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Das Niederdeutsche im Jahr 2005

in Mecklenburg Vorpommern

Title: Das Niederdeutsche im Jahr 2005

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 38 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Antje Köpnick (Author)

Didactics for the subject German - Miscellaneous
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1 Vorbemerkung
Das Thema der vorliegenden Arbeit ist die aktuelle Situation des Niederdeutschen in Mecklenburg Vorpommern, welches im Folgenden als Dialekt bzw. Mundart bezeichnet wird. Diese zwei Begriffe werden synonym gebraucht und verweisen auf die regionale Gebundenheit, die Ähnlichkeit zu anderen Systemen (welche mindestens partielle Verstehbarkeit ermöglicht), sowie das Fehlen einer Standardisierung im Sinne offiziell normierter orthografischer und grammatischer Regeln. Es handelt sich um die im Umgang gesprochene Sprache .
Als weiter gefassten Begriff möchte ich auch den der Varietät aufnehmen, da Sprache aus einer Vielzahl dieser besteht. Varietät gilt als nicht wertender, neutraler Grundbegriff der Soziolinguistik , dessen Eigenschaften beispielsweise von historischen, regionalen, sozialen oder situativen Gegebenheiten abhängen. Genauer gesagt, sind es außersprachliche Faktoren, die die Varietät beeinflussen (Alter, Geschlecht, Gruppe, Region, historische Periode, Stil ). Diese sollen die verschiedenen Gesichtspunkte hergeben, unter denen das Thema untersucht wird.

Sprache ist in der Regel ein mehrdimensionaler Raum von Varietäten, je nach der Geschichte und dem sozialen Gefüge der Sprachgemeinschaften, in denen sie lokalisiert sind. Die Varietäten sind in diesem Raum Schnittstellen (Produkte) historischer, regionaler, sozialer und situationsbedingter Faktoren.

Entsprechend dieser zitierten Faktoren, erfolgt zunächst ein historischer Abriss (Kapitel 1), der helfen soll, die Entwicklung des Niederdeutschen zu klären. Es handelt sich hierbei um die Betrachtung der diachronen Dimension der Mundart – das Augenmerk liegt auf der Unterscheidung historischer Perioden/ Stadien (Altniederdeutsch, Mittelniederdeutsch, Neuniederdeutsch). Dies soll dazu beitragen, Tendenzen und Entwicklungen aufzuzeigen und zu verdeutlichen. Gerade die Frage nach dem Prestige und der Bewertung der niederdeutschen Mundart soll hier eine Rolle spielen.
Im 2. Kapitel werden dann Umfragen ausgewertet werden, die im Zeitraum August – September 2005 durchgeführt wurden. Der Blick wird auf die aktuelle Situation des Niederdeutschen gerichtet, wobei die diastratische (soziale) Dimension der Variation untersucht wird. Es stehen die Fragen nach dem realen Sprecher der niederdeutschen Mundart, dem soziokulturellen Umfeld und den Maßnahmen, die zum Erhalt des Dialekts getroffen werden oder werden sollen im Mittelpunkt. Wichtig sind an dieser Stelle die oben bereits erwähnten außersprachlichen sozialen und situationsbedingten Faktoren, wie z.B. Alter, Geschlecht, Status und Gruppe. Die diastratischen Unterschiede sind in den sozial-kulturellen Schichten zu suchen, während die diaphasische Dimension auf die Situation abzielt (Unterschiede in der Ausdrucksmodalität). Man bezeichnet sie auch als funktionale Sprachvarietäten: Der Sprecher wählt in verschieden Situationen aus unterschiedlichen Sprachregistern aus.

Es sollen also die soziolinguistischen Fragestellungen nach
- den Normen des Sprachgebrauchs ,
- den Zusammenhängen von Sozioökonomie,
- Geschichte,
- Kultur und
- sozialer Schichtung
untersucht werden, welche am Ende ein umfassendes Bild ergeben sollen über die Entwicklung des Niederdeutschen bis heute, den aktuellen Stand, dessen Bewertung und die Arbeit an evtl. vorhandenen problematischen Tendenzen

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Vorbemerkung

2. Die Entwicklung der niederdeutschen Sprache bis heute

2.1 Das Altniederdeutsche

2.2 Das Mittelniederdeutsche – die Hansezeit

2.3 Das Neuniederdeutsche

2.3.1 Vom 16. zum 19. Jahrhundert – Zeit des Übergangs

2.3.2 Hochdeutsch und Niederdeutsch – ein ungleiches Verhältnis

2.3.2.1 Missingsch

2.3.2.2 Niederdeutsche Einsprengsel in der hochdeutschen Literatur

2.3.3 Das 20. Jahrhundert

2.3.3.1 Zwanziger Jahre bis Nachkriegszeit

2.3.3.2 Das Niederdeutsche in der DDR

3. Plattdeutsch heute

3.1 Der Plattsprecher

3.1.1 Wer spricht mit wem Plattdeutsch?

3.1.2 Die Bedeutung des Plattdeutschen

3.2 Das Angebot der Medien

3.3 Plattdeutsch in der Bildung

3.3.1 Rahmenpläne und gesetzliche Verankerungen

3.3.2 Die gegenwärtige Situation in Kindergärten, Schulen und Hochschulen

4. Zusammenfassung und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die aktuelle soziolinguistische Situation des Niederdeutschen in Mecklenburg-Vorpommern. Dabei wird analysiert, wie sich die Sprache historisch entwickelt hat und welcher Stellenwert ihr heute im Alltag, in den Medien und im Bildungssystem beigemessen wird, um die Zukunftschancen des Dialekts zu bewerten.

