1. Einleitung
In meiner Hausarbeit zum Thema „Philosophieren mit Kindern“ beziehe ich meine Ausführungen hauptsächlich auf Philip Cams Buch „Zusammen nachdenken“. Nach den im Buch gesetzten Schwerpunkten beziehe ich mich darauf, wie der Lehrer die Kinder in einer Unterrichtsdiskussion zum Nachdenken anregen und beispielhafte Übungen und Geschichten dafür einsetzen kann. Die folgenden Überlegungen werden mit Cams Zielstellung für sein Buch und der Klärung der Frage was Philosophie, vor allem Kinderphilosophie, primär bedeutet, eingeleitet. Außerdem werde ich mich mit der Rolle der Philosophie im Unterricht auseinandersetzen. Der zweite Teil meiner Arbeit widmet sich der Frage nach den Aufgaben des Lehrers für eine philosophische Diskussion in der Klasse und welche Mittel ihm zur Verfügung stehen um diese zu lenken und die Kinder zum „zusammen nachdenken“ anzuregen.
2. Philip Cams Zielstellung:
Philip Cams vordergründiges Ziel liegt in der Integration der Philosophie als (Denk-) Ansatz in andere Disziplinen. Er ist der Auffassung, dass man durch philosophische Fragen und Themen in das Zentrum der anderen Disziplinen gelangt. Das Denken betrifft seiner Ansicht nach alle Bereiche des Lehrplans. Daraus folgend, sieht er in der Philosophie im Unterricht die einzige Möglichkeit dem Denken eine zentrale Rolle zuzusprechen und so den Kindern zu helfen effektive Denker zu werden.
Sein Buch „Zusammen nachdenken“ soll vor allem als Hilfestellung für die Lehrer betrachtet werden, um zum Einen das Verständnis für die Fragen und Ideen zu fördern und zu vertiefen und zum Anderen soll die Denkfähigkeit, vordergründig das reflexive Denken, der Kinder erhöht werden, da dieses Voraussetzung für die Entwicklung eines intelligenten und vernünftigen Kindes ist. „Dieses Buch stellt einen Weg vor Kindern zu helfen dieses Denken zu entwickeln.“ [...]
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Philip Cams Zielstellung:
3. Was ist das- Philosophie?
3.1 Philosophieren mit Kindern
3.1.1 Was ist Kinderphilosophie?
3.1.2 Das mangelnde Verständnis gegenüber der kindlichen Neugier
3.1.3 Philosophie in Schule und Unterricht
3.1.4 Kinder und Fragen
4. Die Rolle des Lehrers
4.1 Geschichten auswählen
4.2 Eine Forschungsgemeinschaft aufbauen
4.2.1 Form der Klassendiskussion
4.2.2 Der Zeitplan
4.2.3 Lernen Fragen zu stellen
4.2.4 Zusammenhänge herstellen
4.3 Eine Diskussion führen
4.3.1 Der Beginn der Diskussion
4.3.2 Dinge, die der Lehrer im Auge behalten sollte
4.4 Die Diskussion vorbereiten
4.4.1 Diskussionsvorschläge
4.4.2 Übungen und Aufgaben
5. Denkwerkzeuge
5.1 Begriffliches Denken
5.2 Logisches Denken
6. Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht das Konzept des Philosophierens mit Kindern auf Basis des Werkes "Zusammen nachdenken" von Philip Cam. Dabei steht die zentrale Frage im Fokus, wie Lehrkräfte durch methodische Ansätze und gezielte Gesprächsführung die kindliche Neugier erhalten, die Reflexionsfähigkeit fördern und Diskussionen im Unterricht erfolgreich anleiten können.
- Integration der Philosophie in den Unterricht
- Die Rolle der Lehrkraft als Diskussionsleiter
- Methoden zur Förderung des reflexiven Denkens
- Einsatz von Denkwerkzeugen zur Begriffs- und Logikschulung
Auszug aus dem Buch
Die Rolle des Lehrers
In den folgenden Ausführungen werde ich auf die Aufgaben des Lehrers in Hinblick auf die philosophische Diskussion mit der Klasse und die Kriterien der einzelnen Aufgabenfelder eingehen. Wie aus den schon angeführten Sichtweisen Philip Cams hervorgeht, kann geschlussfolgert werden, dass der Lehrer einen erheblichen Einfluss auf das Herausbilden von Routine und Reflexion hat.
Philip Cam weist darauf hin, dass bei der Auswahl von Geschichten für philosophische Diskussionen Sorgfalt geboten sein muss, da sich nicht alle Kinderbücher für einen solchen Einsatz geeignet sind. Er schlägt daher einige Kriterien vor, die dem Lehrer bei der Auswahl behilflich sein sollen.
