Wie beschreibt und analysiert man Bedeutung?

Semantische Modelle


Seminararbeit, 2019

17 Seiten, Note: 1,5


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Grundlegendes
2.1 Bedeutung und Ausdruck
2.2 Konzept und Bedeutung

3. Semantische Relationen
3.1 Synonymie
3.2 Inkompatibilitat(Unvertraglichkeit)
3.3 Ober-und Unterbegriff
3.4 Ambiguitat

4. Semantische Modellbildung
4.1 Die Merkmalssemantik
4.1.1 Wichtige Eigenschaften binarer semantischer Merkmale
4.1.2 Typen von Merkmalen
4.1.3 Kritische Bewertung der binaren Merkmalsemantik
4.1.4 Fazit
4.2 Die Prototypentheorie
4.2.1 Kategorie
4.2.2 Die klassische Kategorisierungstheorie
4.2.3 Familienahnlichkeit
4.2.4 Prototypen
4.2.5 Unscharfe Grenze und graduelle Zugehörigkeit
4.2.6 Das Kategorisierungsmodell der Prototypentheorie
4.2.7 Ahnlichkeit zum Prototyp
4.2.8 Zusammenfassung
4.3 Die Framesemantik
4.3.1 Der Reisepassframe als ein Beispiel
4.3.2 Framesvs. Merkmale
4.3.3 Framesvs. Prototypen

Literaturverzeichnis

Inhaltsangabe

Im Rahmen der Semantik befasst sich die vorliegende Arbeit mit Wortbedeutungen. Dabei wird Bedeutung zunachst von Ausdruck und Konzept unterschieden und auch die Beziehung zwischen Wortbedeutungen erlautert. Der Hauptteil beschaftigt sich mit der Analyse von drei wichtigen Modelle zur Beschreibung der Wortbedeutungen.

Schlüsselwörter: Semantik Wortbedeutung Merkmal Prototyp Frame

1. Einleitung

Der Begriff „Bedeutung“ hat sich als Forschungsobjekt der Semantik sehr viele Bedeutungen. Zunachst einmal ist Bedeutung immer Bedeutung von etwas.1 Zum Beispiel haben Wörter, Phrasen, Satze Bedeutungen. Auch Handlungen werden Bedeutungen zugewiesen. Aber einige fallen in den Bereich linguistische Semantik, andere nicht. In diesem Artikel wird sich ausschlieBlich mit der Wortbedeutung beschafitigt.

2. Grundlegendes

2.1 Bedeutung und Ausdruck

Das Wort gilt als die grundlegende Einheit der Sprache und auch die kleinste selbststandige Einheit. Wörter sind sprachliche Zeichen, die aus zwei Komponenten zusammensetzen: Ausdrucksseite und Inhaltsseite. Der Ausdrucksseite eines sprachlichen Zeichen ist seine Lautgestalt, die eine Sequenz von Lauten darstellt. An die Ausdrücke sind Inhalte geknüpft, d.h Informationen über bestimmte Entitat. Inhalte eines sprachlichen Zeichen ist deren Bedeutung. Im Wesentlichen ist die Bedeutung eine Beschreibung der Art von Entitat, auf die man mit dem Wort referieren kann. Die Lautgestalt von „Baum“ heiBt [baum] . Der Inhalt von „Baum“ kann als [ist eine Pflanze, hat einen Stamm, Aste und Blatter usw.] beschrieben werden, d.h die Bedeutung von Baum ist [eine Pflanze, hat einen Stamm, Aste und Blatter usw.] Nach Saussure sind Inhalts- und Ausdrucksseite sprachlicher Zeichen in einer Sprachgemeinschaft untrennbar miteinander verbunden, so wie die Seiten eines Papierblattes. Wenn man den Ausdruck „Baum“ hören, aktivieren wir automatisch den entsprechenden Inhalt dazu.

