Wie beeinflusst der Glaube, die Religion – Christentum und Islam - das Leben und das Verhalten der Menschen? Was sagen diese beiden Religionen übereinander?
Ich denke, die Kenntnis über die jeweils andere Religion, ihre Werte und die Auswirkungen der jeweiligen Lehren auf das konkrete, praktische Leben, kann ein erster Schritt zu einem friedlichen Miteinander sein. Dazu bedarf es eines Dialogs zwischen den beiden Religionen, der Gott sei Dank, oder sollte man sagen, Allah zum Dank, in letzter Zeit von beiden Seiten immer stärker forciert wird.
Um Missverständnisse auszuräumen, ist es notwendig zuerst einen genaueren Blick auf Probleme, Schwierigkeiten und Unterschiede zu werfen.
Für ein gelungenes Zusammenleben sind sicherlich die Gemeinsamkeiten beider Religionen wichtige Ausgangspunkte der Diskussion. Grundlage dafür könnten – neben den theologischen Inhalten - die Allgemeinen Menschenrechte und gemeinsame ethische Grundanliegen sein.
Gerade die Kinder- und Jugendarbeit kann eine gute Ausgangsbasis bilden für ein friedliches, tolerantes und sich gegenseitig befruchtendes Miteinander, nach dem volkstümlichen Sprichwort: „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr.“
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
A. Theoretischer Teil
Islam und Christentum im Spannungsfeld der Zeit
I. Allgemeines
1. Islam – ein vielschichtiger Begriff
2. Zielgruppe der Arbeit
3. Integration
4. Religion und das Verhalten des Menschen
Exkurs: Sind religiöse Menschen toleranter?
Intention
Situation
Fragebogen
Auswertung
Folgerungen
5. Christentum über Islam
a. Vergangenheit
b. Papst Gregor VII.
c. Aussagen des Zweiten Vatikanischen Konzils
d. Gegenwart
6. Islam über Christentum
a. Geschichte
b. Aussagen im Koran
c. Stellungnahmen neuerer Zeit
7. Gemeinsame Abstammung: Abraham
a. Judentum
b. Christentum
c. Islam
d. Greenberg: Der offene Bund
e. Muslimisches Beziehungsdenken
f. Abrahamische Ökumene
g. Abrahamische Spiritualität
II. Schwierigkeiten
1. Vergangenheit
2. Theologische Diskrepanzen
a. Heilige Bücher
b. Figur des Jesus Christus
c. Zentrale Lehre
3. Fundamentalismus
III. Lösungsansätze
1. Objektive Information
2. Dialog
a. Verschiedene Ebenen
b. Babylonisches Sprachgewirr
3. Verantwortung für die Welt: Eine gemeinsame Ethik
a. Allgemeines
b. Allgemeine Menschenrechte
c. Weltethos
B. Praktische Umsetzung
I. Situation in Österreich
1. Statistiken
2. Rechtliche Situation
3. Jugend und Religion
a. Individualisierte Religiosität
b. Erlebnisorientierte Religiosität
c. Biographische Religiosität
4. Rechtsextremismus und Ausländerfeindlichkeit
5. Wilhelm Heitmeyer: Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit
II. Ansatzpunkte für die Arbeit mit Jugendlichen
1. Akzeptanz
2. Musik
3. Interreligiöses Lernen
4. Feste
III. Vorhandene Modelle des Miteinanders in oberösterreichischen Bildungseinrichtungen
1. Kindergarten
2. Schule
3. Außerschulische Projekte
4. Resümee
IV. Entwurf eines Konzeptes für ein fächerübergreifendes Projekt in der Berufsschule
1. Ausgangslage
2. Ziele
a. Auszüge aus den Lehrplänen
b. Projektziele
3. Projektdurchführung
a. Allgemeines
b. Themen
c. Inhalte
Zusammenfassung
Literaturliste
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die Diplomarbeit untersucht das multikulturelle und vor allem multireligiöse Miteinander im Klassenzimmer. Ziel ist es, die Dialogfähigkeit zwischen Islam und Christentum zu analysieren, Barrieren zu identifizieren und Anhaltspunkte für ein friedliches, respektvolles Zusammenleben sowie praktische pädagogische Lösungsansätze für die Berufsschule zu entwickeln.
- Grundlagen des Dialogs zwischen Islam und Christentum
- Analyse von Vorurteilen und Toleranz bei Jugendlichen
- Die Rolle der gemeinsamen abrahamischen Wurzeln
- Pädagogische Herausforderungen und Modellprojekte für interreligiöses Lernen
- Konzeptentwicklung für fächerübergreifende Bildungsarbeit in der Berufsschule
Auszug aus dem Buch
Die Suche nach dem Urösterreicher
Nach intensiver inhaltlicher Auseinandersetzung mit dem Vermischen der Völker in Österreich, entstand mit Unterstützung des Medienkulturhauses Wels ein mehrsprachiger Trickfilm: „Auf der Suche nach dem Urösterreicher“.
