roth für sich keinen Grund, weiter in Wien zu bleiben. „Den Wienern stand, so kurz nach der großen Völkerschlächterei, der Kopf nicht nach Federkünsten”[14], meint zu der Auflösung der Zeitschrift Sebastian Kiefer.

Schon im Sommer desselben Jahres war er in Berlin, wo er sehr bald in mehre­ren Zeitungen als Feuilletonist tätig war. Seine Ar­beit in Berlin brachte ihn auf mehrere Reisen durch ganz Europa, von Russland bis Albanien. Am liebsten hielt er sich in Paris auf, wo er den größten Teil seiner Werke schrieb. Nach Paris zog er endgültig Ende Januar 1933, nach der Machtübernahme in Deutsch­land durch die Na­tionalsozialisten. In diesem Jahr begann sein Le­ben im Exil und endete im Mai 1939 in einem Pariser Krankenhaus.

1.2. ROTHS ZEIT IM KRIEG

Am Anfang des Ersten Weltkrieges war Roth im zweiten Semester sei­nes Studiums und nicht mal ein ganzes Jahr lang in Wien[16]. Er war sehr um sein Studium bemüht, versuchte sich an der Universität und in Wien zu akklimatisieren. Er besuchte unter anderen die Vor­lesungen aus der Geschichte der deutschen Literatur beim sehr ge­schätzten Professor Walther Brecht, war sehr fleißig und bemühte sich gute Leistungen zu bringen. In dieser Zeit kam es an der Uni Wien zu fast täglichen Auseinandersetzungen zwischen jüdischen Studenten, unterstützt durch die serbischen und tschechischen Kol­legen, und den antisemitisch-nationalistischen Vorgängern der Na­zis. Roth konzentrierte sich vor allem auf sein Studium und den Aus­sagen der Freunde oder der Bekannten zufolge fand sich auch in seinen Schriften kein Interesse für die Ereignisse im und um den Krieg. In seinen Briefen und Veröffentlichungen in »Österreichs Illustrierten Zeitung« aus dieser Zeit, gab es keine patriotischen oder kriegerischen Ausrufe. Er war, im Gegensatz zu vielen öster­reichischen und deutschen Schriftstellern, pazifistisch einge­stellt. Seine Gedichte und kurze Prosastücke aus dieser Zeit rufen nicht zum Kampf auf. Sie zeugen mehr von Traurigkeit und Bedauern um die Menschen, die unter dem Krieg leiden. Den Krieg haben sei­ner Meinung nach nicht die einfachen Menschen angefangen, sondern die „Obrigkeit und das Militär”[17]. [15]

Während des Krieges schrieb er Beiträge für einige Zeitungen: »Österreichs Illustrierte Zeitung«, »Abend«, »Prager Tagblatt« und »Frieden«. Einige seiner Beiträge erschienen auch in der »Arbeiter Zeitung« wie z. B. das Gedicht Mütter in der Ausgabe vom 26. Mai 1917[18]. Er schrieb Beiträge auch für eine Militärzeitung, die »Il­lustrierte Kriegszeitung«, in der, unter anderem, am 10. Januar 1917 das Ge­dicht Der sterbende Gaul[19] veröffentlicht wurde. In »Ös­terreichs Illustrierte Zei­tung« erschien im Dezember 1915 eine Aneinanderreihung von Skizzen unter dem Titel Herbstwindes Kriegsgeschichten[20]. In diesem kurzen metaphorischen Prosa­werk nimmt er als Erzählenden seinen Freund „den Wind”, der über viele Gegen­den weht und „viel Frohes und viel Trauriges” sieht. In die­sen Skizzen werden vor allem die traurigen Geschichten erzählt. Ein Krieg bringt den Menschen nur Elend und Tod, aber vom Krieg sind nicht nur Menschen betroffen. Er erzählt auch von ei­nem Hund, der seinen Herrn verloren hat und vergeblich in der Gegend herumir­rend nach ihm sucht. Und diese Geschichten sind übernatio­nal, obwohl er in eini­gen von ihnen einige Nationen nennt. Dem Er­zählenden ist es nicht wichtig ob es Juden, Deutsche, Österrei­cher, Polen, Russen oder andere Völker sind, er will nie­manden be­schuldigen. Dem Erzähler geht es vielmehr darum, das Schicksal und die Verluste aller Menschen zu zeigen und bildlich zu machen. Es ist nicht wichtig, ob der Vater in der ersten Geschichte auf ΄unserer΄ oder ΄feindlicher΄ Seite steht. Sein Verlust und die Trauer um den gefallenen Sohn sind allgemein menschlich und solche Schicksale gab es auf allen Seiten.

Roths humanitäre Idee ist noch mehr in seinen Gedichten aus dieser Zeit sicht­bar. Im Gedicht Marschkompagnie[21] benutzt er das Stilmittel Kontrast und be­schreibt einerseits die damals allgegen­wärtige Euphorie der Mobilmachung, und andererseits das Leid und Unglück als Folgen. Die Kriegsbegeisterung hatte auch ihre schat­tigen Seiten.

Und sie stampften, daß ihnen die Ferse sprang

Doch die Sehnsucht weinte im Hörnerklang ...

Und in jedem trotz Johlen und Tanz und Strauß,

Rief es: Mein Haus! ...

[...]

