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Elterliche Scheidung und Konsequenzen für das Verhalten der Kinder

Verursacht die Scheidung bei Kindern Verhaltenstörungen mit "antisozialem Akzent"?

Title: Elterliche Scheidung und Konsequenzen für das Verhalten der Kinder

Research Paper (postgraduate) , 2007 , 25 Pages

Autor:in: Antje Michel (Author)

Social Work
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"Das Wichtigste, das ein Vater für seine Kinder tun kann, ist, ihre Mutter zu lieben."
Das vorliegende Zitat beschreibt meiner Ansicht nach gut, dass eine Scheidung in jedem Fall Konsequenzen auf das Verhalten der betroffenen Kinder hat. Diese Konsequenzen können je nach Ausmaß der Scheidung mehr oder weniger schwerwiegend sein.
Ich bin selbst ein so genanntes „Scheidungskind“. Meine Mutter ließ sich drei Mal scheiden und ist nun zum vierten Mal verheiratet. Auch meine Großeltern mütterlicherseits und meine Tanten und Onkels sind alle einmal geschieden. Mein leiblicher Vater hat mittlerweile seine dritte Frau. Schon während meiner Jugend habe ich mich ausgiebig mit der Thematik beschäftigt. Oft stellte ich mir Fragen wie „bin ich anderes als die anderen Kinder?“, „welche Entwicklung hätte ich wohl gemacht, wenn meine Eltern nicht geschieden wären?“ oder „werd ich mich später zwangsläufig auch scheiden lassen?“
Außerdem hatte ich viele Freunde deren Eltern selber geschieden waren.
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Thema Scheidung und Trennung. Den Focus dieser Arbeit habe ich auf die Kinder gelegt. Insbesondere im Hauptteil meiner Arbeit werde ich mich mit den kurz- und langfristigen Folgen auf das Verhalten der Kinder nach einer Scheidung befassen. Bevor ich mit der Arbeit begann ging ich davon aus, dass jedes Kind in irgendeiner Form in seiner Entwicklung gestört wird und beispielsweise aggressives Verhalten entwickelt. Während meiner Recherche fand ich heraus, dass dies nicht zwangsläufig der Fall sein muss. Die Frage, mit der ich mich also im Folgenden auseinandersetzen werde lautet: „Wie wirkt sich eine elterliche Scheidung auf das Verhalten der Kinder aus?“ Meine Hypothese lautet, dass eine Scheidung in jedem Fall schwerwiegende Konsequenzen für die Entwicklung des betroffenen Kindes hat.
Im Schlussteil meiner Arbeit werde ich mich der Frage nach Handlungskonzepten widmen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Theoretische Grundlagen

2.1 Darstellung verschiedener Beziehungsformen

2.2 Wandel der Beziehungsformen – Statistik

2.3 Ansätze der Scheidungsforschung

2.4 Scheidungsgründe

3 Auswirkungen einer elterlichen Scheidung auf das Verhalten der Kinder

3.1 Allgemeines

3.2 Kurzfristige Folgen einer elterlichen Scheidung

3.3 Geschlechtsspezifische Unterschiede

3.4 Altersspezifische Unterschiede

3.4.1 Egozentrische Perspektive (3 bis 6 Jahre)

3.4.2 Subjektive Perspektive (5 bis 9 Jahre)

3.4.3 Reziproke Perspektive (7 bis 12 Jahre)

3.4.4 Perspektive der Dritten Person (10 bis 15 Jahre)

4 Langfristige Folgen einer elterlichen Scheidung

5 Lässt sich Scheidung sozial vererben?

6 Entwicklungsaufgaben für Eltern und Erzieherinnen

6.1 Pädagogische Möglichkeiten – Praxisbezogene Handlungskonzepte entwickeln

7 Zusammenfassung

8 Konzept von Rainbows

9 Reflexion

10 Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Auswirkungen einer elterlichen Scheidung auf die Entwicklung und das Verhalten betroffener Kinder. Das zentrale Forschungsziel ist die Beantwortung der Leitfrage, ob eine Scheidung Verhaltensstörungen bei Kindern verursacht, wobei die Hypothese aufgestellt wird, dass besonders belastendes elterliches Verhalten während der Trennung gravierende Folgen für die kindliche Entwicklung hat.

  • Psychologische Auswirkungen einer elterlichen Trennung auf Kinder
  • Kurz- und langfristige Folgen im kindlichen und jugendlichen Verhalten
  • Altersspezifische Bewältigungsstrategien und Perspektivwechsel
  • Soziale Vererbbarkeit von Scheidungsraten
  • Pädagogische Handlungskonzepte für Erzieherinnen und Eltern

Auszug aus dem Buch

3.4.1 Egozentrische Perspektive (0-6 Jahre)

In diesem Alter verstehen sich die Kinder noch als Mittelpunkt der Welt. Sie können die Perspektive noch nicht wechseln und gehen davon aus, dass u.a. die Eltern nur dazu da sind, um für das Kind zu sorgen. Somit ist also auch keine Verständnisfähigkeit von Beziehungen vorhanden. Das Kind erkennt nicht, dass eine andere Person (z.B. die Mutter) ein und dieselbe Situation anderes betrachtet und beurteilt als das Kind selbst. Die eigenen Bedürfnisse stehen noch im absoluten Vordergrund, die Stufe der moralischen Entwicklung ist noch nicht sehr hoch. Die eigenen Bedürfnisse sind unmittelbar an die Handlungen anderen (hier der Eltern) gebunden. Dies bedeutet, dass Wut, Trauer und Aggression der Eltern als eigene erlebt werden.

