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Steuerhinterziehung: Empirie und Experimente

Titel: Steuerhinterziehung: Empirie und Experimente

Seminararbeit , 2007 , 24 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Diplom-Kaufmann Krischan Klopp (Autor:in)

VWL - Finanzwissenschaft
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Heute muss jeder Bürger Steuern zahlen und dieser Pflicht haftet bei weitem nicht mehr der moralische Anspruch an wie einst. Sie wird eher als individuelles Opfer für das Gemeinwohl angesehen. Mit Steuern werden öffentliche Güter finanziert, die allen zur Nutzung zur Verfügung stehen und ohne Steuern nur unzureichend bereitgestellt würden. In diesen Zusammenhang spricht man von einem sozialen Dilemma zwischen dem individuellen Interesse möglichst wenig Steuern zu zahlen und dem kollektiven Interesse nach einem funktionierenden Gemeinwesen. Und damit sind wir auch schon bei dem eigentlichen Kern dieser Arbeit. Was veranlasst den Steuerzahler nun eigentlich Steuern zu zahlen? Oder anderes gefragt: Welche Faktoren führen zur Steuerhinterziehung? Als Pionier auf diesem Gebiet und als Begründer der Steuerpsychologie erkannte Schmölders schon in den frühen 50er Jahren, dass sich viele Gesichtpunkte der Steuerpolitik nur mit Hilfe der Psychologie hinreichend erklären lassen. So widmete er sich in einer Vielzahl von empirischen Studien der Beziehung zwischen Steuersystem und Bevölkerung. Ein zweites Standbein der Steuerhinterziehungsforschung entwickelte sich erst später mit den ersten Laborexperiment über Steuerehrlichkeit von Friedland / Maital und Rutenberg im Jahr 1978. In diesem Sinne gestaltet sich auch der Aufbau dieser Arbeit. Kapitel 3 und 4 versuchen, ausgehend von den ersten Untersuchungen in den Bereich der empirischen und der experimentellen Steuermoralforschung, einen Überblick über den jeweils aktuellen Stand zu vermitteln. Der Hauptteil dieser Ausführungen wird sich mit den Einflussfaktoren der Steuerhinterziehungen beschäftigen. Zusätzlich sollen Untersuchungen über die tatsächliche Höhe der Steuerhinterziehung den Gesamtüberblick vervollständigen. Im folgenden Kapitel werden jedoch zunächst einmal die grundlegenden Zusammenhänge und Begriffe dieser Arbeit dargestellt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Grundlagen

2.1. Begriffsabgrenzungen

2.1.1 Steuern

2.1.2 Steuerhinterziehung und Schwarzarbeit

2.2. Traditionelles ökonomisches Modell

2.3. Forschungsstrategien im Bereich der Steuerhinterziehung

2.3.1 Empirische Forschung

2.3.2 Experimentelle Untersuchungen

2.3.3 Untersuchungen tatsächlicher Steuererklärungen

3. Empirische Untersuchungen zur Steuerhinterziehung

3.1 Ergebnisse direkter empirischer Untersuchungen

3.1.1 Einflussfaktoren der Steuerhinterziehung

3.1.2 Die Kölner Schule der Steuerpsychologie

3.2 Ergebnisse indirekter empirischer Untersuchungen

3.3 Grenzen der empirischen Untersuchungen

4 Experimente zur Steuerhinterziehung

4.1 Grundlagen

4.2 Ablauf eines Experimentes

4.3 Häufigkeit von Steuerprüfungen und Höhe der Steuerstrafe

4.3.1 Experiment von Friedland / Maital / Rutenberg

4.3.2 Experiment von Kirchler / Maciejovsky / Schwarzenberger

4.4 Unternehmensplanspielserie von Webley / Robben / Elffers / Hessing

4.4.1 Allgemeiner Ablauf

4.4.2 Fairness und Gerechtigkeit

4.4.3 Gelegenheit zur Steuerhinterziehung und Risikoneigung

4.5 Untersuchung über die Vergleichbarkeit von experimentellen und empirischen Meßmethoden

4.6 International ausgerichtete Experimente

4.7 Grenzen von Experimenten zur Steuerhinterziehung

5. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die psychologischen und ökonomischen Faktoren, die Steuerzahler zur Steuerhinterziehung veranlassen, und beleuchtet hierbei kritisch die Methoden der empirischen Forschung sowie der experimentellen Steuermoralforschung.

  • Traditionelles ökonomisches Modell zur Steuerhinterziehung
  • Empirische Methoden und deren Grenzen in der Steuerforschung
  • Die Kölner Schule der Steuerpsychologie und das Konzept des Steuerwiderstandes
  • Durchführung und Auswertung von Laborexperimenten zur Steuerehrlichkeit
  • Analyse von Einflussfaktoren wie Prüfrate, Strafe und Fairness

Auszug aus dem Buch

3.1.1 Einflussfaktoren der Steuerhinterziehung

Eine Befragung zum Thema Gelegenheit zur Steuerhinterziehung von Kirchler und Berger (1998), an der 86 Selbstständige und 151 Beamte teilnahmen, bestätigte, dass Freiberufler, die ihre Steuern selbstständig berechnen und abführen, sowohl eine höhere Bereitschaft zur Steuerhinterziehung haben, als auch eine deutlich negativere Steuermentalität und laxere Steuermoral.

