Die amerikanische Immobilienkrise - ein plötzliches, unerklärliches Phänomen, oder nur die Gier nach hohen Renditen der amerikanischen und internationalen Kapitalmärkte, mit vorhersehbaren aber auch unbekannten Folgen für die deutsche Immobilienfinanzierung?
Durch die stetige Nachfrage an Wohnimmobilien und die damit verbundene Wertsteigerung der vergangenen 10 Jahre begaben sich die amerikanischen Marktteilnehmer in eine wohltuende Sicherheit, dass dieser Trend unaufhörlich fortgesetzt werden wird. Somit rückte der Immobilienmarkt näher ins Visier der amerikanischen Investoren und institutionellen Anlegern, welche auf dem Kapitalmarkt renditeträchtige Kapitalanlagen mit geringem Risiko nachfragten. Auch die internationalen Banken zeigten ihr Interesse an den Produkten des amerikanischen Immobilienmarktes mit all seinen Segmentierungen. Sie investierten in gewinnversprechende Produkte mit geringem Ausfallrisiko sowie besten Finanzratings.
Ausgelöst wurde die internationale Immobilienkrise, welche auch als Hypothekenkrise bekannt wurde, durch die Vergabe von Hypotheken an bonitätsschwache Kreditnehmer, welche nicht über ausreichende Sicherheiten verfügten. Die Kunden wurden zum Abschluss eines Immobilienkaufvertrages, welcher mit einer Hypothekenschuld gesichert wurde, mit hochwertigen Kaufanreizen bewogen. Anderseits wurde den Investoren durch die Ratingagenturen Zuversicht und Sicherheit suggeriert. Die scheinbare Sicherheit und die hohe Rendite sogen auch internationale Banken mit in den Finanzstrudel. Dieses Finanzdebakel wird unterschiedliche Auswirkungen auf die deutsche Immobilienfinanzierung haben. Der Autor wird die Verhaltensweise der Marktteilnehmer und deren Finanzierungsmarktinstrumente darstellen, um anschließend nachzuweisen, in welchen Punkten die Ursachen für die amerikanische Immobilienkrise im 21. Jahrhundert begründet sind. Des Weiteren werden die Auswirkungen auf die deutschen Immobilien mit seinen Finanzierungssegmenten diskutiert.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Verhaltensweisen der amerikanischen und internationalen Marktteilnehmer auf dem Immobilienmarkt
2.1 Die amerikanischen Haushalte und deren Konsumverhalten
2.2 Gründe für den stetigen Nachfragezuwachs an Immobilien
2.3 Die Immobilienfinanzierung in den Vereinigten Staaten für Privatkunden
2.4 Der Immobilienmakler und sein Handlungsbereich
3 Die Immobilienfinanzierungssysteme an den Kapitalmärkten
3.1 Hypothekenvergabe auf dem amerikanischen Markt
3.2 Investmentbanken - die Verwerter der Hypothekenpfandbriefe
3.2.1 Börsenhandelbare ABS Emittenten
3.2.2 Börsenhandelbare MBS Emittenten
3.2.3 Börsenhandelbare CDO
3.3 Das Rating der Ratingagenturen
3.4 Hedge Fonds und deren Bedeutung
3.4.1 Geschichte der Hedge Fonds
3.4.2 Hedge Fonds und deren Besonderheiten
3.4.3 Instrumente der Hedge Fond-Manager
4 Auslöser für die Amerikanische Immobilienkrise
4.1 Immobilienbewertung und Kreditvergabe auf dem US-Markt
4.2 Der Handel von MBS und deren Ratings durch die Agenturen
4.3 Hedge Fonds und die internationale Bankenbeteiligung
4.4 Zinssteigerung und Rückzahlungen der Kreditsumme
5 Auswirkungen auf die Immobilienfinanzierung in Deutschland
5.1 Geldpolitische Steuerung des Staates auf die Bankenkrise
5.2 Wirtschaftliche Verflechtung der Immobilienwirtschaft
5.3 Geänderte gesetzliche Rahmenbedingungen
5.4 Wirkung der Immobilienfinanzierung für Portfoliofinanzierungen
5.5 Prognose der Immobilienfinanzierung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Ursachen der amerikanischen Immobilienkrise und deren Auswirkungen auf die deutsche Immobilienfinanzierung, wobei insbesondere die Rolle von Finanzinstrumenten und Marktteilnehmern beleuchtet wird.
- Analyse des US-Immobilienmarktes und der dortigen Kreditvergabepraxis.
- Untersuchung der Bedeutung und Funktionsweise von Finanzinstrumenten wie ABS, MBS und CDOs.
- Bewertung der Rolle von Ratingagenturen und Hedgefonds bei der Entstehung der Krise.
- Analyse der Übertragungseffekte auf den deutschen Finanzsektor und die Immobilienwirtschaft.
