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Spiel mir das Lied vom Drama

Ein Überblick über die dramaturgischen, narrativen und sensorischen Funktionen von Filmmusik im Spielfilm nach 1950 anhand des modifizierten Modells von Norbert J. Schneider

Title: Spiel mir das Lied vom Drama

Term Paper , 2005 , 30 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Patrick Fink (Author)

Communications - Movies and Television
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Summary Excerpt Details

Filmmusik wird in der Regel nur unbewusst wahrgenommen – dennoch hat sie
sowohl einen enormen Anteil am emotionalen Erleben eines Spielfilms als auch an
der Übermittlung ganz konkreter Botschaften des Filmemachers. Im Folgenden wird
der Versuch unternommen, einen Überblick über die Möglichkeiten zu geben, die das
Medium Musik dem Filmemacher bietet, um seine Geschichte und sein Thema dem
Rezipienten zu vermitteln.
Die Meisten der in der Filmmusikforschung bis zum heutigen Tage erarbeiteten
Modelle zur strukturierten Übersicht über die Funktionen von Filmmusik gelten als
zweifelhaft.1 Beispielsweise kritisiert Bullerjahn am strukturalistischen Modell von
Maas2 unter anderem, dass es keine sich gegenseitig ausschließenden Kategorien
verwendet3 oder widerruft Pauli sein eigenes tripolares Modell in einem späteren
Werk mit folgenden Worten: „Ich bin darüber nicht mehr so ungeheuer glücklich.“4
Daher stütze ich mich in der vorliegenden Arbeit nicht auf ein bestimmtes
strukturierendes Theoriemodell; Vielmehr orientiert sich meine Darstellung an der
Funktionsaufzählung des Filmkomponisten und Filmmusikwissenschaftlers Norbert
Jürgen Schneider5, welches ich modifizieren und ergänzen werde.
Weiterhin konzentriert sich diese Arbeit strikt auf dramaturgische, narrative und
sensorische (die Sinnesempfindungen beeinflussende) Funktionen. Aus diesem
Fokus ergibt sich, dass Metafunktionen6 der Musik im Film nicht behandelt werden.
Als Metafunktionen werden solche Funktionen verstanden, die sich nicht auf ein
einzelnes filmisches Werk beziehen, sondern auf das Medium Film an sich.6 Eine der
ökonomischen Metafunktionen ist beispielsweise die, dass die Platzierung von
populärer Pop- oder Rockmusik in einem Spielfilm sowohl für den Film- als auch für
den Musikproduzenten lukrative Werbeeffekte zur Konsequenz hat.
Die Entwicklung von Musik zum legitimen filmischen Ausdrucksmittel wird in der
Kleinen Geschichte der Musik zum Film dargestellt. Es wird deutlich, dass besonders
die Entwicklungen nach 1950 zu den heutigen höchst differenzierten
filmmusikalischen Ausdrucksmöglichkeiten – eben der Funktionspalette der
Filmmusik – geführt haben.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1.0 Ouvertüre

2.0 Kleine Geschichte der Musik zum Film

3.0 Funktionen von Filmmusik

3.1 Musikdramaturgische Grundlagen

3.2 Die Funktionspalette

1. Herstellung von Atmosphären

2. Abbildung von Emotionen

3. Setzen von Ausrufezeichen

4. Illustration von Bewegungen

5. Integration von Bildern

6. Herstellen von Werkimmanenten Bezügen

7. Formbildende Funktion

8. Evozierung von historischer Zeit/gesellschaftl. Kontext

9. Komik, Karikatur und Parodie durch Musik

10. Kommentar durch Musik

11. Physiologische Konditionierung

12. Vermittlung von Raumgefühl durch Musik

13. Persuasive Funktion

4.0 Schlussakkord

5.0 Bibliographie & Mediographie

5.1 Bibliographie

5.2 Mediographie

6.0 Anhang

6.1 Einstellungsprotokoll: Treffen mit Arabern (Fahrenheit 9/11)

6.2 Einstellungsprotokoll: Die Schlucht (King Kong und die weiße Frau)

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Hausarbeit untersucht die vielfältigen Wirkungsweisen von Musik im Spielfilm nach 1950. Dabei liegt der Fokus auf der Analyse dramaturgischer, narrativer und sensorischer Funktionen, die mittels eines modifizierten Modells von Norbert J. Schneider systematisch aufgearbeitet werden, um das Zusammenspiel von Bild und Ton zu verdeutlichen.

