Die SDGs bieten einen thematisch breiten normativen Rahmen für die Transformation hin zu einer nachhaltigen Entwicklung. Aufgrund ihrer Eigenschaft als integriertes, unteilbares Set von Zielen und Maßnahmen kommt der Betrachtung der Wechselwirkungen zwischen den einzelnen Zielen und Unterzielen eine besondere Bedeutung zu. Bei Kenntnis dieser Wirkungen können Synergien genutzt werden und Zielkonflikte verhindert, vermindert oder zumindest eingeplant werden.
Für die in der vorliegenden Arbeit durchgeführte Untersuchen wurde ein von Nilsson et al. (2016) entwickeltes Analyseraster angewandt, um die Wechselwirkungen zwischen den SDGs 5 und 16 sowie deren Unterzielen zu identifizieren. Dabei zeigte sich, dass zwischen diesen beiden Zielen zahlreiche kausale und/oder funktionale Zusammenhänge bestehen. Die Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern und das Ende von Gewalt gegen Frauen hängen dabei unmittelbar mit einer Verringerung aller Formen von Gewalt im Allgemeinen ab. Zudem wirken sich starke, nicht von Korruption geprägte öffentliche Institutionen positiv auf die Gleichberechtigung und die Chancengleichheit von Frauen bei der Übernahme von Führungspositionen im politischen, ökonomischen und gesellschaftlichen Leben aus. Diese Resultate der Analyse wurden anschließend diskutiert und zur Formulierung einiger politischer Handlungsoptionen genutzt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Forschungsdesign
2.1. Die Sustainable Development Goals
2.2. Wechselwirkungen zwischen den Zielen und Unterzielen
2.3. Fallauswahl und Forschungsmethode
3. Analyse
3.1. Die Nachhaltigkeitsziele 5 und 16 und ihre Unterziele
3.2. Die Wechselbeziehungen auf der Goal-Ebene
3.3. Die Wechselbeziehungen auf der Target-Ebene
3.3.1. Wechselbeziehungen zwischen den Unterzielen 5.1 und 16.1
3.3.2. Wechselbeziehungen zwischen den Unterzielen 5.2 und 16.1
3.3.3. Wechselbeziehungen zwischen den Unterzielen 5.5 und 16.3, 16.5, 16.6
3.3.4. Wechselbeziehungen zwischen den Unterzielen 5.1 und 16.3, 16.5, 16.6
3.3.5. Wechselbeziehungen zwischen den Unterzielen 5.5 und 16.7
4. Diskussion der Ergebnisse
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die komplexen Wechselwirkungen zwischen dem UN-Nachhaltigkeitsziel 5 (Geschlechtergerechtigkeit) und dem UN-Nachhaltigkeitsziel 16 (Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen), um Synergien und potenzielle Zielkonflikte für eine kohärentere Implementierung der Agenda 2030 zu identifizieren.
- Analyse der kausalen Zusammenhänge zwischen SDG 5 und SDG 16
- Systematische Bewertung der Interdependenzen auf der sogenannten Target-Ebene
- Identifikation von Synergieeffekten zwischen Frauenrechten und Friedensprozessen
- Untersuchung des Zusammenhangs zwischen Korruptionsbekämpfung und Geschlechtergerechtigkeit
- Entwicklung politischer Handlungsoptionen auf Basis wissenschaftlicher Analyserahmen
Auszug aus dem Buch
3.3.2. Wechselbeziehungen zwischen den Unterzielen 5.2 und 16.1
Außerdem deutet einiges darauf hin, dass Synergien zwischen dem Unterziel 5.2, also der Beendigung aller Formen von Gewalt gegen Frauen und Mädchen, und dem Unterziel 16.1, einer Verringerung aller Formen von Gewalt, bestehen. Dieser Zusammenhang geht über die semantische Beziehung hinaus, die durch die Beendigung von Gewalt gegen Frauen (Unterziel 5.2) und der Verringerung der Gewalt im Allgemeinen (Unterziel 16.1) vermutet werden kann.
