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Die Fünf Säulen des Islam

Title: Die Fünf Säulen des Islam

Seminar Paper , 2007 , 14 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Dipl.-Hdl. Björn Widmann (Author), Lisa Rebstock (Author)

Theology - Religion (For Pre-University Students)
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Für uns als zukünftige Religionslehrer/-innen im beruflichen Schulwesen besitzt das Thema Islam – man denke beispielsweise an den täglichen Umgang mit muslimischen Schüler/-innen und nicht zuletzt wegen den politischen Entwicklungen der letzten Jahre – einen nicht zu unterschätzenden Stellenwert. Im Sinne eines kulturell-religiösen Dialogs ist es unseres Erachtens nach sehr wichtig, sich mit dieser Religion auseinander zu setzen. Durch das Beispiel einer Hauptschule in Erlangen, die in einer Vorreiterrolle den islamischen Religionsunterricht eingeführt hat, ist uns die Tragweite dieses Themas vor Augen geführt worden.
Im Folgenden sollen die fünf Säulen des Islam näher vorgestellt werden, um einen ersten Anhaltspunkt über diese uns häufig fremdartig erscheinende Religion zu geben. Gleichzeitig ist es unser Anliegen, Gemeinsamkeiten und Unterschiede zum Christentum anzusprechen, um somit auf Verbindendes sowie auf Problembereiche hinzuweisen. Vor allem das auftretende Konfliktpotential einer strengen Auslegung der islamischen Glaubenspraxis in einer säkularen, westlichen Gesellschaft wird in einigen zentralen Bereichen aufgezeigt.
Die Grundbedeutung des arabischen Begriffs Islam ist die „Unterwerfung unter Gottes Willen“. Dabei könnte die Namensgebung auf den Propheten Muhammad (570-632 n.Chr.) zurückgehen, der in Abraham einen vorbildlichen Muslim sah, der nach dem Willen Gottes bereit war, seinen eigenen Sohn zu opfern (Sure 37,99-113). Im Koran wird kein Prophet vor Abraham als Muslim bezeichnet. Der Begriff Muslim ist das Partizip zu Islam und bedeutet „der sich Unterwerfende“.
Der Islam breitete sich von Mekka und Medina (Wirkungsstätten des Religionsstifters Muhammad) über die arabische Halbinsel vor allem im Nahen und Fernen Osten wie auch in Afrika aus. Weltweit gehören ca. 1,2 Milliarden Menschen dieser Glaubensrichtung an. Nur das Christentum mit etwa 2 Milliarden Anhängern ist zahlenmäßig noch größer. Trotz einer in der Literatur häufig ausgeblendeten Vielfalt der Glaubensrichtungen und -praktiken, lässt sich für den Islam als Einheit die Verbindlichkeit von fünf religiösen Grundpflichten feststellen. Diese sog. fünf Säulen gehen dem Koran zufolge auf ein Bekenntnis Muhammads zurück (Sure 2,177). Sie stellen die Grundpflichten eines Muslims gegenüber Gott und seinen Mitmenschen bzw. der Gemeinschaft der Gläubigen (umma) dar.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Exposee

2. Die Fünf Säulen des Islam

2.1 Allgemeine Bemerkungen

2.2 Das Glaubensbekenntnis (shahada)

2.3 Das Gebet (salat)

2.4 Das Almosen (zakat)

2.5 Das Fasten (saum)

2.6 Die Pilgerreise (hadsch)

3. Resümee

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit verfolgt das Ziel, zukünftigen Religionslehrkräften ein grundlegendes Verständnis der fünf Säulen des Islam zu vermitteln, um den interkulturellen Dialog im schulischen Kontext zu fördern und Vorurteile abzubauen.

  • Bedeutung und Praxis der fünf religiösen Grundpflichten des Islam
  • Gottesbild und religiöses Selbstverständnis im Islam
  • Vergleichende Perspektiven zwischen Islam, Christentum und Judentum
  • Herausforderungen der islamischen Glaubenspraxis in säkularen, westlichen Gesellschaften
  • Einordnung der islamischen Wirtschaftsordnung als ethisches System

Auszug aus dem Buch

2.4 Das Almosen (zakat)

Das Almosen zakat ist eine Pflichtabgabe für jeden Muslim, der über dem Existenzminimum lebt und dessen Schulden nicht größer sind als sein Vermögen. Die Bedeutung des Worts lässt sich übersetzen mit „Reinigung“ oder „Läuterung“ (Sure 9,103; 58,13). In Sure 2,261f. wird das zakat mit einem Saatkorn verglichen, aus welchem sieben Ähren wachsen mit hundert Körnern in jeder Ähre.

Die Höhe der Abgabe ist je nach Vermögensform unterschiedlich geregelt; sie umfasst jedoch mind. 2,5 % des verfügbaren Einkommens. Das zakat ist zu unterscheiden vom freiwilligen Almosen (sadaqa).

Die religiöse Leitidee hinter der Verpflichtung, einen Teil seines Vermögens abzugeben, kann in zweierlei Hinsicht beschrieben werden: Erstens soll dadurch dem Hab und Gut eines Muslim der Makel genommen werden, da weltlicher Besitz als unrein angesehen wird. Zweitens – und mit dem vorherigen Aspekt eng verbunden – soll dadurch die Liebe zu Gott gezeigt werden, indem man dem bedürftigen Nächsten hilft.