Der Trommler war ein bleicher Mann,

Sie sahen ihn alle erschrocken an

Und plötzlich wußte die ganze Schar,

Wer der bleiche, schweigsame Trommler war.[22]

Doch der Pazifismus Roths und seines Freundes Wittlin ver­blasste im Jahre 1916. Ihre Studienkollegen, darunter der Freund Roths aus den Tagen in Lemberg, Soma Morgenstern, rückten ein, und nur sie zwei blieben hinten, zusammen mit Frauen, Kindern und Greisen. Und Soma Morgenstern berichtet, dass Roth sehr „patrio­tisch und kriegerisch gesinnt”[23] war, als er ihn im Jahre 1916 in Wien getrof­fen hat. Es stellt sich die Frage, wieso Roth plötzlich die Meinung geändert hat und vom Pazifisten zum Kriegsbegeisterten wechselte. Wieso der plötzliche Wandel? Die allgemeine Kriegsbe­geisterung im Volk wurde bis zu dieser Zeit ziemlich schwächer, einige haben schon damals an einen Sieg der Österreicher und der Deutschen nicht mehr geglaubt. Es ist sehr wahrscheinlich, dass Roth sich schämte, noch in Zivil herumgelaufen zu sein, wobei seine Freunde und Be­kannte (wie z. B. Soma Morgenstern) in schönen Uniformen auf Urlaub nach Wien kamen. Was Roth darüber selbst schrieb? „Als der Krieg ausbrach, verlor ich meine Lektionen, allmählich, der Reihe nach. Die Rechtsanwälte rückten ein, die Frauen wurden übelgelaunt, patriotisch, zeigten eine deutliche Vorliebe für Ver­wundete. Ich meldete mich endlich freiwillig zum 21. Jägerbataillon.”[24] Und seine finanzielle Lage, die auf seine psychische Verfassung sehr stark gewirkt hat, war schon früher nicht besonders gut, so dass er sich bereits vor dem Krieg Gedan­ken darüber gemacht hatte, in die Armee zu gehen. Da er mittellos war und die Möglich­keit einer reichen Heirat, die er ebenso sehr ernsthaft in Erwägung zog, er hatte sogar einen Heiratsvermittler kon­sultiert, außer Frage stand, da er auch keine Stellung hatte, schien ihm der Militärdienst der einzige Ausweg zu sein. Doch er wurde aufgrund seiner Körperkonstitution nicht akzeptiert.

Obwohl bei den ersten zwei Musterungen für untauglich erklärt, versuchten es Witt­lin und Roth bei der Armee noch einmal und dies­mal, im Frühling 1916, schafften sie es. Bei dieser dritten Muste­rung versuchte der zustän­dige Arzt ihnen aufgrund ihrer schwachen Konstitution davon abzuraten. Er versuchte ihnen einzureden, dass es für sie besser sei, irgendwo in einer Kanzlei als Schreiber tätig zu sein. Sie lehnten es mit der Begründung ab, „daß der einzige und geeignete Platz für Dichter im Kriege der Dienst in der >vor­dersten Linie< sei. Denn nur dort lernt man Leben und Tod kennen, selbst wenn man Pazifist ist”[25]. Sie wollten im Wiener 21. Feldjä­ger-Bataillon dienen, weil sie dort viele Studien­kollegen hatten, was ihnen auch tatsächlich gelang. Aber in Kürze trat an die Stelle von anfänglicher Euphorie bit­tere Ernüchterung. Sie litten sehr unter der strammen Disziplin, die dort herrschte und beson­ders unter den Erniedrigungen der Vorgesetzten. Es kam noch dazu, dass das 21. Feldjäger-Bataillon ein deutscher Truppenteil war. Es wurde zur Anzeige gebracht, dass Roth, Wittlin und noch ein polni­scher Soldat miteinander Polnisch gesprochen haben und sie wurden zu anderen Einheiten versetzt. Roth blieb eine Zeit lang in Wien, dann wurde er nach Galizien geschickt. Dort war er im Presse­dienst tätig. Seine Behauptung, er befinde sich „10 Kilometer vom Schuß ent­fernt”[26], bezieht sich wohl auf diese Zeit und seine Mitarbeit in der »Illustrierten Kriegszeitung«.

Roths bildhafte Phantasie, der er sich öfters bedient hatte, belebte auch seine zahl­reichen Schilderungen der Kriegserlebnisse, so dass er unter anderem von einer Gefangenschaft in Russ­land sprach, die eigentlich nirgendwo in den Kriegsgefangenen- und Ver­misstenkarteien des Österreichischen Kriegsarchivs verzeichnet war. Alle diese Geschichten erzählte er mehreren Freunden und Be­kannten und sie gewannen für Roth selbst allmählich mehr und mehr an Glaubwürdig­keit. Roths Selbstsicherheit und -achtung gewannen auch mehr an Stärke, je öfter er von der fingierten Offiziers­schule erzählte, die er angeblich besucht hätte, und von seinem erdichteten Offiziersrang. Seine ganze Haltung und Sprache, die er nach dem Krieg angenommen hatte und an denen er bis zu seinem Tode festhielt, sollten von seinem Offiziersrang zeugen. „Indem Roth sich zum Offizier machte, reihte er sich in eine große Tradi­tion ein, fühlte er sich geläutert, wurde er an­sehnlicher und fei­ner.”[27]

Trotz der Tatsache, dass sich Roth über seinen Armeedienst, über die ganze Zeit, in der er aktiv diente, gemeinsam mit Wittlin verächtlich und geringschätzig geäu­ßert hatte, erschien ihm das alles im nachhinein wieder vertraut und in einem mil­derndem Licht. All die Grausamkeiten, Erniedrigungen und die Misshandlungen ge­hörten jetzt der Vergangenheit an, die viel heller aus einer weit entfernten Per­spektive erschienen. Sogar der verhasste Zugführer Ma­rek aus ihrer Ausbildungszeit in Wien, der ihm und Wittlin „noch nach Jahren wie die Miniatur des >großen Führers< von Deutschland vorkam; er sah ihm sogar ähnlich”[28], erschien in gemildertem Licht im Radetzkymarsch sechzehn Jahre später. Das ist auch ein Be­weis dafür, in welchem Grade seine eigene Kriegs- und Militärerfahrungen mit sei­nem literarischen Schaffen verflochten waren.

