In den letzen Jahren wird der Umgang mit den Medien von Kindern und Jugendlichen sowie die Auswirkungen des Medienkonsums immer wieder öffentlich diskutiert. Die Tatsache, dass es so gut wie nicht möglich ist, sich in der gegenwärtigen Zeit dem Einfluss der Medien zu entziehen, die Aufmerksamkeit der Medien zu dieser Thematik, die Aktualität und insbesondere die Teilnahme an dem Seminar „Mediensozialisation“ weckten mein Interesse für dieses Themengebiet.
Mit dieser Arbeit möchte ich herausfinden, inwiefern Kinder in der heutigen Zeit mit den Medien konfrontiert werden, inwieweit sie diese in ihrem Alltag nutzen und wofür und welche Auswirkungen Medien auf Kinder haben können.
Die Ausführungen zu dieser Thematik beginnen zunächst mit der Klärung des Begriffs der Medien und in dem Zusammenhang wird auf die Funktionen der Medien eingegangen.
In dem nächsten Kapitel setze ich mich kurz mit dem Begriff der Sozialisation und insbesondere mit den Medien als eine Sozialisationsinstanz und der Mediensozialisation auseinander, denn letzteres ist ein wichtiger Bestandteil des Titels dieser Arbeit.
In den nächsten beiden Kapiteln gehe ich auf die Mediennutzung von Kindern, ein. Dabei liegt einerseits das Augenmerk auf dem Fernsehen. Die Zentrierung auf das Medium Fernsehen erklärt sich aus der traditionell starken Rolle, die es nach wie vor im Alltag von Kindern einnimmt. In diesem Zusammenhang werde ich unter anderem auf den Fernsehkonsum, auf die Wirkungen der Fernsehnutzung und den Umgang in Familien mit dem Fernsehen eingehen. Andererseits wird das Medium Computer ein weiterer Schwerpunkt sein, um die Mediennutzung von Kindern zu verdeutlichen. Ich vermute, dass das Fernsehen zwar noch immer das Medium ist, welches die Kinder in der heutigen Zeit am häufigsten verwenden, aber der PC immer mehr in den Alltag der Kinder mit eingebaut wird und mit dem Fernsehen konkurriert. Da die Literaturrecherche zu diesem Themengebiet sehr umfangreich ausfiel, habe ich mich dazu entschieden, mich auf die Medien Fernsehen und Computer zu konzentrieren, um dadurch Schwerpunkte setzen und den Umfang dieser Arbeit in einem entsprechenden Rahmen halten zu können.
Des Weiteren werde ich die Medienkompetenzen und in diesem Zusammenhang die Dimensionen dieser Kompetenzen erörtern.
Abschließend werde ich auf die Wirkungstheorien eingehen, die den Zusammenhang zwischen der Mediennutzung und Gewaltdarstellungen durch Medien erklären.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. DIE MEDIEN
2.1 DER MEDIENBEGRIFF
2.2 DIE FUNKTIONEN DER MEDIEN
3. DIE SOZIALISATION DURCH MEDIEN
3.1 DER SOZIALISATIONSBEGRIFF
3.2 DIE MEDIENSOZIALISATION
4. DAS FERNSEHEN
4.1 DAS FERNSEHEN ALS LEITMEDIUM
4.2 DAS FERNSEHEN IN DER FAMILIE
5. DER COMPUTER
5.1 DER COMPUTER ALS NEUES TRENDMEDIUM
5.2 DIE COMPUTERSPIELE
6. DIE MEDIENKOMPETENZ
6.1 DER MEDIENKOMPETENZBEGRIFF
6.2 DIE DIMENSIONEN DER MEDIENKOMPETENZ
7. THEORETISCHE ANSÄTZE ZUR MEDIENNUTZUNG UND GEWALT
8. SCHLUSSBETRACHTUNG
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die zentrale Rolle von Medien in der Lebenswelt von Kindern und analysiert, wie diese den Sozialisationsprozess beeinflussen. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Nutzungsintensität und den Auswirkungen von Fernsehen und Computern, um zu verstehen, wie Kinder Medien in ihren Alltag integrieren und welche Kompetenzen sie dabei erwerben.
- Bedeutung der Mediensozialisation in der Kindheit
- Stellenwert des Fernsehens als Leitmedium in Familien
- Nutzungsverhalten und Trends bei Computern und Computerspielen
- Dimensionen und Förderung der Medienkompetenz
- Wissenschaftliche Theorieansätze zur Wirkung von Mediengewalt
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
In früheren Zeiten verbrachten Kinder ihre Zeit zum Spielen im Freien. Sie spielten mit Naturalien wie Sand, Steinen, Wasser, Matsch, Zweigen, Blättern oder Holz. Es wurde viel getobt, gebaut, gelaufen, sie balgten herum und versteckten sich. Das Hüpfen und Klettern gehörte ebenso dazu wie das Fallen und Balancieren. Heutzutage kennen Kinder nur noch fünf Spiele, um das Jahr 1900 kannten sie noch ungefähr einhundert verschiedene Spiele (vgl. Eicke, Eicke 1996, S. 31). Meines Erachtens ist das Spielen ein sehr kindgemäßes Verhalten. Kreativität, Geschicklichkeit und Phantasie werden gefördert und prägen sich umso stärker aus, je länger ein Kind spielt. Doch in der heutigen Zeit erhalten die Medien den Einzug in die Kinderzimmer. Verhaltensweisen der Eltern werden früher übernommen und Fähigkeiten und Fertigkeiten, wie zum Beispiel Geschicklichkeit, Einfalls- und Ideenreichtum, nehmen ab.