Durch das „Wegbleiben“ eines Elternteils bleibt auch eine Person aus, die die Bedürfnisse des Kindes stillt. Solche Bedürfnisse sind in erster Linie auch Zuneigung und elterliche Liebe. Das Kind fühlt sich also bestraft, das Wegbleiben eines Elternteils wird als Liebesentzug aufgefasst. Eben weil das Kind noch sehr egozentrisch ist, sucht es den Grund des vermeintlichen Liebesentzugs bei sich selber.

Folgen können akute Trennungsängste, erhöhte Weinerlichkeit, Irritierbarkeit und psychosomatische Störungen wie Kopfschmerzen, Bauchschmerzen oder Verdauungsbeschwerden sein. (vgl. Kodjoe, 1997)

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Darstellung der persönlichen Motivation der Autorin und Definition der zentralen Forschungsfrage bezüglich der Auswirkungen elterlicher Scheidung auf das Verhalten von Kindern.

2 Theoretische Grundlagen: Überblick über verschiedene Familienformen, statistische Entwicklungen und aktuelle Ansätze sowie Gründe der Scheidungsforschung.

3 Auswirkungen einer elterlichen Scheidung auf das Verhalten der Kinder: Analyse der kurzfristigen emotionalen Folgen, differenziert nach Geschlecht und verschiedenen Altersstufen bzw. kognitiven Perspektiven der Kinder.

4 Langfristige Folgen einer elterlichen Scheidung: Untersuchung der weiterführenden Auswirkungen auf das Erwachsenenalter, insbesondere hinsichtlich der Beziehungsfähigkeit und Konfliktverarbeitung.

5 Lässt sich Scheidung sozial vererben?: Erörterung der statistischen Zusammenhänge, ob Kinder geschiedener Eltern selbst eine höhere Scheidungswahrscheinlichkeit aufweisen.

6 Entwicklungsaufgaben für Eltern und Erzieherinnen: Darlegung der notwendigen Bewältigungsaufgaben für betroffene Kinder und Erfordernisse für die pädagogische Begleitung.

6.1 Pädagogische Möglichkeiten – Praxisbezogene Handlungskonzepte entwickeln: Spezifische Empfehlungen für pädagogische Fachkräfte zur Unterstützung von Kindern und zur Beratung von Eltern während und nach der Trennung.

7 Zusammenfassung: Resümee der Hypothesenbestätigung und Reflexion über den Handlungsbedarf zur Minimierung kindlicher Folgeschäden.

8 Konzept von Rainbows: Vorstellung eines speziellen Präventionsprogramms zur Trauerbewältigung für Kinder aus Trennungs- und Scheidungsfamilien.

9 Reflexion: Kritische Auseinandersetzung mit den eigenen Erfahrungen während der Arbeit und Einschätzung des persönlichen Lernzuwachses.

10 Literaturverzeichnis: Aufzählung der verwendeten Quellen und Fachliteratur zur Scheidungsforschung.

Schlüsselwörter

Scheidung, Trennung, Kinder, Verhaltensstörungen, psychische Entwicklung, Familienkonstellation, Scheidungsforschung, Bindung, Loyalitätskonflikt, Bewältigungsversuche, Pädagogik, Prävention, Rainbows, Entwicklung, Elternschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der elterlichen Scheidung und den damit verbundenen Konsequenzen für die psychische Entwicklung und das Verhalten der betroffenen Kinder.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse kurz- und langfristiger Folgen für Kinder, der Bedeutung des Kindesalters für die Bewältigung der Trennung und pädagogischen Handlungsmöglichkeiten für Erzieher.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die zentrale Frage ist, ob die elterliche Scheidung Verhaltensstörungen mit „antisozialem Akzent“ verursacht und inwieweit das elterliche Verhalten den negativen Effekt verstärken kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturrecherche zu psychologischen und pädagogischen Theorien der Scheidungsfolgen sowie auf der Verknüpfung von theoretischem Wissen mit praktischen Beobachtungen aus der Erzieherausbildung.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der kurz- und langfristigen Auswirkungen auf Kinder, unterteilt nach Entwicklungsstufen und Perspektiven, sowie die Darstellung von pädagogischen Handlungskonzepten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Scheidung, kindliche Entwicklung, Verhaltensauffälligkeiten, Trennungsfolgen, pädagogische Begleitung und präventive Unterstützungsprogramme wie Rainbows.

Wie unterscheidet sich die kindliche Wahrnehmung der Scheidung je nach Alter?

Kinder reagieren altersabhängig: Während jüngere Kinder (bis 6 Jahre) sich oft selbst als Ursache sehen (egozentrische Perspektive), entwickeln ältere Kinder Loyalitätskonflikte oder übernehmen Parteirollen.

Welche Bedeutung hat das Programm „Rainbows“ in diesem Kontext?

„Rainbows“ wird als unterstützendes Angebot vorgestellt, das Kindern in kleinen Gruppen einen geschützten Raum bietet, um Gefühle und Ängste während der „stürmischen Zeit“ der Trennung zu verarbeiten.

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Details

Title
Elterliche Scheidung und Konsequenzen für das Verhalten der Kinder
Subtitle
Verursacht die Scheidung bei Kindern Verhaltenstörungen mit "antisozialem Akzent"?
Author
Antje Michel (Author)
Publication Year
2007
Pages
25
Catalog Number
V88246
ISBN (eBook)
9783638028035
ISBN (Book)
9783640271825
Language
German
Tags
Elterliche Scheidung Konsequenzen Verhalten Kinder
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Antje Michel (Author), 2007, Elterliche Scheidung und Konsequenzen für das Verhalten der Kinder, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/88246
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