In einem Brief an seine Cousine Paula Grübel, vom 24. August 1917, erklärt er wieso er in der Armee weniger schreibt. „Zum ak­tiven Schaffen ist hier wenig Gelegenheit, ein paar lyrische Ge­dichte ausgenommen, die aber eher passivem Empfinden entsprin­gen.”[29] Seine Eindrücke vom Krieg und dem Armeedienst schilderte Roth vielmehr erst nach dem Ende des Krieges in seinen Zeitungs­beiträgen, z.B. in den Reiseberichten aus Südfrankreich (1925), oder aus Galizien (1924) und in seinen literarischen Werken, wie vor allem in den Werken, die in dieser Arbeit analysiert werden, aber auch in anderen Werken, den Romanen Die Rebellion (1924), Die hundert Tage (1936), Tarabas. Ein Gast auf dieser Erde (1934), Zipper und sein Vater (1928).

Roth litt sein ganzes Leben lang unter der Last des Ersten Welt­krieges den er unmittelbar erlebt hatte, als, wie er selbst schreibt, „Ursache, Werkzeug und Opfer einer großartigen Zerstö­rung” oder einer der „auferstandenen Toten”.[30] Roth gehört zu dem von Gertrude Stein „verlorene Generation” genannten Bevölkerungs­teil.

Every man between the ages of eighteen and twenty-five be­comes civilized. If he does not go through a civilizing experience at that time in his life he will not be a civi­lized man. And the men who went to the war at eighteen missed the period of civilizing, and they could never be civilized. They were a lost generation.[31]

Wie sehr der Krieg und seine Zerstörungen auf den sensiblen Roth negativ gewirkt haben, zeigt auch seine Neigung zum Alkohol, die in den Kriegsjahren angefangen hatte und sich noch mehr ver­stärkte, nachdem die ersten Zeichen einer psychischer Erkrankung seiner Frau, von 1928 an, sichtbar wurden. Alkohol war anscheinend die einzige Möglichkeit Roths mit diesen Problemen umzugehen und noch eine Maske, die er sich aufsetzte, um seine Melancholie zu verbergen. „Hauptsache ist das Erleben, die Intensität des Füh­lens, das starke Sich-Hineinbohren in das Ereignis. Ich habe furchtbare Momente erlebt und Momente voll grausiger Schönheit.”[32]

1.3. ROTH ALS STARJOURNALIST IN DEUTSCHLAND

Da die Zeitschrift »Der Neue Tag« eingestellt wurde und für Roth keine weiteren Verdienstmöglichkeiten in Wien bestanden, musste er eine andere Stelle finden. Sein Weg führte ihn nach Ber­lin, in das europäische Kulturzentrum der zwanziger Jahre, wohin er Anfang Juni 1920 kam. [33]

Der Redakteur des »Neuen Wiener Tageblatts«, Moritz Scheyer, für den Roth gelegentlich etwas schrieb, erinnert sich eines von Roth geschriebenen Satzes, der sehr gut zu ihm passte: "Wenn man einen großen Schmerz hat, ist es gut, seinen Aufenthaltsort zu wechseln".[34] Sein ganzes Leben schien nach diesem Prinzip zu ver­laufen. Alle seine Freunde und Bekannten, in ihren Erinnerungen an Roth, bezeichnen ihn unter anderem als Vertriebenen aus dem alten Österreich, als Heimatlosen im neuen, als einen Wanderer und Su­chenden in Europa[35], oder als Zivilisationsnomaden[36].

Da er schon in journalistischen Kreisen bekannt war, war es für ihn nicht schwierig Arbeit zu finden. In Berlin gab es damals, was fast unglaublich klingt, zwanzig Tageszeitungen[37], die oft zwei­mal am Tag erschienen sind. Es gab jeweils eine Morgen- und eine Abendausgabe, so dass Roth bald Fuß fassen konnte. Die deut­sche und man kann auch sagen, europäische Kulturmetropole, bot viele Möglichkeiten einem jungen, talentierten und auch anerkennungsbedürftigen Journalisten, der von einer erfolgreichen Karriere träumte.

Roth bekam zuerst eine Stelle bei der »Neue Berliner Zeitung«, ab 1922 trug diese Zeitung den Namen »12-Uhr-Blatt«. Das war eine Boulevard Zeitung, die er, nach eigenen Angaben, selbst auf der Straße verkaufen musste. Hier erschien der erste Beitrag Roths, von insgesamt 180 Artikel[38], am 30. Juni 1920, mit dem Titel Chiromanten. Obwohl Roth viel Erfahrung und Routine besaß, waren die ersten Aufgaben Roths in der »Neue Berliner Zeitung« Kino- und Theaterkritiken. Weiter schrieb er über Lesungen und Ausstellun­gen. Doch in allen seinen Beiträgen ist Roths starkes Interesse für soziale und politische Fragen ausgedrückt. Bald bekam er den ersten großen Auftrag, nämlich über die Konflikte an der neuen deutsch-polnischen Grenze zu berichten. Es wurde berücksichtigt, dass er schon im Krieg Berichte von der Front geschrieben hatte. Mehr als die Hälfte seiner Beiträge für die »Neue Berliner Zei­tung« befasst sich mit politischen Themen. Als Stadtreporter be­richtete er vor allem vom Schicksal armer und sozial bedrohter Menschen, von Waisenkindern und Kranken. Auf diese Weise versuchte er, seinen Lesern diese schwere Problematik der Gesellschaft nahe zu bringen. Weiterhin schrieb er seine Theater- und Filmkritiken, sowie Alltagsdarstellungen im Manier des ironischen Feuilleton. Seine Beiträge waren geschrieben im Stil der Wiener Feuilletontra­dition - mit einem subjektiven Blick auf die scheinbar nebensäch­lichen Ereignisse, artistisch mit der Sprache und ihren Mitteln spielend. „Dabei bediente er sich verschiedener Rollen und Per­spektiven: der des Flaneurs, des Plauderers, des Berichterstat­ters, des Satirikers, des Kritikers.”[39]

