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Erwin Piscators Montagestil anhand seiner Inszenierung von 'Hoppla, wir leben!'

Title: Erwin Piscators Montagestil anhand seiner Inszenierung von 'Hoppla, wir leben!'

Term Paper , 2005 , 11 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Angelika Kreitner (Author)

Theater Studies, Dance
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Erwin Piscator war einer der wichtigsten Theaterregisseure der Weimarer Republik. Er machte politisches Theater mit dem Ziel der ‚Wirkung auf den Zuschauer’. Um diesen politisch zu aktivieren montierte Piscator in seinen Inszenierungen verschiedenste technische und theatralische Mittel mit der Schauspielkunst. So revolutionierte er in Deutschland die Bühnentechnik und war maßgebend an der Bildung des epischen Theaters beteiligt. Besonders im Deutschland der 1920er Jahre hatte er auch großen Einfluss auf Bertolt Brecht, mit dem er zeitweise zusammenarbeitete. Er etablierte außerdem die Verwendung von Filmen auf der Theaterbühne in Deutschland.
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit Piscators Stil der Montage und konzentriert sich dabei auf seine Inszenierung von Ernst Tollers Stück 'Hoppla, wir leben!', mit dem 1927 das Theater am Nollendorfplatz (die erste Piscator-Bühne) eröffnet wurde.
In dem Stück verbringt ein revolutionärer Arbeiter acht Jahre inhaftiert in einer Anstalt und verpasst so die zeitgeschichtlichen Ereignisse in Deutschland von 1919 bis 1927. Diese werden in einem Querschnitt deutscher Geschichte durch technische Medien wie Filme und Projektionen dargestellt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Piscators Weg zum epischen Theater. Die Entwicklung seines Montage-Stils

3. Die Inszenierung von Hoppla, wir leben!

4. Resümee

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht Erwin Piscators revolutionären Montagestil im Theater der 1920er Jahre, mit einem spezifischen Fokus auf die Inszenierung des Stücks "Hoppla, wir leben!". Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Piscator durch die technische Integration von Film, Projektionen und neuartigen Bühnenkonstruktionen versuchte, die Kluft zwischen Kunst und Leben zu überbrücken und beim Publikum eine neue Form der politisch-wahrnehmungsbezogenen Aktivierung zu bewirken.

  • Entwicklung und bibliographische Hintergründe von Piscators Montagestil
  • Die Rolle der Bühnentechnik als episches Darstellungsmittel
  • Analyse der Inszenierung von Ernst Tollers "Hoppla, wir leben!"
  • Untersuchung der Wechselwirkung zwischen technischem Medium und Schauspielkunst
  • Evaluation der politischen Wirksamkeit von Piscators Theaterkonzept

Auszug aus dem Buch

3. Die Inszenierung von Hoppla, wir leben!

Der revolutionäre Arbeiter Karl Thomas (gespielt von Alexander Granach) wird 1919 verhaftet und verbringt acht Jahre lang im Irrenhaus. Völlig isoliert von der Außenwelt bekommt er bis 1927 nichts von Deutschlands Entwicklung mit. Wichtige zeitgeschichtliche Ereignisse werden in einem filmischen Vorspiel durch Filmprojektionen inszeniert.

Das Drama selbst setzt im Jahre 1927 ein, als Karl Thomas entlassen wird. Die Welt hat sich in der Zwischenzeit sehr verändert. So ist zum Beispiel der einstige Genosse und Mithäftling Kilmann zu seiner großen Enttäuschung inzwischen Innenminister geworden und in einem Sumpf von Korruption gefangen. Thomas schlägt sich als Kellner durch, doch er gerät nach und nach in völlige Verzweiflung über diese völlig neuartige korrupte Welt und zerbricht daran. Am Ende wird er des Mordes an Kilmann verdächtigt und unschuldig festgenommen. Im Gefängnis erhängt er sich, noch bevor der wahre Täter gefunden wird.

Ernst Toller und Piscator nehmen die Bearbeitung des Werkes gemeinsam vor. Dabei waren typisch ‚piscatorsche Techniken’ wie zum Beispiel ein filmisches Vorspiel von Toller schon im Voraus eingeplant.

Die formale Struktur des Stückes vergleicht Kurt Behofsics in seiner Diplomarbeit über Piscator mit der eines expressionistischen Stationendramas. Auch die Sprache sei durchzogen von „expressionistischen Lyrismen“.

