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Über Mary Kaldors These des sozialen Wandels in den neuen Kriegen

Title: Über Mary Kaldors These des sozialen Wandels in den neuen Kriegen

Term Paper (Advanced seminar) , 2003 , 18 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: M. A. Martin Hagemeier (Author)

Sociology - War and Peace, Military
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In meiner Hausarbeit möchte ich das Phänomen der sogenannten neuen Kriege besprechen. In die Diskussion eingeführt wurde es unter anderem durch Veröffentlichungen von Mary Kaldor. Ihr Buch „Neue und alte Kriege. Organisierte Gewalt im Zeitalter der Globalisierung“ dient mir dabei als Ausgangspunkt.
Grob dargestellt kann man es als Gegenentwurf zum kulturellen Paradigma in der Betrachtung von Krieg und Gewalt beschreiben, als Unterfangen die strukturellen Bedingungen von Krieg und Gewalt zu analysieren. Ein wesentliches Merkmal der neuen Kriege ist die Nivellierung der Grenzen zwischen staatlicher und privater Gewalt, zwischen Krieg und organisierter Kriminalität. Mary Kaldors These, die hinter dieser nach analytischer Klärung verlangenden Entwicklung steht, ist ein grundlegender Wandel der sozialen Basis von organisierter Gewalt, den sie zurückgeführt auf ökonomische und politische Veränderungen seit Beginn der 80er Jahre.
Eine einfache Entgegnung gegen die neuen Kriege ist ein „so neu sind sie gar nicht“: Viele Muster und Verhaltensweisen sind seit Ende des 2. Weltkrieges virulent; warum also jetzt ein neues analytisches Muster erstellen, wo sich die Aufmerksamkeit, vielleicht erst durch das Ende der Blockkonfrontation, wieder auf die Konflikte in der sogenannten Dritten Welt richtet?
Mary Kaldor gegen solche Einwände verteidigend werde ich besprechen inwiefern die Theorie der neuen Kriege einen neuen Typus organisierter Gewalt beschreibt und abschließend auf die von Kaldor vorgeschlagenen Handlungsmöglichkeiten eingehen. Zur Unterstützung dieses Konzeptes möchte ich die von Georg Elwert entwickelte Theorie der Gewaltmärkte hinzunehmen, um die strukturellen Aspekte und ökonomischen Motivationen der neuen Kriege besser auszuleuchten.
Aus der Konfrontation mit den verschiedenartigen Konfliktgebieten im postsowjetischen Raum und aus dem Vergleich mit den scheinbar andersartigen Konflikten in Asien und Afrika zur gleichen Zeit, entwickelte die Sozialwissenschaftlerin Mary Kaldor ihre Theorie der neuen Kriege. Sie erkannte ein neues Verhaltensmuster, welches in diesen Konflikten hervortritt und welches sie als neuen Typ von organisierter Gewalt beschreibt. Trotz aller Unterschiede zwischen den Konflikten, deren ethnischen, kulturellen und historischen Hintergründen, konstatiert Mary Kaldor eine grundlegende Veränderung der sozialen Basis, in den Konflikt behafteten Gesellschaften, welcher sie sich mit ihrer Theorie annähert.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. DIE BEDINGUNGEN DER NEUEN KRIEGE

2.1. DIE POLITIK DER IDENTITÄT

2.2. DIE ART DER KRIEGSFÜHRUNG

2.3. DIE GLOBALISIERTE KRIEGSWIRTSCHAFT

3. KRITIK AN DER THEORIE

4. GEWALTMÄRKTE, EIN ERGEBNIS SOZIALEN WANDELS

5. SCHLUSSBEMERKUNGEN

6. LITERATURVERZEICHNIS

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Phänomen der sogenannten "neuen Kriege" unter Rückgriff auf die Theorie von Mary Kaldor. Ziel ist es, die strukturellen Bedingungen, den Wandel der Akteure und die ökonomischen Motive dieser Konflikte zu analysieren und kritisch mit dem Ansatz der Gewaltmärkte von Georg Elwert zu verknüpfen.

  • Struktureller Wandel von Gewalt und Kriegführung
  • Die Rolle der "Politik der Identität" als Legitimationsstrategie
  • Die Ökonomie von Konflikten in globalisierten Strukturen
  • Kritische Auseinandersetzung mit der Definition von Krieg

Auszug aus dem Buch

2.3. Die globalisierte Kriegswirtschaft

Die Finanzierung des Krieges stellt für Kaldor das dritte Hauptmerkmal bei der Erklärung des sozialen Wandels in den neuen Kriegen dar. Unter dem Stichwort globalisierte Kriegswirtschaft führt sie die verschiedenartigen Aspekte zusammen, die hierbei eine Rolle spielen können. Der grundlegende Charakter der globalisierten Kriegswirtschaft besteht in seiner dezentralen Struktur, wodurch er sich von den zentralistischen Kriegswirtschaften der alten Kriege unterscheidet. Diese Dezentralität resultiert aus dem Zusammenbruch der staatlichen Ökonomie, welche nicht mehr in der Lage ist, stabilisierend auf Preise und Gehälter, den industriellen Niedergang und die steigende Arbeitslosigkeit zu reagieren. Dies hat zur Folge, dass sich ein soziales Umfeld entwickeln kann, welches erst ein „menschliches Raubtierverhalten“ ermöglicht. Die Attraktivität für kriminelle und gewaltsame Erwerbsformen steigt, verstärkt durch die Privatisierung der Gewalt, um einen fortlaufenden „Transfer von Vermögenswerten“ zu gewährleisten.

