Ein Vergleich der Rechnungslegung nach HGB und IFRS/IAS


Studienarbeit, 2005

34 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Problemstellung und Gang der Arbeit

2. Gründe für die zunehmende Relevanz der IAS/IFRS

3. Grundlegende Unterschiede der divergierenden Systeme
3.1 Allgemeine Informationen
3.2 Abschlusskomponenten
3.3 Prinzipien der Rechnungslegung
3.3.1 Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung (GoB) nach HGB
3.3.2 Prinzipien der Rechnungslegung nach IAS/IFRS
3.3.3 Gegenüberstellung der Rechnungslegungsprinzipien

4. Bilanzierungs- und Bewertungsunterschiede
4.1 Allgemeines zur Aktivierung von Bilanzpositionen
4.2 Immaterielle Vermögensgegenstände
4.2.1 Bilanzierung und Bewertung des Firmenwertes (Goodwill)
4.2.2 Abschreibungen auf Firmenwerte
4.3 Sachanlagen
4.3.1 Bilanzierung und Bewertung von Sachanlagen
4.3.2 Abschreibungen auf Sachanlagen
4.4 Rückstellungen
4.4.1 Pensionsrückstellungen
4.4.2 Steuerrückstellungen
4.4.3 Sonstige Rückstellungen

5. Fazit und Ausblick

Anhang

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Gründe für eine Rechnungslegung nach IAS/IFRS

Abbildung 2: Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung

Abbildung 3: IAS/IFRS-Rechnungslegungsprinzipien

Abbildung 4: Beispiel zur Firmenwertabschreibung

Abbildung 5: Divergenzen bei der Abschreibung auf Sachanlagen

Abbildung 6: Wertmäßige Unterschiede bei dem Ausweis von Rückstellungen

1. Problemstellung und Gang der Arbeit

Gemäß der Verordnung 1606/2002[1] der Europäischen Union vom 19.07.2002 müssen alle Unternehmen, welche mit ihren Aktien oder Unternehmensanleihen an einer Börse innerhalb der Europäischen Union notiert sind, ihre Konzernabschlüsse ab dem 01.01.2005 nach IAS/IFRS (International Accounting Standards/International Financial Reporting Standards) Richtlinien aufstellen.[2]

Ziel dieser Studienarbeit ist es einen kurzen und prägnanten Einblick in die Grundzüge der internationalen Rechnungslegung nach IAS/IFRS zu geben sowie diese mit der dazu divergierenden Rechnungslegung nach deutschem Handelsrecht zu vergleichen. Nach Erläuterung der Gründe für die zunehmende Relevanz einer international einheit­lichen Rechnungslegung folgt ein grundlegender Vergleich der beiden Rechnungslegungssysteme im Hinblick auf allgemeine Unterschiede und die jeweiligen Grundsätze, um den Einstieg in die Thematik zu gewährleisten. Im Zuge der Vertiefung werden dann einige Posten der Bilanz detailliert im Hinblick auf ihre Bilan­zierung und Bewertung, mit dem Ziel der Konkretisierung von Differenzen zwischen IAS/IFRS und HGB analysiert. Diese Postenanalyse soll ebenfalls die unter­schiedlichen Auswirkungen auf das Unternehmensergebnis visualisieren. 15 DAX-Unternehmen stellen in diesem Jahr ihre Rechnungslegung um, die restlichen bilanzieren bereits nach IFRS oder dem vergleichbaren US-Standard GAAP (Generally Accepted Accounting Principles). Insgesamt müssen 7.000 Unternehmen nun nach IFRS bilanzieren. Der DAX-Durchschnitt wird durch diese Umstellung um ca. 10 Prozent steigen (siehe Anhang 2).[3] Bisher nach US-GAAP bilanzierende Unternehmen müssen erst für Geschäftsjahre, die nach dem 31.12.2006 beginnen, ihren Abschluss nach IAS/IFRS-Richtlinien aufstellen.