Wie er keiner Stadt und keinem Ort lange treu bleiben konnte, so schrieb er nicht nur für eine Zeitung. Seine Beiträge erschie­nen noch im »Berliner Börsen-Courier«, einer bürgerlich-liberalen Zeitung, nahe an DDP, die eigentlich eine Wirtschaftszeitung war, aber schon seit ihrer Gründung, Ende 19. Jahrhundert, einen ange­sehenen Feuilletonteil hatte. Diese Zeitung hatte für damalige Verhältnisse, mit 50'000 Ausgaben, eine große Auflage in der Wei­marer Republik. Er schrieb weiterhin für das »Prager Tagblatt«, »Berliner Tagblatt« und »Freie Deutsche Bühne«, später »Blaue Hefte«. Ab Juli 1922 ist er Mitarbeiter im »Vorwärts«, dem Organ der Sozialdemokratischen Partei. Weiterhin nahm er Gelegenheitsar­beiten im »8-Uhr-Abendblatt« und »Glocke«. Ab Januar 1923 ist Roth Berliner Korrespondent der angesehensten deutschen Zeitung über­haupt, der »Frankfurter Zeitung«, für die er bis zum Exil geschrieben hat, und die er als „die letzte Zeitung, in der man ungestraft die Wahrheit sagen könne”[40] bezeichnet hat.

Die Inflation in der Weimarer Republik nahm immer mehr zu. Eine Illustration dieser sehr prekären Situation war z. B., dass die Ausgabe des »Berliner Börsen-Courier« im April 1923 zwischen 180 und 200 Reichsmark gekostet hatte, und ein Jahr danach schon die erschreckenden 50 Milliarden Reichsmark. Die immer schlechter werdende finanzielle Situation war auch einer der Gründe, warum Roth so viele Gelegenheitsarbeiten bei verschiedenen Zeitun­gen annahm.

Die schlechte wirtschaftliche Situation in Deutschland trieb Roth, wie auch viele andere österreichische Journalisten, zunächst zurück nach Österreich. Nach Wien kam er mit seiner Frau Friedl im Juni 1923. Im Spätsommer 1923 reiste er nach Prag, wohin er noch mehrmals im nächsten Jahr, zwischen Reisen nach Deutschland, zurückkam.

Obwohl Roth schon in Wien in den journalistischen Kreisen bekannt gewesen war, war er hier noch kein Star. Erst in Deutschland verhalf ihm der Engagement in verschiede­nen Zeitungen, im »Berliner Börsen-Courier«, in der »Neue Berliner Zei­tung«, d.h. »12-Uhr-Blatt« und vor allem in der »Frankfurter Zeitung«, zum Ruhm, Geld und Karriere. In Berlin zählte er zu den bestbezahlten Journalisten der Weimarer Repu­blik. In dieser Stadt fand er die ersten Verleger für seine Romane. Er war nicht mehr der bescheidene junge Mann, der an seinen Möglichkeiten zweifelt. Er war sich seiner Qualitäten sehr wohl bewusst.

Ich bin nicht eine Zugabe, nicht eine Mehlspeise, sondern die Haupt­mahlzeit. ...Mich liest man mit Interesse. Nicht die Berichte aus dem Parlament, nicht die Telegramme Ich mache keine witzigen Glossen. Ich zeichne das Gesicht der Zeit. Das ist die Aufgabe einer großen Zei­tung.[41]

In Wien konnte er jetzt nach der Rückkehr leicht eine Arbeit finden und alte Be­kanntschaften auffrischen. Seine Beiträge waren sehr bald nach der An­kunft in Wien in der »Wiener Sonn- und Montags-Zeitung«, im »Neuen 8-Uhr-Blatt« und gelegentlich in »Der Tag« zu lesen. In Wien gab es für Roth nicht mehr so viel Interessantes, so dass jetzt seine Beiträge fast ins Belanglose abglitten. Ansonsten interessierte ihn Wien kaum mehr, und das k. und k. Erbe schon gar nicht, und so kehrte er Ende 1923 nach Deutschland zurück und schrieb weiter für die »Frankfurter Zeitung«, die »Neue Berliner Zeitung - 12-Uhr-Blatt«, den »Vorwärts« und das »Prager Tagblatt«. In zwei satirischen Zeitschriften, »Lachen Links« und »Drachen« konnte man auch seine Beiträge lesen. Seine Artikel handelten wieder von sozialen Themen, vom Hunger und Not, sowie von anderen Geschehnissen, wie z.B. dem Ernst Toller- oder Hitler-Prozess. Über den zweiten schrieb er folgen­des:

Es erscheint ein Tapezierer, nennt sich ›Schriftsteller‹, und alle glau­ben es ihm. Ein Schuster, der nicht bei seinem Leisten geblieben, erzählt seine belanglose Biographie und schildert, wie er sich aus einem ›Welt­bürger‹, der er noch in Braunau gewesen, zu einem ›Antisemiten‹ in Wien entwickelt hat. Und die deutschen Zeitungen drucken es fleißig.[42]

Und wenn sich Roth noch immer für die Hungernden und Leidenden interes­sierte, gehörte er diesmal nicht zu ihnen. Er bekam von der »Frankfurter Zeitung« hohe Vorschüsse, mit denen er seine Reportagereisen unternehmen konnte. Er war keinesfalls geizig in Fragen Geld, er ging vielmehr ins andere Extrem. Seine verschwenderische Art ging so weit, dass er während des Aufenthalts in Leipzig im vornehmsten Hotel, dem Hotel Fürstenhof, logierte. Am Ende seines Aufenthalts schenkte er dem Hotelpagen seinen Koffer und den gesamten Inhalt mit der lässi­gen Bemerkung, er werde sich auf dem Weg zum Bahnhof Neues kaufen.

