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Die Entwicklung der Moral - Universell oder kulturspezifisch?

Title: Die Entwicklung der Moral - Universell oder kulturspezifisch?

Examination Thesis , 2007 , 85 Pages , Grade: 1,5

Autor:in: Isabel Deters (Author)

Psychology - General
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Summary Excerpt Details

Warum soll man sich im Rahmen einer Examensarbeit gerade mit dem Thema „Die
Entwicklung der Moral: universell oder kulturspezifisch?“ beschäftigen? Warum ist es
relevant, sich mit einem solchen Thema auseinanderzusetzen?

Eckensberger schreibt dazu:
„Zunächst darf ich mich bedanken, dass ich im Rahmen dieses Kongresses ein Thema
behandeln darf, das ansonsten in der deutschen Entwicklungspsychologie ganz offensichtlich wenig attraktiv ist: Schlägt man in dem wohl am meisten benutzen Einführungswerk der Entwicklungspsychologie nach […] so kommt dort der explizite Kulturvergleich praktisch nicht vor und er wird schon gar nicht unter der zusätzlichen Zentrierung auf moralische Urteile erwähnt.“

Dieses Zitat zeigt ganz eindeutig, dass sich in der Forschung wenig mit der
Moralentwicklung unter kulturvergleichendem Schwerpunkt beschäftigt wurde. Der
Aufsatz von Eckensberger ist im Jahre 1991 veröffentlicht worden und sicherlich
müsste es seit dieser Zeit einige Fortschritte im Rahmen dieses spezifischen
Forschungsaspektes geben. Leider ist dem tendenziell nicht so. Allerdings ist das
Thema der interkulturellen Moralentwicklung keinesfalls aus den Augen gelassen
worden und so wurde 2006 „Moral Minds“ von Marc Hauser herausgegeben. Das
aktuelle Interesse an dem Thema zeigt sich darin, dass der Artikel „Mit Anstand auf
die Welt“ im „Spiegel“ Platz gefunden hat. „Biologen sind einer Art Grammatik der
Moral auf der Spur“2, jeder Mensch soll demnach mit einer Art Moralinstinkt geboren
werden, so heißt es in diesem Artikel.

Laut Eckensberger ist die Beschäftigung mit interkulturellen Perspektiven seitens der
Psychologie notwendig, wenn sie ihr eigentliches Ziel, für Menschen verallgemeinerbare Regeln oder Gesetze zu formulieren, erreichen will.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Was ist Moral?

3 Die Internalisierung moralischer Werte

4 Die Entwicklung der Moral

4.1 Jean Piagets Stadien der Moralentwicklung

4.1.1 Zur Biographie Jean Piagets

4.1.2 Das Murmelspiel

4.1.3 Die Praxis der Regeln

4.1.4 Das Bewusstsein der Regeln

4.1.5 Kritische Würdigung des Modells

4.2 Lawrence Kohlbergs Stufenmodell

4.2.1 Zur Biographie Lawrence Kohlbergs

4.2.2 Das „Heinz-Dilemma“

4.2.3 Das präkonventionelle Niveau

4.2.3.1 Strafe und Gehorsam

4.2.3.2 Naiver instrumenteller Hedonismus

4.2.4 Das konventionelle Niveau

4.2.4.1 Interpersonal- und Gruppenperspektive

4.2.4.2 Gesellschaftsperspektive

4.2.5 Das postkonventionelle Niveau

4.2.5.1 Sozialer Kontrakt

4.2.5.2 Universelle ethische Prinzipien

4.2.6 Kritische Würdigung des Modells

4.3 Das Vier-Komponenten-Modell von James Rest

4.3.1 Zur Biographie James Rests

4.3.2 Der „Defining Issues Test”

4.3.2.1 Komponente 1

4.3.2.2 Komponente 2

4.3.2.3 Komponente 3

4.3.2.4 Komponente 4

4.3.3 Kritische Würdigung des Modells

4.4 Vergleich und Abschlussbetrachtung der Modelle

5 Verläuft die Entwicklung der Moral kulturspezifisch?

5.1 Die kulturvergleichende Psychologie – Ein Einblick

5.2 Begriffsklärung: Kultur

5.3 Der Prozess der Kulturaneignung

5.4 Piagets, Kohlbergs und Rests Modell in kulturvergleichenden Studien

5.4.1 Stichproben von Kulturen

5.4.2 Inhaltliche Schlussfolgerungen

5.4.3 Beeinflussungsfaktoren moralischer Urteile

5.4.4 Auswertungsprobleme

5.4.5 Schlussfolgerungen aus diesen Erkenntnissen

5.5 „Neuere“ Ansätze zur Erforschung der Moralentwicklung

5.5.1 Individualistische vs. kollektivistische Kulturen

5.5.2 Die Stufentheorie von Ma

5.5.3 Die Theorie von Hauser

6 Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die zentrale Forschungsfrage, ob die Entwicklung der Moral als universeller menschlicher Prozess oder als kulturspezifisch geprägtes Phänomen zu verstehen ist. Dabei analysiert die Autorin die klassischen Modelle der Moralentwicklung und setzt sie in den Kontext der kulturvergleichenden Psychologie.

