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Zwischen Faktizität und Literarität in Oswalds Liedern „es fügt sich“ und „ain anefangk“

Título: Zwischen Faktizität und Literarität in Oswalds Liedern „es fügt sich“ und „ain anefangk“

Trabajo de Seminario , 2006 , 19 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: Sabrina Rönsch (Autor)

Filología alemana - Literatura alemana antigua y medieval
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Oswald von Wolkenstein war ein spätmittelalterlicher Sänger, Dichter und Komponist sowie ein mehr als nur regional bedeutender Politiker und Diplomat in den Diensten des deutschen Kaisers, Sigismund der Erste. Das Leben Oswalds ist, im Gegensatz zu vielen anderen deutschen Minnesängern des Mittelalters, in vielen Dokumenten detailliert überliefert.
Er schrieb Reise-, Trink-, Tanz- und Tagelieder, traditionell höfische wie auch betont sinnlich-erotische Liebeslieder sowie politische und religiöse Lieder. Seine Lieder gehen über die mittelalterliche Lyrik und das gegebene Zusammenspiel von Wort und Ton, von Textbau und Melodiebau hinaus. Die Analyse befasst sich mit dem Schaffen Oswalds von Wolkenstein hinsichtlich der Faktizität und der Literarität biographischer Erlebnisse in zwei seiner Lieder. Er prägt sein Werk durch eine Subjektivität, wie sie vor ihm, in der mittelalterlichen Lyrik, nicht anzutreffen ist. Es sind darin zahlreiche Selbstaussagen Oswalds erkennbar, daher bezeichnet die Forschung sie mit dem Terminus „autobiographische“ Lieder. Auf diesen Terminus wird eingegangen und, wie sehr Oswalds Lyrik diesem gerecht wird. Des Weiteren wird Stellung zur Problematik dieser Bezeichnung genommen. Dann wird eine inhaltliche Zusammenfassung und Analyse der gewählten, Lieder folgen. Schließlich wird das Verhältnis zwischen authentischen Fakten und poetischer Stilisierungen in dieser Dichtung untersucht.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

Allgemeines

0. Untersuchungsgegenstand

1. Aussicht auf Oswald den Neuerer

1.1 Zum Begriff „Autobiographie“

1.2 Lyrisches-Ich versus Dichter Ich

2. „Es fügt sich“ (Kl 18)

2.1 Inhaltliches

2.2 Zwischen Faktizität und Literarität in Kl 18

2.2.1 Der Aufenthalt in Perpignan

2.2.2 Die Verleihung der Kleinodien

2.2.3 Der Schiffbruch

2.2.4 Die Beghard Episode

2.3 Zusammenfassung

3. „Ain anefangk“ (Kl 1)

3.1 Inhaltliches

3.2 Biographische Details in Verbindung mit tradierten Motiven in Kl 1

3.2.1 Das Minneverhältnis

3.2.2 Das frauen pild

3.2.3 Das Minneband

3.2.4 Religiöse Bilder

3.3 Zusammenfassung

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit analysiert das Spannungsfeld zwischen der Faktizität realer biographischer Erlebnisse und deren literarischer Stilisierung in zwei ausgewählten Liedern von Oswald von Wolkenstein. Ziel ist es zu untersuchen, inwieweit Oswalds Lieder als authentische autobiographische Dokumente gelesen werden können oder ob es sich primär um eine bewusste, kunstvolle Konstruktion mittels tradierter mittelalterlicher Motive handelt.

  • Untersuchung der Subjektivität in Oswalds „autobiographischen“ Liedern
  • Differenzierung zwischen historischer Person und lyrischem Ich
  • Analyse der Faktizität in den Liedern „Es fügt sich“ und „Ain anefangk“
  • Reflexion über mittelalterliche Topoi und literarische Bestandsaufnahme
  • Der Einfluss ritterlicher Tugendregeln und religiöser Glaubensvorstellungen auf die Darstellung

Auszug aus dem Buch

1.2 Lyrisches-Ich versus Dichter Ich

In diesem Kapitel soll das Verhältnis zwischen dem Lyrischen-Ich und dem Ich des Dichters untersucht werden. Das lyrische-Ich stellt das aussagende Objekt im Lied. Auf der einen Seite findet man das lyrische Ich und auf der anderen Seite steht die Person des Ritters Oswald von Wolkenstein. Röll glaubt, dass ‚zwischen der historischen Person und dem Lyrischen-Ich offenbar keine Widersprüche’ herrschen. Doch heißt dies nicht, dass ‚Liederaussagen objektive und deckungsgleiche Wiedergaben der realen Verhältnisses darstellen’.