Er war der reisende Berichterstatter für die »Frankfurter Zeitung«. Sein erster größer Reisebericht erschien im Dezember 1923. Das war der Bericht über seine Reise durch Leipzig, Chemnitz und Dresden unter dem Titel Reise durch Deutsch­lands Winter. Weiterhin reiste er auch nach Galizien, Jugoslawien, Albanien, Russ­land, Polen, Frankreich, Italien.

Als Korrespondent für die »Frankfurter Zeitung« zog er 1925 nach Paris. Er hatte schon mehrmals dem Redakteur Benno Reifenberg gegenüber seinen Wunsch geäußert, nach Frankreich gehen zu wollen, um sich dem literarischen Schreiben zu widmen, denn er war der Meinung, seine ganze schöpferische Kraft an den Journalismus zu verlieren. Reifenberg wollte einen so wertvollen Mitarbeiter nicht verlieren und machte ihm den Vorschlag, der ihm beides ermöglicht hatte. Er konnte weiter an seinen Romanen schreiben und zur gleichen Zeit für die »Frankfurter Zeitung« Ar­tikel in Frankreich und über Frankreich verfassen.

In diesen Jahren, von 1923 bis 1925, erschienen in den Zeitungen für die Roth schrieb, auch seine ersten Romane, die in der Roth-Forschung Zeitungs­romane[43] genannt werden. Sein Debüt war der Roman Das Spinnennetz, der in der sozialistischen »Arbeiter-Zeitung« aus Wien veröffentlicht wurde(7. Oktober bis 6. November 1923)[44]. Sein zweiter, aber der erste in Buchform gedruckte Roman, Hotel Savoy, erschien zunächst in der »Frankfurter Zeitung« vom 9. Februar bis 16. März 1924. Der dritte Roman, Die Rebellion, erschien als Roths letzter Beitrag im »Vorwärts« vom 27. Juli bis 2. August 1924.

1.4. SOZIALISMUS - KOKETTERIE ODER ÜBERZEUGUNG ?

Bedeutete Roths Einstieg in die Redaktion von »Vorwärts« auch sein offenes Bekenntnis zum Sozialismus? War Roth ein überzeugter Sozialist?

Da Roth schon in Wien, in der Zeit von 1918 bis 1920, in seinen Zeitungsbeiträgen eine gewisse Linksorientierung zeigte, und sowohl in Wien als auch in Berlin vor allem in links orientierten Zeitungen seine Artikel veröffentlichte, könnte man davon ausgehen, dass seine Sympathie für diese politische Richtung in Berlin nur noch mehr an Gewicht gewonnen hat. Es ist vielleicht seine Absicht, dass man es so sieht. Und als Grund für seine Kündigung beim »Berliner Börsen-Courier« nennt er linke Überzeugungen. „Ich kann wahrhaftig nicht mehr die Rücksichten auf ein bürgerliches Publikum teilen und dessen Sonntagsplauderer bleiben, wenn ich nicht täglich meinen Sozialismus verleugnen will.”[45]

Doch, dass Roth ein überzeugter Sozialist war, ist nirgendwo klar zu sehen, auch seine Freunde sahen ihn nicht unbedingt als einen Sozialisten. Sein Sozialismus war vielmehr eine bei vielen Schriftstellern nach dem Krieg feststellbare Verbundenheit mit manchen Ideen dieser politischen Richtung. Roth war nie ein Parteigänger und jede Art von Theorie war ihm höchst unsympathisch, so dass die Annahme, dass ihm die Hauptwerke der sozialistischen Theorie zum Teil völlig unbekannt waren, sicher nicht weit von der Wahrheit entfernt ist. Er unterschrieb zwar seine Beiträge im »Vorwärts« mit 'Der rote Joseph', aber Westermann sieht es mehr als eine „Spielerei eines Wortakrobaten”[46]. Roth passte sich einfach in einem gewissen Sinne an, nicht nur durch sein auffallendes Pseudonym. Er passte sich dem Stil und der Richtung der linken Zeitungen an, für die er geschrieben hatte, ohne dass er seine Überzeugungen sehr viel dehnen musste. Roth war nie an Dogmatisierung oder Ideologisierung interessiert. In dieser Zeit, zwischen zwei Kriegen, in der Antisemitismus noch stärker und die soziale und ökonomische Situation in Deutschland keinesfalls viel besser geworden war, war jeder linksorientiert, der gegen den Krieg und Nationalismus gesinnt war. Roth war nur bemüht Das Antlitz der Zeit [47], seiner Zeit, zu beschreiben. In seiner Sensibilität und seelischer Empfindlichkeit, wurde er zutiefst und ehrlich vom Leiden anderer betroffen und er fühlte sich berufen, andere auf die Ungerechtigkeit, Armut, Arbeit-, Heimlosigkeit der Menschen in nächster Nähe aufmerksam zu machen. Durch seine Mitarbeit in »Drachen« und »Lachen links«, konnte er seine satirische Seite offen zeigen und vieles sagen, was in einer anderen Zeitung nicht erlaubt gewesen wäre.

