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Überlegungen zur Bilderzählung in der Handschrift "Pontus und Sidonia" aus den Beständen der Universitätsbibliothek Heidelberg

Title: Überlegungen zur Bilderzählung in der Handschrift "Pontus und Sidonia" aus den Beständen der Universitätsbibliothek Heidelberg

Term Paper , 2007 , 42 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Niels Hofheinz (Author)

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Die Entwicklung der Buchmalerei hatte in der zweiten Hälfte de 15. Jahrhunderts bereits ihren Höhepunkt überschritten. Dennoch bestand bei einigen Liebhabern auch noch in den 1470er Jahren großes Interesse an dieser Kunstform. Solcherlei spätmittelalterliche Buchmalerei unterscheidet sich in einigen Punkten erheblich von Arbeiten aus der Hochphase der Buchillumination.
Die in diesem Essay eingehender betrachtete Handschrift, mit großer Wahrscheinlichkeit im Auftrag der Margarethe von Savoyen hergestelltes Produkt der so genannten „Henfflin-Werkstatt“ zählt zur Kategorie jener spätmittelalterlichen „multimedialen“ Werke, die doch bisher in keine Kategorie zu passen schienen: Die Handschrift „Pontus und Sidonia“, die heute unter der Signatur Codex Palatinum Germanicum 142 im Katalog der Heidelberger Universitätsbibliothek zu finden ist. Da eine umfassende Analyse der Handschrift im Rahmen dieser Arbeit praktisch ausgeschlossen ist, sollen anhand der ausführlichen Betrachtung zweier exemplarisch herausgegriffener Illustrationen sowohl einige Rückschlüsse auf die Binnenfunktion der Illustrationen innerhalb der Sequenzen als auch auf die Faktur des Werkes im Gesamten induziert werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Allgemeines zur Handschrift

3. Allgemeines zu den untersuchten Abbildungen

4. Einige Erwägungen zur Bildflächenbegrenzung

5. Bildbetrachtung

5.1. Betrachtung der Abbildung auf Folio 17 verso

5.2. Betrachtung der Abbildung auf Folio 19 recto

5.3. Zum Einsatz piktographischer Elemente auf Folio 19 recto

6. Vergleichende Gegenüberstellung und Fazit der Betrachtung der Illustrationen von Folii 17 verso und 19 recto

7. Resümee

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das narrative Potential und die semiotische Struktur der Buchmalereien in der Handschrift "Pontus und Sidonia" (Codex Palatinum Germanicum 142). Anhand zweier exemplarischer Illustrationen wird analysiert, wie Bildmotive höfische Kommunikationsrituale, Machtverhältnisse und politische Botschaften transportieren und den Rezeptionsprozess des Lesers steuern.

  • Analyse der narrativen Bildsprache mittelalterlicher Handschriften
  • Untersuchung von Gestik und semiotischen Bedeutungsträgern
  • Deutung der Interaktion zwischen Bildraum und Textgehalt
  • Vergleich der bildlichen Darstellung politischer Kommunikation
  • Betrachtung der Funktion von Bildrahmen und Bildflächenbegrenzung

Auszug aus dem Buch

5.1. Betrachtung der Abbildung auf Folio 17 verso

Die im Folgenden betrachteten Abbildungen auf Folii 17 verso, beziehungsweise auf 19 recto stellen Abschnitte einer höfischen Empfangsszene dar. Ein heidnisches Heer ist mit dem Ziel der gewaltsamen Missionierung der Bevölkerung in das Christliche Königreich von Brittanien eingedrungen. Der Waise Pontus, dessen Eltern bei einem ähnlichen, einige Jahre zuvor erfolgten Überfall auf sein Heimatland ums Leben kamen, steht unter der Vormundschaft des bretonischen König und sieht sich durch die Meldung über die Landung fremder Truppen nun erneut in seiner Existenz bedroht. Die hier betrachtete Illustrationen zeigen den Empfang eines Sendboten des heidnischen Heerführers bei Hofe, der zum Zweck der Überbringung der Kapitulationsforderung und der anschließende Rückübermittlung der Antwort an seinen Auftraggeber beim obersten Landesherren vorstellig wird.

Wenden wir unsere Aufmerksamkeit nun zunächst Folio 17 verso zu: Die Bildüberschrift „Wie ein heidenische ritter für den kunig kam und im sagte, was im der jung soldan anbotten hetto“ beschreibt einen weit umfangreicheren Zeitraum, als in der Abbildung letztlich dargestellt: sichtbar ist hier alleine der Moment der offensichtlichen Übergabe eines versiegelten Schriftstücks durch den Gesandten des „jung sodans“ an den „kunig von Brittanien“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung diskutiert das Desiderat einer kunsthistorischen Untersuchung multimedialer Werke und hinterfragt die traditionelle Fokussierung auf kanonische „Meisterwerke“ zugunsten einer stärkeren Einbeziehung der eigenen Beobachtung bei der Analyse unpopulärer Bildquellen.