Die Anspruchsgruppen des zakat sind in Sure 9,60 genannt. Neben den Armen und Bedürftigen werden u.a. auch Verschuldete, Reisende und Kämpfer auf dem Weg Allahs genannt. Diese Personengruppen sind nicht willkürlich ausgewählt worden, sondern dahinter verbergen sich religiöse Beweggründe. So wird der Verschuldete dann unterstützt, wenn er sich für einen frommen Zweck (z.B. Bau einer Moschee) verschuldet hat. Bei den Reisenden ist vor allem die Wallfahrt nach Mekka zu erwähnen. Die Kämpfer Allahs dürfen hingegen nicht mit den sog. „Fundamentalisten“ gleichgesetzt werden, die den djihad als einen „Heiligen Krieg“ gegen die Ungläubigen interpretieren. Denn die ursprüngliche Bedeutung des Begriffs djihad ist die Bemühung bzw. Anstrengung (für den Weg Gottes).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Exposee: Die Einleitung erläutert die Relevanz des Themas Islam für den beruflichen Schulunterricht und benennt das Ziel, Verständnis und Dialogfähigkeit im interkulturellen Kontext zu fördern.

2. Die Fünf Säulen des Islam: Das Hauptkapitel gibt einen detaillierten Überblick über die fünf Grundpflichten des Islam und stellt diese in ihren theologischen und gesellschaftlichen Kontext.

2.1 Allgemeine Bemerkungen: Dieses Kapitel führt in die Grundbedeutung des Begriffs Islam sowie die Verbreitung und soziale Struktur der muslimischen Gemeinschaft ein.

2.2 Das Glaubensbekenntnis (shahada): Hier wird das Glaubensbekenntnis als erste Säule und zentrales Element des islamischen Monotheismus erläutert.

2.3 Das Gebet (salat): Das Kapitel beschreibt die Bedeutung des rituellen Gebets für den Tagesrhythmus sowie die rituellen Vorschriften für dessen Ausführung.

2.4 Das Almosen (zakat): Die Erläuterung der Pflichtabgabe als Akt der Reinigung und sozialen Solidarität steht hier im Mittelpunkt.

2.5 Das Fasten (saum): Dieses Kapitel beleuchtet den Ramadan, seine spirituelle Bedeutung und die Herausforderungen bei der Umsetzung in modernen Gesellschaften.

2.6 Die Pilgerreise (hadsch): Die Beschreibung der Wallfahrt nach Mekka und der zugehörigen Riten sowie deren spiritueller Sinngehalt schließen den Hauptteil ab.

3. Resümee: Das Schlusswort betont nochmals die Bedeutung der inhaltlichen Auseinandersetzung mit dem Islam für angehende Religionslehrkräfte.

Schlüsselwörter

Islam, Fünf Säulen, Glaubensbekenntnis, Gebet, Almosen, Fasten, Pilgerreise, Ramadan, Kaaba, Monotheismus, Religionsunterricht, Integration, Scharia, Umma, Dialog.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den fünf religiösen Grundpflichten des Islam, den sogenannten fünf Säulen, und deren Bedeutung für das muslimische Leben.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Neben der Erläuterung der fünf Säulen werden das islamische Gottesbild, die Wirtschaftsordnung sowie der Stellenwert des Islams in einer säkularen, westlichen Gesellschaft behandelt.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, angehenden Religionslehrkräften Grundlagen zu vermitteln, um einen respektvollen und informierten Umgang mit muslimischen Schülern im interkulturellen Schulalltag zu ermöglichen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autoren nutzen eine literaturgestützte, deskriptive Methode, um die religiöse Praxis des Islam fundiert darzustellen und zu kontextualisieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der fünf Säulen: das Glaubensbekenntnis (Shahada), das Gebet (Salat), das Almosen (Zakat), das Fasten (Saum) und die Pilgerreise (Hadsch).

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Islam, Religionspädagogik, interkultureller Dialog, fünf Säulen, monotheistischer Glaube und rituelle Praxis.

Inwiefern unterscheidet sich das islamische Verständnis von Almosen vom allgemeinen Verständnis?

Im Islam ist die Zakat nicht nur eine rein wohltätige Spende, sondern eine religiöse Pflichtabgabe, die der Läuterung des Besitzes und der Unterstützung der Gemeinschaft dient.

Wie gehen die Autoren mit dem Begriff "Djihad" um?

Die Autoren differenzieren den Begriff deutlich von westlichen Fehlinterpretationen als "Heiliger Krieg" und betonen dessen ursprüngliche Bedeutung als persönliche Anstrengung oder Bemühung auf dem Weg Gottes.

Welches kritische Thema wird im Exkurs zur Wirtschaftsordnung angesprochen?

Es wird die Diskrepanz zwischen der islamischen Wirtschaftsethik, die Gerechtigkeit und soziale Ausgewogenheit fordert, und der teils luxuriösen Lebensrealität in einigen islamisch geprägten Staaten thematisiert.

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Details

Title
Die Fünf Säulen des Islam
College
University of Hohenheim  (Institut für Kulturwissenschaften)
Course
Religion und die Religionen
Grade
2,0
Authors
Dipl.-Hdl. Björn Widmann (Author), Lisa Rebstock (Author)
Publication Year
2007
Pages
14
Catalog Number
V87967
ISBN (eBook)
9783638039963
ISBN (Book)
9783640861682
Language
German
Tags
Fünf Säulen Islam Religion Religionen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dipl.-Hdl. Björn Widmann (Author), Lisa Rebstock (Author), 2007, Die Fünf Säulen des Islam, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/87967
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