  • Historische Entwicklung des Niederdeutschen und der Sprachwandel
  • Soziolinguistische Analyse des aktuellen Sprachgebrauchs
  • Bedeutung von Dialekt in Medien und Kultur
  • Förderung und gesetzliche Verankerung im Bildungssystem
  • Identitätsbildung und soziale Funktion der Mundart

Auszug aus dem Buch

2.3.2.1 Missingsch

Missingsch ist das, was herauskommt, wenn ein Plattdeutscher hochdeutsch sprechen will. Er krabbelt auf der glatt gebohnerten Treppe der deutschen Grammatik empor und rutscht alle Nase lang wieder in sein geliebtes Platt zurück.

Es handelt sich beim Missingsch also um eine Mischsprache: ein Niederdeutsch, welches stark vom Hochdeutschen durchsetzt ist. Die sächsische Sprache wird mit der meißnischen vermischt, wobei man den Prototyp dieser Sprachform in Fritz Reuters „Ut mine Stromtid“ findet: Unkel Bräsig. Weiteren Erklärungen möchte ich daher ein Zitat desselben vorausschicken:

„Hür mal, Korl! Naßkolt, waterig, klöterig – süh, das `s gar nichts dagegen. Sie machen den Menschen rein zu `ne Pogg`, un eher sich `ne menschliche Natur an `ne Poggennatur gewöhnt, da hat die menschliche Kretur so viel auszuhalten, dass man ümmer wünschen möchte, man wär as Pogg` auf die Welt gekommen... – Süh, erstens morgens die gewöhnliche Abschwitzung. Da wickeln sie dir in kolle Laken ein – ganz natt – un dann in wollne Decken un premsen dir so zusammen, dass du nichts von deinem menschlichen Leibe rögen kannst, als bloß die Tehnen...“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Vorbemerkung: Einführung in die Begrifflichkeiten (Dialekt, Mundart, Varietät) und Darstellung der soziolinguistischen Untersuchungsfaktoren.

2. Die Entwicklung der niederdeutschen Sprache bis heute: Historischer Überblick über die Stadien vom Altniederdeutschen bis zum Neuniederdeutschen und die Auswirkungen politischer sowie gesellschaftlicher Umbrüche.

3. Plattdeutsch heute: Auswertung von Umfragen zur aktuellen Sprechersituation, dem Einfluss von Medien und dem Stellenwert der Sprache in Bildungseinrichtungen.

4. Zusammenfassung und Ausblick: Resümee über den prekären Status des Niederdeutschen und Notwendigkeit neuer Impulse zur Förderung der Mundart im Gespräch.

Schlüsselwörter

Niederdeutsch, Plattdeutsch, Soziolinguistik, Mecklenburg-Vorpommern, Sprachwandel, Hansezeit, Missingsch, Sprachförderung, Dialekt, Identität, Bildungspläne, Mediennutzung, Sprachgeschichte, Kulturgut, Sprachgebrauch.

Häufig gestellte Fragen

Was ist das Hauptthema dieser Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit der aktuellen Situation der niederdeutschen Sprache in Mecklenburg-Vorpommern unter Berücksichtigung ihrer historischen Entwicklung und ihrer gesellschaftlichen Relevanz.

Welche zentralen Themenbereiche werden abgedeckt?

Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Sprachgeschichte, dem tatsächlichen Sprachgebrauch in verschiedenen Generationen, der Rolle der Medien sowie der Implementierung in Schulen und Kindergärten.

Welches Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?

Das primäre Ziel ist es, den aktuellen Status des Plattdeutschen zu erheben und zu analysieren, warum trotz zahlreicher Förderkonzepte ein Rückgang des aktiven Gebrauchs zu beobachten ist.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Autorin nutzt einen historischen Abriss sowie eine empirische Auswertung von Fragebögen, die im Jahr 2005 an 187 Personen in Mecklenburg-Vorpommern durchgeführt wurden.

Womit befasst sich der Hauptteil?

Der Hauptteil analysiert detailliert die verschiedenen historischen Sprachstufen, das Phänomen des "Missingsch", die Ergebnisse der Befragungen zum Sprachgebrauch sowie die gesetzlichen Rahmenbedingungen zur Förderung.

Was charakterisiert die Sprache in dieser Arbeit?

Die Arbeit nutzt als zentrale Schlüsselwörter Begriffe wie Soziolinguistik, Sprachwandel, Identität und Sprachförderung, um den Kontext der niederdeutschen Mundart einzuordnen.

Was besagt die Analyse zum Missingsch?

Missingsch wird als eine Mischsprache beschrieben, die entsteht, wenn Plattdeutschsprechende versuchen, Hochdeutsch zu sprechen, was oft zu einer humorvollen oder satirischen Verwendung in der Literatur führt.

Wie steht es um die Förderung in Kindergärten und Schulen?

Obwohl es offizielle Rahmenpläne und gesetzliche Verankerungen gibt, zeigt die Praxis, dass die Umsetzung oft an mangelndem Interesse, fehlenden Sprechern oder unzureichenden Ressourcen scheitert.

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Details

Title
Das Niederdeutsche im Jahr 2005
Subtitle
in Mecklenburg Vorpommern
College
Ernst Moritz Arndt University of Greifswald  (Deutsche Philologie)
Course
Soziolinguistik Hauptseminar
Grade
1,7
Author
Antje Köpnick (Author)
Publication Year
2005
Pages
38
Catalog Number
V87894
ISBN (eBook)
9783638036542
Language
German
Tags
Niederdeutsche Jahr Soziolinguistik Hauptseminar
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Antje Köpnick (Author), 2005, Das Niederdeutsche im Jahr 2005, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/87894
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