Heutzutage nehmen Medien im Alltag und in der Lebenswelt von Kindern eine selbstverständliche und bedeutende Rolle ein. Medien sind allgegenwärtig. Dabei können die Kinder auf ein breites Repertoire an Medien zurückgreifen. Der Fernseher, das Handy, der Computer, das Internet, das Radio, der Kassettenrekorder, der Walk- oder Discman, die Spielkonsole, Comics, Bilderbücher, Zeitschriften, Bücher, der DVD- oder MP3-Player sind eine Auswahl von Medien, die den meisten Kindern vertraut sein dürften. Kinder haben Zugang zu vielen von diesen Medien. Man findet sie in den Kinderzimmern, wenn sie im Eigenbesitz der Kinder sind, in den Haushalten, wenn sie im Besitz der Eltern sind, in der Freizeit, bei Freunden, aber ebenso trifft man auf Medien im Kindergarten bzw. Kindertageseinrichtungen oder auch in Vereinen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Darstellung der veränderten Kindheit durch Medienpräsenz und Formulierung der Forschungsfrage nach der Bedeutung der Mediensozialisation.
2. DIE MEDIEN: Definition des Medienbegriffs und Erläuterung der vielfältigen sozialen, situativen und biografischen Funktionen von Medien für das Kind.
3. DIE SOZIALISATION DURCH MEDIEN: Theoretische Einordnung der Medien als Sozialisationsinstanz und Erläuterung des Prozesses der Mediensozialisation.
4. DAS FERNSEHEN: Analyse des Fernsehkonsums, der Nutzung als Leitmedium sowie der familiären Einflussfaktoren auf das Fernsehverhalten.
5. DER COMPUTER: Betrachtung des Computers als Trendmedium im Alltag sowie Analyse von Nutzungsweisen und Computerspielen.
6. DIE MEDIENKOMPETENZ: Definition von Medienkompetenz und detaillierte Erläuterung ihrer verschiedenen Dimensionen für die Handhabung von Medien.
7. THEORETISCHE ANSÄTZE ZUR MEDIENNUTZUNG UND GEWALT: Vorstellung wissenschaftlicher Modelle zur Wirkung medialer Gewalt auf das Verhalten von Kindern.
8. SCHLUSSBETRACHTUNG: Resümee der Ergebnisse über die Rolle von Medien als Bestandteil des täglichen Lebens und die Notwendigkeit elterlicher Begleitung.
Schlüsselwörter
Mediensozialisation, Kindheit, Mediennutzung, Fernsehen, Computer, Medienkompetenz, Sozialisationsinstanz, Mediengewalt, Wirkungstheorien, Familienalltag, Medienkonsum, Freizeit, Medienpädagogik, Bildschirmmedien, Identitätsentwicklung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die wachsende Bedeutung der Medien im Alltag von Kindern und wie diese als Sozialisationsinstanz die Entwicklung und das Verhalten beeinflussen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Mediensozialisation, der Nutzung von Fernsehen und Computer sowie der Entwicklung von Medienkompetenz bei Kindern.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Es wird erforscht, wie Kinder mit Medien konfrontiert werden, wie sie diese im Alltag nutzen und welche Auswirkungen dies auf ihre persönliche Entwicklung hat.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer tiefgehenden Literaturanalyse und der Auswertung von Studien, wie der KIM-Studie, zur medienpädagogischen Einordnung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert das Nutzungsverhalten bei Fernsehen und Computer, definiert Medienkompetenz und diskutiert theoretische Ansätze zum Zusammenhang von Medien und Gewalt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Mediensozialisation, Mediennutzung, Medienkompetenz und den Einfluss von Bildschirmmedien auf die kindliche Entwicklung beschreiben.
Warum spielt das Fernsehen trotz neuer Medien noch immer eine Hauptrolle?
Die Arbeit verdeutlicht, dass das Fernsehen traditionell stark verankert ist und in fast allen Haushalten präsent ist, wobei es durch den Computer eher ergänzt als verdrängt wird.
Welche Rolle spielt die Familie bei der Mediennutzung der Kinder?
Die Familie fungiert als primäre Sozialisationsinstanz; der Medienumgang wird durch Familienstrukturen, Erziehungsstile und die gemeinsame Kommunikation maßgeblich geprägt.
Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin zu Gewalt im Fernsehen?
Die Autorin stellt fest, dass verschiedene Theorieansätze existieren, jedoch ein weiterer Forschungsbedarf besteht, um die Wirkung medialer Gewalt auf Kinder eindeutig zu klären.
- Arbeit zitieren
- Janet Haertle (Autor:in), 2007, Kindheit und Medien – Zur Bedeutung der Mediensozialisation im Kindesalter, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/88146