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Entwicklung des deutsch-russischen Gashandels - Eine Analyse unter Berücksichtigung strategischer Interdependenz

Title: Entwicklung des deutsch-russischen Gashandels - Eine Analyse unter Berücksichtigung strategischer Interdependenz

Diploma Thesis , 2007 , 112 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Diplom-Ökonom Alexander Gerhard (Author)

Business economics - Economic Policy
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Summary Excerpt Details

Ausgehend vom Beginn des „Erdgaszeitalters“ Anfang der 1960er Jahre hat sich die Bundesrepublik Deutschland (BRD) sowohl zum größten Erdgasverbraucher der Europäischen Union (EU) als auch zu deren bedeutendstem Absatzmarkt für russisches Erdgas entwickelt. Mit einem Anteil von fast einem Viertel am Primärenergieverbrauch ist das Erdgas nach dem Mineralöl der zweitwichtigste Energieträger. Einhergehend mit der zunehmenden Bedeutung dieses Brennstoffes am deutschen Energiemix beläuft sich der Importanteil russischen Erdgases an Deutschlands gesamten Erdgasimporten bereits heute auf über 40 %. Dies hat dazu geführt, dass sich deutlich interdependente Strukturen zwischen den beiden Ländern entwickelt haben, die sich nicht nur auf den Gasmarkt beschränken.
Die vorliegende Arbeit analysiert die Bedingungen, die es ermöglichten, dass trotz bedeutender interner und externer Veränderungen (deutsche Einheit, Zusammenbruch der ehemaligen Sowjetunion, Liberalisierung der europäischen Erdgasbinnenmärkte) die oligopolistischen Strukturen im deutsch-russischen Gashandel weitgehend aufrecht erhalten werden konnten.
In Kapitel 2 wird zunächst die Entwicklung der postsowjetisch-russischen Gaswirtschaft dargestellt, die dazu führte, dass die Gasindustrie Russlands von dem (halb-) staatlich kontrollierten Konzern Gazprom dominiert wird. Hiernach erfolgt eine ausführliche Darstellung des heutigen russischen Erdgasmarktes, woran sich eine Analyse anschließt, die sich schwerpunktmäßig der Beschreibung des Problems der ad-ministrierten Binnenmarktpreise und der hiermit verbundenen Abhängigkeit von den Exporterlösen widmet. Zentral hierbei ist, welchen Einfluss die Quersubventionierung sowohl auf die Erdgasverwendung als auch die Wettbewerbssituation innerhalb Russlands hatte und inwieweit sich hieraus eine produktionshemmende Wirkung entfaltet hat.
Kapitel 3 gibt vor dem Hintergrund der Wettbewerbsbedingungen innerhalb der russischen Gaswirtschaft einen Einblick in die zukünftigen Strategiebemühungen des Gazpromkonzerns und die hierfür verantwortlichen Beweggründe.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Aufbau der postsowjetisch - russischen Gaswirtschaft

