Diese Arbeit befasst sich mit den zwei grundlegenden Modellen der Unternehmensführung im Rahmen der Corporate Governance. Um die Modelle zu konkretisieren und Beispiele aufzeigen zu können, wird an einigen Stellen der Arbeit auf die Unternehmen Deutsche Lufthansa AG sowie British Airways Plc. Bezug genommen.
Ziel der Arbeit
Die Corporate Governance gehört aktuell zu den am meisten diskutierten Managementthemen weltweit. Laut v. Werder hat die Diskussion über zweckmäßige Formen der Leitung und Überwachung börsennotierter Gesellschaften in den letzten Jahren sowohl national als auch international einen noch nicht da gewesenen Stellenwert erlangt. In der Literatur werden zwei grundlegende Leitungsmodelle diskutiert, das duale und das monistische Modell. Das Ziel dieser Arbeit ist es diese beiden Modelle der Corporate Governance zu vergleichen und ihre Stärken sowie die jeweiligen Schwächen aufzuzeigen. Es soll auch gezeigt werden, dass sich beide Modelle aufgrund verschiedener Faktoren, auf die noch einzugehen sein wird, langsam annähern. Da die Thematik sich einer großen Resonanz in der Wirtschaftspraxis erfreut, soll auch auf einige Praxisbeispiele zur näheren Verdeutlichung eingegangen werden.
Gang der Arbeit
Der Einleitung folgt nach Abgrenzung und Definition im zweiten Kapitel eine Vorstellung des monistischen und des dualen Modells mit den jeweiligen Stärken und Schwächen. Des Weiteren wird in diesem Kapitel die Konvergenz der Modelle dargestellt. Das dritte Kapitel beschreibt sowohl den deutschen Corporate Governance Kodex als auch den britischen Combined Code, mithin die beiden Kodizes, die jeweils ein Modell näher ausgestalten. Das vierte Kapitel stellt zunächst die Deutsche Lufthansa AG sowie die British Airways Plc. und die jeweiligen Ausgestaltungen der Corporate Governance Richtlinien vor, um dann im nächsten Schritt beide Unternehmen im Hinblick auf ihre Corporate Governance direkt zu vergleichen. Ein abschließendes Fazit wird im fünften Kapitel gezogen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Ziel der Arbeit
1.2 Gang der Arbeit
1.3 Abgrenzung
1.4 Definitionen
2 Grundlegende Leitungsmodelle der Corporate Governance
2.1 Das monistische Modell
2.1.1 Grundstruktur
2.1.2 Stärken und Schwächen
2.2 Das duale Modell
2.2.1 Grundstruktur
2.2.2 Stärken und Schwächen
2.3 Tendenz zur Annäherung der beiden Modelle
3 Combined Code (UK) des monistischen Modells und Deutscher Corporate Governance Kodex des dualen Modells
3.1 Combined Code des monistischen Modells
3.1.1 Entwicklung des Combined Code
3.1.2 Relevante Regelungen
3.2 Deutscher Corporate Governance Kodex des dualen Modells
3.2.1 Entwicklung des DCGK
3.2.2 Relevante Regelungen
4 Vergleich anhand von Praxisbeispielen aus der Luftfahrtbranche
4.1 British Airways plc.
4.1.1 Unternehmensstruktur
4.1.2 Corporate Governance bei British Airways Plc.
4.2 Deutsche Lufthansa AG
4.2.1 Unternehmensstruktur
4.2.2 Corporate Governance bei Lufthansa
4.3 Vergleich
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Ziel der Arbeit ist es, die grundlegenden Leitungsmodelle der Corporate Governance – das duale und das monistische Modell – miteinander zu vergleichen, ihre jeweiligen Stärken und Schwächen aufzuzeigen und die Tendenz zur Konvergenz der Modelle anhand von Praxisbeispielen in der Luftfahrtbranche zu analysieren.
- Vergleich des monistischen und des dualen Leitungsmodells
- Analyse der Stärken und Schwächen beider Corporate-Governance-Systeme
- Untersuchung des britischen Combined Code und des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK)
- Praxisbezogene Untersuchung der Corporate Governance bei British Airways Plc. und der Deutschen Lufthansa AG
- Aufzeigen der Konvergenz und Annäherung beider Modelle im internationalen Kontext
Auszug aus dem Buch
2.1.1 Grundstruktur
Das monistische Modell ist in erster Linie in Ländern vertreten, die seit jeher einen hohen Wert auf die freie Marktwirtschaft legen und in denen die Bedienung des Eigenkapitals im Vordergrund steht, also hauptsächlich im angelsächsischen Wirtschaftsraum. Dieses Modell wird in der Literatur auch Board-System, Ein-Kammer-System, Vereinigungsmodell, angelsächsisches Modell oder auch One-Tier-Model genannt und weltweit als Leitungsmodell verwendet, so z.B. auch in Australien, Belgien und Großbritannien.
