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Pro und Kontra Studiengebühren

Titel: Pro und Kontra Studiengebühren

Seminararbeit , 2007 , 21 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Achim Steffan (Autor:in)

VWL - Finanzwissenschaft
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Wenn man von den vergleichsweise geringen Semesterbeitragszahlungen absieht, war das Erststudium an einer öffentlichen deutschen Hochschule in der Vergangenheit gebührenfrei. Als Folge des zu Beginn des Jahres 2005 ergangenen Bundesverfassungsgerichtsurteils zur Unzulässigkeit des bundesweiten Studiengebührenverbots in § 27 IV des Hochschulrahmengesetzes wurden im Wintersemester 2006/07 in den ersten beiden Bundesländern (Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen) Studiengebühren eingeführt. Die in den kontrovers geführten Diskussionen vorgebrachten Argumente für und gegen Studiengebühren an deutschen Hochschulen sind dabei vielschichtig.
Die Gegner von Studiengebühren berufen sich in der öffentlichen Debatte beispielsweise auf das Recht auf Bildung unabhängig von der finanziellen Leistungsfähigkeit oder sozialen Herkunft und stellen eine Verbesserung der Lehre und Studienbedingungen in Frage. Befürworter hingegen argumentieren u.a., dass zielgerichteter und kürzer studiert werde. Sie sind zudem der Auffassung, dass ein monetarisiertes Gut im Gegensatz zu einem freien Gut effizienter genutzt würde. Diese Gründe legitimieren demnach eine stärkere Beteiligung der Studierenden an den Kosten ihrer Hochschulausbildung.

Zu Beginn der Arbeit wird ein Überblick über die Studiengebühren der Bundesländer gegeben. Untersuchungsgegenstand sind dabei die einheitliche bzw. die dezentrale Gebührensetzung sowie die Maßnahmen zur Sozialverträglichkeit. In den unterschiedlichen Reaktionen auf das Bundesverfassungsgerichtsurteil sind sowohl verteilungspolitische als auch effizienzorientierte Erwägungen zum Ausdruck gekommen. Die vorliegende Arbeit fokusiert sich auf die effizienzorientierten Argumente, da sie die öffentliche Debatte weniger stark durchdrungen haben, für die Analyse des für und wider von Studiengebühren aus volkswirtschaftlicher Sichtweise aber ebenso bedeutsam sind. Im vierten Kapitel ist die Möglichkeit der Verbesserung von Lehre und Studienbedingungen durch Studiengebühren Gegenstand der weiteren Untersuchung. In diesem Zusammenhang soll dem positiven Finanzierungseffekt und dem Wettbewerbseffekt von Studiengebühren besonderes Augenmerk geschenkt werden.

Als Fazit der vorliegenden Arbeit soll die Frage beantwortet werden, ob die öffentliche Hochschulbildung auf Basis der Ergebnisse dieser Arbeit gebührenfrei bleiben sollte, oder ob das nicht gerechtfertigt erscheint.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

2 DIE STUDIENGEBÜHREN DER BUNDESLÄNDER IM ÜBERBLICK

2.1 Einheitsgebühren versus dezentrale Gebührensetzung

2.2 Maßnahmen der Sozialverträglichkeit

3 EFFIZIENZEFFEKTE DURCH STUDIENGEBÜHREN?

3.1 Marktversagenstatbestände

3.1.1 Hochschulbildung - ein öffentliches Gut?

3.1.2 Positive externe Effekte durch Hochschulbildung?

3.1.3 Unvollkommene Kapitalmärkte

3.2 Effizientere Studienentscheidungen

3.3 Bildung als Signalfunktion

4 MÖGLICHKEIT DER VERBESSERUNG VON LEHRE UND STUDIENBEDINGUNGEN DURCH STUDIENGEBÜHREN

4.1 Positiver Finanzierungseffekt

4.2 Wettbewerbseffekt

5 SCHLUSSBEMERKUNGEN

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht aus einer volkswirtschaftlichen Perspektive, ob die Einführung von allgemeinen Studiengebühren an deutschen öffentlichen Hochschulen unter Effizienzgesichtspunkten gerechtfertigt ist. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob eine Abkehr von der bisherigen Kostenfreiheit zugunsten einer stärkeren Beteiligung der Studierenden zu einer effizienteren Ressourcenverwendung, besseren Studienbedingungen und zielgerichteteren Studienentscheidungen führen kann.

  • Analyse der verschiedenen Gebührenmodelle der deutschen Bundesländer
  • Untersuchung von Marktversagenstatbeständen im Bereich der Hochschulbildung
  • Bewertung des Einflusses von Studiengebühren auf das studentische Entscheidungsverhalten
  • Evaluation des Zusammenhangs zwischen Gebühren, Lehrqualität und Wettbewerbseffekten
  • Beurteilung der Signalfunktion von Bildungsabschlüssen