  • Theoretische Fundierung moralischer Entwicklung nach Piaget, Kohlberg und Rest
  • Kritische Analyse der Messmethoden moralischer Urteile
  • Untersuchung des Einflusses von Kultur und Globalisierung auf die Moralentwicklung
  • Vergleich von individualistischen und kollektivistischen Wertesystemen
  • Diskussion biologischer Ansätze zur Moral (Moralinstinkt)

Auszug aus dem Buch

4.2.2 Das „Heinz-Dilemma“

Mithilfe des berühmten Heinz-Dilemmas sollen die einzelnen Stufen des Modells im Verlauf charakterisiert werden. Vorerst soll dazu das Dilemma vorgestellt werden: „Irgendwo in Europa stand eine krebskranke Frau kurz vor ihrem Tode. Es gab ein Medikament, daß [sic] sie hätte retten können, eine Radiumverbindung, die ein Apotheker in jener Stadt vor kurzen entdeckt hatte. Der Apotheker verlangte dafür 2000 Dollar, das zehnfache dessen, was ihn die Herstellung des Medikaments kostete. Der Mann der kranken Frau, Heinz, bat alle seine Bekannten, ihm das Geld zu borgen, aber er konnte nur etwa die Hälfte des Preises zusammenbringen. Er sagte dem Apotheker, daß [sic] seine Frau im Sterben liege, und bat ihn, ihm das Medikament billiger zu verkaufen oder ihn später bezahlen zu lassen. Aber der Apotheker sagte: ´Nein`. In seiner Verzweiflung brach der Ehemann in die Apotheke ein und stahl das Medikament für seine Frau. Sollte er das tun? Warum?“

Anhand von Dilemmas hat Kohlberg moralische Urteile von Kindern untersucht. Bei den Untersuchungen standen für Kohlberg nicht die konkrete Norm und die Frage, ob die Kinder nach dieser Norm handeln im Vordergrund. Vielmehr wollte er herausfinden, an welchen normativen Werten sich die Kinder orientieren. Um diesen Schwerpunkt seiner Forschung zu gewährleisten, hat Kohlberg sich als Untersuchungsmethode moralische Dilemmas ausgesucht, da man Begründungen von Normen mit ihnen am besten messen und studieren kann. Gegliedert hat Kohlberg seine Dilemmas in die Rubriken: life, law, morality & conscience, punishment, contract und authority.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung begründet die Relevanz des Themas im Rahmen einer Examensarbeit und verdeutlicht die Notwendigkeit der interkulturellen Perspektive in der Moralpsychologie.

2 Was ist Moral?: Dieses Kapitel definiert Moral als normativen Rahmen und System von Regeln, das das Zusammenleben in einer Gesellschaft reguliert.

3 Die Internalisierung moralischer Werte: Hier wird erläutert, wie Individuen durch Sozialisation, Konditionierung und Vorbilder externe Normen in ihr eigenes Selbstkonzept übernehmen.

4 Die Entwicklung der Moral: Das zentrale Kapitel stellt die grundlegenden Stufenmodelle von Piaget, Kohlberg und Rest vor und kritisiert diese wissenschaftlich.

5 Verläuft die Entwicklung der Moral kulturspezifisch?: Dieses Kapitel hinterfragt die Universalität der Moralentwicklung unter Einbeziehung kulturvergleichender Studien und neuerer Ansätze wie denen von Hauser.

6 Fazit und Ausblick: Die Autorin resümiert die Ergebnisse der Modellvergleiche und betont die fortwährende Relevanz interkultureller Forschung für das gegenseitige Verständnis.

Schlüsselwörter

Moralentwicklung, Jean Piaget, Lawrence Kohlberg, James Rest, Kulturvergleich, Heinz-Dilemma, Internalisierung, Sozialisation, Kulturspezifität, Universelle Moral, Defining Issues Test, Moralurteil, Kollektivismus, Individualismus, Marc Hauser

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, ob moralische Wertvorstellungen und deren Entwicklungsprozesse weltweit gleich (universell) verlaufen oder ob sie maßgeblich von den kulturellen Rahmenbedingungen einer Gesellschaft geprägt sind.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind die kognitive Entwicklung der Moral, der Prozess der Internalisierung von Normen sowie der interkulturelle Vergleich von moralischen Urteilsmustern.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die primäre Forschungsfrage lautet: „Die Entwicklung der Moral - Universell oder kulturspezifisch?“ Das Ziel ist es, diese Frage anhand der klassischen Stufenmodelle und neuerer Forschungsergebnisse zu diskutieren.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Autorin stützt sich auf eine Literaturanalyse der entwicklungspsychologischen Standardwerke (Piaget, Kohlberg, Rest) und vergleicht diese mit aktuellen interkulturellen Studien und methodischen Ansätzen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden die Theorien von Jean Piaget, Lawrence Kohlberg und James Rest im Detail vorgestellt, kritisch bewertet und anschließend auf ihre interkulturelle Anwendbarkeit hin untersucht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlagworte sind Moralentwicklung, Kulturvergleich, Moralurteil, Stufenmodelle der Psychologie und die Unterscheidung zwischen kollektivistischen und individualistischen Kulturen.

Welche Rolle spielt die Globalisierung für die Moralentwicklung?

Die Globalisierung fordert eine zunehmende kulturelle Verständigung, was die Notwendigkeit unterstreicht, moralische Standards und deren kulturelle Varianz besser zu verstehen, um internationales Miteinander zu ermöglichen.

Wie unterscheidet sich die Moral in kollektivistischen von individualistischen Kulturen?

Während in individualistischen Kulturen persönliche Ziele und Rechte im Vordergrund stehen, ordnen kollektivistische Kulturen das Handeln der sozialen Harmonie und den Bedürfnissen der Gruppe unter.

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Details

Title
Die Entwicklung der Moral - Universell oder kulturspezifisch?
College
University of Hildesheim
Grade
1,5
Author
Isabel Deters (Author)
Publication Year
2007
Pages
85
Catalog Number
V87862
ISBN (eBook)
9783638023184
ISBN (Book)
9783638923903
Language
German
Tags
Entwicklung Moral Universell
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Isabel Deters (Author), 2007, Die Entwicklung der Moral - Universell oder kulturspezifisch?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/87862
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