Die Kriegswirtschaft ist dann insofern mit globalisiert zutreffend bezeichnet, als die Anbindungen an globale Wirtschaftskreisläufe unerlässlich sind, um eine fortgehende Finanzierung des Krieges zu gewährleisten. Schmuggelrouten von Rohstoffen wie Diamanten, Gold oder Erze und Metalle sind in jedem Falle transnational ausgerichtet, weil sich keine Abnehmer in einem Konfliktgebiet finden lassen, bzw. Rohstoffe gegen Waffen getauscht werden. Auch sind Finanztransaktionen von Diasporagemeinden in Konfliktregionen auf Banknetzwerke angewiesen, seien sie auch informell wie das „Hawala“ Geldtransfersystem einer islamisch geprägten Diaspora.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Einführung in die Thematik der neuen Kriege und Vorstellung der zentralen Fragestellung sowie der theoretischen Bezugspunkte.

2. DIE BEDINGUNGEN DER NEUEN KRIEGE: Analyse der drei Hauptmerkmale neuer Kriege: Politik der Identität, Art der Kriegführung und globalisierte Kriegswirtschaft.

3. KRITIK AN DER THEORIE: Auseinandersetzung mit theoretischen Einwänden, insbesondere durch die Definitionen der Hamburger Arbeitsgemeinschaft für Kriegsursachenforschung (AKUF).

4. GEWALTMÄRKTE, EIN ERGEBNIS SOZIALEN WANDELS: Ergänzung der Kaldor-Theorie um das Konzept der Gewaltmärkte nach Georg Elwert, um den systemischen Charakter von Gewalt als rationalem Mittel zu verdeutlichen.

5. SCHLUSSBEMERKUNGEN: Zusammenfassende Betrachtung der Handlungsmöglichkeiten und der Rolle humanitärer Interventionen im Kontext neuer Kriege.

6. LITERATURVERZEICHNIS: Auflistung der in der Arbeit verwendeten wissenschaftlichen Quellen und Literatur.

Schlüsselwörter

Neue Kriege, Mary Kaldor, Gewaltmärkte, Georg Elwert, Privatisierung der Gewalt, Politik der Identität, globalisierte Kriegswirtschaft, staatliches Gewaltmonopol, bewaffnete Konflikte, soziale Transformation, Humanitäre Intervention, AKUF, Kriegführung, ethnische Mobilisierung, Ressourcenknappheit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt das Phänomen der sogenannten "neuen Kriege", eine Form organisierter Gewalt, die sich durch eine Nivellierung der Grenzen zwischen Krieg und Kriminalität auszeichnet.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen der soziologische Wandel der Kriegsführung, die Rolle von Identitätspolitik sowie die ökonomischen Hintergründe, die durch globalisierte Strukturen gestützt werden.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Das Ziel ist eine fundierte Analyse der strukturellen Bedingungen moderner Konflikte und die theoretische Untermauerung von Kaldors Thesen durch Elwerts Konzept der Gewaltmärkte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoriebasierte Analyse, die bestehende sozialwissenschaftliche Literatur und Konzepte kritisch vergleicht und synthetisiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Bedingungsfaktoren neuer Kriege, die wissenschaftliche Kritik an diesen Thesen und die vertiefende Analyse der Gewaltmärkte.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind neben "neue Kriege" vor allem "Privatisierung der Gewalt", "Politik der Identität" und "Gewaltmärkte".

Wie grenzt Kaldor "neue Kriege" von klassischen Kriegen ab?

Kaldor argumentiert, dass neue Kriege keine rein staatlichen Angelegenheiten sind, sondern durch eine Erosion staatlicher Gewaltmonopole und eine Verlagerung hin zu privaten Akteuren geprägt sind.

Warum spielt die Diaspora eine Rolle bei der Kriegsfinanzierung?

Diasporagemeinden fungieren als logistische oder finanzielle Unterstützer, die Ressourcen über globale Netzwerke in Konfliktregionen schleusen und somit den Konfliktverlauf beeinflussen.

Inwiefern können Gewaltmärkte "selbststabilisierend" wirken?

Durch positive Rückkopplungseffekte zwischen dem Raub von Ressourcen, der Destabilisierung ziviler Ökonomien und der Abhängigkeit der Bevölkerung entsteht eine Logik, die den Gewaltmarkt dauerhaft aufrechterhält.

Was schlägt Kaldor als Lösungsansatz vor?

Sie befürwortet eine kosmopolitische Rechtsdurchsetzung und humanitäre Interventionen, die über rein militärische Siege hinausgehen und auf den Wiederaufbau ziviler Institutionen abzielen.

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Details

Title
Über Mary Kaldors These des sozialen Wandels in den neuen Kriegen
College
Humboldt-University of Berlin
Course
Militärsoziologie und das Phänomen Krieg: Krieg als Voraussetzung und als Einflussfaktor für das Verhältnis von Militär und Gesellschaft
Grade
1,7
Author
M. A. Martin Hagemeier (Author)
Publication Year
2003
Pages
18
Catalog Number
V87819
ISBN (eBook)
9783638033848
ISBN (Book)
9783656734901
Language
German
Tags
Mary Kaldors These Wandels Kriegen Militärsoziologie Phänomen Krieg Voraussetzung Einflussfaktor Verhältnis Militär Gesellschaft
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M. A. Martin Hagemeier (Author), 2003, Über Mary Kaldors These des sozialen Wandels in den neuen Kriegen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/87819
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