2.1 Einleitung

2.2 Der russische Gasmarkt in der Transformationsphase

2.3 Erdgasreserven, -ressourcen und –förderung

2.3.1 Reserven und Ressourcen

2.3.2 Erdgasförderung

2.4 Unabhängige Gasunternehmen

2.5 Erdgasbinnenverbrauch und -export

2.5.1 Binnenverbrauch

2.5.2 Exporte

2.6 Infrastruktur der russischen Erdgaswirtschaft

2.6.1 Das Einheitliche System zur Gasversorgung Russlands

2.6.2 Weiterverteilstufe

2.6.3 Erdgasspeicherung

2.7 Liberalisierung und Drittzugang

2.8 Erdgaspreise auf dem russischen Binnenmarkt

2.8.1 Problem der „optimalen“ Bepreisung

2.8.2 Zwischenfazit

2.9 Preise auf dem Exportmarkt

2.10 Zwischenfazit

3 Gazproms (Zukunfts-) Strategie: Diversifizierung, Marktbeherrschung und Expansion

3.1 Diversifizierung

3.2 Marktbeherrschung

3.3 Expansion

4 Die Entstehung des deutschen Erdgasmarktes

4.1 Einleitung

4.2 Erdgaseinsatz und -verwendung in Deutschland

4.3 Erdgasentwicklung in Deutschland (West)

4.4 Erdgasentwicklung in Deutschland (Ost)

4.5 Die deutsche Wiedervereinigung

4.6 Deutschland im Jahr 2006

5 Aufbau der deutschen Gaswirtschaft

5.1 Einleitung

5.2 Erdgassressourcen, -reserven und –förderung

5.3 Erdgaseinfuhr

5.4 Erdgasbinnenverbrauch und -speicherung

5.4.1 Erdgasbinnenverbrauch

5.4.2 Erdgasspeicherung

5.5 Erdgastransport

5.6 Aufbau und Struktur der deutschen Gaswirtschaft

5.7 Vertragliche Strukturen

6 Entwicklung der Handelsbeziehungen Ruhrgas – Gazprom

7 WINGAS - Gazprom in Deutschland

8 Oligopolistische Märkte: Der deutsche Erdgasmarkt

8.1 Preiswettbewerb bei homogenen Produkten – das Bertrand Modell

8.2 Theorie

8.3 Das Gefangenendilemma bei „tacit collusion“

8.3.1 Endliche Spiele

8.3.2 Unendliche Spiele

8.4 Zwischenfazit

8.5 Voraussetzungen für die Entstehung von (geheimen) Absprachen

9 Prinzip und Hintergrund der Heizölbindung

9.1 Historischer Hintergrund

9.2 Die Preisbildung nach dem Anlegbarkeitsprinzip

9.3 Das Argument des „switchens“

9.4 Die Argumente der Transparenz und Marktliquidität

10 Zur Theorie des Bertrand Modells

10.1 Langfristige Verträge

10.2 Ölpreisbindung

10.3 Zwischenfazit

11 Der deutsch-russische Außenhandel

11.1 Entwicklung der Handelsbeziehungen seit 1950

11.2 Struktur des Warenhandels

11.3 Zwischenfazit

12 Zukunftsausblick und Deutschlands „Abhängigkeit“

13 Schlussfolgerungen

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert die Bedingungen, unter denen trotz bedeutender interner und externer Veränderungen im Gasmarkt – wie dem Zerfall der Sowjetunion, der deutschen Wiedervereinigung und der Liberalisierung des europäischen Erdgasmarktes – oligopolistische Strukturen im deutsch-russischen Gashandel weitgehend aufrechterhalten werden konnten. Dabei liegt der Fokus insbesondere auf der Rolle von Gazprom sowie den strategischen Interdependenzen zwischen den Marktteilnehmern.

  • Entwicklung und Aufbau der russischen Gaswirtschaft
  • Gazproms Strategien in den Bereichen Diversifizierung, Marktbeherrschung und Expansion
  • Die historische Entstehung und Struktur des deutschen Erdgasmarktes
  • Theoretische Analyse oligopolistischer Marktinteraktionen (Bertrand-Modell) und Preisbindungsmechanismen
  • Analyse der deutsch-russischen Außenhandelsbeziehungen und die Auswirkungen der Energieabhängigkeit

Auszug aus dem Buch

2.8.1 Problem der „optimalen“ Bepreisung

Die staatlich regulierten Binnenmarktpreise haben zwei Effekte. Zum einen haben sie zu einer nicht effizienten Erdgasverwendung geführt und zum anderen entstand ein Verdrängungseffekt zu Lasten alternativer Brennstoffe. Aufgrund der Einnahmen aus dem Exportgeschäft haben sich der russischen Regierung gewaltige verteilungspolitische Spielräume eröffnet. So können gesellschaftliche Gruppen subventioniert und die Industrie wettbewerbsfähig gehalten werden. Während in Westeuropa bei der Strom- und Wärmegewinnung höchstens ein Verlustanteil von 20 % toleriert wird, sind es in Russland 60 % (Götz 2004, S. 15; Ahrend/Tompson 2004, S. 2 f.).