Mit sprachlichen Zeichen nehmen wir Bezug auf Gegenstande der Welt. Diese werden als Referenz bezeichnet. Die Beziehung zwischen Inhalt, Ausdruck und Referent ist derart:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1 - zum Verhaltnis zwischen Bedeutng und Ausdruck (Quelle: Monika, Schwarz/Jeannette, Chur: Semantik: ein Arbeitsbuch)

In Bezug auf das Verhaltnis zwischen Bedeutung und Referent nehmen wir ein einfaches Beispiel. Die Wörter Abendstern und Morgenstern haben unterschiedliche Bedeutungen, beziehen sich aber auf denselben Referenten, die Venus. Die Verbindung von Inhalt und Ausdruck ist arbitrar, d.h. es besteht eine willkürliche, und nicht naturgegebene Zuordnung von Ausdruck und Inhalt. Die beiden sind innerhalb einer Gesellschaft konventionell miteinander verbunden.

2.2 Konzept und Bedeutung

Die Bedeutungen lassen sich nur damit verstanden, dass sich sie im Kopf von Menschen befinden. Damit kann Apellfunktion beim Empfanger gerufen werden und die Kommunikation glatt verlaufen. Es muss Wissen sein, das direkt mit dem lautlichen Muster des Wortes verknüpft ist. Die Bedeutung ist daher eine mentale Beschreibung. Mentale Beschreibungen werden allgemeine Konzepte genannt, die auf Erfahrungen, die wir im Umang mit der Welt machen, basieren. Aber sind Konzepte und Bedeutungen ganz identisch? Durch die obengenannte Bedeutung von „Bedeutung“ erkennen wir schon, dass Bedeutungen versprachlicht und mit Wortformen belegt sind. Dagegen verfügen wir über Konzepte, die nicht mit sprachlichen Ausdrücke belegt sind. Viele Konzepte für körperliche Empfindungen, Gefühle oder Stimmungen, für Gesichtsausdrücke und Physiognomien, für Gerüche und Geschmacker, für Melodien und Harmonien usw. sind kaum oder gar nicht in Wörtern zu fassen.2 So haben wir beispielsweise kein einzelnes Wort für das Konzept NICHT-MEHR-DURSTIG-SEIN. Die Existenz von Konzepten ist demnach nicht an die Existenz von Wörtern geknüpft. Zusammenfassend ist nicht jedes Konzept die Bedeutung eines Wortes in unserer Sprache, was umgekehrt heiBt, dass wir nicht für jede Kategorie ein Wort besitzen, das sie denotiert.

3. Semantische Relationen

3.1 Synonymie

Die Bedeutungsbeziehung der Synonymie ist am einfachsten zu definieren. Die Bedeutungsgleichheit zwischen zwei Wörtern nennt man Synonymie. Im strikten Sinn muss sich Synonymie die gleichen semantischen Merkmale haben. Man findet aber ganz selten eine 100% ige Bedeutungsgleichheit. Deshalb sind totale Synonymie sehr selten. Sehr haufig sind dagegen Falle von partieller Synonymie 3 , die gemeinsame semantische Merkmale haben, sich aber in einzelnen Merkmalen unterscheiden. So sind eine Villa und ein Hauschen zwar beides Bauwerke, aber die beiden Bauwerke unterscheiden sich z.B im Merkmal GröBe voneinander.

3.2 Inkompatibilitat(Unvertraglichkeit)

Wenn zwei Wörter miteinander inkompatibel sind und einander auschlieBen, heiBt man diese Beziehung Inkompatibilitat oder Unvertraglichkeit. Es gibt drei spezielle Arten der Unvertraglichkeit.

- Kontradiktion:

Wenn zwei Wörter gegensatzliche Bedeutungen haben, sich strikt ausschlieBen und keine Zwischenstufen möglich sind, dann liegt Kontradiktion vor. Die Verneinung des einen Wortes ergibt die Bedeutung des anderen Wortes. So ergibt die Verneinung von lebendig=nicht lebendig die Bedeutung des Wortes tot. To t und lebendig stehen also in einem Kontradiktischen Verhaltnis.

