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Möglichkeiten und Grenzen der Analyse von hybriden Kriegen nach Clausewitz

Eine Analyse mit Fallstudie zum sogenannten Islamischen Staat (IS)

Titel: Möglichkeiten und Grenzen der Analyse von hybriden Kriegen nach Clausewitz

Masterarbeit , 2018 , 50 Seiten , Note: 1.0

Autor:in: Sebastian Hagen (Autor:in)

Politik - Thema: Frieden und Konflikte, Sicherheit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Über kaum einen Militärtheoretiker ist in der Vergangenheit mehr geschrieben worden als über Carl von Clausewitz. Van Creveld, Paret und viele mehr haben versucht, die Clausewitz-Theorie zu erklären und zu beurteilen. Dabei waren die Einschätzungen – vor allem jene über die Aktualität und Gültigkeit seiner Theorie in Gegenwart und Zukunft – einem ständigem Auf und Ab unterworfen. Dies hat zum einen mit der Komplexität des Werkes Vom Kriege zu tun, das zwar als inhaltlich abgeschlossen betrachtet werden kann, jedoch von Clausewitz abschließend nicht ‚geordnet‘ werden konnte. Dies gestaltet den geistigen Zugang schwieriger. Hinzu kommt eine deutlich ins Philosophische ragende Sprache und Gedankenwelt, die zweifellos Clausewitz’ Nähe zur Gedankenwelt der Philosophen seiner Tage Rechnung trägt. Zum anderen wird gerade in Deutschland die Diskussion über Strategie seit dem Ende der Kriege des 20. Jahrhunderts nicht in der breiten Öffentlichkeit geführt. Selbst innerhalb des Militärs werden die Thesen des Carl von Clausewitz allzu häufig auf die operative Ebene beschränkt. Diese Sichtweise wird ihm jedoch nicht gerecht; sie verzerrt auch den wesentlichen Kern seiner Theorie, in der er sich mit dem Wesen des Krieges an sich beschäftigt. Dabei adressiert er nicht die operative oder taktische Ebene. Er richtet sich vielmehr an strategische Entscheidungsträger.

Zweifelsfrei haben sich die Formen und Arten von Kriegen in der Geschichte gewandelt. Aktuell ist häufig von hybrider Kriegführung und ‚Gray-Zone-Areas‘ die Rede, beispielsweise wenn es um die Beschreibung des russischen Vorgehens auf der Krim und in der Ostukraine oder eine mögliche Bedrohung des Baltikums geht.
Kann jedoch, zumal sich die Clausewitz-Theorie mit dem Wesen des Krieges an sich beschäftigt, postuliert werden, dass ihre Inhalte als zeitlos gelten? Und wenn ja, wie können sie in heutigen Konflikten genutzt werden?
Unter Berücksichtigung dieser grundsätzlichen Frage verfolgt die vorliegende Arbeit das Ziel, die Möglichkeiten und Grenzen der Clausewitz-Strategie zur Analyse von hybriden Kriegen zu analysieren.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

EINLEITUNG

1. DIE THEORIE DES CARL VON CLAUSEWITZ

1.1. DIE WUNDERLICHE DREIFALTIGKEIT

1.2. DIE ZWECK-ZIEL-MITTEL-RELATION

1.3. FRIKTIONEN, WAHRSCHEINLICHKEITEN, ZUFÄLLE

2. CLAUSEWITZ' THEORIE ALS INSTRUMENTARIUM

3. ZWISCHENFAZIT

4. AKTUELLE KONFLIKTE: HYBRIDE KRIEGE UND GRAY-ZONE-AREAS

4.1. DEFINITION UND WESEN

4.2. DIE ANWENDBARKEIT DER CLAUSEWITZ-THEORIE

5. FALLSTUDIE ZUM ,ISLAMISCHEN STAAT' (IS)

5.1. DER ISLAMISCHE STAAT ALS AKTEUR

5.2. ANWENDUNG DES CLAUSEWITZ-INSTRUMENTARIUMS AUF DEN IS

6. FAZIT

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Relevanz der Clausewitz-Theorie für moderne, sogenannte hybride Kriegsformen. Das primäre Ziel ist es, ein wissenschaftliches Instrumentarium auf Basis der drei Hauptbestandteile der Clausewitzschen Theorie zu entwickeln, um die Möglichkeiten und Grenzen dieser Theorie bei der Analyse aktueller Konflikte anhand einer Fallstudie zum sogenannten Islamischen Staat (IS) zu bewerten.