  • Historische Entwicklung der Filmmusik vom Stummfilm bis zur Moderne
  • Musikdramaturgische Grundlagen und Funktionsweisen
  • Detaillierte Analyse der Funktionspalette (z.B. Atmosphären, Emotionen, Leitmotivik)
  • Bedeutung der Filmmusik für die emotionale Lenkung des Rezipienten
  • Integration von Musik in die Filmstruktur und deren Wirkung auf die Wahrnehmung

Auszug aus dem Buch

4. Illustration von Bewegungen

Laut Lissa lenkt die sich zu den Bewegungen eines oder mehrerer im Bild befindlicher Objekte synchron entwickelnde Musik unsere Aufmerksamkeit auf den ästhetischen Wert der Bewegungsformen im Bild und ist somit ein künstlerisches Mittel.64

Ein Paradebeispiel für die vor allem früher sehr häufig verwendete illustrative Praxis ist die Filmmusik zu King Kong und die weiße Frau von Max Steiner. Eine für unsere Beweisführung prädestinierte Szene ist die, in der King Kong sich einiger seiner Verfolger entledigt, indem er sie von einem über eine Schlucht liegenden Baumstamm schüttelt (0:46:00 – 0:47:32).65 Am Ende dieser Szene hebt der Gorilla den Baumstamm von einer Seite aus an – wobei der vorletzte Mensch hinabfällt – , um den Stamm schließlich in die Schlucht zu werfen. Die Musik zu den zwei vertikalen Bildbewegungen ‚Baumstamm hoch’ und ‚Mensch runter’ steigt die Tonleiter langsam immer weiter hinauf bzw. rasant tief hinab. Das spätere Aufkommen des Baumstammes auf dem Grund der Schlucht wird akustisch mit einem tiefen Tusch untermalt.

Ein Kommentar Steiners zu seinem Werk lautet „Ja – manchmal übertreibe ich es.“66 Da es nicht nur Steiner, sondern auch viele andere Komponisten seiner Zeit – besonders auch die für Walt Disney arbeitenden - mit ihrem Drang zum Illustrativen übertrieben haben, wird dieses Mittel heute kaum noch als künstlerisch angesehen.67 In Hollywood spricht man auch spöttisch vom mickey-mousing.

Zusammenfassung der Kapitel

1.0 Ouvertüre: Diese Einleitung erläutert die bewusste und unbewusste Wirkung von Musik im Film und stellt die methodische Herangehensweise anhand des modifizierten Modells von Norbert J. Schneider vor.

2.0 Kleine Geschichte der Musik zum Film: Dieses Kapitel zeichnet die Entwicklung der Filmmusik nach, von der Stummfilmzeit bis hin zu den komplexen, funktionalen Einsatzmöglichkeiten nach 1950.

3.0 Funktionen von Filmmusik: Hier wird der theoretische Rahmen der Musikdramaturgie erläutert und die detaillierte Funktionspalette analysiert, die von der Emotionsabbildung bis zur persuasiven Wirkung reicht.

4.0 Schlussakkord: Das Fazit fasst zusammen, dass Filmmusik als essenzielles Gestaltungsmittel in enger Abstimmung mit anderen filmischen Elementen agiert und eine Katalogfunktion erfüllt.