Auf eine detaillierte Betrachtung der historischen Entwicklung sowie des Aufbaus der IAS/IFRS wird im Rahmen dieser Studienarbeit verzichtet. Zur Vertiefung werden jedoch einige Informationen diesbezüglich in Anhang 1 zur Verfügung gestellt.

2. Gründe für die zunehmende Relevanz der IAS/IFRS

Unternehmen operieren im Zuge ihrer Unternehmenstätigkeit, sei es absatz- oder beschaffungspolitisch zunehmend global. Seit einiger Zeit hat diese Entwicklung aber auch Einzug in den Finanzierungsbereich erhalten. Aufgrund immenser Expansionsanstrengungen der international agierenden Unternehmen ist eine stetig wachsende Nachfrage nach Kapital zu vermerken, wodurch ebenfalls der Konkurrenzkampf um diesen immer knapper werdenden Produktionsfaktor zunimmt.[4] Dieser Konkurrenzkampf um die Gunst der Investoren vollzieht sich täglich auf den globalen Kapitalmärkten. Laut Buchholz führen primär nationale und internationale Börsenvorschriften und gesetzliche Regelungen zur Anwendung internationaler Rechnungslegungsvorschriften. Für die Entscheidungen der Investoren wiederum haben die Erfolge der Unternehmen die größte Bedeutung. Unterschiedliche Rechnungslegungssysteme und somit unterschiedliche Erfolgsausweisungen würden einen Unternehmensvergleich unmöglich machen. Dieser wäre nur durch zeit- und kostenaufwendige Umrechnungen möglich. Das IFRS-System soll als internationales System Anwendung für alle Unternehmen finden und den Investoren Transparenz in Bezug auf die jeweilige wirtschaftliche Lage der Unternehmen gewährleisten.[5]

Betrifft die IAS/IFRS-Umstellung zwar vorerst nur börsennotierte Kapitalgesellschaften, so müssen sich aber auch nicht börsennotierte und/oder mittelständische Unternehmen (Wahlrecht hinsichtlich der Erstellung eines Konzernabschlusses seit dem 01.01.2005)[6] über kurz oder lang mit diesem Thema auseinander setzen. Nach Coenenberg werde der Mittelstand in Zukunft keine Wahl zwischen HGB und IFRS mehr haben, da die Banken zunehmend IFRS-Bilanzen verlangen und immer mehr Lieferanten und Kooperationspartner nach IFRS bilanzieren würden.[7] Abbildung 1 auf der folgenden Seite soll die Gründe für eine Anwendung der IAS/IFRS-Vorschriften zusammenfassen. Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Gründe für eine Rechnungslegung nach IAS/IFRS[8]

3. Grundlegende Unterschiede der divergierenden Systeme

3.1 Allgemeine Informationen

Bei den IAS/IFRS handelt es sich um keine gesetzlichen Vorschriften, sondern um Rechnungslegungsgrundsätze, die von einer unabhängigen privatrechtlichen Organisation entwickelt wurden bzw. werden. Die deutsche Rechnungslegung hingegen ist geprägt vom deutschen Handelsgesetzbuch. Betrachtet man sich des Weiteren den Einfluss des Steuerrechts, so ist dieser bei der handelsrechtlichen Bilanzierung sehr stark ausgeprägt (Maßgeblichkeitsprinzip), wohingegen die IAS/IFRS Handels- und Steuerbilanz strikt getrennt voneinander betrachten.[9] Dominierender Grundsatz nach IAS/IFRS ist der Grundsatz des „true and fair view – fair presentation“, die sogenannte Informationsnützlichkeit, welche die Grundprämisse dieses Systems darstellt. Nach dem HGB dominiert seit jeher der Grundsatz der Vorsicht.[10] Es sollte verhindert werden, dass Unternehmen ihre wirtschaftliche Situation besser darstellen können, als es ökonomisch gerechtfertigt wäre.[11] Beide Systeme betrachten mit potentiellen Investoren, Arbeitnehmern, Kreditgebern, Lieferanten, Kunden, dem Staat und der allgemeinen Öffentlichkeit den gleichen Adressatenkreis, jedoch orientiert sich die IAS/IFRS-Rechnungslegung primär an den Interessen der Anleger und Investoren während das HGB die Informationsbedürfnisse der Gläubiger in den Vordergrund der Betrachtungen stellt.[12]

[...]