Wie er meiner Meinung nach richtig erwähnt, erlauben die Liederaussagen keine genauen Angaben über die realen Verhältnisse. Diese sind Veränderungen unterworfen, da Sicht- und Darstellungsweisen, also eine gewisse Subjektivität durch den Dichter, vorhanden sind. Müller warnt ebenfalls ausdrücklich davor, die Lieder Oswalds „als historische Quellen zu verwerten“. Dies ist ein weiterer Verweis darauf, dass eine Deckungsgleichheit zwischen dem Lyrischen und dem Dichter-Ich nicht gegeben sein kann.

Am deutlichsten wird dies bei der Betrachtung der positivistisch-biographischen Forschung des 19. und 20. Jahrhunderts. Diese wollte eine Lebensgeschichte in den Liedern Oswalds erkannt haben. An der Spitze dieser Forschung stand der Historiker Bedda Weber mit seiner 1850 erschienen Monographie „Oswald von Wolkenstein und Friedrich mit der leeren Tasche“. Seiner Ansicht nach waren die Angaben, die das Lyrische-Ich machte, Wiedergaben des realen Lebens und Erlebens.

Zusammenfassung der Kapitel

0. Untersuchungsgegenstand: Die Analyse befasst sich mit der Frage nach der Faktizität und Literarität biographischer Erlebnisse im Werk von Oswald von Wolkenstein.

1. Aussicht auf Oswald den Neuerer: Das Kapitel verortet Oswald in der spätmittelalterlichen Dichtung und erläutert seinen innovativen Umgang mit tradierter Motivik bei gleichzeitiger Betonung der Subjektivität.

1.1 Zum Begriff „Autobiographie“: Es wird diskutiert, warum der moderne Autobiographie-Begriff für das Mittelalter problematisch ist und dass Oswalds Werke eher als „Autobiographie unter Vorbehalt“ zu verstehen sind.

1.2 Lyrisches-Ich versus Dichter Ich: Dieses Kapitel arbeitet heraus, dass keine absolute Deckungsgleichheit zwischen dem lyrischen Ich und dem historischen Dichter existiert, da die Lieder künstlerische Stilisierungen sind.

2. „Es fügt sich“ (Kl 18): Das Kapitel untersucht ein zentrales Lied, das viele biographische Angaben enthält, jedoch diese eng mit der ritterlichen Lebenswelt verknüpft.

2.1 Inhaltliches: Der Inhalt der Strophen wird chronologisch nachvollzogen, von der ritterlichen Ausbildung bis zum Wunsch nach einer eigenen Familie.

2.2 Zwischen Faktizität und Literarität in Kl 18: Hier wird geprüft, welche historischen Fakten in das Lied eingeflossen sind und wo die Grenzen der biographischen Identifizierbarkeit liegen.

2.2.1 Der Aufenthalt in Perpignan: Die Erwähnung des Aufenthaltes in Perpignan wird als historische Tatsache identifiziert, die Oswalds Teilnahme an einer diplomatischen Mission im Kontext des Schismas belegt.

2.2.2 Die Verleihung der Kleinodien: Die Verleihung der Kleinodien ist urkundlich belegt, doch die Beschreibung des „mittelalterlichen Piercens“ erscheint als konstruierte Stilisierung.

2.2.3 Der Schiffbruch: Die Schilderung des Schiffbruchs wird als eher literarische Anspielung denn als akkurate biographische Dokumentation gewertet.

2.2.4 Die Beghard Episode: Dieser Abschnitt analysiert die „Beghard“-Episode und stellt fest, dass sie eher einer Stilisierung oder zeitlichen Übertreibung unterliegt als exakter Chronologie.

2.3 Zusammenfassung: Das Fazit des Kapitels hält fest, dass das Lied eine meisterhafte Verknüpfung von realen Erlebnissen mit typischen mittelalterlichen Motiven ist.

3. „Ain anefangk“ (Kl 1): Das Kapitel analysiert das Lied, welches Oswalds Gefangenschaft durch Martin Jäger und die Hausmannin lyrisch verarbeitet.

3.1 Inhaltliches: Es wird die Stimmung des reuigen Sünders im Lied beschrieben, der durch Fürbitte und eine geistliche Umkehr Gnade sucht.

3.2 Biographische Details in Verbindung mit tradierten Motiven in Kl 1: Die historische Gefangenschaft dient als Basis für ein fiktives geistliches Gespräch, wobei Oswald als „Negativexempel“ fungiert.