Auch das Verhältnis der individuell gezahlten Steuer und der im Gegenzug zurück erhaltenen Transferleistungen (Nutzung von öffentlichen Gütern, ein funktionierendes Gemeinwesen und Subventionen) vom Staat wirken sich auf die Steuerehrlichkeit aus. Für die Schweiz belegten Pommerehne und Weck-Hannemann (1992), das Steuerpflichtige aus Kantonen mit direkt-demokratischen Systemen im Vergleich zu repräsentativen Systemen im Jahr rund 1.500 SFr. weniger Einkommen hinterziehen. Das zeigt, dass Bürger mit ständigen und weit reichenden Mitbestimmungsrechten bei der Festlegung der Höhe und der Struktur des öffentlichen Leistungsprogramms weniger Anreize zur Steuerhinterziehung haben.

Viele empirische Arbeiten weisen zudem darauf hin, das stabile individuelle Risikopräferenzen, wie sie die Erwartungsnutzentheorie (Kapitel 2.2) unterstellt, bei erwarteten Steuernachzahlungen oder -erstattungen nur ein unzureichendes Bild des realen Entscheidungsverhaltens wiedergeben. Als Alternative zur Erwartungsnutzentheorie wird hier die Prospect-Theorie vorgeschlagen. Die Risikoneigung wird hier von der Gewinn- und Verlusterwartung bestimmt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Entwicklung des Steuersystems ein und definiert die Forschungsproblematik rund um das soziale Dilemma der Steuerhinterziehung sowie die zentralen Forschungsansätze.

2. Grundlagen: Das Kapitel definiert grundlegende Begriffe wie Steuern und Steuerhinterziehung, erläutert das ökonomische Standardmodell und stellt die methodischen Strategien der Steuerhinterziehungsforschung vor.

3. Empirische Untersuchungen zur Steuerhinterziehung: Dieses Kapitel analysiert direkte und indirekte empirische Methoden, diskutiert die Erkenntnisse der Kölner Schule der Steuerpsychologie und hinterfragt die Grenzen der empirischen Datenerhebung.

4 Experimente zur Steuerhinterziehung: Der Hauptteil widmet sich der experimentellen Forschung, analysiert den Ablauf von Laborexperimenten und evaluiert einflussreiche Studien zu Faktoren wie Prüfraten, Strafe, Fairness und Gelegenheit.

5. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung resümiert die Ergebnisse der Arbeit und verdeutlicht die Notwendigkeit der Verbindung von empirischen und experimentellen Ansätzen für zukünftige Forschungsfragen der Steuerpolitik.

Schlüsselwörter

Steuerhinterziehung, Steuerehrlichkeit, Steuerpsychologie, Experimentelle Forschung, Ökonomisches Modell, Risikoneigung, Prospect-Theorie, Steuerwiderstand, Steuerstrafe, Prüfrate, Schattenwirtschaft, Transferleistungen, Fairness, Steuermentalität

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den Bestimmungsfaktoren der Steuerhinterziehung und untersucht, warum Steuerpflichtige Steuern hinterziehen oder trotz geringer Kosten ordnungsgemäß abführen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die theoretische Modellierung, die empirische Messung der Schattenwirtschaft sowie die experimentelle Erforschung von Verhaltensmustern unter kontrollierten Laborbedingungen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, einen fundierten Überblick über den Stand der Forschung zu vermitteln und zu klären, wie individuelle Einstellungen und äußere Faktoren die Entscheidung zur Steuerhinterziehung beeinflussen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und dem Vergleich verschiedener wissenschaftlicher Strategien, insbesondere empirischer Studien und experimenteller Labormethoden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden neben empirischen Einflussfaktoren primär wegweisende Laborexperimente analysiert, um die Wirkung von Steuerstrafen, Prüfraten und subjektivem Fairness-Empfinden zu belegen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Steuermoral, Steuerwiderstand, Risikoneigung, experimentelle Forschung und die Prospect-Theorie maßgeblich geprägt.

Was zeichnet die „Kölner Schule der Steuerpsychologie“ aus?

Sie ist ein pionierhafter Ansatz, der psychologische Erkenntnisse in die Finanzwissenschaft integriert, um den sogenannten Steuerwiderstand und die Steuermentalität messbar zu machen.

Warum sind Laborexperimente für diese Forschung wichtig?

Experimente ermöglichen es, komplexe Einflussfaktoren isoliert von anderen Variablen zu untersuchen, ohne dass die Probanden durch die Angst vor Konsequenzen bei realen Steuererklärungen gehemmt sind.

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Details

Titel
Steuerhinterziehung: Empirie und Experimente
Hochschule
Christian-Albrechts-Universität Kiel  (Institut für Volkswirtschaftslehre)
Note
1,0
Autor
Diplom-Kaufmann Krischan Klopp (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2007
Seiten
24
Katalognummer
V87694
ISBN (eBook)
9783638066082
ISBN (Buch)
9783638952620
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Steuerhinterziehung Empirie Experimente VWL
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Diplom-Kaufmann Krischan Klopp (Autor:in), 2007, Steuerhinterziehung: Empirie und Experimente, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/87694
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Leseprobe aus  24  Seiten
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