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Das Kölner Dombaufest vom 4. September 1842

Nationalfest oder Solidaritätsfest des preußischen Königs?

Title: Das Kölner Dombaufest vom 4. September 1842

Term Paper , 2007 , 18 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Verena Golisch (Author)

History of Germany - 1848, Empire, Imperialism
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Vor dem Hintergrund des Kölner Dombaufestes vom 4. September 1842 möchte ich die Beweggründe des Bürgertums herausarbeiten, mit denen sie sich der Dombaubewegung anschlossen und das Dombaufest feierten und im Vergleich die Rolle Friedrich Wilhelm IV. von Preußen auf dem Fest. Zentraler Ausgangspunkt der Arbeit ist die politische Situation zu Beginn der 40er Jahren und ihre Auswirkungen auf das gesamte Deutschland. Denn nur anhand dieser kann man die unterschiedlichen Tendenzen der sich daraus entwickelnden Dombauidee und Dombaubewegung verstehen, denn genau diese werden die Hoffnungen und Erwartungen auf dem Dombaufest schließlich maßgeblich bestimmen. In der Beschreibung des Dombaufests selbst sollen die nationalpolitischen Tendenzen und die Rede des Königs im Vordergrund stehen, danach folgen die Auswirkungen und Reaktionen auf das Fest. Den Abschluss macht die Bewertung des Festes.
Das Dombaufest und sein Umfeld sind gut erforscht, somit sind die Quellen und die Literatur recht zahlreich, trotzdem aber überschaubar und in mehrere Forschungsschwerpunkte einteilbar. Für mich waren dabei im nationalen Hintergrund die Aufsätze von Thomas Nipperdey1 von großer Bedeutung, die sich mit dem Einfluss der politischen Situation auf die Symbolwirkung des Domes befassen und die Frage klären, ob im 19. Jahrhundert der Kölner Dom überhaupt zum Nationaldenkmal der deutschen Nation werden konnte. Für den religiösen Bereich und die Versöhnungspolitik des preußischen Königs war Rudolf Lill mit seinem Buch Die Beilegung der Kölner Wirren und dem Aufsatz Der Kölner Dom und der deutsche Katholizismus im 19. Jahrhundert3 ausschlaggebend. Die bürgerliche Dombaubewegung, den Zentral-Dombauverein und dessen Entstehung beschreibt Otto Dann in Die Dombau-Bewegung und die Kölner Gesellschaft in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Wichtig im Hinblick auf die Bewertung des Festes mit seinen dynastischen und bürgerlichen Elementen ist auch der Aufsatz Die Kölner Dombaufeste 1842-1880 zwischen kirchlicher, bürgerlich-nationaler und dynastisch-höfischer Selbstdarstellung von Leo Haupts.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Der Kölner Dom im frühen 19. Jahrhundert

III. Die politisch veränderte Situation in den 1840er Jahren: Die Nationalisierung des Kölner Doms

1. Rheinkrise und Integrationsnationalismus

2. Der neue politische Kurs in Preußen: Thronwechsel

3. Die Weichenstellung für die Domvollendung: Gründung den Zentral-Dombauvereins unter königlichem Protektorat

IV. Die unterschiedlichen sozialen und politischen Kräfte der Dombaubewegung auf dem Kölner Dombaufest vom 4. September 1842

1. Die Omnibusfunktion der Dombaubewegung

2. Die zweite Grundsteinlegung zur Vollendung des Kölner Doms: Das Dombaufest vom 4. September 1842

3. Die Reaktionen und Auswirkungen des Festes

V. Bewertung des Festes und zusammenfassender Überblick

VI. Literatur- und Quellenverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert das Kölner Dombaufest vom 4. September 1842 vor dem Hintergrund der politischen Umbrüche der 1840er Jahre. Ziel ist es, die Beweggründe des Bürgertums und die Rolle Friedrich Wilhelms IV. zu untersuchen, um zu klären, ob es sich um ein nationales Einheitsfest oder eine dynastische Inszenierung des preußischen Königs handelte.

  • Politische Situation und nationale Stimmung im Vormärz
  • Die Rolle des Kölner Doms als Identifikationssymbol und Nationaldenkmal
  • Das Wirken des Zentral-Dombauvereins als bürgerliche Sammlungsbewegung
  • Die Intentionen des preußischen Königs im Kontext der Kirchenpolitik
  • Differenzierte Bewertung des Dombaufestes zwischen bürgerlicher Hoffnung und staatlicher Repräsentation

Auszug aus dem Buch

Die zweite Grundsteinlegung zur Vollendung des Kölner Doms: Das Dombaufest vom 4. September 1842

Alle diese Facetten der Dombau-Bewegung fanden sich dann auch wieder auf dem Fest der zweiten Grundsteinlegung zur Vollendung des Kölner Doms, dessen Termin vom preußischen König auf den 4. September gelegt wurde, denn er wollte an den Herbstmanövern im Rheinland teilnehmen.

Als politische und gesellschaftliche Gruppen waren vertreten: der preußische Staat durch Friedrich Wilhelm IV. und seine Frau, der nach der aktuellen politischen Situation im nationalpolitischen Mittelpunkt dieser Feier stand; weitere hohe Staatsbeamte, darunter zum Beispiel Metternich und Bunsen; die katholische Kirche durch den Koadjutor Johannes von Geissel und das Bürgertum durch den Zentral-Dombauverein.

