Der Begriff Grammatik geht zurück aufs griechische grammatike techne, was die die Buchstaben betreffende Fertigkeit bezeichnet.
Klaus Mackowiak definiert Grammatik als:
„die Wissenschaft oder Lehre von bestimmten Regularitäten einer Sprache. Dabei geht es dieser Wissenschaft um die Erforschung dieser Regularitäten, der Lehre, um die Weitergabe der Ergebnisse.“
Aus dieser Definition geht hervor, daß es sich bei Grammatik um eine wissenschaftliche Theorie handelt, die erforscht und weitergegeben werden soll.
Eine weitere Definition liefern Dieter Baer und Michael Hübner; demnach ist Grammatik „das Regelsystem einer Sprache.“
Diese beiden Definitionen begreifen Grammatik als ein System von Regeln, die von dem Sprachgebraucher mit einer hohen Regelmäβigkeit angewendet werden. Der Muttersprachler ist sich jedoch nicht bewußt, mit welcher Frequenz die grammatischen Markierungen von ihm benutzt werden. Er verwendet verschiedene Kategorien automatisch.
Die grammatischen Regeln haben sich im Laufe der Zeit entwickelt und in der Geschichte der Sprache oft umkonstruiert. Daraus sind die uns heute bekannte komplexe Formen und Kategorien entstanden.
Diese Arbeit soll sich nicht mit Grammatik im allgemeinen, sondern mit einem speziellen grammatischen Phänomen, nämlich mit den Präpositionen beschäftigen. Insbesondere werden hier die räumlichen und zeitlichen Präpositionen der spanischen Sprache behandelt. Am Beispiel einiger ausgewählter Präpositionen aus den beiden Sprachen wird im ersten Schritt die Definition und Herkunft der Präposition und ihr Gebrauch in den jeweiligen Sprachen verdeutlicht und es wird nach der Antwort auf die Frage, in wie weit die Präpositionen überhaupt notwendig sind, gesucht. Dann wird das dieser Arbeit im Vordergrund liegende Thema der räumlichen und zeitlichen Präpositionen dargestellt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Definition der Präpositionen
3. Die Funktion, der Gebrauch und die Bedeutung der Präpositionen innerhalb eines Satzes
3.1. Die Funktion
3.2. Der Gebrauch
3.3. Die Bedeutung
4. Die verschiedenen Kategorien von Präpositionen im spanischen
5. Die zeitlichen Präpositionen
6. Die räumlichen Präpositionen
7. Schlußwort
8. Literaturverzeichnis
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Diese Arbeit untersucht die syntaktische und semantische Rolle von räumlichen und zeitlichen Präpositionen im Deutschen und Spanischen. Ziel ist es, die Definition, Herkunft und den Gebrauch dieser Wortart in beiden Sprachen gegenüberzustellen, um Lernenden ein besseres Verständnis für diese komplexen grammatischen Strukturen zu vermitteln.
- Grammatische Definition und historischer Ursprung von Präpositionen
- Syntaktische Funktion und distributionelle Eigenschaften
- Klassifizierung der Präpositionen nach lokalem, temporalem und notionellem Gebrauch
- Vergleich der Präpositionalsysteme im Deutschen und Spanischen
Auszug aus dem Buch
3.3. Die Bedeutung
Je nach ihrer Bedeutung sind die Präpositionen in drei verschiedene Gruppen unterteilt:
I. Die erste Kategorie repräsentieren diejenigen Präpositionen, die eine eindeutige Bedeutung haben.
Beispiel: angesichts des wahnsinnigen Erfolges
II. Zu der zweiten und gröten Gruppe gehören die Präpositionen, die mehrere Bedeutungen tragen. Dazu zählen im Deutschen: an, auf, aus, bei, durch, für, in, mit, nach, über, um, vor und in Spanischen: a, en, por, para, de.
Beispiel:
Sie stand vor der gröten Chance ihres Lebens
Und drohte vor Freude fast zu zerplatzen.
Nur aus Liebe hat Maria die Kastanien für dich
aus dem Feuer geholt und fühlt sich nun für
dumm verkauft.
Diese Präpositionen werden je nach Kontext gebraucht, sie sind schwache grammatische Zeichen, die in vielen, verschiedenen Kontexten vorkommen, und denen deshalb keine eindeutige Bedeutung zugeschrieben werden kann. So kann beispielsweise die Präposition in entweder mit dem Dativ oder mit dem Akkusativ stehen, woraus sich ihre Bedeutung ändert;
Beispiel: Ich gehe in die Schule. (Akk., Richtung)
Ich bin in der Schule. (Dat., Ort)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Definiert den Begriff Grammatik und führt in das Thema der Präpositionen als spezielles grammatisches Phänomen ein.
2. Die Definition der Präpositionen: Erläutert die sprachhistorische Herkunft der Präpositionen sowie deren Position und distributionelle Merkmale im Satz.
3. Die Funktion, der Gebrauch und die Bedeutung der Präpositionen innerhalb eines Satzes: Analysiert die syntaktische Verknüpfungsfunktion sowie die semantische Kategorisierung von Präpositionen.
4. Die verschiedenen Kategorien von Präpositionen im spanischen: Unterscheidet zwischen einfachen, adverbialen und gruppierten Präpositionen im Spanischen.
5. Die zeitlichen Präpositionen: Kategorisiert spanische Zeitpräpositionen nach Zeitpunkt, Zeitspanne, Dauer und Frequenz.
6. Die räumlichen Präpositionen: Beschreibt die lokale Verwendung und die Bestimmung von Lage und Richtung durch Präpositionen.
7. Schlußwort: Reflektiert die Schwierigkeit des Erlernens von Präpositionen als Fremdsprache und betont ihre kommunikative Bedeutung.
8. Literaturverzeichnis: Listet die verwendeten Primär- und Sekundärquellen der Arbeit auf.
Schlüsselwörter
Präpositionen, deutsche Sprache, spanische Sprache, Grammatik, Syntax, Morphologie, zeitliche Präpositionen, räumliche Präpositionen, Sprachvergleich, Linguistik, Fügewörter, Kasus, Distribution, Semantik, Fremdsprachenerwerb
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der linguistischen Analyse räumlicher und zeitlicher Präpositionen im Deutschen und Spanischen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Definition, der grammatischen Funktion, dem Gebrauch und der semantischen Bedeutung der Präpositionen in den beiden Sprachen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Gegenüberstellung der Präpositionalsysteme, um die Herkunft und Notwendigkeit dieser Wortart in beiden Sprachen zu beleuchten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine deskriptive linguistische Analyse auf Basis grammatikalischer Standardwerke und sprachwissenschaftlicher Theorien.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Definition, die syntaktische Funktion und die detaillierte Klassifizierung von zeitlichen und räumlichen Präpositionen im Spanischen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Präpositionen, Syntax, Sprachvergleich, zeitliche/räumliche Bestimmung und Fremdsprachenerwerb.
Wie unterscheidet sich die Einteilung der Zeitpräpositionen im Spanischen?
Das Spanische nutzt ein kleineres Inventar an Präpositionen als das Deutsche, wobei diese nach Kriterien wie festem Zeitpunkt, Zeitspanne oder Dauer in sieben Gruppen unterteilt werden.
Warum wird der Begriff "obligatorischer Charakter" verwendet?
Der Autor verweist darauf, dass die Verwendung bestimmter Präpositionen oft auf einer tief verinnerlichten sprachlichen Gewohnheit beruht und nicht zwingend logisch begründet ist.
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- Magister Slawomir Kolazinski (Author), 2006, Räumliche und zeitliche Präpositionen der deutschen und der spanischen Sprache, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/88232