Die SchülerInnen haben innerhalb weniger Minuten die Technik des Trickfilms erlernt und waren höchst motiviert. Durch die vorwiegend notwendige Teamarbeit, haben die SchülerInnen neue soziale Kompetenzen eingeübt. Gemeinsam an einem Thema arbeiten, andere Meinungen aushalten und die eigenen Stärken entdecken, waren wichtige Lernschritte, die auch zur Verbesserung des Klassenklimas beitrugen.
Die professionelle Zusammenarbeit mit dem Medienkulturhaus und die spannende technische Auseinandersetzung mit dem Thema „Trickfilm“ war für die SchülerInnen ein spannendes Erlebnis, das sich dann schlussendlich in dem fertigen Film zeigte.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Allgemeines: Dieses Kapitel definiert den Islam, klärt die Zielgruppe und beleuchtet die Integration sowie die allgemeine Bedeutung von Religion für das menschliche Verhalten.
II. Schwierigkeiten: Hier werden die historischen Belastungen, theologische Diskrepanzen zwischen den Weltreligionen und die Problematik des Fundamentalismus als Hindernisse für den Dialog erörtert.
III. Lösungsansätze: Dieser Abschnitt widmet sich den Wegen der Annäherung, insbesondere durch objektive Information, den interreligiösen Dialog und das Konzept eines gemeinsamen Weltethos.
I. Situation in Österreich: Dieser Teil liefert statistische Daten zur Bevölkerung, rechtliche Rahmenbedingungen und analysiert die Religiosität Jugendlicher sowie Phänomene wie Rechtsextremismus.
II. Ansatzpunkte für die Arbeit mit Jugendlichen: Dieses Kapitel identifiziert praktische pädagogische Zugänge, wie Akzeptanz, Musik, interreligiöses Lernen und Feste, um das Miteinander zu fördern.
III. Vorhandene Modelle des Miteinanders in oberösterreichischen Bildungseinrichtungen: Hier werden konkrete Praxisbeispiele aus Kindergärten, Schulen und außerschulischen Projekten vorgestellt und bewertet.
IV. Entwurf eines Konzeptes für ein fächerübergreifendes Projekt in der Berufsschule: Das abschließende Kapitel entwickelt einen strukturierten Entwurf für ein dreiwöchiges fächerübergreifendes Projekt zur Förderung des interkulturellen Dialogs.
Schlüsselwörter
Islam, Christentum, Dialog, Integration, Schule, Jugend, Religion, Toleranz, Vorurteile, Abraham, interreligiöses Lernen, Multikulturalität, Menschenrechte, Weltethos, Miteinander
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Möglichkeiten und Herausforderungen eines friedlichen Zusammenlebens von Muslimen und Christen in einer multikulturellen Gesellschaft, speziell im Kontext der Schule.
Welches sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind das Verhältnis der beiden Religionen zueinander, die Grundlagen für Integration, die Analyse von Vorurteilen sowie pädagogische Ansätze zur Förderung eines respektvollen Dialogs.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, das multireligiöse Miteinander im Klassenzimmer zu durchleuchten und konkrete Impulse für ein friedliches Zusammenleben trotz unterschiedlicher religiöser und kultureller Prägungen zu liefern.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse sowie einer empirischen (nicht repräsentativen) Befragung von Jugendlichen in einer Berufsschule zum Thema Toleranz und Religiosität.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen (Diskrepanzen, gemeinsame Wurzeln wie Abraham) und die praktische Umsetzung (Statistiken, aktuelle Ansätze in Schulen und ein konkretes Projektkonzept für die Berufsschule).
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Begriffe wie interkultureller Dialog, interreligiöses Lernen, Toleranz, Akzeptanz, Abrahamische Ökumene und die gemeinsame Ethik stehen im Zentrum der Arbeit.
Wie bewertet die Autorin die Rolle der Religion im Leben heutiger Jugendlicher?
Die Autorin stellt fest, dass Religiosität bei Jugendlichen oft eine Patchwork-Form annimmt (Individualisierung) und eher durch Erlebnisse oder biografische Lebensübergänge geprägt ist als durch institutionelle Kirchenbindung.
Warum ist das Thema „Sprache“ für die Autorin so wichtig geworden?
Die Autorin erkannte, dass Sprache nicht nur ein Kommunikationsmittel ist, sondern „wirklichkeitskonstitutiv“. Sie betont, dass die Anerkennung der Muttersprache als „Sprache des Herzens“ ein wesentlicher Schlüssel für die Integration ausländischer Jugendlicher ist.
Wie beurteilt die Autorin die Bedeutung des „Abrahamischen“ für den Dialog?
Die Autorin sieht in der gemeinsamen Abstammung auf Abraham eine fundamentale Basis, um Juden, Christen und Muslime im Glauben an den einen Gott zu verbinden, ohne dabei die Unterschiede in Lehre und Praxis zu leugnen.
- Quote paper
- Ursula Strütt (Author), 2007, Islam und Christentum - Ein Dialog im Klassenzimmer, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/87944