Die Bedingungen im Urzustand von John Rawls


Hausarbeit, 2005

18 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Urzustand und das Menschenbild von John Rawls
2. 1. Der Urzustand
2. 2 Das Menschenbild von John Rawls

3. Die Bedingungen im Urzustand
3. 1. Der Schleier des Nichtwissens
3. 2. Gleichheit
3. 3. Vernünftigkeit
3. 4. Gegenseitiges Desinteresse
3. 5. Die Maximin-Regel

4. Die Kritik an Rawlsschen Bedingungen im Urzustand
4. 1. Der Schleier des Nichtwissens
4. 2. Gleichheit
4. 3. Vernünftigkeit
4. 4. Gegenseitiges Desinteresse
4. 5. Die Maximin-Regel

5. Schluss

6. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

In dieser Hausarbeit werden die herrschenden Bedingungen im Urzustand von John Rawls und die Kritik an dieser vorstellen. John Rawls war ein US-Amerikanischer Philosoph. Er arbeitete als Professor für Politische Philosophie an der Harvard University, wo er die Themen der Aufsätze wieder aufnahm und sie in der 1971. veröffentlichten „Eine Theorie der Gerechtigkeit“ ausführlicher darstellte.

„Eine Theorie der Gerechtigkeit“ machte John Rawls zu einem der bekanntesten Philosophen der Gegenwart. Sie wurde zugleich aber auch ein Einflussreiches Werk über die Grundlagen einer liberalen Gesellschaft. John Rawls versucht, „die herkömmliche Theorie des Gesellschaftsvertrages von Lock, Rousseau und Kant zu verallgemeinern und auf eine höhere Abstraktionsstufe zu heben.“[1]

Dabei nimmt er den Urzustand als ein Gedankenexperiment, den auch seine Vorgänger, um ihre Theorie zu begründen, verwendet haben. Seine Theorie bestimmt die Rolle der Gerechtigkeit als erste Tugend sozialer Institutionen, daher stellt er zwei Gerechtigkeitsgrundsätze auf, die von den Menschen in dem fiktiven Urzustand legitimiert werden sollen.

Damit die Menschen im Urzustand einer gerechten Umverteilung der natürlichen-, sozialen- und ökonomischen Grundgüter zustimmen muss nach John Rawls eine gerechte und für alle Parteien gleiche Ausgangssituation geschaffen werden, nämlich der schon erwähnte Urzustand mit dem Schleier des Nichtwissens.

2. Der Urzustand und das Menschenbild von John Rawls

2. 1. Der Urzustand

„Dieser Urzustand wird natürlich nicht als wirklicher geschichtlicher Zustand vorgestellt, noch weniger als primitives Stadium der Kultur.“[2] Daher wird der Urzustand als eine fiktive Entscheidungssituation dargestellt.

Dabei wissen die Menschen im Urzustand nichts über ihre wirtschaftliche und gesellschaftliche Lage, sie wissen aber auch nichts über ihre individuellen Fähigkeiten, Begabungen, Interessen oder in welcher Generation sie geboren werden oder über den Stand der Technik, sie wissen nicht, sogar welches Geschlechtes sie sein werden. Doch das Wissen über die Beschaffenheit der Menschen an sich und den Charakter menschlicher Gesellschaft ist zugelassen.[3]

Dabei ist er „so definiert, dass die in ihm getroffenen Vereinbarungen fair sind.“[4]

Hierbei stellt Rawls fest, dass „es (könnte) auch gar keine beste Möglichkeit geben [könnte]: Man kann sich ja vorstellen, dass es zu jeder Gerechtigkeitsvorstellung eine bessere gibt.“[5]

Die Funktion des Urzustandes soll aber dazu dienen, dass sich die Vertragpartner über die zwei Gerechtigkeitsgrundsätze einigen:

1. „Jedermann soll gleiches Recht auf das umfangreichste System gleicher Grundfreiheiten haben, das mit dem gleichen System für alle anderen verträglich ist.

2. Soziale und wirtschaftliche Ungleichheiten sind so zu gestalten, dass (a) vernünftigerweise zu erwarten ist, dass sie zu jedermanns Vorteil dienen, und (b) sie mit Positionen und Ämtern verbunden sind, die jedem offen stehen.“[6]

Deshalb muss klar gezeigt werden, „dass die beiden Gerechtigkeitsgrundsätze die Lösung des Entscheidungsproblems im Urzustand sind. Dazu muss man zeigen, dass angesichts der Umstände und der Kenntnisse, Ansichten und Interessen der Beteiligten die Einigung auf diese Grundsätze für jeden die beste verfügbare Möglichkeit ist, seine Ziele zu fördern.“[7]

Daher sind „die Beweggründe der Menschen im Urzustand (sind) keinesfalls zu verwechseln mit den Beweggründen von Menschen im täglichen Leben, die die Gerechtigkeitsgrundsätze anerkennen und den zugehörigen Gerechtigkeitssinn haben. In praktischen Situationen kennt man sehr wohl seine Lage und kann, wenn man will, zufällige Umstände zu seinen Gunsten ausnutzen.“[8]

[...]


[1] Rawls, Eine Theorie der Gerechtigkeit, S. 12.

[2] Rawls, Eine Theorie der Gerechtigkeit, S. 28 f.

[3] Vgl. ebenda S. 160.

[4] Ebenda S. 142.

[5] Ebenda S. 144.

[6] Ebenda S. 81.

[7] Rawls, Eine Theorie der Gerechtigkeit, S. 140 f.

[8] Ebenda S. 172.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Die Bedingungen im Urzustand von John Rawls
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München
Note
2,3
Autor
Jahr
2005
Seiten
18
Katalognummer
V87776
ISBN (eBook)
9783638023023
ISBN (Buch)
9783638925327
Dateigröße
417 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bedingungen, Urzustand, John, Rawls
Arbeit zitieren
Muhamed Jugo (Autor), 2005, Die Bedingungen im Urzustand von John Rawls, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/87776

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