Bei der Auswahl von Geschichten mit entsprechendem philosophischem Gehalt muss der Lehrer den vorhandenen Text auf die Möglichkeit der Weiterführung untersuchen. Das heißt, dass die Geschichte zum weiteren Forschen anregen sollte. Sie soll offene, generelle Fragen aufwerfen, die nicht durch Fakten gelöst werden können, sondern zum tieferen Verständnis der eigenen Erfahrungen führen sollen. Das verwendete Material muss das philosophische Interesse des Kindes wecken und weiterhin dessen Phantasie fordern. Cam stellt einige Geschichten vor und gibt ein paar Vorschläge für weiterführende Fragen, die der Lehrer den Schülern stellen kann um eine Klassendiskussion voran zu treiben. Als Beispiel führt er die Geschichte der Prinzessin Pfiffigunde an, die einen Prinzen in einen Frosch verwandelt und so das traditionelle Märchen umkehrt. Als einführende Frage kann der Lehrer nach den Unterschieden zu dem traditionellen Schema der Märchenprinzessin fragen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung legt das Thema "Philosophieren mit Kindern" dar und definiert das Ziel, Philip Cams Buch als methodische Anleitung für Lehrkräfte zu beleuchten.
2. Philip Cams Zielstellung:: Dieses Kapitel beschreibt das Anliegen Cams, Denken als zentralen Bestandteil in alle Lehrplanbereiche durch philosophische Ansätze zu integrieren.
3. Was ist das- Philosophie?: Hier wird das Wesen der Philosophie als offener Reflexionsprozess bestimmt und die Besonderheit des Philosophierens mit Kindern herausgearbeitet.
4. Die Rolle des Lehrers: Das Kapitel erläutert detailliert die Aufgaben der Lehrkraft bei der Auswahl von Materialien, der Strukturierung von Diskussionen und dem Aufbau einer Forschungsgemeinschaft.
5. Denkwerkzeuge: Hier werden konkrete didaktische Instrumente wie die "Zielscheibe" oder der "verrückte Fall" zur Förderung von begrifflichem und logischem Denken vorgestellt.
6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Philosophieren einen wesentlichen Bildungsbestandteil darstellt und Cams Ansatz eine wertvolle, wenn auch zeitintensive Hilfestellung für die Praxis bietet.
Schlüsselwörter
Philosophieren mit Kindern, Philip Cam, Zusammen nachdenken, Forschungsgemeinschaft, Reflexives Denken, Kinderphilosophie, Diskussionsleitung, Denkwerkzeuge, Pädagogik, Urteilsfähigkeit, Begriffsanalyse, Logik, Unterrichtsmethodik, Ethik, Klassendiskussion.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert Philip Cams pädagogischen Ansatz des Philosophierens mit Kindern und dessen praktische Anwendung im Schulunterricht.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die Rolle der Lehrkraft als Moderator, die Auswahl geeigneter philosophischer Texte sowie die methodische Förderung des Denkens durch spezielle "Denkwerkzeuge".
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist aufzuzeigen, wie Lehrkräfte durch das Konzept von Philip Cam Kinder zum gemeinsamen Nachdenken anregen und effektive Diskussionen leiten können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse des Buches "Zusammen nachdenken" von Philip Cam, ergänzt durch fachdidaktische Perspektiven zur Kinderphilosophie.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Verortung der Kinderphilosophie, die Anforderungen an den Lehrer und die praktische Vorstellung spezifischer didaktischer Werkzeuge.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Schlüsselbegriffe sind Forschungsgemeinschaft, reflexives Denken, Diskussionsleitung und philosophische Erziehung.
Wie kann eine "Forschungsgemeinschaft" im Klassenzimmer praktisch aufgebaut werden?
Laut Cam ist eine Kreis-Sitzordnung ideal, um den Austausch zu fördern, wobei der Lehrer die Rolle eines zurückhaltenden Diskussionsleiters einnimmt.
Warum hält Cam "Denkwerkzeuge" wie den "verrückten Fall" für notwendig?
Diese Werkzeuge helfen Kindern, unklare Begriffe zu schärfen, Kriterien für Urteile zu entwickeln und die logischen Konsequenzen ihrer Aussagen zu überprüfen.
Welche Rolle spielt die "Uneinigkeit" in einer philosophischen Diskussion?
Uneinigkeit wird als Chance genutzt, um das Gemeinschaftsgefühl zu stärken und die Kinder dazu zu bewegen, ihre Standpunkte durch Argumente zu begründen.
Wie sollte ein Lehrer auf "unlogische" Äußerungen der Kinder reagieren?
Der Lehrer sollte die Kinder behutsam auf Widersprüche hinweisen, damit diese ihre Gedanken selbst neu ordnen und die eigene reflexive Fähigkeit zur Selbstkorrektur entwickeln können.
- Quote paper
- Anja Thonig (Author), 2007, „Philosophieren mit Kindern“ am Beispiel von Philip Cams Buch "Zusammen nachdenken", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/88122