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Kindheit gestern und heute - die Veränderung kindlicher Lebensräume

Title: Kindheit gestern und heute - die Veränderung kindlicher Lebensräume

Seminar Paper , 2007 , 20 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Beatrice Kempf (Author)

Sociology - Children and Youth
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„Wir verließen morgens das Haus zum Spielen. Wir blieben den ganzen Tag weg und mussten erst zu Hause sein, wenn die Straßenlaternen angingen. Niemand wusste wo wir waren, und wir hatten nicht einmal ein Handy dabei.“ (http://rbg-abi90.de/docs/WildeKindheit.doc). Dies ist ein Ausschnitt eines Textes mit dem Titel: „Kindheit heute und früher“, der derzeit im Internet kursiert. Der Verfasser ist leider unbekannt. Der Text liest sich wie eine Anklageschrift an unsere heutige Gesellschaft. Kinder von heute seien in Watte gepackt, Kinder von früher sind unbeschwerter aufgewachsen, waren angstfreier und abenteuerlustiger. (vgl. ebd.). Die zunehmende Verregelung unserer Gesellschaft wird angeprangert, da sie die Kinder von heute in ihrer freien Entwicklung bremst. (vgl. ebd.). Doch ist vor dem heutigen gesellschaftlichen Hintergrund überhaupt noch eine Kindheit wie früher vorstellbar? Oder sind es nicht die mehr und mehr in den Fokus der Öffentlichkeit tretenden Gefahren, denen Kinder heute ausgesetzt sind, die eine ‚Flucht’ der Eltern in die Lebensmodelle von heute rechtfertigen? Wie sieht die Freizeitgestaltung der modernen Kinder aus? Vormittags der Aufenthalt in Kindergarten oder Schule, nachmittags Sportverein, Musikschule oder Spielgruppe… Angesichts solch enormer Auslastung der Kinder wäre es kaum noch verwunderlich, wenn selbst die Kleinsten schon mit einem Terminplaner herumlaufen würden. Welche Rolle spielen die Eltern bei der Gestaltung und Planung der Aktivitäten und wie wirken sich solche Veränderungen auf die Sozialisation der Kinder aus? All diese Fragen sollen in der nachfolgenden Arbeit beantwortet werden. Es soll eine Betrachtung der kindlichen Lebensräume erfolgen, wobei untersucht wird, inwieweit diese sich in den vergangenen Jahrzehnten verändert haben. Es wird eine Untersuchung der Tendenzen erfolgen, denen moderne Kindheit unterliegt, wobei das Hauptaugenmerk immer auf dem Lebensraum der Kinder liegt. Es wird ebenfalls eine Betrachtung des eingangs beschriebenen Lebensraums Straße erfolgen, der früher (neben der Schule) der Hauptort außerfamiliärer Sozialisation war. (...)

Excerpt


Inhaltsverzeichnis der Arbeit

1. Kindheit

2. Begriffsklärungen

2.1. Der Begriff Kindheit und seine Entwicklung

2.2. Der Begriff Sozialisation

2.3. Der Begriff Lebensraum

3. Die Bedeutung des Raumes für die Sozialisation von Kindern

3.1. Straßenkindheit – Sozialisation auf der Straße

4. Verhäuslichung von Kindheit

5. Institutionalisierung kindlicher Lebensräume

6. Verinselung der Kindheit

6.1. Aktive Verinselung

6.2. Passive Verinselung

7. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht den Wandel kindlicher Lebensräume in den vergangenen Jahrzehnten, mit besonderem Fokus auf die veränderten Bedingungen der Sozialisation außerhalb des Elternhauses sowie die daraus resultierenden Auswirkungen auf die kindliche Entwicklung.

  • Historische Entwicklung des Begriffs der Kindheit
  • Die Bedeutung des öffentlichen Raumes und der Straße für die Sozialisation
  • Das Phänomen der Verhäuslichung als Gegenentwurf zur Straßenkindheit
  • Die Institutionalisierung der Freizeit und ihre Folgen für kindliche Spontaneität
  • Die Konsequenzen der Verinselung kindlicher Lebensräume für die Ausbildung sozialer Beziehungen

Auszug aus dem Buch

3.1. Straßenkindheit – Sozialisation auf der Straße

„Nicht jedes Kind, (…) ist auf der Straße zuhause und macht dort seine eigenen Erfahrungen. Die Sozialisationsbedingungen der „Kinder der Straße“ unterscheiden sich erheblich von „Familien- und Hauskindern“, deren lebensrelevante Orte Privaträume und pädagogische Institutionen bilden. Wir können mit einigem Recht den Typus der straßenöffentlichen von dem der institutionellen Sozialisation abheben.“ (Zinnecker 2001, S. 53). In Zinneckers Ausführungen wird wiederum die Bedeutung des sozialen Umfeldes, und damit des Raumes in dem die Kinder aufwachsen, für die Sozialisation deutlich. Kinder, die viel Zeit auf der Straße verbringen und demzufolge zu einem großen Teil in diesem Raum sozialisiert werden, erleben folglich eine ‚straßenöffentliche’ Sozialisation.

