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Homo faber - Fabers Welt- und Berufsbild und der Prozess der Selbsterkenntnis

Title: Homo faber - Fabers Welt- und Berufsbild und der Prozess der Selbsterkenntnis

Seminar Paper , 2000 , 15 Pages , Grade: 2

Autor:in: Anonym (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Summary Excerpt Details

Der Titel eines jeden Werkes verleitet dazu, sich ein Bild vom Inhalt und der Thematik zu machen, ohne das Werk zuvor gelesen zu haben. So auch der Roman des Schweizer Autors Max Frisch ,,Homo faber". Übersetzt bedeutet ,,homo faber" nichts anderes als ,,der schaffende Mensch", wörtlich gemeint also ein Mensch, der mit seiner Hände Arbeit etwas erschafft. Diese Übersetzung scheint jedoch das Wesen des Protagonisten Walter Faber auf den ersten Blick nicht zu erfüllen: Er arbeitet mit dem Kopf und nicht mit seinen Händen oder seiner Muskelkraft.

Bei näherem Betrachten fällt jedoch auf, daß Walter Faber, der von seiner ehemaligen Freundin Hanna den Spitznamen ,,homo faber" seines rationalen Wesens wegen erhielt, im Laufe der Handlung dem Bild des schaffenden Menschen immer näher kommt: Er beginnt, sich und seine Sicht der Dinge neu zu erschaffen.

Wie sich das ursprüngliche Weltbild des Walter Faber darstellt und wie es sich während des Romans verändert, soll im folgenden untersucht werden. Ob es Faber gelingt, seine Ansichten wirklich zu ändern und die Erkenntnisse auch anzunehmen und umzusetzen, wird Gegenstand des zweiten Teils meiner Arbeit sein.

Die Frage nach der Erkenntnisfähigkeit Fabers wirft auch die Frage nach der Schuld am Tod seiner eigenen Tochter Elisabeth auf, hierauf möchte ich erst im Schlussteil nach Beantwortung der übrigen Fragen genauer eingehen. Auch Fabers Beziehungen zu den Frauen in seinem Leben ist ein Teil der angesprochenen Problematik, kann aber hier des Umfangs wegen nur kurz umrissen werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Walter Fabers Welt- und Berufsbild

2.1 Fabers Berufsleben

2.2 Das technikzentrierte Weltbild

2.3 Beobachtung statt Erlebnis

2.4 Natur als Bedrohung

2.5 Zwischenmenschliche Beziehungen

3. Der Prozess der Selbsterkenntnis

3.1 Erste Anzeichen des Wandels

3.2 Irrationale Impulse

3.3 Erlebnis statt Beobachtung

3.4 Selbstannahme

4. Schluss

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht das Welt- und Berufsbild des Protagonisten Walter Faber in Max Frischs Roman „Homo faber“ sowie den darauffolgenden Wandlungsprozess seiner Selbsterkenntnis. Ziel ist es zu analysieren, wie Faber von einem rein rationalen, technikzentrierten Selbstverständnis zu einer Akzeptanz des Unvorhersehbaren und zu seinem wahren Ich findet.

  • Technikzentriertes Weltbild vs. gelebtes Erlebnis
  • Die Rolle der Natur als Bedrohung für das rationale Konstrukt
  • Beziehungsmuster und emotionale Verdrängung
  • Der psychologische Prozess der Selbsterkenntnis und Selbstannahme

Auszug aus dem Buch

2.2 Das technikzentrierte Weltbild

„Walter Faber versucht, die technische Weltanschauung zu leben“4 Faber erzählt nicht von den Geschehnissen, er berichtet über sie. Was man durch ihn erfährt sind Fakten, räumliche und zeitliche Gegebenheiten, eine genaue aber emotionslose Berichterstattung5 des Vorgefallenen. Für Walter Faber ist „die Technik nicht ein Beruf, sondern eine Art, die Welt zu sehen und zu begreifen.“6 Das Schlagwort „Technik statt Mystik“ (77) fasst zusammen, was letztendlich zum Stolperstein in Fabers Leben wird: Er kann nicht an etwas glauben, ohne um seine Existenz zu wissen.

