Im Rahmen der Semantik befasst sich die vorliegende Arbeit mit Wortbedeutungen. Dabei wird Bedeutung zunächst von Ausdruck und Konzept unterschieden und auch die Beziehung zwischen Wortbedeutungen erläutert. Der Hauptteil beschäftigt sich mit der Analyse von drei wichtigen Modellen zur Beschreibung der Wortbedeutungen.
Das Wort gilt als die grundlegende Einheit der Sprache und auch die kleinste selbstständige Einheit. Wörter sind sprachliche Zeichen, die sich aus zwei Komponenten zusammensetzen: Ausdrucksseite und Inhaltsseite. Nach Saussure sind Inhalts- und Ausdrucksseite sprachlicher Zeichen in einer Sprachgemeinschaft untrennbar miteinander verbunden, so wie die Seiten eines Papierblattes.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Grundlegendes
2.1 Bedeutung und Ausdruck
2.2 Konzept und Bedeutung
3. Semantische Relationen
3.1 Synonymie
3.2 Inkompatibilität(Unverträglichkeit)
3.3 Ober-und Unterbegriff
3.4 Ambiguität
4. Semantische Modellbildung
4.1 Die Merkmalssemantik
4.1.1 Wichtige Eigenschaften binärer semantischer Merkmale
4.1.2 Typen von Merkmalen
4.1.3 Kritische Bewertung der binären Merkmalsemantik
4.1.4 Fazit
4.2 Die Prototypentheorie
4.2.1 Kategorie
4.2.2 Die klassische Kategorisierungstheorie
4.2.3 Familienähnlichkeit
4.2.4 Prototypen
4.2.5 Unscharfe Grenze und graduelle Zugehörigkeit
4.2.6 Das Kategorisierungsmodell der Prototypentheorie
4.2.7 Ähnlichkeit zum Prototyp
4.2.8 Zusammenfassung
4.3 Die Framesemantik
4.3.1 Der Reisepassframe als ein Beispiel
4.3.2 Frames vs. Merkmale
4.3.3 Frames vs. Prototypen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht theoretische Ansätze der linguistischen Semantik, um zu erklären, wie Wortbedeutungen strukturiert, beschrieben und analysiert werden können, wobei ein Fokus auf der Abgrenzung von Begriffen und der Evaluierung verschiedener semantischer Modelle liegt.
- Grundlagen der Semantik (Bedeutung, Ausdruck und Konzept)
- Analyse semantischer Relationen wie Synonymie und Ambiguität
- Detaillierte Betrachtung der Merkmalssemantik und ihrer Grenzen
- Kritische Diskussion der Prototypentheorie und ihrer Kategorisierungsmodelle
- Einführung und Bewertung der Framesemantik als kognitives Repräsentationsformat
Auszug aus dem Buch
4.2.3 Familienähnlichkeit
Der Philosoph Wittgenstein illustriert diesen Begriff mit dem Wort Spiel(Wittgenstein 1953 Phil. Untersuchungen 31-3):
„Betrachte z.B einmal die Vorgänge, die wir Spiele nennen. Ich meine Brettspiele, Kartenspiele, Ballspiele, Kampfspiele usw. Was ist diesen gemeinsam?[... ]wenn du sie anschaust, wirst du zwar nicht sehen, was allen gemeinsam ist, aber du wirst Ähnlichkeiten, Verwandtschaften, sehen.[...] Schau z.B. die Brettspiele an, mit ihren mannigfachen Verwandtschaften. Nun geh zu den Kartenspielen über: hier findest du viele Entsprechungen mit jener ersten Klasse, aber viele gemeinsame Züge verschwinden, andere treten auf. Wenn wir nun zu den Ballspielen übergehen, so bleibt manches Gemeinsame erhalten, aber vieles geht verloren- Sind sie alle unterhaltend? Vergleiche Schach mit dem Mühfahren. Oder gibt es überall ein Verlieren, oder eine Konkurrenz der Speielenden? Denk an die Patiencen. In den Ballspielen gibt es Gewinnen un Verlieren, aber wenn ein Kind den Ball an die Wand wirft und wieder auffängt, so ist dieser Zug verschunden. Schau, welche Rolle Geschick und Glück spielen. Und wie verschieden ist Geschick im Schachspiel und im Tennispiel.[...]Man kann sagen, der Begriff Spiel ist ein Begriff mit verschwommenen Rändern.“ 21
Seine Behauptung verdeutlicht, wie schwierig es ist, nur ein einziges für alle Spiele gemeinsames Merkmal anzugeben. Nicht alle Mitglieder der Kategorie Spiel weisen die gleichen gemeinsamen Merkmale auf. Spiele können auch nicht immer von Nicht-Spielen abgegrenzt werden. Es gibt Spiele, die so verschieden sind, dass sie gar keine Merkmale teilen, aber die gesamte Kategorie ist dadurch zusamenngehalten, dass zwischen ihren Elementen Ähnlichkeiten bestehen wie innerhalb einer Familie, in der sich alle Mitglieder ähneln, aber nicht bedingt in denselben Punkten. Diese Ähnlichkeit nennt man Familienähnlichkeit.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Hinführung zum Forschungsobjekt der Semantik mit Fokus auf der Wortbedeutung.
2. Grundlegendes: Klärung der grundlegenden Einheiten der Sprache durch Unterscheidung von Bedeutung, Ausdruck und Konzept.
3. Semantische Relationen: Untersuchung von Bedeutungsbeziehungen wie Synonymie, Inkompatibilität, Ober-/Unterbegriff und verschiedenen Arten der Ambiguität.
4. Semantische Modellbildung: Zentrale Analyse von drei Modellen zur Beschreibung von Wortbedeutungen: Merkmalssemantik, Prototypentheorie und Framesemantik.
Schlüsselwörter
Semantik, Wortbedeutung, Merkmal, Prototyp, Frame, Synonymie, Ambiguität, Merkmalssemantik, Prototypentheorie, Framesemantik, Kategorisierung, Familienähnlichkeit, Inkompatibilität, Lexem, Sprachwissenschaft
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der wissenschaftlichen Beschreibung und Analyse von Wortbedeutungen innerhalb der linguistischen Semantik.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die zentralen Themen sind semantische Relationen zwischen Wörtern sowie drei bedeutende Modelle zur Modellbildung: Merkmalssemantik, Prototypentheorie und Framesemantik.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Struktur von Wortbedeutungen zu ergründen und die Vor- und Nachteile verschiedener theoretischer Ansätze zur Dekomposition und Kategorisierung aufzuzeigen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf der Analyse existierender linguistischer Fachliteratur, klassischer Definitionen und empirischer Experimente (z.B. Rosch, Labov) basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die Merkmalssemantik, die Prototypentheorie und die Framesemantik detailliert analysiert und kritisch miteinander verglichen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Semantik, Wortbedeutung, Merkmal, Prototyp, Frame und Kategorisierung.
Warum stößt die Merkmalssemantik laut Autor an ihre Grenzen?
Sie scheitert bei der vollständigen Analyse vieler Lexeme, da sie oft nicht elementar, generell oder sprachlich motiviert zerlegbar sind, insbesondere bei Abstrakta.
Was unterscheidet Frames von Merkmallisten?
Frames bieten explizite Attribute und Werte zur Repräsentation von Objekten, was laut Barsalou eher der menschlichen kognitiven Kategorisierung entspricht als starre Merkmallisten.
- Arbeit zitieren
- 菲 王 (Autor:in), 2019, Wie beschreibt und analysiert man Bedeutung?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/882418