Auszug aus dem Buch

3.1.1 Hochschulbildung - ein öffentliches Gut?

Ein klassisches Argument, das einen effizienzverbessernden staatlichen Eingriff indiziert, basiert auf dem Konzept der öffentlichen Güter. Zu prüfen ist also, ob Hochschulbildung ein solches Gut ist, das unter Effizienzgesichtspunkten durch Steuern finanziert werden sollte. Öffentliche Güter zeichnen sich durch Nichtausschließbarkeit und nichtrivalisierende Nutzung aus. Ersteres meint, dass sich einzelne Personen nicht von ihrer Nutzung ausschließen lassen. Letzteres bedeutet, dass diese Art von Gütern gleichzeitig von mehreren oder sogar vielen Personen genutzt werden können. Im Bereich der Hochschulbildung ist aber Ausschluss leicht möglich, denn wer nicht zahlt, der bekommt das Gut auch nicht. Eine nichtrivalisierende Nutzung besteht auch nur in einem sehr begrenzten Umfang. Hochschulbildung ist mithin kein öffentliches Gut im ökonomischen Sinn, sondern eher ein privates. Folglich liegt kein Marktversagen vor. Der Markt kommt also auch ohne staatliche Eingriffe in Form einer Finanzierung der Hochschulbildung aus Steuergeldern zu einem effizienten Ergebnis.

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINLEITUNG: Einführung in die Problematik der Studiengebühren, Darstellung der kontroversen öffentlichen Debatte und Erläuterung der Zielsetzung der Arbeit unter Fokus auf effizienzorientierte Argumente.

2 DIE STUDIENGEBÜHREN DER BUNDESLÄNDER IM ÜBERBLICK: Übersicht über die verschiedenen Gebührenmodelle, deren Einführung in den Bundesländern sowie eine detaillierte Betrachtung der Maßnahmen zur sozialen Absicherung wie Darlehensangebote und Befreiungstatbestände.

3 EFFIZIENZEFFEKTE DURCH STUDIENGEBÜHREN?: Wissenschaftliche Analyse, ob Studiengebühren aus wohlfahrtsökonomischer Sicht sinnvoll sind, unter Betrachtung von Marktversagen, Studienentscheidungen und der Signalfunktion von Bildung.

4 MÖGLICHKEIT DER VERBESSERUNG VON LEHRE UND STUDIENBEDINGUNGEN DURCH STUDIENGEBÜHREN: Untersuchung der Effekte zusätzlicher Finanzmittel durch Studiengebühren auf die Lehrqualität sowie den durch Gebühren initiierten Leistungswettbewerb zwischen Hochschulen.

5 SCHLUSSBEMERKUNGEN: Fazit der Arbeit mit der Schlussfolgerung, dass die unentgeltliche Bereitstellung des Hochschulstudiums ökonomisch schwer zu rechtfertigen ist und Studiengebühren als Instrument für mehr Wettbewerb und effizienteres Studieren dienen können.

Schlüsselwörter

Studiengebühren, Hochschulbildung, Effizienz, Marktversagen, Sozialverträglichkeit, Studienbeitragsdarlehen, Signalling-Ansatz, Humankapital, Bildungsfinanzierung, Wettbewerbseffekt, Studienabbruch, Opportunitätskosten, Finanzierungseffekt, öffentliche Güter, Studienentscheidungen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Einführung von allgemeinen Studiengebühren an öffentlichen Hochschulen in Deutschland aus volkswirtschaftlicher und effizienzorientierter Sicht.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die Gebührenmodelle der Länder, soziale Absicherungsmaßnahmen wie Darlehen, mögliche Marktversagenstatbestände sowie die Auswirkungen von Gebühren auf die Qualität von Lehre und das Studienverhalten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob eine öffentliche Hochschulbildung ohne Studiengebühren weiterhin gerechtfertigt ist oder ob effizienzorientierte Argumente für einen Kostenbeitrag der Studierenden sprechen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse volkswirtschaftlicher Konzepte (Wohlfahrtsökonomik, Signalling-Ansatz) in Kombination mit einer empirischen Bestandsaufnahme der länderspezifischen Gebührenmodelle.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse von Effizienzeffekten (Marktversagen, Entscheidungsverhalten) und die Untersuchung der Möglichkeiten, durch Gebühreneinnahmen Lehre und Studienbedingungen aktiv zu verbessern.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Wesentliche Begriffe sind Studiengebühren, Effizienz, Finanzierung, Wettbewerb, Sozialverträglichkeit und Bildungsökonomik.

Wie gehen die Bundesländer mit der sozialen Verträglichkeit von Gebühren um?

Die Länder haben Modelle entwickelt, die neben Befreiungstatbeständen (z.B. für Studierende mit Kindern) insbesondere zinsgünstige, elternunabhängige Darlehen mit einkommensabhängiger Rückzahlung vorsehen, um finanzielle Hürden abzufedern.

Warum wird im Kontext von Studiengebühren von einem Wettbewerbseffekt gesprochen?

Durch Gebühren werden Studierende stärker als „Kunden“ betrachtet, was Hochschulen dazu bewegt, ihr Lehrangebot attraktiver zu gestalten, um sich im Wettbewerb um Studierende und deren Gebühren zu positionieren.

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Details

Titel
Pro und Kontra Studiengebühren
Hochschule
Hochschule Aschaffenburg
Veranstaltung
Fall- und Projektstudien Volkswirtschaftslehre
Note
1,0
Autor
Achim Steffan (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2007
Seiten
21
Katalognummer
V88151
ISBN (eBook)
9783638023771
ISBN (Buch)
9783638926683
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kontra Studiengebühren Fall- Projektstudien Volkswirtschaftslehre
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Achim Steffan (Autor:in), 2007, Pro und Kontra Studiengebühren, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/88151
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Leseprobe aus  21  Seiten
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