Er war ein engagierter Journalist/ Schriftsteller und kritisierte seine deutschen Kollegen wegen ihrer Unbeteiligkeit.

Die Tradition des politisch »indifferenten« deutschen Dichterwaldes gebeut Schweigen in allen Fragen des öffentlichen Lebens. [...] In Deutschland trennt man »Politik« von »Poesie«.Der Dichter, aus dem Gefüge seiner Zeit, seiner Klasse gelöst, lebt in einer abstrakten »Heimat«. Kein Wunder, daß ihn die metaphysischen Wunder mehr interessieren als die irdischen, als diese Geschehnisse; Fechenbach, München, Diktatur, die dadurch, daß eine Republik ihr Geburtsort ist, wunderbarer werden als sämtliche Geistererscheinungen in Deutschland.[48]

Der einzige, den Roth für seine Engagiertheit lobte, war Heinrich Mann. Dieses Engagement Manns, bzw. Roths, ist weniger von den Grundideen des Sozialismus geprägt. Roths Beobachtungsgabe, verbunden mit seinen starken Gefühlen der Gerechtigkeit, des Mitgefühls und Solidarität mit den Armen und Leidenden, fanden in Deutschland, wenn auch nur für eine gewisse Zeit, eine Stütze in den Ideen des Sozialismus. Roth wurde bald von den deutschen Sozialdemokraten enttäuscht, sowie auch von der »Gruppe 1925«. Es zeigte sich bald, dass der Versuch linke Intellektuelle politisch zu vereinigen, nicht gelingen konnte. Die Gruppe löste sich schon nach zwei Jahren auf, wegen Zwistigkeiten und Meinungsverschiedenheiten, sowie wegen der ungenügenden Leistungsfähigkeit der Mitglieder.

Eine gewisse Sympathie für den Sozialismus und große Hoffnungen in die Verwirklichung sozialistischer Ideale hatte er auf den neuen sozialistischen Staat Sowjetunion gestellt. Doch diese Hoffnungen wurden nach seiner Russland-Reise 1926 zunichte gemacht.[49]

Mit dem Einstellen der Mitarbeit bei »Vorwärts«, »Lachen links« und »Drachen« und mit dem exklusiven Engagement bei der »Frankfurter Zeitung« begann für Roth eine neue Zeit. Zeit des großen Reisereporters, Feuilletonisten und Schriftstellers. Sein Interesse für politische Themen ließ nach und somit verlor sich sein ‘Sozialismus’.

1.5. EXIL-MONARCHISMUS

Roth hatte lange vor der eigentlichen Machtergreifung in Deutschland durch die Nationalsozialisten die Gefahr dieser Bewegung prophezeit. Schon 1924 berichtete er vom Hitler Prozess: „Ich leugne die Wirklichkeit des Hitler-Prozesses.”[50] Roth sah, welche Gefahr der ganzen Welt drohte, falls in Deutschland die NSDAP die Oberhand gewinnen sollte. Durch die politischen Reden Hitlers und seiner Anhänger wurden im deutschen Volk wieder die alten Ideen aus dem verlorenen Ersten Weltkrieg lebendig, und wie Roth sagte, begannen die Toten wieder zu sprechen. „Denn hört ihr nicht, Brüder, daß die Toten reden? Seht ihr nicht, daß die Stenographen Geisterreden nachschreiben?”[51] Als Hindenburg 1925 für die Wahlen zum Reichspräsidenten kandidierte, rief Roth entrüstet auf: „Wenn es Hindenburg wird, reise ich ab, ich weiß, was dieser Wahl folgen wird.”[52]

Viele von Roths Bekannten und Freunde haben ihn unter anderem als einen Menschen beschrieben, der durchaus und aufrichtig hassen konnte. Das bewies sich am Beispiel der Regierung im Dritten Reich. In seinem Artikel für den »Prager Mittag«, unter dem Titel Ich verzichte, gibt er seinen Gefühlen gegenüber der Situation in der literarischen Welt Deutschlands deutlich Ausdruck. Er berichtet sogar von seinem Gespräch mit einem deutschen Verleger, der ihm angeboten hat, „als einer der dem ›Dritten Reich‹ nicht gefährlich erscheinenden Autoren”[53], in Deutschland wieder zu veröffentlichen. Roths Antwort war klar und treffend.

Als österreichischer Monarchist, konservativer Mann und unerbittlicher Feind jeder Regierung, an deren Spitze ein Tapezierer steht, erwiderte ich dem Verleger: daß ich darauf verzichte, im »Dritten Reich«, derzeit genannt Deutschland, zu erscheinen.[54]

Dieses Gespräch fand statt, als Roth schon im Exil war. Und erst in den Exiljahren begann Roth sich als Monarchist zu bekennen[55]. Sein Kulturpessimismus, die Enttäuschung über den Sieg des Nationalsozialismus, die Überzeugung, dass die Technik den Menschen beherrscht, anstatt umgekehrt, und die Meinung, die Technik entgöttere die Welt, war für ihn Anlass, sein Vertrauen in die moderne Welt und ihre Errungenschaften zu verlieren und sich der Vergangenheit als der einzigen Zufluchtstätte zuzuwenden. Die einzige Lösung, die einzige Antwort auf die steigende Gefahr einer nationalsozialistischen Macht, die Roths Meinung nach drohte alles zu zerstören worauf Europa basiert, fand er im Monarchismus und der Rückkehr der Habsburger. „Die Flucht in die Vergangenheit hing mit der verzweifelten Suche nach neuen Werten, nach einer geistigen und politischen Heimat zusammen.”[56] Roth belebte die alte österreichisch-ungarische Welt. Diese verlorene Heimat Roths wurde in seiner Phantasie wieder lebendig und es schien ihm möglich sie zu verwirklichen.