[1] Vgl. Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften: „Online im Internet“, http://europa.eu.int/eur-lex/pri/de/oj/dat/2002/l_243/l_24320020911de00010004.pdf, Abfrage vom 04.01.2005

[2] Vgl. Mandler, U.: Der deutsche Mittelstand vor der IAS-Umstellung 2005, Verlag Neue Wirtschafts-Briefe, Herne/Berlin 2004, S. 1

[3] Vgl. Sommer, U.: „Neue Bilanzierung sorgt für mehr Glanz bei Firmengewinnen“, in Handelsblatt Nr. 16, 24.01.2005, S. 1

[4] Vgl. Hayn, S.: Internationale Rechnungslegung, in: Küting, K. u.a. (Hrsg.), Schäffer-Poeschel Verlag, Stuttgart 1997, S. 1

[5] Vgl. Buchholz, R.: Internationale Rechnungslegung, 4., vollständig überarbeitete und ergänzte Auflage, Erich Schmidt Verlag, Berlin 2004, S. 1 ff.

[6] Vgl. Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften: a.a.O.

[7] Vgl. Coenenberg, A.: in „IFRS für alle? – Viele Mittelständler zögern noch“, „Online im Internet“, http://www.handelsblatt.de/pshb/fn/relhbi/sfn/buildhbi/GoPage/202829,203165/bmc/cn_hnavi/bmc/cn_archiv_artikel/sNo/0/CurDoc/1/cnct/0/detail/0/vText/coenenberg/vAls/0/vZeit/all/vZeit1/1.1.1986/vZeit2/1.2.2005/iHB/1/iTop/1/vRubrik/0/Last/0/sNo/0/sgen/0/SH/0/depot/0/index.html, Abfrage vom 01.02.2005

[8] Eigene Darstellung in Anlehnung an Pellens, B. u.a.: Reporting Standards IAS/IFRS, in: Institut der Wirtschaftsprüfer in Deutschland e.V. (Hrsg.): Handelsblatt Management Summary – CD-Rom, CD 1

[9] Vgl. Born, K.: Rechnungslegung International, 2., aktualisierte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Schäffer-Poeschel Verlag, Stuttgart 1999, S. 533

[10] Vgl. Glaum, M. u.a.: Rechnungslegung auf globalen Kapitalmärkten, Gabler Verlag, Wiesbaden 1996, S.28

[11] Vgl. Dangel, P. u.a.: Analyse von Jahresabschlüssen nach US-GAAP und IAS, Schäffer-Poeschel Verlag, Stuttgart 2001, S. 13

[12] Vgl. Pellens, B.: Internationale Rechnungslegung, 4., überarbeitete und erweiterte Auflage, Schäffer-Poeschel Verlag, Stuttgart 2001, S. 438

Ende der Leseprobe aus 34 Seiten

Details

Titel
Ein Vergleich der Rechnungslegung nach HGB und IFRS/IAS
Hochschule
Duale Hochschule Baden Württemberg Mosbach
Note
1,7
Autor
Jahr
2005
Seiten
34
Katalognummer
V87749
ISBN (eBook)
9783638031943
Dateigröße
588 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Vergleich, Rechnungslegung, IFRS/IAS
Arbeit zitieren
Sebastian Meyer (Autor), 2005, Ein Vergleich der Rechnungslegung nach HGB und IFRS/IAS, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/87749

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