2. Allgemeines zur Handschrift: Dieses Kapitel stellt die Handschrift „Pontus und Sidonia“ (Codex Palatinum Germanicum 142) als Produkt der „Henfflin-Werkstatt“ vor und definiert das Ziel, anhand ausgewählter Illustrationen Rückschlüsse auf die Binnenfunktion der Bilder zu ziehen.

3. Allgemeines zu den untersuchten Abbildungen: Es wird der Kontext der zwei untersuchten Folii (17v und 19r) als Teil einer Sequenz zur kriegerischen Eskalation zwischen bretonischen Truppen und Invasoren erläutert sowie die formale Gestaltung der Bilder beschrieben.

4. Einige Erwägungen zur Bildflächenbegrenzung: Die Untersuchung der Rahmenkonzepte zeigt, dass die Farbgebung der Bildbegrenzungen in der Henfflin-Werkstatt keiner starren mathematischen Logik folgt, sondern vielmehr ein spezifisches Gestaltungselement für die Narrativität der Buchmalereien darstellt.

5. Bildbetrachtung: Dieses Hauptkapitel analysiert detailliert die Interaktion zwischen König, Bote und weiteren Akteuren auf den Folii 17v und 19r und arbeitet die semiotische Bedeutung der Gestik heraus.

6. Vergleichende Gegenüberstellung und Fazit der Betrachtung der Illustrationen von Folii 17 verso und 19 recto: Die Gegenüberstellung zeigt einen zeitlichen und narrativen Wandel zwischen den Szenen, in denen der König vom passiven Empfänger zum aktiven Akteur im kommunikativen und politischen Spiel wird.

7. Resümee: Das Resümee fasst zusammen, dass die Illustrationen weit mehr als illustrative Funktionen erfüllen und als narrative „Bühnen“ zur Steuerung der Imagination des Rezipienten fungieren.

Schlüsselwörter

Pontus und Sidonia, Henfflin-Werkstatt, Codex Palatinum Germanicum 142, Buchmalerei, Bildsprache, Semiotik, Gestik, höfische Kommunikation, Narrative Bildfunktion, Mittelalterliche Kunst, Ikonologie, Bildnarrative, Politische Kommunikation, Herrschaftsrepräsentation, Kunstgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die narrativen Qualitäten und die semiotische Codierung der Illustrationen in der mittelalterlichen Handschrift "Pontus und Sidonia" aus der Universitätsbibliothek Heidelberg.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die Bedeutung von Gestik und Körperhaltung im Bild, die visuelle Kommunikation von Machtansprüchen sowie die narrative Funktion der Buchmalerei als Steuerungsinstrument für die Imagination des Betrachters.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Die Arbeit möchte zeigen, dass die Illustrationen nicht bloß dekorativen Charakter haben, sondern als komplexe semiotische Zeichensysteme fungieren, die inhaltliche Details der Erzählung kongruent und narrativ verdichtet zum Ausdruck bringen.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?

Es wird eine kunsthistorische Bildanalyse (Ikonologie) angewendet, die den Fokus auf die detaillierte Beobachtung der Bildmotive, Gesten und Interaktionen zwischen den Figuren legt, ergänzt durch einen Vergleich mit zeitgenössischen Diskursen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Untersuchung der Folii 17 verso und 19 recto, der Analyse ihrer Bildflächenbegrenzungen sowie einer vergleichenden Gegenüberstellung, um die Entwicklung der Handlung von der Kapitulationsforderung bis zur ritterlichen Herausforderung zu deuten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Die Arbeit lässt sich maßgeblich durch Begriffe wie Pontus und Sidonia, Buchmalerei, narrative Bildfunktion, Semiotik, Gestik und höfische Kommunikation beschreiben.

Wie unterscheidet sich die Darstellung auf Folio 17v von Folio 19r in Bezug auf den König?

Während der König auf Folio 17v als passiv wirkender Herrscher in einer Defensive auftritt, vollzieht er auf Folio 19r einen Befreiungsschlag und geht, unterstützt durch neu hinzugekommene Akteure, in die kommunikative Offensive.

Warum spielt die Geste des "Kappenwerfens" in der Argumentation eine so zentrale Rolle?

Die Geste des Werfens der Gugel (Kappe) markiert den Übergang von einer rein politischen Auseinandersetzung zur persönlichen Herausforderung zum ritterlichen Zweikampf und fungiert somit als dramatischer Wendepunkt in der narrativen Struktur der Handschrift.

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Details

Title
Überlegungen zur Bilderzählung in der Handschrift "Pontus und Sidonia" aus den Beständen der Universitätsbibliothek Heidelberg
College
University of Heidelberg  (Institut für Europäische Kunstgeschichte)
Course
Erzählformen der Buchmalerei
Grade
1,3
Author
Niels Hofheinz (Author)
Publication Year
2007
Pages
42
Catalog Number
V87954
ISBN (eBook)
9783638039949
Language
German
Tags
Bilderzählung Handschrift Pontus Sidonia Beständen Universitätsbibliothek Heidelberg Erzählformen Buchmalerei
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Niels Hofheinz (Author), 2007, Überlegungen zur Bilderzählung in der Handschrift "Pontus und Sidonia" aus den Beständen der Universitätsbibliothek Heidelberg, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/87954
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