  • Analyse der Clausewitzschen Theorie (wunderliche Dreifaltigkeit, Zweck-Ziel-Mittel-Relation, Friktionen)
  • Entwicklung eines anwendbaren Instrumentariums zur Konfliktanalyse
  • Untersuchung moderner Konfliktformen (hybride Kriegsführung, Gray-Zone-Areas)
  • Praktische Fallstudie zum Islamischen Staat (IS)
  • Kritische Reflexion der Einsatzmöglichkeiten von Strategietheorien in der Gegenwart

Auszug aus dem Buch

1.3. Friktionen, Wahrscheinlichkeiten, Zufälle

Den dritten großen Baustein seiner Strategie bezeichnet Clausewitz als das Zusammenspiel von Friktionen, Wahrscheinlichkeiten und Zufällen. Da der Begriff ,Friktion' aus der Physik bzw. aus der Mechanik stammt, ist es zielführend, seine Bedeutung im militärischen Kontext zunächst genauer zu beleuchten. Lennart Souchon fasst den Begriff wie folgt zusammen:

„Der Begriff Friktion summiert alle nicht vorhersehbaren Widerstände, die Verwirrung und Chaos stiften und bei den Soldaten Gefühle der Unsicherheit, Angst, Desorientierung und Hilflosigkeit erzeugen. Sie droht den Krieg in einen Zustand zu verändern, der in Instabilität, Ohnmacht und in einer Niederlage endet.“

Damit erfüllen Friktionen die Funktion einer Unbekannten, die trotz genauer und vorausschauender Planung nicht beseitigt werden kann. Selbst eine gute Kenntnis des Gegners und der zu erwartenden Verhältnisse, wie sie auf den vorangegangenen Seiten als zwingend notwendig beschrieben wurde, wird das Auftreten von Friktionen nicht gänzlich verhindern können. Ein oft genutztes Beispiel, um die Bedeutung von Friktionen in einem Kriege zu erläutern, ist das Wetter. So schreibt Carl von Clausewitz selbst:

„Diese entsetzliche Friktion […] ist deswegen überall im Kontakt mit dem Zufall und bringst dann Erscheinungen hervor, die sich gar nicht berechnen lassen, eben weil sie zum großen Teil dem Zufall angehören. Ein solcher Zufall ist z.B. das Wetter. Hier verhindert der Nebel, dass der Feind zu gehöriger Zeit entdeckt wird […], dort der Regen, dass ein Bataillon ankommt.“

Zusammenfassung der Kapitel

EINLEITUNG: Die Einleitung führt in die Relevanz der Clausewitz-Theorie für aktuelle hybride Konflikte ein und formuliert die Forschungsfrage hinsichtlich der Zeitlosigkeit dieser Ansätze.

1. DIE THEORIE DES CARL VON CLAUSEWITZ: Dieses Kapitel erläutert die drei zentralen Säulen der Theorie: die wunderliche Dreifaltigkeit, die Zweck-Ziel-Mittel-Relation sowie das Zusammenspiel von Friktionen, Wahrscheinlichkeiten und Zufällen.

2. CLAUSEWITZ' THEORIE ALS INSTRUMENTARIUM: Hier wird ein praktisches Modell entwickelt, das die Identifizierung und Bewertung von Akteuren in Konflikten auf Basis der Clausewitz-Theorie ermöglicht.

3. ZWISCHENFAZIT: Das Zwischenfazit bewertet die Einsatzmöglichkeiten des entwickelten Instrumentariums und identifiziert die Informationsverfügbarkeit als kritische Variable.

