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Institutionelle Diskriminierung und Bildungsungleichheit in der Schule. Fühlen sich Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund benachteiligt?

Titel: Institutionelle Diskriminierung und Bildungsungleichheit in der Schule. Fühlen sich Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund benachteiligt?

Fachbuch , 2020 , 96 Seiten

Autor:in: Sinan Yildiz (Autor:in)

Pädagogik - Integration
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Das deutsche Grundgesetz verbietet es, Menschen aufgrund ihrer Herkunft, ihres Glaubens oder ihrer Sprache ungleich zu behandeln. Studien decken jedoch Unterschiede in den Bildungschancen auf, die unter anderem mit dem Migrationshintergrund zusammenhängen. Doch fühlen sich Schülerinnen und Schüler im deutschen Bildungssystem wirklich diskriminiert oder benachteiligt?

Grundsätzlich entwickeln Kinder bereits im Alter von sechs bis acht Jahren einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn. Sinan Yildiz untersucht deshalb in seiner Publikation, ob Diskriminierung in Schulen noch immer gegenwärtig ist und wie Schülerinnen und Schüler die aktuelle Situation wahrnehmen. Seinen Fokus legt er auf die Erfahrungen von Lernenden mit Migrationshintergrund.

Dazu stellt er die Entwicklung von Migration und Bildung seit 1945 dar und geht auf verschiedene Zuwanderungsgruppen in Deutschland ein. Anschließend setzt er sich mit den Gründen für eine mögliche Benachteiligung von Kindern mit Migrationshintergrund auseinander. Sein Buch erklärt, wie institutionelle Diskriminierung funktioniert und welche Auswirkung diese Mechanismen auf das Empfinden der betroffenen Schülerinnen und Schüler haben.

Aus dem Inhalt:
- Integration;
- Bildungsgerechtigkeit;
- Bildungsungleichheit;
- soziale Herkunft;
- Chancengleichheit

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 „Jugend“ – Versuch einer Definition

1.2 „Adoleszenz“ – Begriffsbestimmung

2 Migration und Bildung in Deutschland seit 1945

2.1 Zuwanderungsgruppen in Deutschland

2.1.1 (Spät-) Aussiedler

2.1.2 Arbeitsmigranten – „Gastarbeiter“

2.1.3 Flüchtlinge und Asyl

2.1.3.1 Aktuelle Daten

2.2 Ursachen und Gründe von und für Migration

2.3 Bildungsbe(nach)teiligung von Kindern und Jugendlichen mit Migrations- und Zuwanderungshintergrund

2.3.1 Soziale Ungleichheit

2.3.2 Herkunftseffekte

2.3.2.1 Primäre Herkunftseffekte

2.3.2.2 Sekundäre Herkunftseffekte

2.3.3 Kapitaltheorie nach Bourdieu

2.3.3.1 Ökonomisches Kapital

2.3.3.2 Soziales Kapital

2.3.3.3 Kulturelles Kapital

2.4 Soziale Disparitäten im deutschen Bildungssystem (PISA-Studie)

3 Diskriminierung

3.1 Institutionelle Diskriminierung

3.2 Mögliche Präventionsmaßnahmen

4 Empirische Erhebung

4.1 Quantitative Forschungsmethode

4.2 Erhebungsmethode

4.3 Rahmenbedingungen

4.4 Aufbau/Konzipierung des Fragebogens

4.5 Durchführung der Befragung

4.6 Auswertung der Ergebnisse

5 Interpretation der Ergebnisse

6 Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht, ob Kinder und Jugendliche mit Migrations- und Zuwanderungshintergrund im deutschen Schulsystem Diskriminierung oder Benachteiligung erfahren. Ziel ist es, die Zusammenhänge zwischen Herkunft, Bildungschancen und institutioneller Diskriminierung empirisch zu beleuchten und mögliche präventive Handlungsansätze für Schulen abzuleiten.

  • Historische Entwicklung von Migration und Bildung in Deutschland
  • Theoretische Analyse der Bildungsbenachteiligung (Herkunftseffekte, Kapitaltheorie)
  • Untersuchung sozialer Disparitäten im deutschen Bildungssystem
  • Konzeptualisierung von institutioneller Diskriminierung in Schulen
  • Empirische quantitative Befragung von Schülerinnen und Schülern

Auszug aus dem Buch

1.1 „Jugend“ – Versuch einer Definition

Eine Definition des Begriffs „Jugend“ erweist sich als komplex, da es sich dabei um keinen wissenschaftlichen Terminus handelt, sondern um einen gewöhnlichen Begriff aus dem Alltag (vgl. Scherr 2009, S. 17). Ferner gibt es keine einheitliche Definition in den Fachterminologien der Pädagogik, Soziologie oder Psychologie, da alle Fachdisziplinen unterschiedliche Sachverhalte ins Zentrum stellen (vgl. ebd. S. 18). Im alltäglichen Sprachgebrauch wird zumeist sehr undifferenziert über die so genannte „Jugend“ gesprochen (vgl. Ecarius et al. 2011, S. 13). Dies ist ein vielfältiger Terminus, der „kategorial gestaltet und innerhalb eines Aussagen- bzw. Handlungssystems eingebunden [ist]“ (ebd.). Im Folgenden soll der Begriff Jugend definiert werden.