3.2.1 Das Minneverhältnis: Die Liebe zur Hausmannin wird im Kontext der Konvention des Minnedienstes und der individuellen Deutung des Minneparadoxons untersucht.

3.2.2 Das frauen pild: Die Anonymität der Frau entspricht der Tradition des klassischen Minnesangs, während ihre Rolle als Kerkermeisterin eine biographische Ergänzung darstellt.

3.2.3 Das Minneband: Das Motiv des Minnebands wird als Symbol für die zwanghafte Macht der Liebe und im Wandel der kirchlichen Morallehre interpretiert.

3.2.4 Religiöse Bilder: Die Metaphorik der kranken Seele wird als zeitgenössisches Bild von Christus als Arzt der Seelen analysiert.

3.3 Zusammenfassung: Die Zusammenfassung betont, dass Oswald das Lied zur Demonstration einer geistlichen Umkehr nutzte, indem er reale Erlebnisse didaktisch einsetzte.

4. Fazit: Die Arbeit schließt mit der Feststellung, dass Oswald sein Leben in seinen Liedern als Stilisierung gestaltet hat, um sich entweder selbst zu stilisieren oder Vorbildlichkeit zu demonstrieren.

Schlüsselwörter

Oswald von Wolkenstein, Mittelalterliche Lyrik, Autobiographie, Faktizität, Literarität, Minnesang, Gefangenschaft, Stilisierung, Minneparadoxon, Religiosität, Subjektivität, Biographik, Literaturanalyse, Mittelalter, Didaxe

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Verhältnis von Realität und Fiktion in den Liedern des spätmittelalterlichen Dichters Oswald von Wolkenstein.

Welches ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Hauptziel ist es zu klären, ob Oswalds Lieder als „autobiographisch“ zu bezeichnen sind oder ob es sich um eine bewusste dichterische Konstruktion handelt.

Welche Themenfelder stehen dabei besonders im Fokus?

Im Zentrum stehen die biographischen Erlebnisse des Dichters, wie seine Reisen, seine Gefangenschaft und seine Liebesbeziehungen, sowie deren Verarbeitung in mittelalterlichen Motiven.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Autorin nutzt eine textimmanente Analyse in Kombination mit historisch-philologischen Erkenntnissen, um die Stilisierung biographischer Fakten nachzuweisen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden detailliert die Lieder „Es fügt sich“ und „Ain anefangk“ analysiert, um die Verbindung von Lebensrealität und literarischer Ausgestaltung zu untersuchen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die vorliegende Arbeit?

Die wichtigsten Schlagworte sind Autobiographie, Faktizität, Literarität, Stilisierung, Minnedienst, Gefangenschaft und Oswald von Wolkenstein.

Warum wird der Begriff der „Autobiographie“ in Bezug auf das Mittelalter kritisch gesehen?

Der Begriff ist eine moderne Schöpfung des 19. Jahrhunderts; mittelalterliche Dichtung folgt meist Topoi und Mustern statt einer chronologisch-authentischen Selbstbeschreibung.

Welche Rolle spielt die Gefangenschaft in Oswalds Liedern?

Die Gefangenschaft durch Martin Jäger dient im Lied „Ain anefangk“ als reales Fundament, um ein „fiktives geistliches Gespräch“ über Buße und Umkehr zu konstruieren.

Wie unterscheidet die Arbeit zwischen dem historischen Dichter und dem lyrischen Ich?

Die Arbeit betont, dass das lyrische Ich eine literarische Konstruktion ist, die zwar biographische Züge von Oswald aufweist, aber nicht mit der historischen Person identisch ist.

Final del extracto de 19 páginas  - subir

Detalles

Título
Zwischen Faktizität und Literarität in Oswalds Liedern „es fügt sich“ und „ain anefangk“
Universidad
Humboldt-University of Berlin  (Institut für deutsche Literatur)
Curso
HS „Lyrik des hohen und späten Mittelalters
Calificación
1,3
Autor
Sabrina Rönsch (Autor)
Año de publicación
2006
Páginas
19
No. de catálogo
V88027
ISBN (Ebook)
9783638023481
ISBN (Libro)
9783638923958
Idioma
Alemán
Etiqueta
Zwischen Faktizität Literarität Oswalds Liedern Mittelalters
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Sabrina Rönsch (Autor), 2006, Zwischen Faktizität und Literarität in Oswalds Liedern „es fügt sich“ und „ain anefangk“, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/88027
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