Sein Österreich, das er die ganze Exil-Zeit hindurch wiederherzustellen versuchte, war das Land, in dem Offiziere eine sehr gute gesell­schaftliche Position genossen ha­tten. Ein Offizier in der k. und k. Monarchie wirkte in allen Gesellschaftskreisen vornehmer und ach­tunggebietender als ein Schriftsteller. Er hat oft im Exil von der Menschlichkeit und Kameradschaft der Offiziere der alten Monarchie erzählt. Sei­nem Vetter hat er Ende der zwanziger Jahre eine Ge­schichte erzählt in der ihm ein Oberst, kurz nach der Rückkehr von der Front, auf der Straße Geld gegeben hatte, damit er sich schöne Kleider kaufen könnte. „Das konnte nur in der k. und k. Monarchie vorkommen [...] ein preußi­scher Oberst hätte mich in den Knast gesteckt. Die k. und k. Monarchie war die menschlichste der Autokratien.”[57] „Darum stellte er sich in Kneipen immer als >Joseph Roth, Offizier der k. und k. österreichisch-ungarischen Armee< vor.”[58]

Kaiser Franz Joseph I. war für die jüdischen Untertanen Österreich-Ungarns der größte und barmherzigste Kaiser, für den man tiefen Respekt und sogar Liebe empfand. Der Kaiser war der Beschützer des jüdischen Volkes in seinem Reich, und es wurden viele Geschichten und Anekdoten über ihn und seine Gutmütigkeit erzählt. Joseph Roth gehörte zu der letzten Generation, die mit dem Mythos vom Kaiser aufgewachsen war. Nostalgisch und traurig schreibt Roth den Artikel In der Kapuzinergruft[59] , in dem er dem Kaiser Franz Joseph I. nachtrauert. Wie andere seiner Artikel ist auch dieser ein Meisterwerk literarischer Tätigkeit, eine Erinnerung, die aus der Seele eines wahren Schriftstellers hervorquillt. Roths langjähriger Freund und Mäzen, Stefan Zweig, erklärt folgendermaßen Roths Treue zum alten Kaiser:

Geheimnisvollerweise waren in unserem sonderbaren Österreich die eigentlichen Bekenner und Verteidiger Österreichs niemals in Wien zu finden, in der deutschsprechenden Hauptstadt, sondern immer nur an der äußersten Peripherie des Reiches, [...] In dem kleinen Städtchen, dem Joseph Roth entstammte, blickten die Juden dankbar hinüber nach Wien; dort wohnte, unerreichbar wie ein Gott in den Wolken, der alte, der uralte Kaiser Franz Joseph, und sie lobten und liebten in Ehrfurcht diesen fernen Kaiser wie eine Legende, sie ehrten und bewunderten die farbigen Engel dieses Gottes, die Offiziere, die Ulanen und Dragoner, die einen Schimmer leuchtender Farbe in ihre niedere, dumpfe, ärmliche Welt brachten. Die Ehrfurcht vor dem Kaiser und seiner Armee hat sich Roth also schon als den Mythos seiner Kindheit aus seiner östlichen Heimat nach Wien mitgenommen.[60]

Roths Beziehung zur Monarchie und dem alten Kaiser veränderte sich in den Jahren unmittelbar nach dem Krieg. Der junge Journalist, eben erst vom Krieg zurückgekehrt, schreibt in seinen Zeitungsartikeln kritisch gegen den Klerikalismus und den Monarchismus. In der Artikelreihe unter dem Titel Wiener Symptome schreibt er:

[...]


[1] Literatur, David Bronsen, Joseph Roth, Eine Biographie, Köln 1981; Helmuth Nürnberger (Hrsg.), Joseph Roth, mit Selbstzeugnissen und Bilddokumenten, Reinbek bei Hamburg 1981.

[2] David Bronsen schrieb die ausführlichste und umfangreichste Biographie Joseph Roths. Die erste Ausgabe erschien in Köln 1974. In der Arbeit benutze ich die ungekürzte Taschenbuchausgabe.

[3] Zit. Joseph Roth, Briefe 1911-1939, Herausgegeben und eingeleitet von Hermann Kesten, Köln - Berlin 1970, S. 10, 11.

[4] Nach Bronsen /1981, S. 34.

[5] Zit. Bronsen /1981, S. 33.

[6] Vgl. Józef Wittlin, Erinnerungen an Joseph Roth, in, Hermann Linden (Hrsg.), Joseph Roth, Leben und Werk, Ein Gedächtnisbuch, Köln - Hagen 1949, S. 49

[7] Vgl. Kindermanns Erinnerungen an Roth in, Bronsen /1981, S. 133.

[8] Zit. Bronsen /1981, S. 135.

[9] Zit. Roth /1970, S. 30.

[10] Zit. Roth /1970, S. 31.

[11] Vgl. Hermann Linden, Tage mit Joseph Roth, in, Linden (Hrsg.)/1949, S. 27-34.

[12] Zit. Nürnberger /1981, S. 47.

[13] Zit. Klaus Westermann, Joseph Roth, Journalist, Eine Karriere, Bonn 1987, S. 27.

[14] Zit. Sebastian Kiefer, Braver Junge - gefüllt mit Gift, Joseph Roth und die Ambivalenz, Stuttgart - Weimar 2000, S. 18.

[15] Vgl. Bronsen /1981, S. 154-184; Westermann /1987, S. 17-23; Nürnberger /1981.