- Prognose zur zukünftigen Entwicklung der Immobilienfinanzierung unter veränderten Rahmenbedingungen.
Auszug aus dem Buch
3.2.1 Börsenhandelbare ABS Emittenten
Asset Backed Securitis (ABS) sind verbriefte Forderungen, die mit Schuldscheinen gesichert werden. Der Grundgedanke dieses Konstrukts von börsenhandelbaren ABS Emittenten beruht auf einer Refinanzierung am Kapitalmarkt. Dabei wurden Finanzaktiva (Asset) in der Form von Forderungen aus der Bilanz ausgegliedert. Anfang der 70er Jahre wurden auf dem amerikanischen Markt erstmalig Kreditforderungen emittiert, welche dann auf dem internationalen Kapitalmarkt angeboten und gehandelt wurden. Die ABS Emittenten enthalten Forderungen aus Autofinanzierungen, Lizenzgebühren, Konsumkrediten und Immobilien.
ABS Emittenten galten als sehr sichere Wertpapiere, die von den Ratingagenturen mit AA bis zu AAA bewertet wurden. Diese Einstufung bedeutet eine hohe Rendite, bei zugleich geringem Ausfallrisiko. Dass das Risiko der Emittenten so gering wie möglich gehalten wird, basiert auf der Kontrolle der amerikanischen Wertpapieraufsichtsbehörde SEC.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der amerikanischen Immobilienkrise ein und stellt die Relevanz der Untersuchung für den deutschen Markt dar.
2 Verhaltensweisen der amerikanischen und internationalen Marktteilnehmer auf dem Immobilienmarkt: Das Kapitel erläutert das Konsumverhalten privater Haushalte in den USA und die Gründe für den Boom des Immobilienmarktes bis 2007.
3 Die Immobilienfinanzierungssysteme an den Kapitalmärkten: Hier werden die Mechanismen der Kreditvergabe sowie die Rolle von Investmentbanken, Ratingagenturen und Hedgefonds bei der Verbriefung von Hypotheken detailliert beschrieben.
4 Auslöser für die Amerikanische Immobilienkrise: Dieses Kapitel analysiert die konkreten Ursachen der Krise, insbesondere Fehler bei der Immobilienbewertung, der Kreditvergabe und die Auswirkungen steigender Zinsen.
5 Auswirkungen auf die Immobilienfinanzierung in Deutschland: Abschließend werden die Folgen der US-Krise für deutsche Banken, staatliche Interventionsmaßnahmen sowie die zukünftigen Prognosen für den Immobilienfinanzierungsmarkt diskutiert.
Schlüsselwörter
Immobilienkrise, Immobilienfinanzierung, Subprime-Markt, ABS, MBS, CDO, Ratingagenturen, Hedgefonds, Leverage-Effekt, Bankenkrise, EZB, Kreditsicherheit, Finanzmarkt, Deutschland, USA.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die US-amerikanische Immobilienkrise, ihre Entstehungsursachen und deren Übertragung auf den deutschen Finanz- und Immobilienmarkt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten zählen die Mechanismen der Immobilienfinanzierung, die Rolle komplexer Finanzprodukte wie ABS und CDOs sowie die Auswirkungen staatlicher Eingriffe auf die Stabilität des Bankensystems.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, nachzuweisen, wie die Verhaltensweisen internationaler Marktteilnehmer und spezifische Finanzinstrumente zur Entstehung der Krise beitrugen und wie diese den deutschen Markt beeinflussen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor stützt sich auf eine fundierte Literaturanalyse, die Untersuchung von Finanzmarktdaten und die Analyse der Marktakteure, um die Zusammenhänge zwischen den USA und Deutschland darzulegen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil beleuchtet die US-Kreditpraxis, die Verbriefungsprozesse durch Investmentbanken, die Bedeutung von Ratings und Hedgefonds sowie die spezifischen Auswirkungen auf deutsche Geschäftsbanken.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Immobilienkrise, Subprime, Verbriefung, Rating, Hedgefonds, Liquidität und Risikomanagement.
Welche Rolle spielt die IKB Bank in der Analyse?
Die IKB Bank dient als Fallbeispiel für die direkte Betroffenheit deutscher Institute durch ihre Verflechtung mit hochriskanten US-Hypothekenpapieren.
Wie bewertet der Autor die Rolle der Ratingagenturen?
Die Ratingagenturen werden kritisch betrachtet, da ihre Subjektivität und die Entlohnung durch Auftraggeber zu Fehleinschätzungen und spekulativen Bewertungen geführt haben.
Was ist das „Mengentender Verfahren“ im Kontext der Arbeit?
Es wird als Instrument der Offenmarktpolitik der EZB beschrieben, um durch die Bereitstellung von Liquidität das Vertrauen unter den Banken während der Krise zu stärken.
- Quote paper
- Michael Henze (Author), 2007, Die amerikanische Immobilienkrise, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/88306