- Antonymie:

Wenn zwei Wörter gegensatzliche Bedeutung haben, sich aber nicht strikt ausschlieBen, sondern sich noch Zwischenstufen finden lassen, dann liegt Antonymie vor. Die Wörter kalt und heifi sind in dem Sinn Antonyme, denn die Verneinung des einen Worts führt nicht zwingend zum anderen Wort. So enthalt man als Ergebnis der Verneinung von heiB=nicht heiB nicht zwingend das Wort kalt. Es gibt auch Zwischenstufen wie warm.

- Koinpleineiitaritiit:

Zwei Wörter sind genau dann semantisch komplmentar, wenn sie in einer Domane eine Entweder-oder-Alternative bilden4. Semantische komplementare Gegenteile haben identische Bedeutungen bis auf ein binares Entweder-Oder-Merkmal, in dem sie sich unterscheiden. Wenn man etwas gegen Geld erwirbt, kauft man es entweder oder mietet es (kaufen-mieten). Eine verwandte Person, die Geschwisterteil eines Elterenteils ist, ist entweder ein Onkel oder eine Tante(Tante-Onkel).

3.3 Ober-und Unterbegriff

Der Oberbegriff ist Hyperonymie und der Unterbegriff Hyponymie. Durch diese Relation kann der Wortschatz insgesamt hierarchisch aufgegliedert. Alle Unterbegriffe derselben Klasse(z.B:Rosen, Tulpen, Veilchen ) nennt man Konyponyme.

3.4 Ambiguitat(Mehrdeutigkeit)

Ambiguitat entsteht, wenn einer Ausdrucksseite eines sprachlichen Zeichens verschiedene Bedeutung zegeordnet werden.5 Es gibt zwei unterschiedliche Arten von Ambiguitat.

- Polysemie

Polyseme sind Wörter, die gleich ausschauen, die aber eine unterschiedliche Bedeutung haben und deren verschiedene Bedeutung auf eine gemeinsame Kernbedeutung zurückgehen. Ein Beispiel: Bank bedeutet zum einen Geldinstitut, zum anderen Sitzgelegenheit. Die beiden Wörter Bank=Geldinstitut und Bank =Sitzgelegenheit haben gemeinsamen Ursprung, weil im Mittelalter man den langen Tisch des Geldwechslers banca, daraus wurde die Bedeutung Geldinstitut abgeleitet.6

- Homonymie

Homonymie sind Wörter, die gleich ausschauen, die aber eine unterschiedliche Bedeutung haben und deren verschiedene Bedeutung nicht auf eine gemeinsame Kernbedeutung zurückgehen. Ein Bespiel: Kiefer/Nadelbaum und Kiefer/Knochen des Gesichtsschadels. Kiefer/Nadelbaum geht zurück auf adh. Kienforha, die Kienföhre, wahrend Kiefer/Knochen des Gesichtsschadels rückführbar ist auf das mhd. kiver, auch: kiver, das eigentlich „Nager“ oder „Esser“ bedeutet und mit Kafer verwandt ist.7 Man unterscheidet bei der Homonymie Homographie und Homophonie. Homographe sind Wörter, die gleich geschrieben werden und eine unterschiedliche Bedeutung ohne gemeinsamen Wortursprung haben. Homophone sind Wörter, die gleich ausgesprochen, aber unterschiedlich geschrieben werden und eine unterschiedliche Bedeutung ohne gemeinsamen Wortursprung haben.8 Beispiel: mehr versus Meer

4. Semantische Modellbildung

4.1 Die Merkmalssemantik

Beim Beschreiben der Wortbedeutungen im Rahmen der Merkmalssemantik wird eine Hypothese zugrunde gelegt, dass Wortbedeutungen keine ganzheitlichen, nicht weiter annalysierbaren Einheiten sind, sondern aus elementaren Inhaltskomponenten, den semantischen Merkmalen bestehen9. Diese Hypothese wird auch als Merkmalshypothese genannt. Unter semantischen Merkmalen versteht man die kleinsten distinktiven Bedeutungsmerkmale, namlich die kleinsten Bestandteile von Lexembedeutungen. Nennen wir ein einfaches Beispiel: Die Bedeutung von Frau lasst sich in [+lebendig], [+menschlich], [+erwachsen], [+weiblich] aufteilen. Die Wortbedeutung besitzt also eine innere Struktur, die als Merkmalbündel reprasentiert wird.10 Die Kombination von bestimmten Merkmalen konstituiert die Bedeutung eines Lexemes.