5.0 Bibliographie & Mediographie: Dieser Abschnitt listet sämtliche verwendete Fachliteratur sowie die im Text analysierten Filme auf.

6.0 Anhang: Der Anhang bietet detaillierte Einstellungsprotokolle zu beispielhaften Filmszenen aus „Fahrenheit 9/11“ und „King Kong und die weiße Frau“.

Schlüsselwörter

Filmmusik, Musikdramaturgie, Norbert J. Schneider, Funktionspalette, Leitmotivtechnik, Filmmusikforschung, Tonfilm, Emotionale Wirkung, Narrativ, Sensorische Funktion, Filmmusikgeschichte, Bild-Ton-Zusammenwirkung, Kompilatkomposition, Filmmusiktheorie, Medienstudiengang

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit behandelt die vielfältigen Funktionen von Filmmusik in Spielfilmen nach 1950 und analysiert, wie diese als gestalterisches Element eingesetzt wird, um die Rezeption und das emotionale Erleben beim Zuschauer zu steuern.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zu den Schwerpunkten gehören die musikdramaturgischen Grundlagen, die geschichtliche Entwicklung der Filmmusik sowie eine tiefgehende Analyse der funktionalen Möglichkeiten der Musikuntermalung.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Das Ziel ist es, einen strukturierten Überblick über die dramaturgischen, narrativen und sensorischen Funktionen von Filmmusik zu geben und diese anhand des Modells von Norbert J. Schneider zu erläutern.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse basiert und das Theoriemodell von Norbert J. Schneider für die eigene Darstellung modifiziert und ergänzt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in einen geschichtlichen Abriss sowie eine detaillierte Funktionspalette, in der Einzelaspekte wie Atmosphärenherstellung, Emotionsabbildung und Leitmotivik anhand konkreter Filmbeispiele analysiert werden.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Musikdramaturgie, Funktionspalette, Filmmusikgeschichte, emotionale Beeinflussung und Bild-Ton-Zusammenwirken.

Was versteht man unter dem in der Arbeit erwähnten Begriff „Mickey-Mousing“?

Dies ist eine spöttische Bezeichnung aus Hollywood für eine übermäßig illustrative Filmmusik, bei der jede Bewegung im Bild eins-zu-eins durch die Musik nachgeahmt wird, was heute oft als künstlerisch übertrieben gilt.

Welche Bedeutung hat das „Einstellungsprotokoll“ im Anhang der Arbeit?

Das Einstellungsprotokoll dient der empirischen Veranschaulichung der theoretischen Analysen, indem es konkrete Szenenfolgen (z.B. aus „King Kong“) bezüglich Bildsprache und Musikverlauf minutiös aufschlüsselt.

Warum betont die Arbeit das „antithetische Zusammenwirken“ von Bild und Ton?

Dieses Prinzip beschreibt den bewussten Einsatz von Musik als Gegensatz zur Bildebene, um bestimmte Emotionen oder Schreckmomente durch einen Kontrast zu verstärken oder ironisch zu kommentieren.

Welchen Stellenwert nimmt die „persuasive Funktion“ von Musik ein?

Die persuasive Funktion beschreibt die Fähigkeit der Musik, den Zuschauer emotional zu manipulieren und ihn tiefer in das Filmgeschehen sowie in die Gefühlswelten der handelnden Figuren einzubinden.

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Details

Title
Spiel mir das Lied vom Drama
Subtitle
Ein Überblick über die dramaturgischen, narrativen und sensorischen Funktionen von Filmmusik im Spielfilm nach 1950 anhand des modifizierten Modells von Norbert J. Schneider
College
University of Siegen
Grade
1,0
Author
Patrick Fink (Author)
Publication Year
2005
Pages
30
Catalog Number
V87676
ISBN (eBook)
9783638032896
ISBN (Book)
9783638931311
Language
German
Tags
Spiel Lied Drama
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Patrick Fink (Author), 2005, Spiel mir das Lied vom Drama, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/87676
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