[16] Im Wintersemester 1913/14 war Roth noch auf der Lemberger Universität inskribiert, aber er war schon im Herbst 1913 in Wien. Vgl. Soma Morgenstern, Joseph Roths Flucht und Ende, Erinnerungen, Herausgegeben und mit einem Nachwort von Ingolf Schulte, Berlin 1998, S. 8-26; Heinz Lunzer / Victoria Lunzer-Talos, Joseph Roth, Leben und Werk in Bildern, Köln 1999, S. 43-54; Bronsen /1981, S. 115-153.

[17] Zit. Bronsen /1981, S. 157.

[18] Vgl. Lunzer/ Lunzer-Talos /1999, S.66.

[19] Vgl. Lunzer/ Lunzer-Talos /1999 , S. 65.

[20] In: Roth, Werke in sechs Bänden, Bd. 1, Köln 1989, S. 3; (im weiteren Fußnotentext wird auf dieses Werk mit Werke und der jeweiligen Bandnummer verwiesen).

[21] Vgl. Bronsen /1981, S. 157.

[22] Zit. Bronsen /1981, S. 157.

[23] Zit. Morgenstern /1998, S. 26.

[24] Zit. Bronsen /1981, S. 158.

[25] Zit. Bronsen /1981, S. 161. Auch in Wittlin /1949, S. 54.

[26] Zit. Roth /1970, S. 35.

[27] Zit. Roth /1970, S. 177.

[28] Zit. Roth /1970, S. 163.

[29] Zit. Roth /1970, S. 35.

[30] Aus: Die weißen Städte, Artikel aus der Frankfurter Zeitung vom Jahre 1925, in, Roth, Werke 2, S. 454.

[31] Zit. Gertrude Stein: Everybody´s Autobiography, Zitiert nach Petra Klaß-Meenken, Die Figur des schwachen Helden in den Romanen Joseph Roths, Aachen 2000, S. 106.

[32] Zit. Roth /1970, S. 35.

[33] Vgl. Westermann /1987, S. 30-76; Bronsen /1981, S. 208-418; Nürnberger /1981, S. 59-86; Lunzer / Lunzer-Talos /1999, S. 80-201; Rudolf Koester, Joseph Roth, Berlin 1982, S. 17-27.

[34] Zit. Bronsen /1981, S. 207.

[35] Vgl. Roth, Zwischen Lemberg und Paris, Eingeleitet und ausgewählt von Ada Erhart, Graz und Wien 1961.

[36] Vgl. Hermann Linden, Tage mit Joseph Roth, in, Linden/1949, S. 27-34.

[37] Vgl. Bronsen /1981, S. 210 ff.

[38] Bronsen spricht von der Zahl von 180 Roths Beiträge, wobei andererseits Koester die Zahl von über 150 nennt.

[39] Zit. Michael Bienert, Joseph Roth in Berlin, Ein Lesebuch für Spaziergänger, Köln 1996, S. 15.

[40] Zit. Rudolf Leonhard, Bemerkungen, Geschichten von Joseph Roth, in, Die Neue Weltbühne, 22.6.1939, S. 792-794, Zitiert nach Bronsen /1981, S. 243.

[41] Zit. Bienert /1996 , S. 15.

[42] Zit. Roth, Werke 2, S. 70.

[43] Vgl. Nürnberger /1981, S. 61-65.

[44] Vgl. Koester /1982, S. 28-42.

[45] Zit. Roth /1970, S. 40.

[46] Vgl. Westermann /1987, S. 43-47.

[47] Der Text mit diesem Titel erschien 1920 in »Der Neue Tag«. Vgl. in, Roth, Werke 1, S. 213-215.

[48] Zit. Roth, Werke 2, S. 59.

[49] Vgl. Uwe Schweikert, »Der rote Joseph«, Politik und Feuilleton beim frühen Joseph Roth (1919-1926), in, Heinz Ludwig Arnold (Hrsg.), Joseph Roth, Sonderband aus der Reihe Text und Kritik, München 1974, S. 40-56.

[50] Zit. Roth, Werke 2, S. 70.

[51] Zit. Roth, Werke 2, S. 71.

[52] Zit. Max Krell, Das alles gab es einmal, Frankfurt/ M. 1961, S. 262.

[53] Zit. Roth, Werke 3, S. 493.

[54] Zit. Roth, Werke 3, S. 493.

[55] Hier muss erwähnt werden, dass Roths Exilzeit, bis zum Anschluss Österreichs 1938, vom Monarchismus geprägt war, aber Roth hat schon früher nostalgische Züge gezeigt und in der „Frankfurter Zeitung” schon 1928 einen Artikel unter dem Titel Seine k. und k. apostolische Majestät veröffentlicht hatte.

[56] Zit. Westermann /1987, S. 51.

[57] Zit. Bronsen /1981, S. 178.

[58] Zit. Bronsen /1981, S. 465.

[59] In, Roth, Werke 3, S. 671-673.

[60] Zit. Bronsen /1981, S. 106, 107.

Ende der Leseprobe aus 115 Seiten

Details

Titel
Masken der Melancholie in Joseph Roths späten Romanen
Hochschule
Universität Wien  (Deutsche Philologie)
Note
sehr gut
Autor
Jahr
2002
Seiten
115
Katalognummer
V8760
ISBN (eBook)
9783638156509
ISBN (Buch)
9783638697552
Dateigröße
795 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Corpus: Das falsche Gewicht, Radetzkymarsch, Die Kapuzinergruft.
Schlagworte
Masken, Melancholie, Joseph, Roths, Romanen
Arbeit zitieren
Daniela Portmann-Bogosavac (Autor), 2002, Masken der Melancholie in Joseph Roths späten Romanen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/8760

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