Rund 30.000 bis 40.000 Menschen nahmen am Dombaufest teil. Auf Wunsch des Königs fand dieser Tag in der feierlichsten Form statt. Nachdem der König mit seiner Gemahlin am evangelischen Gottesdienst teilgenommen hatte, lies er es sich nicht nehmen, ebenfalls dem katholischen Hochamt im Dom beizuwohnen. Über diese Teilnahme erfreute sich die Öffentlichkeit und zeigte große Achtung vor dem preußischen Staatsoberhaupt. Nach dem Gottesdienst sollte der feierliche Akt der Grundsteinlegung folgen, wofür man sich in Form einer Prozession auf die Südseite des Doms begab. Der Erzbischof Johannes von Geissel vollzog die Feier nach dem Pontificale Romanum und war stets bemüht den katholischen Charakter des Festes in den Vordergrund zu stellen. Als der König schließlich durch drei Hammerschläge auf den Grundstein die beginnende Vollendung des Domes signalisierte und als erster die Urkunde unterschreib, folgte diesem Hauptakt seine wohl bekannte Rede:

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung skizziert die Ausgangslage im Vormärz und definiert das Ziel, die unterschiedlichen Erwartungen an das Dombaufest zu untersuchen.

II. Der Kölner Dom im frühen 19. Jahrhundert: Dieses Kapitel beschreibt die Entwicklung der Idee des Doms als Nationaldenkmal im Kontext der Befreiungskriege.

III. Die politisch veränderte Situation in den 1840er Jahren: Die Nationalisierung des Kölner Doms: Die Untersuchung beleuchtet die Rheinkrise, den Thronwechsel in Preußen und die Gründung des Zentral-Dombauvereins als Reaktion auf die neue politische Lage.

IV. Die unterschiedlichen sozialen und politischen Kräfte der Dombaubewegung auf dem Kölner Dombaufest vom 4. September 1842: Das Kapitel analysiert die verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen, den Festablauf und die unmittelbare Resonanz in der Öffentlichkeit.

V. Bewertung des Festes und zusammenfassender Überblick: Hier erfolgt die abschließende Einordnung des Festes als bürgerliche Hoffnungsträger-Veranstaltung im Spannungsfeld zwischen Nationalbewegung und königlicher Kirchenpolitik.

VI. Literatur- und Quellenverzeichnis: Ein vollständiger Nachweis der verwendeten wissenschaftlichen Literatur und Primärquellen.

Schlüsselwörter

Kölner Dom, Dombaufest 1842, Friedrich Wilhelm IV., Vormärz, Nationaldenkmal, Zentral-Dombauverein, Integrationsnationalismus, Rheinkrise, preußische Politik, Bürgertum, Katholizismus, Symbolik, Identität, Konfessionen, Restaurationszeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht das Kölner Dombaufest von 1842 als ein politisches und gesellschaftliches Ereignis, das verschiedene Interessen von Bürgertum, Kirche und preußischem Staat vereinte.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Themen umfassen die nationale Identitätsfindung, die Rolle der katholischen Kirche nach den "Kölner Wirren" und den Einfluss der preußischen Regierung auf bürgerliche Bewegungen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob das Fest als genuine nationale Feier des Volkes oder als Instrument der monarchischen Versöhnungspolitik zu werten ist.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit stützt sich auf eine historische Analyse, die Sekundärliteratur und zeitgenössische Quellen interpretiert, um den symbolischen Kontext des Dombaus zu erschließen.

Was steht im inhaltlichen Hauptteil im Fokus?

Der Hauptteil konzentriert sich auf die Gründung des Zentral-Dombauvereins, den Verlauf des Festes 1842 und die Rezeption der königlichen Rede.

Durch welche Schlüsselbegriffe ist die Arbeit charakterisiert?

Wichtige Begriffe sind Nationalismus, Romantik, das preußische Königtum, der Katholizismus und die Symbolkraft des Doms als "Monumental-Projekt".

Warum wird der Kölner Dom als "Omnibus-Funktion" bezeichnet?

Der Begriff beschreibt, dass die Dombau-Bewegung so vage und symbolträchtig war, dass unterschiedlichste Gruppen ihre eigenen Hoffnungen und Ziele auf das Projekt projizieren konnten.

Wie reagierte der König auf die nationale Aufbruchsstimmung?

Der König nutzte das Fest für eine versöhnliche Geste gegenüber den Katholiken und betonte sein romantisch-konservatives Staatsideal, ohne jedoch tatsächliche politische Mitspracherechte an das Bürgertum abzugeben.

Konnte der Dom langfristig als nationales Symbol dienen?

Nein, die symbolische Einigkeit erodierte bald durch konfessionelle Unterschiede und soziale Spannungen, wodurch der Dom seine Rolle als übergeordnetes Einheitsmerkmal verlor.

Welche Rolle spielte Metternich bei diesem Fest?

Metternich betrachtete die nationale Begeisterung rund um das Fest mit Misstrauen, da er darin eine potenzielle Gefahr für das bestehende restaurative System des Deutschen Bundes sah.

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Details

Title
Das Kölner Dombaufest vom 4. September 1842
Subtitle
Nationalfest oder Solidaritätsfest des preußischen Königs?
College
LMU Munich  (Historisches Seminar Abteilung für Neuere und Neueste Geschichte)
Course
Vormärz 1815 – 1848
Grade
2,0
Author
Verena Golisch (Author)
Publication Year
2007
Pages
18
Catalog Number
V88102
ISBN (eBook)
9783638023672
Language
German
Tags
Kölner Dombaufest September
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Verena Golisch (Author), 2007, Das Kölner Dombaufest vom 4. September 1842, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/88102
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