Eskaliert ein Konflikt in eine gewaltsame Auseinandersetzung, so sind Frauen und Mädchen zwar nur selten als Kämpferinnen beteiligt, sondern erleben Kampfhandlungen meist als Zivilistinnen. Dennoch sind auch sie hohen Risiken ausgesetzt und werden in bewaffneren Konflikten häufig gezielt angegriffen. So wurde in beinahe allen Konflikten in den vergangenen Jahrzehnten weltweit die Vergewaltigung von Frauen als Kriegsmittel eingesetzt. Vergewaltigung wird dabei vor allem als psychologische Waffe eingesetzt, um die gegnerische Seite zu demütigen und ihre Kampfmoral zu brechen (Card 1996: 6ff.). Durch eine Zunahme von Gewalt im Allgemeinen, etwa in einem gewaltsam ausgetragenen Konflikt, steigt also tendenziell auch die Gewalt gegen Frauen und Mädchen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Relevanz der SDGs als integriertes Zielsystem und Darlegung der Forschungsfrage bezüglich der Wechselwirkungen zwischen SDG 5 und SDG 16.
2. Forschungsdesign: Vorstellung des Analyserahmens nach Nilsson et al. (2016) und Begründung der gewählten methodischen Vorgehensweise sowie der Fallauswahl.
3. Analyse: Detaillierte Untersuchung der kausalen und funktionalen Zusammenhänge zwischen den Zielen 5 und 16 auf der Goal-Ebene sowie auf der Ebene spezifischer Unterziele.
4. Diskussion der Ergebnisse: Synthese der Analyseergebnisse, Diskussion der identifizierten bidirektionalen Zusammenhänge und Ableitung erster politischer Implikationen.
5. Fazit: Zusammenfassende Reflexion der Untersuchungsergebnisse, Einordnung der methodischen Grenzen und Ausblick auf zukünftige Forschungsbedarfe.
Schlüsselwörter
SDGs, Agenda 2030, Geschlechtergerechtigkeit, Friedensforschung, Korruptionsbekämpfung, Governance, SDG 5, SDG 16, Synergien, Zielkonflikte, Internationale Beziehungen, Frauenrechte, Nachhaltige Entwicklung, Politikwissenschaft, Institutionelle Stärke.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Wechselwirkungen zwischen dem Ziel 5 (Geschlechtergerechtigkeit) und dem Ziel 16 (Frieden und starke Institutionen) der UN-Agenda 2030.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Fokus stehen die Synergien zwischen Frauenrechten, Friedenssicherung, dem Schutz vor Gewalt und der Bedeutung von Transparenz und Rechtsstaatlichkeit.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, kausale und funktionale Zusammenhänge zwischen den beiden SDGs zu identifizieren, um Synergien aufzuzeigen, die die politische Implementierung erleichtern könnten.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Arbeit nutzt den Analyserahmen von Nilsson et al. (2016), um die Stärke der Interaktionen zwischen verschiedenen Unterzielen auf einer Skala von -3 bis +3 systematisch zu bewerten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Untersuchung auf der Goal-Ebene und eine detaillierte Analyse spezifischer Unterziele (Targets), wobei insbesondere der Einfluss von Gewalt und Korruption auf die Geschlechtergerechtigkeit beleuchtet wird.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Sustainable Development Goals (SDGs), Geschlechtergerechtigkeit, Frieden, Korruption und Good Governance geprägt.
Welche Rolle spielt die UN-Resolution 1325 für die Schlussfolgerungen der Autorin?
Die Resolution dient als politischer Bezugspunkt, um die Forderung nach einer gleichberechtigten Einbindung von Frauen in Friedensprozesse und Konfliktlösungen zu untermauern.
Welche Bedeutung hat das Ergebnis der Korrelationsanalyse zwischen Gender Inequality Index und World Governance Indicators?
Das Ergebnis zeigt, dass Länder mit höherer Geschlechtergerechtigkeit tendenziell auch eine bessere Qualität der Regierungsführung aufweisen, was die Hypothese der wechselseitigen Bedingtheit stützt.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2018, Die Wechselbeziehungen zwischen den SDG-Zielen 5 und 16. Are Women the Key to Peace?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/882672