Es handelt sich bei dem Wort Jugend um eine Phase des Lebens, welche unscharf unterschieden wird sowie um eine Gruppe von Personen, die dieser zugeordnet werden, wie beispielsweise Jugendliche (vgl. ebd.; Gudjons & Traub 2016, S. 135; sowie Kessels 2013, S. 39). Sie erstreckt sich von der Kindheit bis zum Erwachsenenleben (vgl. Ecarius et al. 2011, S. 13) und „legt Annahmen über besondere Verhaltensmuster und Eigenschaften nahe [...]“ (Scherr 2009, S. 17). Laut Gudjons und Traub wird unter dem Terminus Jugend oftmals eine Altersphase verstanden, welche gewöhnlich vom 13. bis zum 20. Lebensjahr andauert (vgl. Gudjons & Traub 2016, S. 135). „Aus entwicklungspsychologischer Perspektive wird [...] das Eintreten der Geschlechtsreife (Pubertät) als Ende der Kindheit und Beginn des Jugendalters angesehen“ (Kessels 2013, S. 39). Der gegenwärtige Terminus Jugend dient „im rechtwissenschaftlichen Bereich zur Bezeichnung von jungen Menschen, die das 14. Lebensjahr vollendet haben, jedoch noch keine 18 Jahre alt sind [...]“ (Ecarius et al. 2011, S. 13).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Bildungsungleichheit und Diskriminierung ein, definiert zentrale Begriffe wie Jugend und Adoleszenz und legt die Forschungsfrage sowie das Ziel der Arbeit dar.

2 Migration und Bildung in Deutschland seit 1945: Dieses Kapitel analysiert die historische Entwicklung von Zuwanderungsgruppen, diskutiert Ursachen für Migration und erläutert theoretische Modelle zur Bildungsbenachteiligung.

3 Diskriminierung: Hier wird der Begriff Diskriminierung definiert, der Fokus auf institutionelle Diskriminierung gelegt und es werden Strategien für schulische Präventionsmaßnahmen vorgestellt.

4 Empirische Erhebung: Dieses Kapitel beschreibt das methodische Vorgehen der quantitativen Studie, die Rahmenbedingungen der Befragung an verschiedenen Schulen sowie die Konzipierung des Fragebogens.

5 Interpretation der Ergebnisse: Die erhobenen Daten werden hier anhand der zuvor aufgestellten Hypothesen ausgewertet, interpretiert und in den theoretischen Kontext eingebettet.

6 Fazit: Das Fazit fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen, diskutiert die Grenzen der Studie und gibt Empfehlungen für den Umgang mit Diskriminierung im schulischen Alltag.

Schlüsselwörter

Bildungsungleichheit, Migration, Institutionelle Diskriminierung, Jugend, Adoleszenz, PISA-Studie, Soziale Herkunft, Kapitaltheorie, Schule, Bildungsbenachteiligung, Integration, Quantitative Forschung, Chancengleichheit, Bildungsentscheidungen, Herkunftseffekte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Frage, ob Kinder und Jugendliche mit Migrations- und Zuwanderungshintergrund im deutschen Bildungssystem diskriminiert werden oder sich benachteiligt fühlen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die Arbeit deckt die historische Zuwanderung nach Deutschland, die soziologische Theoriebildung zur Bildungsungleichheit (Boudon, Bourdieu) sowie das Konzept der institutionellen Diskriminierung in Schulen ab.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die zentrale Forschungsfrage lautet: „Fühlen sich Schülerinnen und Schüler mit Migrations- und Zuwanderungshintergrund im Kontext Schule benachteiligt?“

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Autorin verwendet eine quantitative Forschungsmethode in Form einer schriftlichen Fragebogenerhebung, um ein Stimmungsbild an drei verschiedenen Schultypen in Kassel zu erfassen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden theoretische Grundlagen zu Herkunftseffekten und Kapitalarten erarbeitet, die aktuelle Asyl- und Migrationssituation dargestellt und die empirische Untersuchung ausgewertet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie Migrationshintergrund, institutionelle Diskriminierung, Bildungsungleichheit und Chancengerechtigkeit geprägt.

Wie bewertet die Arbeit die Rolle der Lehrkräfte?

Die Untersuchung zeigt, dass Diskriminierung in einem signifikanten Anteil der Fälle (laut Einschätzung der Befragten) auch von Lehrpersonen ausgeht, was auf eine unbewusste Routinisierung von Praktiken zurückgeführt wird.

Welche Rolle spielt die Konfession bei Diskriminierungserfahrungen?

Die Auswertung verdeutlicht, dass sich Lernende muslimischen Glaubens häufiger benachteiligt fühlen als ihre christlichen Mitschülerinnen und Mitschüler.

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Details

Titel
Institutionelle Diskriminierung und Bildungsungleichheit in der Schule. Fühlen sich Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund benachteiligt?
Autor
Sinan Yildiz (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2020
Seiten
96
Katalognummer
V882603
ISBN (eBook)
9783960959021
ISBN (Buch)
9783960959038
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Diskriminierung Migrationshintergrund Schule Bildungsbenachteiligung Kinder und Jugendliche Soziale Ungleichheit Kapitaltheorie Migration Bildung Integration Bildungsgerechtigkeit Bildungsungleichheit soziale Herkunft Chancengleichheit
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Sinan Yildiz (Autor:in), 2020, Institutionelle Diskriminierung und Bildungsungleichheit in der Schule. Fühlen sich Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund benachteiligt?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/882603
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Leseprobe aus  96  Seiten
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