Das Stück wurde zwei Monate lang erfolgreich aufgeführt. Danach folgte eine Tournee, die jedoch laut Behofsics schlecht organisiert mit nur wenigen und zeitlich zu weit auseinander liegenden Terminen durchgeführt wurde.

Die Bühnenkonstruktion, ein konstruktivistisches Simultangerüst ist von Traugott Müller entworfen worden. Es besteht aus Rohren und ist senkrecht in drei Abschnitte getrennt. Der linke und rechte Abschnitt werden horizontal wieder in drei gleich große Etagen geteilt. Der mittlere, turmartige Abschnitt wird oben von einem kuppelartigen Raum abgeschlossen, er überragt die zwei Seitenabschnitte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Bedeutung von Piscators Fokus auf die "Wirkung" der Kunst heraus und umreißt die Untersuchung seines Montagestils anhand von "Hoppla, wir leben!".

2. Piscators Weg zum epischen Theater. Die Entwicklung seines Montage-Stils: Das Kapitel beschreibt Piscators Hinwendung zum politischen Theater, geprägt durch Fronterlebnisse und den Wunsch, bürgerliche Illusionskunst durch eine proletarische, technische Ästhetik zu ersetzen.

3. Die Inszenierung von Hoppla, wir leben!: Hier wird die praktische Anwendung von Piscators Techniken an der konkreten Inszenierung von Tollers Stück sowie die Bedeutung der konstruktivistischen Bühnenarchitektur analysiert.

4. Resümee: Das Kapitel schließt mit der kritischen Würdigung, dass Piscator zwar die politisch-soziale Revolution des Zuschauers nicht in dem erhofften Maße erreichte, jedoch die Theaterwahrnehmung und Bühnendramaturgie nachhaltig prägte.

Schlüsselwörter

Erwin Piscator, Montagestil, Hoppla wir leben!, episches Theater, Bühnentechnik, Filmprojektionen, politisches Theater, Ernst Toller, Konstruktivismus, Theatergeschichte, Weimarer Republik, Medienintegration, Zuschaueraktivierung, Bühnenbild, Revolutionsdrama.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das theatrale Wirken von Erwin Piscator in den 1920er Jahren und seine revolutionäre Methode, moderne Medien wie Film und komplexe Bühnenmaschinerie in das Theater zu integrieren.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Entwicklung des epischen Theaters, der Einsatz technischer Montage-Elemente und die spezifische ästhetische Gestaltung von politischen Stücken.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Piscator durch neue technische Mittel versuchte, die gesellschaftliche Wahrnehmung des Zuschauers zu verändern und eine direkte politische Wirkung zu erzielen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse, um bibliographische Hintergründe und zeitgenössische Kritiken zur Inszenierungspraxis Piscators aufzuarbeiten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil konzentriert sich auf die Analyse von Piscators "Montagestil" und dessen Anwendung bei der Inszenierung des Stücks "Hoppla, wir leben!" im Theater am Nollendorfplatz.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die zentralen Konzepte sind Piscators Montagestil, das epische Theater, die Integration von Film auf der Bühne und die politische Agitation durch Bühnentechnik.

Inwiefern beeinflussten Piscators Fronterlebnisse seine Arbeit?

Die Fronterlebnisse im Ersten Weltkrieg führten Piscator zur Abkehr vom herkömmlichen, bürgerlichen Illusionstheater hin zu einem Theater, das das "wirkliche Leben" abbilden und politisch wirken sollte.

Warum wird das Bühnenbild in "Hoppla, wir leben!" als revolutionär bezeichnet?

Es handelte sich um ein konstruktivistisches Simultangerüst, das durch seine verschiedenen Ebenen und technischen Projektionsmöglichkeiten die gesellschaftliche Hierarchie verdeutlichte und Zeit sowie Raum neu definierte.

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Details

Title
Erwin Piscators Montagestil anhand seiner Inszenierung von 'Hoppla, wir leben!'
College
University of Vienna  (Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaften)
Course
Proseminar
Grade
1,0
Author
Angelika Kreitner (Author)
Publication Year
2005
Pages
11
Catalog Number
V88176
ISBN (eBook)
9783638017336
ISBN (Book)
9783656761044
Language
German
Tags
Erwin Piscators Montagestil Inszenierung Hoppla Proseminar
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Angelika Kreitner (Author), 2005, Erwin Piscators Montagestil anhand seiner Inszenierung von 'Hoppla, wir leben!', Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/88176
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