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Die Schule im Nationalsozialismus und ihre Kontinuität

Title: Die Schule im Nationalsozialismus und ihre Kontinuität

Term Paper (Advanced seminar) , 2007 , 18 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Katrin Schulte-Hobein (Author)

Pedagogy - History of Pedagogy
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Konservativ, deutschgläubig, deutsch, christlich-konservativ, völkisch, deutsch-national, nationalistisch, rechts, rassistisch, antisemitisch, antibolschewistisch, ... - lang ist die Liste der Selbst- und Fremdzuschreibungen, mit denen versucht wird, einen bestimmten Sektor Konzepte der Erziehung und Bildung zu Beginn des 20. Jahrhunderts in den Blick zu nehmen. Unumstritten gibt es kaum ein Thema, dass von der historischen Bildungs- und Erziehungsforschung so ausführlich behandelt wurde wie das der problematischen Rolle der Erziehung im Nationalsozialismus.
In Bezug auf die genannten Charakteristika spielen die Nationalsozialisten in der Erziehung und Bildung eine ganz besondere Rolle. Unter ihrer Herrschaft änderte sich alle erziehungs- und bildungstechnischen Aspekte maßgeblich. Der Nationalsozialismus verstand sich selbst als „Bewegung“, sozusagen als Erziehungsvorgang, an der ganzen Nation. Was dies im Einzelnen bedeutet und wo genau die Besonderheiten der „NS-Schule“ liegen, soll im Verlauf dieser Arbeit erörtert werden.
Die Wissensvermittlung wurde stark in den Hintergrund gedrängt. Stattdessen war die Ideologievermittlung das Hauptlehrziel. In Bezug dazu nahm die Schule, und auch das Elternhaus, jedoch als Bildungsstätte keine führende Position ein. Sie standen gleichrangig mit der Hitlerjugend zueinander, die als „Ideologievermittler“ der deutschen Jugend fungierte. Die Ideologie besagte, die jungen "Arier" zu gehorsamen "Volksgenossen" zu erziehen, da diese Aufgabe dem Elternhaus nicht zugetraut wurde. Der nationalsozialistische Staat hatte sich zum Ziel gemacht, die deutsche Jugend zu bedingungslosem gehorsam zu erziehen. Hierbei lagen Erziehungsansätze vor, die in Deutschland an den Universitäten und Schulen während der NS-Herrschaft entwickelt und angewendet wurden, um die nationalsozialistische Weltanschauung bei den Schülern durchzusetzen.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Pädagogische Vorstellungen im NS-Staat

2.1 Hitlers Erziehungsvorstellungen

2.2 Die verschiedenen Schulformen im Nationalsozialismus

3. Die Schule im Dritten Reich

3.1 Die „Umerziehung“ der Lehrer

3.2 Lehrmaterial und Lehrpläne im NS-Regime

4. Die Schule im Nationalsozialismus und ihre Kontinuität zur Weimarer Republik

4.1 Die Vereinheitlichung des Schulsystems

4.2 Parallelen und Unterschiede zwischen der nationalsozialistischen und der Schule in der Weimarer Republik

5. Schluss

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die Arbeit untersucht die Transformation des deutschen Schulsystems unter der Herrschaft des Nationalsozialismus und analysiert, inwiefern pädagogische Prinzipien und Strukturen der Weimarer Republik als Vorläufer oder Basis für das NS-Schulwesen dienten.

  • Totalitäre Erziehungsvorstellungen und das Ziel der Ideologievermittlung
  • Strukturelle Umgestaltung der Schule und Etablierung von Eliteeinrichtungen
  • Methoden der politischen Instrumentalisierung von Lehrkräften
  • Ideologische Ausrichtung von Lehrplänen und Unterrichtsinhalten
  • Vergleichende Analyse der Schulentwicklung in der Weimarer Republik und im Nationalsozialismus

Auszug aus dem Buch

2.1 Hitlers Erziehungsvorstellungen

Hitler forderte eine „totale Erziehung“ der Jugend. Vor allem wollte er, dass in den Schulen die rassistische Ideologie verbreitet werden sollte. Die „totale Erziehung“ beinhaltete auch, dass bei der „Erziehung im Nationalsozialismus“ auch jegliche Form von Propaganda vorkommen durfte. Das Hauptziel war jedoch, die Jugend zu „rassebewussten Volksgenossen“ zu erziehen und den „jugendlichen Körper zu stählen“. Erst an zweiter Stelle stand die geistige Erziehung, und dort vor allem die Erziehung zu Willens- und Entschlusskraft, zur Verschwiegenheit, Verantwortungsfreudigkeit und zum Aushalten von Strapazen. Erst an letzter Stelle stand die wissenschaftliche Bildung, sie wurde von Hitler in “Mein Kampf” mit größter Geringschätzung behandelt.

Das gesamte Deutsche Reich sollte sich demnach nicht auf das „Einpumpen bloßen Wissens“ einstellen, sondern auf das „Heranzüchten kerngesunder Körper“. Erst an zweiter Stelle steht die Ausbildung der geistigen Fähigkeiten. An der Spitze aber stand die Entwicklung des Charakters, besonders die Förderung der Willens- und Entschlusskraft, verbunden mit der Erziehung zur Verantwortungsfreudigkeit, erst als letztes die wissenschaftliche Schulung. Der völkische Staat muss dabei von der Voraussetzung ausgehen, dass ein zwar wissenschaftlich wenig gebildeter, aber körperlich gesunder Mensch mit gutem, festem Charakter, erfüllt von Entschlussfreudigkeit und Willenskraft, für die Volksgemeinschaft wertvoller ist als ein geistreicher Schwächling.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Bedeutung der Erziehung im Nationalsozialismus ein und definiert die zentrale Fragestellung bezüglich der Rolle von Schule und NS-Ideologie.