Folglich können langfristig nur kostendeckende und somit steigende Energiepreise gewährleisten, dass die Gaswirtschaft in die Infrastruktur des Binnenmarktes investiert. Diese Preissteigerungen haben wiederum Auswirkungen auf die Produktionskosten der Industrie. Hierdurch werden das (kurzfristige) Wirtschaftswachstum und das verfügbare Einkommen der Privathaushalte beeinflusst. Somit ist die Entscheidung über die Höhe der Preise immer auch ein „politisches“ Abwägen des Für und Wider (IEA 2004, S. 291).

Die Ermittlung eines für Gazprom rentablen und für die Bevölkerung „gerechten“ Binnenmarktpreises gestaltet sich als schwieriges Unterfangen, da keine oder nur unzureichende Transparenz hinsichtlich der tatsächlichen Gasbereitstellungskosten gibt. Gazprom selbst gibt an, dass trotz der Preiserhöhungen der letzten Jahre, die zwar ein Wachstum oberhalb der Inflationsrate aufwiesen, noch kein „profitables“ Niveau im Binnenmarkt erreicht sei (Gazprom 2007). Daher hat das Unternehmen in Kooperation mit den zuständigen staatlichen Institutionen eine Vereinbarung erarbeitet, die eine sukzessive Preissteigerung bei gleichzeitiger Expansion des nicht (preislich-)regulierten Sektors vorsieht.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung beschreibt die Relevanz des deutsch-russischen Gashandels und legt das Ziel der Arbeit fest, die Aufrechterhaltung oligopolistischer Strukturen trotz marktwirtschaftlicher Veränderungen zu analysieren.

2 Aufbau der postsowjetisch - russischen Gaswirtschaft: Das Kapitel stellt die Entwicklung der Gasindustrie Russlands nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion dar, wobei die dominierende Rolle von Gazprom sowie die Auswirkungen der staatlichen Preisregulierung und Infrastrukturprobleme beleuchtet werden.

3 Gazproms (Zukunfts-) Strategie: Diversifizierung, Marktbeherrschung und Expansion: Hier werden die strategischen Zielsetzungen von Gazprom analysiert, die sich auf die Sicherung neuer Absatzmärkte, die Festigung der Marktbeherrschung und die Expansion entlang der Wertschöpfungskette konzentrieren.

4 Die Entstehung des deutschen Erdgasmarktes: Dieses Kapitel zeichnet die historische Entwicklung der Erdgasindustrie in Deutschland von den 1960er Jahren bis zur Wiedervereinigung nach, inklusive der Veränderungen im Wärmemarkt.

5 Aufbau der deutschen Gaswirtschaft: Die Untersuchung des aktuellen Aufbaus der deutschen Gaswirtschaft zeigt die hohe Importabhängigkeit und die Auswirkungen der europäischen Liberalisierung auf die Marktstruktur.

6 Entwicklung der Handelsbeziehungen Ruhrgas – Gazprom: Ein Überblick über die historischen Handelsverträge und die Partnerschaft zwischen Ruhrgas und Gazprom, die den Grundstein für die heutige Marktkonzentration legten.

7 WINGAS - Gazprom in Deutschland: Das Kapitel skizziert die Gründung und den Aufstieg des Gemeinschaftsprojekts WINGAS als Wettbewerber auf dem deutschen Markt.

8 Oligopolistische Märkte: Der deutsche Erdgasmarkt: Mit Hilfe des Bertrand-Modells wird theoretisch untersucht, warum der Wettbewerb zwischen den Hauptakteuren E.ON Ruhrgas und WINGAS trotz oligopolistischer Struktur eingeschränkt bleibt.

9 Prinzip und Hintergrund der Heizölbindung: Die Analyse der Preisbildungsmechanismen zeigt auf, warum Gaspreise traditionell an Ölpreise gekoppelt sind und kritisiert dieses Vorgehen.

