Technik und Filmsprache bei David W. Griffith


Seminararbeit, 2001

9 Seiten


Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

1. Wegbereiter des klassischen Hollywood –Kinos

2. „Birth of a Nation“ – die Geburt der Filmsprache?

3. Fortschritt durch Technik

4. Technik und Filmsprache in „Intolerance“

5. Montageschlacht

6. Ideologie und Einfluss auf spätere Filme

Literaturverzeichnis

TECHNIK UND FILMSPRACHE BEI DAVID WARK GRIFFITH

1. Wegbereiter des klassischen Hollywoodkinos

David Wark Griffith wird sehr oft als der „Erfinder der Filmmontage“[1] und der Sprache des Filmes bezeichnet. Ob es wirklich eine einzelne Person war, die die Erzählkunst des Filmes erfunden hat, sei nun einmal dahingestellt. Es gab sicherlich mehrere wichtige Figuren in der Geschichte des Films, von denen Technik und filmische Mittel Schritt für Schritt unweigerlich verstärkt eingesetzt wurden. Auf jeden Fall aber war Griffith derjenige, der die zu seiner Zeit ( im noch frühen 20. Jahrhundert ) innovative narrative Form des Films maßgeblich systematisiert und weiterentwickelt hat.[2]

Dabei kam Griffith aus einer Notsituation, eher schon fast zufällig zum Film. Er begann als Schauspieler um zu überleben, wechselte zur Biograph Company und drehte dort als Regisseur über 400 Filme, vor allem Einakter, bis er zu den unabhängigen Produzenten über-wechselte und zum „Wegbereiter des klassischen Hollywoodkinos“2 wurde.

„Griffith revolutionierte den Film [letztendlich jedoch] nicht aus edlen Motiven. Er hatte eigentlich zum Theater gewollt. Deshalb machte es ihm Freude, die ‚dummen’ Filmleute mit ihrer starren Kamera, ihren ideenlosen Pappkulissen und ihrer wild gestikulierenden Schauspielerei zu ärgern. Das gelang ihm. (...)“3 Griffith`s Film bewegte sich immer weiter vom Theater weg. Vor seinem ersten monumentalen Film-Epos „Die Geburt einer Nation“ hatten Filme, die normalerweise wesentlich kürzer waren, eher Ähnlichkeit mit einer Aneinanderreihung von Einaktern. Vor allem „Birth of a Nation” machte deutlich, dass das Kino immer mehr zu längeren, in sich geschlossenen Geschichten überging, und somit die Geburt der Filmkunst angebrochen war. Die Krise, in der sich das Übergangskino etwa 1907 befand – man beklagte mangelnde erzählerische Deutlichkeit – trug zudem dazu bei, dass der Zuschauer von nun an intensiver in die Gedanken und Gefühle der Figuren auf der Leinwand miteinbezogen werden sollte.4 Durch raffinierte Schnitttechniken, Darstellungsstil und Dialogtitel wurden psychologisch glaubwürdige Charaktere geschaffen, die in aufwendige Langspielfilmen zusammenhängende Geschichten realistisch aussehen ließen. Thematisch diente nun nicht nur mehr das realistische Theater, sondern vor allem der „damals modische[n], realistische[n] Roman[e]“4 als Vorbild. Die literarisch narrativen Strukturen wurden in die Filme gleich direkt mitübernommen. Der Film sollte sich von der klassischen Theatertradition, wie zum Beispiel dem Melodrama, befreien und dazu war es nötig, neue Methoden der Filmsprache zu entwickeln.

Griffith`s anfängliche Geringschätzung des relativ neuen Mediums Kino wandelte sich insofern, als dass er den kulturellen Status des Kinofilms sichern wollte. So verlangte er 1915 beispielsweise horrende zwei Dollar Eintritt für die „Birth of a Nation“ Vorstellung. Die narrative Komponente in seinen Filmen wurde nun immer wichtiger. Griffith fasste also die wichtigsten Innovationen des europäischen Kinos zusammen und entwickelte sie nach allen Regeln der Kunst weiter.5

[...]


[1] Andrea Gronemeyer: DuMont Schnellkurs Film, Köln 1998, S.43.

[2] vgl. Schnellkurs, a.a.O., S.43.

3 Kevin Brownlow: Pioniere des Films: Vom Stummfilm bis Hollywood. Basel, Frankfurt a. M.. 1997, S.42.

4 Geoffrey Novell-Smith: Die Frühzeit: Das Kino des Übergangs, in: Geschichte des internationalen Films, Verlag, J.B. Metzler, Stuttgart / Weimar, 1998, S.31.

4 Die Frühzeit, a.a.O., S.31.

5 vgl. Schnellkurs, a.a.O., S.43.

Ende der Leseprobe aus 9 Seiten

Details

Titel
Technik und Filmsprache bei David W. Griffith
Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg  (Theater- und Medienwissenschaft)
Veranstaltung
Seminar: Panorama der Filmgeschichte
Autor
Jahr
2001
Seiten
9
Katalognummer
V8761
ISBN (eBook)
9783638156516
Dateigröße
472 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Technik, Filmsprache, David, Griffith, Seminar, Panorama, Filmgeschichte
Arbeit zitieren
Roman Seda (Autor), 2001, Technik und Filmsprache bei David W. Griffith, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/8761

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Technik und Filmsprache bei David W. Griffith



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden