Diese Facharbeit untersucht die Fragen, ob Vincent van Goghs Werke das Spiegelbild seiner Seele waren und ob die damalige Gesellschaft überhaupt reif für Arbeiten war. Außerdem werde ich anhand von zwei Selbstbildnissen van Goghs künstlerische Entwicklung vom impressionistischen in den expressionistischen Malstil beschreiben. Die ausgewählten Gemälde sind das Selbstbildnis mit grauem Filzhut (1887/88) und sein Selbstporträt (1889).
Vincent Willem van Gogh wird am 30. März 1853 als Sohn eines Pfarrers in dem niederländischen Dorf Groot-Zundert als ältestes von sechs Geschwistern geboren. 1868 bricht er die Schule ab und fängt 1869 als Lehrling in der Kunstgalerie Goupil in Den Haag an. Nach dem Ende seiner Ausbildung arbeitet er in Kunsthandlungen in London und Paris. 1876 kündigt er seine Anstellung und versucht sich erfolglos in unterschiedlichen Berufen, unter anderem als Hilfslehrer und Hilfsprediger.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
II. Biografie
III. Künstlerische Epoche
1. Impressionismus
2. Expressionismus
3. Einordnung der Werke von van Gogh in eine Kunstepoche
IV. Selbstportrait
1. „Selbstbildnis mit grauen Filzhut“, 1887/88
2. Selbstbildnis, September 1889
3. Vergleich beider Portraits
V. Van Goghs Gemälde im Bezug zu seinem seelischen Zustand
VI. War die Gesellschaft reif für van Gogh?
VII. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die künstlerische Entwicklung von Vincent van Gogh vom impressionistischen zum expressionistischen Malstil und analysiert, inwiefern seine Gemälde den seelischen Zustand des Künstlers widerspiegeln sowie die Frage, ob er seiner Zeit künstlerisch voraus war.
- Biografische Einordnung und künstlerischer Werdegang
- Gegenüberstellung der Stilepochen Impressionismus und Expressionismus
- Detaillierte Analyse und Vergleich zweier Selbstporträts
- Psychologische Deutung von Gemälden im Kontext von Van Goghs Leben
- Untersuchung der gesellschaftlichen Akzeptanz seiner Werke zu Lebzeiten
Auszug aus dem Buch
3. Einordnung der Werke von van Gogh in eine Kunstepoche
Als sich Vincent van Gogh im Alter von 27 Jahren entscheidet Maler zu werden, fertigt er zunächst Zeichnungen an. Seine Zeichenobjekte, oft Landschaften oder Menschen, malt er mit Bleistift, Feder, Kreide oder Kohle. Nach dem Unterricht von Anton Mauve fertigt er erste Bilder mit der Technik der Aquarellmalerei und Deckfarben an.
Als er dann in Paris den impressionistischen Malstil für sich entdeckt, wird seine bis dahin eher dunkel gehaltene Farbpalette heller. Vincent van Gogh malt sowohl seine Gemälde im impressionistischen Stil wie auch seine Selbstportraits. Was ebenfalls für Einflüsse des Impressionismus auf van Gogh spricht ist, dass er immer vor dem Motiv malt.
Da dieser Malstil ihn jedoch nicht vollkommen zufrieden stellt, experimentiert er mit verschiedenen Maltechniken und Farben. Dazu setzt er sich auch mit der Farbenlehre von Delacroix auseinander und malt auch Bilder anderer Künstler nach. Er möchte das Wesentliche und Charakteristische seiner Motive zum Ausdruck bringen, sowie die Gefühle, die er ihnen gegenüber empfindet. Die Malerei ist für ihn das Absolute. Um seine Gemälde noch lebendiger und bewegter zu gestalten, beginnt er in Saint-Rémy, die Pinselstriche zu rhythmisieren und in Wellenlinien, Kreisen oder Spiralen anzuordnen. Damit entwickelt er nach langer Suche nach dem passenden Malstil seinen eigenen Malstil. Dieser kommt der Zielsetzung der Expressionisten, nämlich die Wiedergabe von subjektiven Empfindungen, am nächsten.
Aufgrund der obigen Beschreibung lässt sich meiner Meinung nach der Malstil von van Gogh nicht in eine bestimmte Stilepoche einordnen, denn er hat sich nie an eine bestimmte Kunstrichtung gehalten, sondern ist immer seiner Überzeugung und seinem Empfinden von Kunst gefolgt. Daher zählt er eindeutig zu den Vorreitern des Expressionismus.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Motivation für die Themenwahl durch Museumsbesuch und Formulierung der zentralen Forschungsfragen zur psychologischen und stilistischen Einordnung.
II. Biografie: Zusammenfassung der Lebensdaten und des persönlichen Werdegangs von der Kindheit bis zum Tod.
III. Künstlerische Epoche: Definition von Impressionismus und Expressionismus sowie Analyse der kunsthistorischen Einordnung von Van Goghs Werk.
IV. Selbstportrait: Detaillierte Beschreibung und vergleichende Analyse zweier Selbstbildnisse zur Darstellung der stilistischen Entwicklung.
V. Van Goghs Gemälde im Bezug zu seinem seelischen Zustand: Untersuchung der Verbindung zwischen seinem psychischen Gesundheitszustand und seinen Werken, belegt durch Briefwechsel.
VI. War die Gesellschaft reif für van Gogh?: Analyse der mangelnden Anerkennung zu Lebzeiten und Einordnung als Wegbereiter der modernen Kunst.
VII. Fazit: Zusammenfassende Bewertung seiner künstlerischen Motivation und seines Einflusses.
Schlüsselwörter
Vincent van Gogh, Kunstgeschichte, Impressionismus, Expressionismus, Selbstporträt, Maltechnik, Farbenlehre, Psychologie, künstlerische Entwicklung, seelischer Zustand, Malstil, Zeitgeist, Kunstgenie, Pinselstrich, subjektive Empfindung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt das künstlerische Schaffen von Vincent van Gogh, seine stilistische Wandlung und die Wechselwirkungen zwischen seinem Leben und seinen Werken.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Entwicklung vom Impressionismus zum Expressionismus, die Analyse von Selbstbildnissen und die psychologische Bedeutung hinter der Farbgebung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es zu klären, ob Van Goghs Werke ein direktes Spiegelbild seiner Psyche sind und warum er zu Lebzeiten kaum gesellschaftliche Anerkennung fand.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die Analyse von Primärquellen (Briefe), kunsthistorische Einordnungen sowie einen komparativen Bildvergleich zwischen zwei spezifischen Selbstporträts.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Abgrenzung der Kunststile, die detaillierte Bildbetrachtung von Selbstbildnissen und die Untersuchung des Einflusses seines Gesundheitszustands auf seine Kunst.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen gehören Impressionismus, Expressionismus, Selbstporträt, Farbwahl und die Rolle des Künstlers in der Gesellschaft.
Warum änderte sich Van Goghs Malstil laut der Arbeit so drastisch?
Der Stilwandel wird durch sein Streben nach Ausdruck des Subjektiven und der Abkehr von der bloßen Naturnachahmung hin zur individuellen emotionalen Gestaltung begründet.
Welche Rolle spielte sein Bruder Theo in diesem Kontext?
Der Briefwechsel mit Theo dient als wesentliche Quelle, um Van Goghs künstlerische Intentionen und seinen persönlichen Leidensweg zu belegen.
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- Anonym (Author), 2016, Vincent Van Goghs Werke. Spiegelbild seiner Seele, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/882611