Lösungsansätze der mystischen Philosophie des Meister Eckart zum Theodizeeproblem


Hausarbeit, 2004

10 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Gliederung

1. Einleitung

2. Biographische Eckdaten aus dem Leben des Meister Eckart

3. Leitgedanken der mystischen Philosophie des Meister Eckart

4. Erklärungen des Meister Eckart zum Problem der Existenz von Übel und Leid in der Welt

5. Gedanken des Meister Eckardt zum Umgang mit dem Übel und dem Leid in der Welt

6. Gedanken des Meister Eckart zur Bewältigung des Bösen und der Sünde

7. Persönliche Stellungnahme

8. Literaturverzeichnis

Ist Gott willens, aber nicht fähig, Übel zu verhindern?

Dann ist er ohnmächtig. Ist er fähig, aber nicht willens?

Dann ist er boshaft. Ist er sowohl fähig als auch willens?

Woher kommt dann das Übel?

Epikur

1. Einleitung

In diesen Fragen bringt der griechische Philosoph Epikur das Thema unseres Seminars, wie das Übel in der Welt mit der Güte Gottes vereinbar ist, auf einen Punkt.

Dieses Problem beschäftigt über die Jahrhunderte hinweg nicht nur die Denker, Dichter und Philosophen, sondern jeder gläubige Christ wird irgendwann auf seinem Glaubensweg dieser Frage begegnen.

Im Folgenden werde ich der Frage nach dem Beitrag des Meister Eckart zum Theodizeeproblem nachgehen und die Lösungsansätze seiner mystischen Philosophie darstellen.

Meister Eckart, der mittelalterliche Dominikanermönch und Mystiker, erfährt nach Jahrhunderten, in welchen er nahezu in Vergessenheit geraten ist, heute wieder zunehmende Beachtung.

Eine mögliche Ursache hierfür könnte sein, dass Themen, wie Buddhismus, Meditation und fernöstliche Philosophie, die sich in unserem Kulturkreis wachsender Beliebtheit erfreuen, etliche Analogien zur Philosophie Meister Eckarts aufweisen.

Von manchen Autoren wird Meister Eckart in Verbindung mit dem Neuplatoniker Plotin gebracht und sein Denken als Grundlage für die Philosophie Fichtes, Schellings und Hegels bezeichnet[1].

Aus diesen Gründen ist es auch im Zusammenhang mit unserem Seminarthema „Ist Gott gut?“ interessant, welche Antworten Meister Eckart zu dem Problem anbietet, wie das Übel und das Böse in der Welt sich mit der Güte Gottes vereinbaren lassen.

2. Biographische Eckdaten aus dem Leben des Meister Eckart

Über konkrete historische Daten aus dem Leben des Meister Eckart ist nur relativ wenig überliefert. Geboren wurde er um das Jahr 1260 unter dem Namen Eckart von Hochheim, als Nachfahre eines ritterlichen Geschlechts. Schon früh ist er in Erfurt dem Dominikanerorden beigetreten, um dann vermutlich in Straßburg und Köln zu studieren. Nach seinem Studium wird er Prior seines Heimatklosters. In Paris erhält er seinen ersten Lehrauftrag und wird 1302 Magister. Von diesem Abschluss her rührt auch die Bezeichnung „Meister“ Eckart. Nach seiner Heimkehr aus Paris wird Meister Eckart Leiter der neu eingerichteten Ordensprovinz Sachsen, sowie Generalvikar für Böhmen, wo er mit der Reform der Ordensklöster betraut wird. In Straßburg leitet er eine ordenseigene Hochschule und lehrt außerdem auch an der Universität Köln.

Der Zeitpunkt seines Todes wird um das Jahr 1327/1328 geschätzt. Der Ort seines Grabes ist nicht näher bekannt.

Meister Eckart hinterlässt ein umfangreiches Werk aus lateinischen Schriften und deutschen Predigten und Traktaten. Vor allem dem Inhalt dieser Predigten verdankt Meister Eckart seine Bekanntheit.

Obwohl Meister Eckart Leiter eines Dominikanerklosters war, einem Orden dessen aktive Beteiligung bei der Inquisition bekannt ist, geriet er in einen ernsten Disput mit der Amtskirche und musste sich in einem Prozess gegen den Vorwurf der Häresie verteidigen.

Nach seinem Tod veröffentlichte der Papst eine Bulle, in welcher Teile seines Werkes als ketzerisch verdammt werden[2].

3. Leitgedanken der mystischen Philosophie des Meister Eckart

Ein zentraler Begriff der mystischen Philosophie des Meister Eckart ist der Begriff der „Abgeschiedenheit“. Dieser Ausdruck ist in zahlreichen Werken und Predigten des Meisters zu finden und meint zunächst die Abgeschiedenheit von der welthaften Realität: „Der mystische Weg des Meister Eckart ist zunächst ein Weg der Abscheidung, des Abschiednehmens. Der Mensch soll sich nicht mehr durch Äußeres bekümmern lassen. Mitten in der Welt muss sich der Mensch vom Verfallensein an die Dinge freimachen.“[3]

[...]


[1] Vgl. Weischedel 1997, 99

[2] vgl. Weischedel 1997, 100

[3] Weischedel 1997, 101

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Lösungsansätze der mystischen Philosophie des Meister Eckart zum Theodizeeproblem
Hochschule
Katholische Hochschule Freiburg, ehem. Katholische Fachhochschule Freiburg im Breisgau
Veranstaltung
Ethik
Note
1,3
Autor
Jahr
2004
Seiten
10
Katalognummer
V87624
ISBN (eBook)
9783638012829
Dateigröße
355 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Lösungsansätze, Philosophie, Meister, Eckart, Theodizeeproblem, Ethik
Arbeit zitieren
Birgitta Bernhardt (Autor), 2004, Lösungsansätze der mystischen Philosophie des Meister Eckart zum Theodizeeproblem, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/87624

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