Bereits 1979 prägte Zinnecker den Begriff ‚Straßensozialisation’. Er bezeichnet mit dem Begriff ‚Straße’ nicht lediglich die in erster Linie darunter verstandenen Verkehrswege, sondern subsumiert unter dieser Bezeichnung ebenso „verkehrsfreie Plätze, Grünanlagen, Warenhäuser und Straßenkneipen.“ (Nissen 1998, S. 157). Zinnecker schreibt dazu: „Straße ist also nicht lediglich der Verkehrsraum unter freiem Himmel, sondern umfaßt die angrenzenden Räume und Gebäude mit, die öffentlichen Aufgaben dienen oder auch einfach öffentlich zugänglich sind. Straße und städtische Öffentlichkeit fallen gewissermaßen in eins“. (Zinnecker 1979 zitiert nach Nissen 1998, S. 157/ 158). Was Zinnecker als Straßensozialisation bezeichnet hat, ist gleichzusetzen mit der heutigen Beschreibung der Sozialisation im öffentlichen Raum. Er sieht diesen Raum als den Ort, wo gesellschaftliche Zustände und Auseinandersetzungen studiert und beurteilt werden können wie nirgendwo sonst.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Kindheit: Das Kapitel führt in die Thematik ein und kontrastiert das Bild einer unbeschwerten Kindheit früherer Tage mit den heutigen Anforderungen an eine stärker strukturierte und sicherheitsorientierte Lebenswelt.

2. Begriffsklärungen: Es werden die zentralen theoretischen Grundlagen der Arbeit, namentlich Kindheit, Sozialisation und Lebensraum, definiert, um das Fundament für die weitere Untersuchung zu legen.

3. Die Bedeutung des Raumes für die Sozialisation von Kindern: Dieses Kapitel erläutert, wie der räumliche Kontext das Aufwachsen beeinflusst und warum die Straße als öffentlicher Raum einen einzigartigen Erfahrungsort für Kinder darstellt.

3.1. Straßenkindheit – Sozialisation auf der Straße: Dieser Abschnitt differenziert die "straßenöffentliche" Sozialisation von der institutionalisierten Form und definiert die Straße als umfassenden öffentlichen Raum.

4. Verhäuslichung von Kindheit: Das Kapitel analysiert den Prozess, in dem die Lebenswelt der Kinder zunehmend in geschützte und kontrollierte Binnenräume verlagert wird.

5. Institutionalisierung kindlicher Lebensräume: Es wird die zunehmende Organisation der kindlichen Freizeit durch feste Institutionen und fremdgesteuerte Termine thematisiert.

6. Verinselung der Kindheit: Die Entstehung "verinselter" Lebensräume wird als neues Modell der Raumaneignung beschrieben, bei dem Kinder zwischen isolierten Orten transportiert werden.

6.1. Aktive Verinselung: Dieser Teil beschreibt die von Eltern aktiv organisierte Verinselung durch gezielte Freizeitgestaltung und Spielkontakte.

6.2. Passive Verinselung: Hier wird die Form der Isolation behandelt, bei der Kinder aufgrund mangelnder Bemühungen zur Erweiterung ihres Aktionsradius innerhalb des Privaten verbleiben.

7. Fazit: Das Fazit fasst die Tendenzen der Verhäuslichung, Institutionalisierung und Verinselung zusammen und betont die Notwendigkeit einer Balance zwischen Sicherheit und Freiheit für die kindliche Entwicklung.

Schlüsselwörter

Kindheit, Sozialisation, Lebensraum, Verhäuslichung, Institutionalisierung, Verinselung, Straßensozialisation, öffentliche Räume, pädagogische Angebote, Raumaneignung, Kindheitsforschung, Freizeitgestaltung, soziale Entwicklung, Kindliche Lebenswelten, Erziehung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den Wandel kindlicher Lebensräume und deren Einfluss auf die Sozialisation von Kindern im Übergang vom 20. ins 21. Jahrhundert.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Im Zentrum stehen die Konzepte der Verhäuslichung, der Institutionalisierung und der Verinselung als prägende Faktoren der modernen Kindheit.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Die Arbeit untersucht, wie sich kindliche Lebensräume verändert haben und welche Konsequenzen diese Veränderungen für die selbstständige Entwicklung und Sozialisation von Kindern haben.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Auseinandersetzung mit kindheitssoziologischen Fachliteratur und einschlägigen Studien zur Raumnutzung von Kindern.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Definition der Begriffe, die Bedeutung der Straße als Lernort und die Analyse der drei Phänomene Verhäuslichung, Institutionalisierung und Verinselung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Kindheit, Sozialisation, Lebensraum, Verhäuslichung, Institutionalisierung und Verinselung.

Was unterscheidet aktive von passiver Verinselung?

Aktive Verinselung zeichnet sich durch elterlich geplante, gezielte Freizeitaktivitäten an verschiedenen Orten aus, während passive Verinselung ein weitgehendes Verbleiben in der häuslichen Isolation ohne externe Sozialkontakte beschreibt.

Warum wird die "Straßenkindheit" heute als abgelöst betrachtet?

Aufgrund gestiegener Verkehrsgefahren und veränderter Sicherheitsbedürfnisse der Eltern wurde die eigenständige Aneignung der Straße als Hauptort der Freizeit durch sicherere, aber kontrolliertere Räume ersetzt.

Welches Fazit zieht die Autorin bezüglich der Sicherheit von Kindern?

Die Autorin plädiert dafür, dass Eltern einen individuellen Weg finden sollten, der die notwendige Sicherheit gewährt, ohne die Möglichkeiten der Kinder zum Erwerb sozialer Kompetenzen durch zu starke Reglementierung zu unterbinden.

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Details

Title
Kindheit gestern und heute - die Veränderung kindlicher Lebensräume
College
University of Applied Sciences Jena
Course
Gemeinwesenarbeit Seminar
Grade
1,7
Author
Beatrice Kempf (Author)
Publication Year
2007
Pages
20
Catalog Number
V87962
ISBN (eBook)
9783638039925
Language
German
Tags
Kindheit Veränderung Lebensräume Gemeinwesenarbeit Seminar
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Beatrice Kempf (Author), 2007, Kindheit gestern und heute - die Veränderung kindlicher Lebensräume, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/87962
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