4. AKTUELLE KONFLIKTE: HYBRIDE KRIEGE UND GRAY-ZONE-AREAS: Dieses Kapitel definiert hybride Kriegsführung und Gray-Zone-Areas und prüft, inwieweit die Clausewitz-Theorie auf diese modernen Phänomene übertragbar ist.

5. FALLSTUDIE ZUM ,ISLAMISCHEN STAAT' (IS): Die Theorie wird auf den konkreten Akteur "Islamischer Staat" angewendet, um die Leistungsfähigkeit des Instruments in einem realen, hybriden Szenario zu testen.

6. FAZIT: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und unterstreicht die praktische Nützlichkeit des Instruments, mahnt aber zur kontinuierlichen Überprüfung der gewonnenen Erkenntnisse.

Schlüsselwörter

Clausewitz, hybride Kriegsführung, wunderliche Dreifaltigkeit, Zweck-Ziel-Mittel-Relation, Friktionen, Islamischer Staat, IS, Instrumentarium, Strategie, Konfliktanalyse, Gray-Zone-Areas, moderne Kriegsführung, Akteure, Handlungsspielraum, Kriegsführung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Anwendbarkeit und Relevanz der klassischen Strategietheorie von Carl von Clausewitz auf moderne, hybride Konfliktformen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen umfassen die theoretischen Konzepte von Clausewitz (Dreifaltigkeit, Friktionen, Zweck-Ziel-Mittel-Relation), die Definition hybrider Kriege und deren Anwendung in einem modernen Fallbeispiel.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, ein auf Clausewitz basierendes Instrumentarium zu entwickeln, um hybride Konflikte zu analysieren und zu prüfen, ob die Theorie auch heute noch wertvolle Erkenntnisse für Strategen liefert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Herleitung der Konzepte, die in einem entwickelten Instrumentarium münden, welches anschließend in einer Fallstudie (Islamischer Staat) praktisch erprobt wird.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Aufarbeitung der Clausewitzschen Konzepte, deren Transformation in ein praktisches Analysemodell, die Erörterung hybrider Konflikte sowie die konkrete Fallstudie zum IS.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Clausewitz, hybride Kriegsführung, IS (Islamischer Staat), Dreifaltigkeit, Friktionen und Strategisches Instrumentarium.

Wie definiert der Autor das Verhältnis von Zweck, Ziel und Mittel beim IS?

Der IS nutzt militärische Mittel (Gefechte, Terror, Propaganda) und politische Governance, um sein Ziel der Gebiets- und Machtausdehnung zu erreichen, wobei der letztliche Zweck die Verbreitung seiner Ideologie und Bekämpfung der sogenannten Ungläubigen ist.

Welche Bedeutung kommt den sogenannten „Friktionen“ in modernen Kriegen laut der Arbeit zu?

Friktionen, wie Chaos, Unsicherheit und Zufälle (z.B. Wetter oder unvorhersehbare gegnerische Aktionen), sind auch in digitalen und hybriden Kriegen eine unvermeidbare Konstante, die nicht vollständig durch Planung eliminiert, aber durch die Qualität der Führung gemildert werden kann.

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Details

Titel
Möglichkeiten und Grenzen der Analyse von hybriden Kriegen nach Clausewitz
Untertitel
Eine Analyse mit Fallstudie zum sogenannten Islamischen Staat (IS)
Hochschule
Helmut-Schmidt-Universität - Universität der Bundeswehr Hamburg  (University of the Federal Armed Foces)
Note
1.0
Autor
Sebastian Hagen (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
50
Katalognummer
V882440
ISBN (eBook)
9783346174918
ISBN (Buch)
9783346174925
Sprache
Deutsch
Schlagworte
clausewitz IS Islamischer Staat Carl von Clausewitz Hybride Kriege Strategie Krieg Moderne Kriege Wunderliche Dreifaltigkeit syrien Daesh Mittlerer Osten Naher Osten Irak Strategy War hybrid greyzone Militärgeschichte offizier Napoleonische Kriege napoleon
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Sebastian Hagen (Autor:in), 2018, Möglichkeiten und Grenzen der Analyse von hybriden Kriegen nach Clausewitz, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/882440
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Leseprobe aus  50  Seiten
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