10 Zur Theorie des Bertrand Modells: Dieses Kapitel erweitert die theoretische Betrachtung um die Auswirkungen langfristiger Lieferverträge und der damit verbundenen Marktabschottung.

11 Der deutsch-russische Außenhandel: Es wird untersucht, wie sich die Energiebeziehungen auf das Handelsbilanzdefizit und die wirtschaftliche Verflechtung der beiden Länder ausgewirkt haben.

12 Zukunftsausblick und Deutschlands „Abhängigkeit“: Ein Ausblick auf die zukünftige Gasversorgung und die kritische Hinterfragung der asymmetrischen Abhängigkeit Deutschlands von russischen Gasimporten.

13 Schlussfolgerungen: Die Ergebnisse der Arbeit werden zusammenfassend dargestellt und Handlungsempfehlungen für die zukünftige Energiepolitik formuliert.

Schlüsselwörter

Gazprom, Erdgas, Deutschland, Russland, Energiemarkt, Ölpreisbindung, Langfristverträge, Oligopol, Infrastruktur, Energieversorgung, Marktliberalisierung, Außenhandel, Handelsbeziehungen, Versorgungssicherheit, Bertrand-Modell

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und der Struktur des deutsch-russischen Gashandels sowie den Hintergründen, warum oligopolistische Strukturen in diesem Bereich trotz Marktliberalisierungen stabil geblieben sind.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der russischen Gaswirtschaft (Gazprom), der deutschen Gasmarktstruktur, theoretischen Modellen des oligopolistischen Wettbewerbs, Preisbildungsmechanismen (wie der Ölpreisbindung) und den bilateralen Handelsbeziehungen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Hauptziel ist es, die Bedingungen und Mechanismen zu identifizieren, die den marktmächtigen Unternehmen eine Marktbeherrschung und Preisgestaltung auf hohem Niveau ermöglichen, anstatt eines intensiven Wettbewerbs.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Es werden eine ökonomische Analyse von Marktstrukturen, die Auswertung von Handelsdaten sowie spieltheoretische Ansätze, insbesondere das Bertrand-Modell, zur Erklärung des Marktverhaltens herangezogen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der Gaswirtschaft in Russland und Deutschland, eine theoretische Untersuchung der Preis- und Wettbewerbssituation sowie eine empirische Betrachtung des Außenhandels.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Marktbeherrschung, Ölpreisbindung, langfristige Lieferverträge, Gas-Release-Programme, asymmetrische Abhängigkeit und interdependente Wirtschaftsstrukturen.

Welche Rolle spielt die Ölpreisbindung für das Gasgeschäft?

Die Ölpreisbindung dient der Preisabsicherung und soll die Konkurrenzfähigkeit von Gas gegenüber Heizöl erhalten, wird jedoch zunehmend als marktabschottendes Instrument kritisiert, das einen echten Gas-zu-Gas-Wettbewerb behindert.

Wie bewertet die Arbeit die zukünftige Abhängigkeit Deutschlands?

Die Arbeit warnt vor einer wachsenden, asymmetrischen Abhängigkeit Deutschlands von russischen Gasimporten und empfiehlt dringend eine konsequentere Diversifizierung der Bezugsquellen und Energieträger, um geopolitische Risiken zu minimieren.

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Details

Title
Entwicklung des deutsch-russischen Gashandels - Eine Analyse unter Berücksichtigung strategischer Interdependenz
College
University of Hohenheim  (Lehrstuhl für Außenwirtschaft)
Grade
1,7
Author
Diplom-Ökonom Alexander Gerhard (Author)
Publication Year
2007
Pages
112
Catalog Number
V87910
ISBN (eBook)
9783638023313
ISBN (Book)
9783638929349
Language
German
Tags
Entwicklung Gashandels Eine Analyse Berücksichtigung Interdependenz
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Diplom-Ökonom Alexander Gerhard (Author), 2007, Entwicklung des deutsch-russischen Gashandels - Eine Analyse unter Berücksichtigung strategischer Interdependenz, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/87910
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