In der Welt, wie Faber sie sich zurechtlegt, ist kein Platz für metaphysische Phänomene wie die Macht eines höherstehenden Wesens, das die Fäden des Schicksals in den Händen hält. Faber nennt Hanna mit ihrem Hang zum Mystischen hysterisch (47), er kann und will die Welt nur so sehen, wie sie ihn nicht beunruhigt: als durch und durch berechenbar und durchschaubar.7 Darum ist es für ihn auch nicht möglich, die Folge unglaublicher Ereignisse, die sein Leben seit dem Start in New York beeinflussen anders als eine Verkettung von Zufällen zu sehen:

„Aber wieso Fügung? Ich brauche, um das Unwahrscheinliche als Erfahrungstatsache gelten zu lassen, keinerlei Mystik; Mathematik genügt mir.“ (22)

Nach Faber ist der Techniker der Beherrscher der Welt:

„Wir leben technisch, der Mensch als Beherrscher der Natur, der Mensch als Ingenieur, und wer dagegen redet, der soll auch keine Brücke benutzen, die nicht die Natur gebaut hat.“ (107)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik des Romans ein und definiert die Fragestellung bezüglich der Diskrepanz zwischen Fabers rationaler Selbsteinschätzung und seiner tatsächlichen menschlichen Entwicklung.

2. Walter Fabers Welt- und Berufsbild: Dieses Kapitel analysiert Fabers berufliche Identität sowie sein technikzentriertes Weltbild, das durch Distanz zur Natur, Ablehnung des Irrationalen und eine Verleugnung tieferer zwischenmenschlicher Gefühle geprägt ist.

3. Der Prozess der Selbsterkenntnis: Hier wird der allmähliche Zusammenbruch von Fabers Weltbild beschrieben, angestoßen durch irrationale Impulse und die Begegnung mit Sabeth, was ihn schließlich zur Annahme seiner selbst führt.

4. Schluss: Der Schlussteil resümiert Fabers Entwicklung vom Techniker zum erlebenden Menschen und thematisiert seine abschließende Akzeptanz des Schicksals, der Schuld und der Vergänglichkeit vor seinem Tod.

Schlüsselwörter

Max Frisch, Homo faber, Walter Faber, Identität, Selbsterkenntnis, Technik, Rationalität, Weltbild, Schicksal, Natur, Erlebnis, Sabeth, Schuld, Selbstannahme, Romananalyse

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Charakterstudie des Protagonisten Walter Faber aus dem Roman „Homo faber“ von Max Frisch, wobei der Schwerpunkt auf seinem rationalen Weltbild liegt.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Themenfelder umfassen den Gegensatz zwischen Technik und Mystik, die Beziehung zwischen Mensch und Natur sowie den psychologischen Wandel des Protagonisten.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Ziel ist es zu untersuchen, wie sich Walter Fabers starres, technikzentriertes Weltbild durch verschiedene Schicksalsschläge verändert und ob er zu einer echten Selbsterkenntnis gelangt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die primär auf der Textinterpretation von „Homo faber“ und der Einbeziehung literaturwissenschaftlicher Sekundärliteratur basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des ursprünglichen, rationalen Weltbildes von Faber und den darauffolgenden Prozess seiner zunehmenden Selbsterkenntnis und emotionalen Öffnung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Selbsterkenntnis, Rationalität, Technikzentrierung und der psychologische Wandlungsprozess des modernen Menschen.

Welche Rolle spielt die Figur Sabeth für die Entwicklung von Faber?

Sabeth fungiert als Katalysator, die Faber Zugang zu seinem irrationalen Ich ermöglicht und ihn durch die Wirkung der Liebe aus seinem starren Weltbild herauslöst.

Warum versucht Faber am Ende seines Lebens, seine Aufzeichnungen zu vernichten?

Die Vernichtung der Aufzeichnungen symbolisiert die endgültige Abkehr von seinem früheren falschen Selbstbild, da er erkennt, dass er sein Leben verfehlt hat.

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Details

Title
Homo faber - Fabers Welt- und Berufsbild und der Prozess der Selbsterkenntnis
College
Saarland University  (Germanistik)
Course
Proseminar: Tagebücher und Erzählprosa Max Frischs
Grade
2
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2000
Pages
15
Catalog Number
V8763
ISBN (eBook)
9783638156530
Language
German
Tags
Selbsterkenntnis Weltbild Menschenbild
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2000, Homo faber - Fabers Welt- und Berufsbild und der Prozess der Selbsterkenntnis, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/8763
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