Die Leitungs- und Kontrollkompetenz ist hier zu einem Organ der Unternehmensführung zusammengefasst, dem sog. Board of Directors. Die Zusammensetzung des Board erfolgt aus unternehmensinternen Mitgliedern, den sog. Inside Directors, einerseits und unternehmensexternen Mitgliedern, den sog. Outside Directors, andererseits. Die Outside Directors sind innerhalb des Board mit den spezifischen Überwachungsfunktionen betraut, da sie im Gegensatz zu den Inside Directors keine geschäftsführenden Aufgaben ausüben. Das Board bildet zur Wahrnehmung seiner Aufgaben mehrere Ausschüsse, sog. Committees, in denen sowohl Inside als auch Outside Directors sitzen können. Klassische Ausschüsse sind das Audit Committee, welches die Abschlussprüfung des Unternehmens vorbereitet und das Nominating oder auch Compensation Committee, das Fragen im Hinblick auf die Ernennung von Führungspersonen sowie Fragen, die mit der Entlohnung dieser Personen im Zusammenhang stehen, bearbeitet und das Executive Committee, das Geschäftsführungsaufgaben wahrnimmt und meist aus den Inside Directors zusammengesetzt ist. Ein Mitglied des Board kann zugleich in mehreren Committees Aufgaben wahrnehmen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in das Thema der Corporate Governance ein, definiert Ziel und Gang der Arbeit sowie die relevanten Begriffe.
2 Grundlegende Leitungsmodelle der Corporate Governance: Hier werden das monistische und das duale Modell hinsichtlich ihrer Struktur, Stärken und Schwächen sowie ihrer Annäherungstendenzen vorgestellt.
3 Combined Code (UK) des monistischen Modells und Deutscher Corporate Governance Kodex des dualen Modells: Dieses Kapitel beleuchtet die Entwicklung und die relevanten Regelungen der beiden länderspezifischen Kodizes.
4 Vergleich anhand von Praxisbeispielen aus der Luftfahrtbranche: Hier wird die Theorie anhand der Unternehmensstrukturen und Corporate-Governance-Praktiken von British Airways und der Lufthansa konkretisiert und verglichen.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Konvergenz der Leitungsmodelle zusammen und betont die Notwendigkeit dieser Anpassung für die Wettbewerbsfähigkeit in einer globalisierten Welt.
Schlüsselwörter
Corporate Governance, monistisches Modell, duales Modell, Combined Code, Deutscher Corporate Governance Kodex, DCGK, Unternehmensführung, Aufsichtsrat, Vorstand, Board of Directors, Konvergenz, British Airways, Deutsche Lufthansa AG, Unternehmensverfassung, Globalisierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die zwei wesentlichen internationalen Modelle der Unternehmensführung (Corporate Governance): das monistische System und das duale System.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die Struktur der Unternehmensführung, die Abgrenzung von Leitungs- und Kontrollaufgaben sowie die Rolle nationaler Kodizes bei der Gestaltung dieser Prozesse.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist ein systematischer Vergleich der Modelle, um deren Stärken und Schwächen zu identifizieren und die aktuelle Tendenz zur gegenseitigen Annäherung (Konvergenz) zu belegen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Aufarbeitung der Leitungsmodelle und Kodizes in Verbindung mit einem praxisorientierten Vergleich anhand von Fallbeispielen aus der Luftfahrtbranche.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert die theoretischen Grundlagen der Modelle, die spezifischen Regelungen des britischen Combined Code und des deutschen DCGK sowie die konkrete Anwendung bei British Airways und der Lufthansa.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Corporate Governance, monistisches und duales System, Unternehmensüberwachung, Kodizes und Konvergenz.
Wie unterscheidet sich die Rolle der Outside Directors im monistischen Modell von der eines Aufsichtsrates?
Während Outside Directors integraler Bestandteil des einheitlichen Boards sind, ist der Aufsichtsrat im dualen Modell ein institutionell getrenntes Organ zur Überwachung des Vorstandes.
Welche Auswirkungen hat die Globalisierung laut der Autorin auf die Corporate Governance?
Die Globalisierung erzwingt eine Konvergenz der Modelle, da Unternehmen eine höhere Flexibilität und Effektivität benötigen, um im internationalen Wettbewerb bestehen zu können.
- Quote paper
- Anna-Katharina Kurschat (Author), 2007, Corporate Governance. Duales vs. monistisches System, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/88107