2. Pädagogische Vorstellungen im NS-Staat: Das Kapitel erläutert Hitlers Forderung nach totaler Erziehung und die konsequente Ausrichtung des Schulwesens auf völkische Ideale und körperliche Ertüchtigung.

2.1 Hitlers Erziehungsvorstellungen: Hier werden die rassistischen und charakterbildenden Erziehungsmaximen Hitlers im Detail analysiert.

2.2 Die verschiedenen Schulformen im Nationalsozialismus: Dieser Abschnitt beschreibt die strukturellen Reformen, die Abschaffung der Koedukation und die Etablierung spezieller NS-Erziehungsanstalten.

3. Die Schule im Dritten Reich: Hier liegt der Fokus auf der praktischen Umsetzung der NS-Bildungspolitik und der Kontrolle über das Lehrpersonal.

3.1 Die „Umerziehung“ der Lehrer: Das Kapitel behandelt die Maßnahmen zur Gleichschaltung der Lehrerschaft durch Entlassungen, Umschulungen und die Bindung an den Nationalsozialistischen Lehrerbund.

3.2 Lehrmaterial und Lehrpläne im NS-Regime: Dieser Teil untersucht, wie Unterrichtsinhalte radikal auf die nationalsozialistische Ideologie und kriegerische Zielsetzungen zugeschnitten wurden.

4. Die Schule im Nationalsozialismus und ihre Kontinuität zur Weimarer Republik: Dieses Kapitel stellt die Entwicklungen beider Epochen gegenüber, um Kontinuitäten und Brüche aufzuzeigen.

4.1 Die Vereinheitlichung des Schulsystems: Der Fokus liegt hier auf dem Übergang von der heterogenen Bildungsstruktur der Weimarer Zeit hin zur zentralisierten Kontrolle im NS-Staat.

4.2 Parallelen und Unterschiede zwischen der nationalsozialistischen und der Schule in der Weimarer Republik: Hier werden spezifische Bereiche wie Sport, Frauenrollen und Eliteschulen direkt miteinander verglichen.

5. Schluss: Das Fazit fasst zusammen, dass die Schule der Weimarer Republik unfreiwillig als Vorläufer für nationalsozialistische Strukturen fungierte, die im NS-Staat radikalisiert wurden.

Schlüsselwörter

Nationalsozialismus, Weimarer Republik, NS-Schule, Ideologievermittlung, Totale Erziehung, Gleichschaltung, Lehrpläne, Pädagogik, Rassegedanke, Körperertüchtigung, Eliteerziehung, Erziehungsanstalten, Volksschule, Bildungsgeschichte, Lehrerbildung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Rolle der Schule im Nationalsozialismus und untersucht dabei insbesondere die Kontinuitäten und Unterschiede zum Schulwesen der Weimarer Republik.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die pädagogischen Erziehungsvorstellungen im NS-Staat, die Instrumentalisierung von Lehrkräften, die ideologische Umgestaltung der Lehrinhalte sowie die Entwicklung von NS-Eliteschulen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das nationalsozialistische System die Schule als Instrument zur Schaffung einer gehorsamen Volksgemeinschaft nutzte und welche Aspekte der "Weimarer Pädagogik" dafür vereinnahmt wurden.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Autorin nutzt eine historische Literaturanalyse, um den Wandel des Schulwesens und der Erziehungsvorstellungen auf Basis zeitgenössischer Dokumente und fachwissenschaftlicher Forschung zu vergleichen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert Hitlers Erziehungsgrundsätze, die strukturelle Umgestaltung der Schulen, die Umerziehung der Lehrer, die Anpassung der Unterrichtsfächer sowie einen systematischen Vergleich der Schulsysteme beider Epochen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselwörter sind unter anderem Nationalsozialismus, Weimarer Republik, Ideologievermittlung, Gleichschaltung, NS-Eliteschulen und pädagogische Kontinuität.

Warum war der Sport in der "NS-Schule" so wichtig?

Körperliche Ertüchtigung sollte zur Stählung der Jugend führen und die Schüler im Sinne der Wehrhaftigkeit auf die Rolle als "Volksgenossen" vorbereiten, wobei dies eine zentrale Anforderung im NS-Alltag war.

Welche Rolle spielten die sogenannten "Eliteschulen" im NS-Staat?

Einrichtungen wie die Napola oder die Adolf-Hitler-Schulen dienten der Ausbildung künftiger politischer Führungskader unter strenger ideologischer Kontrolle und Internatsabschirmung.

Gab es Kontinuitäten zwischen der Weimarer Republik und dem Nationalsozialismus im Schulwesen?

Ja, laut der Arbeit wurden bestimmte Strukturen, wie etwa Ansätze von Eliteschulen oder die Hervorhebung des Schulsports, von der Weimarer Republik übernommen, jedoch im Nationalsozialismus ideologisch verschärft und radikalisiert.

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Details

Title
Die Schule im Nationalsozialismus und ihre Kontinuität
College
University of Münster
Grade
1,7
Author
Katrin Schulte-Hobein (Author)
Publication Year
2007
Pages
18
Catalog Number
V87838
ISBN (eBook)
9783638033916
Language
German
Tags
Schule Nationalsozialismus Kontinuität
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katrin Schulte-Hobein (Author), 2007, Die Schule im Nationalsozialismus und ihre Kontinuität , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/87838
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