Die Merkmalssemantik beruht auf zwei Verfahren: zuerst die Wortbedeutungen in Merkmalsbündel zu zerlegen und dann damit die Wortbedeutungen voneinander abzugrenzen.

Bei der Zerlegung tritt zunachst ein Anspruch auf, notwendig und hinreichend zu sein. Das Kriterium „notwendig“ meint, dass semantische Merkmale in allen Situationen, in denen das Wort benutzt wird, gültig und prasent sind. Sie gelten ausnahmslos in allen Kontexten. Daraus ist es erschlieBbar, dass semantische Merkmale invariante Eigenschaften einer Entitat darstellen. Das Kriterium „hinreichend“ wird aufgefasst, dass Merkmale die Unterscheidbarkeit von Wortbedeutungen sichern müssen. Durch „ aber-Probe “ kann man den Charakter einer Aussage überprüfen:

(1) Anna ist eine Frau, aber nicht weiblich/menschlich/.

Zeigt sich bei der aber-Probe ein ersichtlicher Widerspruch, gehört diese Eigenschaft zu den semantischen Merkmalen

(2) Anna ist eine Frau, aber nicht schön.

Hier gibt es bei der aber-Probe kein Widerspruch, weil sich diese Eigenschaft auf nicht-wesentliche Merkmale bezieht.

Die distinktive Funktion der Merkmale bezieht sich auf das Verfahren, Wortbedeutung voneinander abzugrenzen. Durch das Merkmal [+lebendig] unterscheidet sich die Bedeutung von Frau beispielsweise von Frauenstatue. Durch das Merkmal [+menschlich] unterscheidet sich die Bedeutung von Frau beispielsweise von Kuh. Durch das Merkmal [+weiblich] unterscheidet sich die Bedeutung von Frau beispielsweise von Mann. Durch das Merkmal [+erwachsen] unterscheidet sich die Bedeutung von Frau beispielsweise von Madchen. Daraus ist es zu erschlieBen, dass dieses Verfahren nach „Entweder-Oder-Prinzip“11 folgt. Demnach lassen sich alle Wortbedeutungen durch die An. bzw. Abwesenheit einer bestimmten Anzahl von Merkmalen voneinander abgrenzen.

4.1.1 Wichtige Eigenschaften binarer semantischer Merkmale

Merkmale sollen elementar (nicht weiter zerlegbar) sein.12 Es ist erkennbar, dass der Sinn der Dekomposition natürlich in einer Reduktion der Bedeutung auf elementare, letzten Endes nicht weiter zerlegbare Komponenten besteht.

Merkmale sollen generell sein.13 Eine Merkmalsanalyse sollte mit Merkmalen arbeiten, die allgemeine Unterscheidung erfassen und nicht „ad hoc“ sein. Das heiBt nur zu dem Zweck erfunden zu werden, für eine bestimmte Problemstellung eine Lösung zu haben, ohne dabei die gröBere Zusammenhange zu berücksichtigen.

