Das folgende Textmaterial widmet sich kurz dem Urheber der Ethnomethodologie, Harold Garfinkel, und seiner Bedeutung für diese außergewöhnliche Forschungsrichtung in der Soziologie. Die Ausarbeitung geht anschließend ein auf die Fragen und Ziele der Ethnomethodologie. Anschließend stellt dieser Text besondere Begriffe und deren Anwendung dar. Zusätzlich erfolgt dann ein Einblick in verschiedene Forschungsexperimente und abschließend werden Kritiken zur Ethnomethodologie vorgestellt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitungsteil
1.1 Einführung
1.2 Überblick über die Gestaltung der Hausarbeit
2. Hauptteil
2.1 Harold Garfinkel
2.2 Begriff der Ethnomethodologie
2.3 Was ist Ethnomethodologie
2.4 Erkenntnisinteresse der Ethnomethodologie
2.5 Theorie zur Konstruktion der sozialen Wirklichkeit
2.6 Soziale Wirklichkeit
2.6.1 Alltagswirklichkeit und Alltagswelt
2.6.2 Krisenexperimente
2.6.3 Alltagswissen
2.6.4 Die bewußte Aneignung von Alltagswissen
2.6.5 Methoden der Ethnomethodologie
2.6.6 Handlungen
2.6.7 Alltagsdenken
3. Schlußteil
3.1 Kritik an der Ethnomethodologie
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Hausarbeit befasst sich mit den theoretischen Grundlagen und der empirischen Ausrichtung der Ethnomethodologie als soziologische Forschungsrichtung. Ziel ist es, die Konzepte zur Konstruktion sozialer Wirklichkeit zu erläutern und die spezifischen Methoden der Ethnomethodologie im Alltagskontext kritisch zu reflektieren.
- Grundlagen der Ethnomethodologie nach Harold Garfinkel
- Konstruktion und Aufrechterhaltung sozialer Wirklichkeit
- Bedeutung von Alltagswissen und Hintergrundserwartungen
- Methodische Ansätze wie Krisenexperimente und Indexikalität
Auszug aus dem Buch
2.6.2 Krisenexperimente
Die Krisenexperimente sollten die Kategorie der Alltagswelt offenlegen und bestätigen. Das Anliegen war es, die durchgängig regulären Strukturen der natürlichen Einstellung im Alltag herauszufinden und den Aufbau des eigenen Bewußtseins kennenzulernen. Garfinkels Krisenexperimente sind Demonstrationen. Mit denen kann er deutlich zeigen, wie der normale Alltag gestört wird. Die als normal angesehene Oberfläche des Alltagslebens wird damit massiv aufgewühlt. Es kommt zur Erschütterung der Wirklichkeit. Harold Garfinkel demonstriert so die gegenseitige Hintergrundserwartung als grundlegende Haltung des Alltagslebens. Bestätigende Beispiele sind Garfinkels Studenten, die die Aufgabe hatten, sich zu Hause wie Fremde zu benehmen und dazu ein Protokoll zu erstellen. Das ungewohnte Verhalten eines jeden Studenten löste in den Familien und auch beim Studenten selbst, Reaktionen wie tiefstes Erstaunen, Peinlichkeit, Entsetzen, Angst und Zorn aus. Die Angehörigen bemühten sich, durch eigene Interpretationen, die Zweckmäßigkeit ihrer Handlungen wieder herzustellen. Es kam dort zu Aussagen, daß der Student zum Beispiel mit Arbeit überlastet wäre oder eventuell krank sei. Er könnte auch die Absicht haben, allen etwas mitteilen zu wollen, würde sich aber nicht trauen.
Damit kommt Garfinkel zu dem Ergebnis, daß diese Störungen des Alltags Verwirrung und Hilflosigkeit auslösen. Die Hilflosigkeit tritt auf, wenn gewohnte Alltagsrituale geraubt werden und die Selbstverständlichkeit einer Rolle zerbricht. In den Experimenten schienen sich die Strukturen des Alltags empirisch zu bestätigen. Wenn solche Störungen längerfristig auftreten, kann dies sogar zu sozialem Wandel führen oder Wirklichkeiten auf Dauer zerstören.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitungsteil: Einführung in die komplexe Materie der Ethnomethodologie und Überblick über den strukturellen Aufbau der Arbeit.
2. Hauptteil: Detaillierte Betrachtung von Harold Garfinkels Ansatz, der Konstruktion sozialer Wirklichkeit durch Alltagshandlungen und den Einsatz spezifischer ethnomethodologischer Methoden.
3. Schlußteil: Kritische Auseinandersetzung mit der ethnomethodologischen Forschungspraxis und Diskussion ihres Stellenwerts innerhalb der Soziologie.
Schlüsselwörter
Ethnomethodologie, Harold Garfinkel, Alltagswelt, Soziale Wirklichkeit, Indexikalität, Reflexivität, Krisenexperimente, Alltagswissen, Hintergrundserwartungen, Sinndeutung, Handlungen, Alltagsdenken, Ethnographie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit bietet eine fundierte Einführung in die Ethnomethodologie, eine soziologische Richtung, die untersucht, wie Menschen ihren Alltag durch spezifische Methoden und Sinnzuschreibungen konstruieren.
Welche Themenfelder werden zentral behandelt?
Die Arbeit beleuchtet die Entstehung der Ethnomethodologie, das Konzept der sozialen Wirklichkeit, die Rolle des Alltagswissens sowie die Anwendung experimenteller Methoden zur Sichtbarmachung normaler Alltagsvollzüge.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die theoretischen Ansätze der Ethnomethodologie verständlich zu machen und zu zeigen, wie durch "selbstverständliche" Handlungen eine stabile soziale Ordnung erst erzeugt wird.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Ethnomethodologie?
Neben theoretischen Analysen nutzt sie empirische Methoden wie Krisenexperimente, bei denen Alltagsroutinen bewusst gestört werden, um die zugrunde liegenden Erwartungsstrukturen der Teilnehmer aufzudecken.
Was behandelt der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung von Harold Garfinkel, die Definition der Ethnomethodologie, die Analyse der sozialen Wirklichkeit und konkrete Phänomene wie Indexikalität und Reflexivität.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Ethnomethodologie, soziale Wirklichkeit, Indexikalität, Reflexivität und Krisenexperimente.
Wie unterscheiden sich Krisenexperimente von herkömmlichen sozialwissenschaftlichen Methoden?
Im Gegensatz zu passiv beobachtenden Methoden greifen Krisenexperimente aktiv in den Alltag ein, um durch bewusstes normwidriges Verhalten die sonst unsichtbaren Strukturen der "natürlichen Einstellung" offenzulegen.
Was versteht man unter dem Begriff der Indexikalität in diesem Kontext?
Indexikalität beschreibt, dass die Bedeutung von Äußerungen und Handlungen untrennbar mit dem jeweiligen Kontext verknüpft ist, in dem sie stattfinden, und erst durch diesen interpretierbar wird.
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- Claudia Braun (Author), 1997, Ethnomethodologie - Theorie und Empirie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/8783