Merkmale müssen sprachlich motiviert sein.14 Unser intuitives Sprachkenntinis reicht bei der Bedeutungsanalyse immer nicht aus. In vielen Fallen hilft nur spezifisches Weltwissen weiter. Sprachkenntnis ist Wissen darüber, worin die Bedeutung von Lexemen besteht. Weltwissen ist Wissen über die Dinge in der Welt. Bei der semantischen Analyse muss grundsatzlich Bedeutungswissen und Weltwissen auseinander gehalten werden. Semantische Merkmale sind demnach nur Sprachkenntnis, namlich sprachlich relevante Gebrauchsbedingen. Beim Wort Tante beispielsweise bezieht sich das Sprachkenntnis auf die Informationen, dass eine Tante ein weiblicher Mensch ist und in einer bestimmten verwandtschaftlichen Beziehung zu einem anderen Menschen steht(als Schwester von Vater oder der Mutter des Sprechers). Irrelevant für die Bedeutung des Wortes sind dabei die Informationen, dass eine Tante meist erwaschsen ist, dass sie Geschenke mitbringt, dass sie sehr nett oder sehr streng sein kann. Diese Informationen können nicht zu semantischen Merkmalen gehören.

4.1.2 Typen von Merkmalen

Aber es ist noch nicht klar, ob man letzten Endes auf diesem Wege eine vollstandige Analyse machen kann. Inzwischen herrscht es eine volle Übereinstimmung, dass es für viele Lexeme nicht möglich ist, die Bedeutung vollstandig in binare Merkmale zu zerlegen, die ganz elementar, generell und sprach motiviert sind. Die Merkmale mit diesen drei wichtigen Eigenschaften nennt man Marker oder Klasseme15. Bei vielen Lexeme ist jedoch eine vollstandige Analyse durch Marker nicht möglich. Für solche Falle werden die Begriffe Sem und Distinguisher 16 eingeführt. Wahrend Klasseme generell semantische Merkmale sind, dienen Seme eher immer zur Erfassung sehr spezieller Distinktion innerhalb eines Sinnbereiches(Wortfeld).17 Zum Beispiel kann man in dem Wortfeld der Besitzwechselverben kaufen, mieten, sich leihen, nehmen usw. als spezielle Seme die Merkmale [+permanent] oder [+gegen Geld] zur Distinktion verwenden. Seme sind elementar und sprachlich motiviert, aber nicht generell und in den meisten Fallen auch nicht universell. Dagegen sind Distinguisher weder elementar, noch generell, aber sie können sprachlich motiviert sein. Wenn man zum Beispiel die Bedeutung von Stute in [+weiblich] und [+Pferd] zerlegt, ist das erste Merkmal ein Marker, das zweite ein Distinguisher, denn [+Pferd] ist noch weiter zu zerlegen und durch die Bedeutungsbezüge zu Fohlen, Schimmel, wiehern, reiten, Huf, Mahne usw. sprachlich motiviert.

4.1.3 Kritische Bewertung der biniiren Merkmalsemantik

Durch eine Dekomposition in binare semantische Merkmale lassen sich zwar einige semantische Daten erkaren, aber findet die binare Merkmalssemantik schnell ihre Grenze bei Abstrakta wie Zeitgeist oder Konkreta, deren Bedeutungen nicht ganz eindeutig abgrenzbar sind. Beschrieben werden merkmalssemantisch daher meist Prototypen(vgl.4.2 )

4.1.4 Fazit

Trotz noch umstritter Probleme gilt die Merkmalssemantik als ein nützliches und relativ effektives Instrument zur Darstellung und Beschreibung von Wortbedeutungen. Sie ermöglicht es, die Beziehung zwischen Wortbedeutungen auf eine ökonomische und nachvollziehbare Weise in der praktischen Anwendung zu erklaren und zu beschreiben.

4.2 Die Prototypentheorie

4.2.1 Kategorie

Etwas zu kategorisieren, was wir wahrnehmen oder uns vorstellen oder woran wir uns erinnern, bedeutet, es als etwas von einer bestimmten Art wahrzunehmen. Die Kategorie HUND setzt sich aus all den Dingen zusammen, die wir als Hund kategorisieren würden. Sie umfasst nicht nur alle real existierenden Hunde, sondern auch vergangene oder zukünftig gegebene so wie fiktive Hunde aus Romanen, Spielfimen usw. Eine gegebene Entitat gehört immer gleichzeitig zu mehreren Kategorie.18

4.2.2 Die klassische Kategorisierungstheorie

Die klassische Kategorisierungstheorie ist durch das auf Aristoteles zurückgehende Modell der „notwendigen und hinreichenden Bedingung“(NHB-Modell) 19 gepragt. Nennen wir auch das Bespiel Frau, die durch drei Bedingungen definiert ist: [Mensch], [weiblich], [erwachsen]. Jede dieser drei Bedingungen ist notwendig. Wenn etwas entweder kein Mensch oder nicht weblich oder nich erwachsen ist, dann ist es selbstverstandlich keine Frau. Andererseits sind diese drei hinreichend für die Definierung von Frau.

Es fallt uns auf, dass die Grundannahmen dem Ansatz der Merkmalssemantik entsprechen. Die aristotelische Kategorisierungstheorie lasst sich durch folgenden Punkte auszeichnen:

-Alle Mitglieder einer Kategorie sind gleichwertig.
-Eine Kategorie ist durch eine bestimmte Menge von notwendigen Bedingungen definiert.
-Zugehörigkeit zu einer Kategorie ist eine binare Angelegenheit.
-Kategorien haben klare Grenzen.20

Wegen der intensiven Auseinandersetzung mit der Kognitiven Psychologen und Semantiker haben eine ganze Reihe von empirischen Daten festgelegt, dass nicht alle Bedeutungen in Merkmalsbündel zu zerlegen sind. Der Gedanke, dass Kategorien oft keine klar abgrenzten, eindeutig zu beschreibenden Einheiten sind, findet sich bei Wittgenstein. Deshalb führt er einen Begriff Familienahnlichkeit ein.

[...]


1 Sebastian, Löbner, 2015: Semantik: Eine Einführung. Berlin:Walter de Gruyter, S1

2 Sebastian, Löbner, 2015: Semantik: Eine Einführung. Berlin: Walter de Gruyter, S321

3 Sebastian, Löbner, 2015: Semantik: Eine Einführung. Berlin: Walter de Gruyter, S230

4 Sebastian, Löbner, 2015: Semantik: Eine Einführung. Berlin: Walter de Gruyter, S239

5 Albert, Busche/Oliver, Stenschke, 2014: Germantische Linguistik: Eine Einführung. Tübingen: Narr Francke Attempto Verlag, S192

6 vgl.o

7 Albert, Busche/Oliver, Stenschke, 2014: Germantische Linguistik: Eine Einführung. Tübingen: Narr Francke Attempto Verlag, S193

8 Sebastian, Löbner, 2015: Semantik: Eine Einführung. Berlin: Walter de Gruyter, S54

9 Monika, Schwarz/Jeannette, Chur, 2004: Semantik: Ein Arbeitsbuch. Tübingen: Gunter Narr Verlag, S37

10 vgl.o.

11

12 Sebastian, Löbner, 2015: Semantik: Eine Einführung. Berlin: Walter de Gruyter, S276

13 Sebastian, Löbner, 2015: Semantik: Eine Einführung. Berlin: Walter de Gruyter, S276

14 vgl.o.

15 Sebastian, Löbner, 2015: Semantik: Eine Einführung. Berlin: Walter de Gruyter, S279

16 vgl.o.

17 Albert, Busche/Oliver, Stenschke, 2014: Germantische Linguistik: Eine Einführung. Tübingen: Narr Francke Attempto Verlag, S198

18 Sebastian, Löbner, 2015: Semantik: Eine Einführung. Berlin: Walter de Gruyter, S320

19 Sebastian, Löbner, 2015: Semantik: Eine Einführung. Berlin: Walter de Gruyter, S322

20 vgl.o

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Wie beschreibt und analysiert man Bedeutung?
Untertitel
Semantische Modelle
Hochschule
China University of Political Science and Law
Note
1,5
Autor
Jahr
2019
Seiten
17
Katalognummer
V882418
ISBN (eBook)
9783346226358
Sprache
Deutsch
Schlagworte
bedeutung, semantische, modelle
Arbeit zitieren
菲 王 (Autor), 2019, Wie beschreibt und analysiert man Bedeutung?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/882418

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