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Erziehung zur Selbstständigkeit als Ziel der modernen Heimerziehung

Title: Erziehung zur Selbstständigkeit als Ziel der modernen Heimerziehung

Master's Thesis , 2007 , 114 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Tanja Öffler (Author)

Pedagogy - General
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„Sapere aude! Habe Mut dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“

Nicht erst seit der Aufklärung und Kant ist es das Ziel der Erziehung, den Menschen aus seiner ‚selbstverschuldeten Unmündigkeit’ zu führen. Menschliches Denken hat seit den Anfängen der griechischen Philosophie daran festgehalten, dass zu einem menschlichen Leben Freiheit und Selbstständigkeit dazugehören.

Von Rousseau über Pestalozzi und Schleiermacher zeichnete sich ein Bedeutungszuwachs der Selbstständigkeit innerhalb der Pädagogik ab. Selbstständigkeit ist damit ein erstrebenswertes Erziehungsziel und wird heute immer mehr erkannt und gefordert.Was für ein Kind als selbstständig oder unselbstständig gilt, wird stark von den Erwartungen der Gesellschaft beeinflusst. Diese Erwartungen werden bei jüngeren Kindern überwiegend von seinen Bezugspersonen transportiert. Im Verlauf seines Aufwachsens kommen jedoch auch andere Vermittler hinzu, wie beispielsweise Gleichaltrige, Lehrer oder gar fremde Menschen auf der Strasse. In der Auseinandersetzung mit diesen Erwartungen erweist sich das Kind dann als relativ selbstständig oder nicht. Die Selbstständigkeit eines Kindes wird damit in der Bewältigung der aktuellen Anforderungen deutlich, wenn es das, was andere Kinder seines Alters selbstständig tun können, auch kann.

Selbstständig werden muss jedoch nicht immer zwangsläufig gelingen. Es kann durchaus sein, dass manche Kinder und Jugendliche nicht oder erst sehr spät selbstständig werden, da sie aufgrund massiver Probleme und Konflikte innerhalb ihrer Familie schlechtere Startchancen für den Weg in ein eigenverantwortliches Leben haben. Die Trennung von einem vielleicht gewalttätigen und vernachlässigenden Elternhaus stellt damit für viele junge Menschen eine notwendige Bedingung dar, um unter günstigeren Bedingungen aufzuwachsen, frühe Traumatisierungen zu verarbeiten und die Behinderungen in der Persönlichkeitsentwicklung zu korrigieren.

Der Weg in ein selbstständiges und eigenverantwortliches Leben ist für diese jungen Menschen jedoch meist lang und schwer. Der Rückhalt und die Unterstützung aus der Herkunftsfamilie sind, in den meisten Fällen, mehr als gering. Die Jugendlichen sind an vielen Punkten völlig auf sich alleine gestellt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zum Allgemeinen Verständnis – Institution Heim

2.1 Definition von Heimerziehung

2.2 Entwicklungen der Heimerziehung in ihrem historischen Kontext

2.2.1 Kinder- und Jugendfürsorge in der Epoche des Mittelalters

2.2.2 Armenkinderpflege zu Beginn der Neuzeit

2.2.3 Kinder- und Jugendfürsorge unter dem Einfluss von Pietismus und Aufklärung

2.2.4 Die Entwicklung der privatorganisierten Anstaltserziehung im 19. Jahrhundert

2.2.5 Die Anfänge der öffentlichen Jugendfürsorge im 19. Jahrhundert – Rechtsentwicklung

2.2.6 Die Einführung des Reichsjugendwohlfahrtsgesetzes (RJWG)

2.2.7 Die Fürsorgeerziehung zur Zeit des Nationalsozialismus

2.2.8 Heimerziehung nach 1945

2.2.9 Die „Heimkampagne“

2.2.10 Reformen und ihre Auswirkungen

2.2.11 Zusammenfassung

2.3 Der neue gesetzliche Rahmen des Kinder- und Jugendhilfegesetzes

2.3.1 Hilfen zur Erziehung

2.3.2 Der Hilfeplan

3. Selbstständigkeitserziehung – Vom Fremdzwang zum Selbstzwang

3.1 Begriffsabgrenzung

3.1.1 Was ist Erziehung?

3.1.2 Was ist Selbstständigkeit?

3.2 Vom Fremdzwang zum Selbstzwang

3.3 Bindung als Voraussetzung für Selbstständigkeitsentwicklung

3.4 Die Ablösung vom Elternhaus

4. Erziehung zur Selbstständigkeit in der Heimerziehung

4.1 Beziehungen und Bindungen im Heim

4.1.1 Die Beziehungen zu den Erwachsenen im Heim

4.1.2 Das Beziehungsdreieck von Kind, Heim und Familie

4.1.3 Die Notwendigkeit von Elternarbeit zur Unterstützung des Ablösevorgangs

4.2 In welchem Spannungsfeld steht die Selbstständigkeitserziehung in der Heimerziehung?

4.2.1 Belastende Erfahrungen der Kinder und Jugendlichen

4.2.2 Institutionsbedingte Erschwernisse

4.2.3 Erschwernisse durch rechtliche Rahmenbedingungen

4.3 Konsequenzen für die Einrichtung und ihre Mitarbeiter

4.3.1 Der Erzieher als Mittler zur Selbstständigkeit

4.3.2 Konsequenzen für die Heimerziehung

4.4 Der Beitrag zur Selbstständigkeitserziehung im betreuten Wohnen

5. Schlusswort

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert die Bedingungen und Voraussetzungen für eine erfolgreiche Erziehung zur Selbstständigkeit bei Kindern und Jugendlichen in der Heimerziehung, wobei das Spannungsfeld zwischen pädagogischem Anspruch und institutionellen sowie rechtlichen Rahmenbedingungen untersucht wird.

  • Historische Entwicklung der Heimerziehung und deren Einfluss auf aktuelle Konzepte
  • Gesetzlicher Rahmen durch das Kinder- und Jugendhilfegesetz (KJHG)
  • Bedeutung von Bindung und Elternarbeit für den Ablöseprozess
  • Herausforderungen der Selbstständigkeitserziehung in Institutionen
  • Die Rolle von pädagogischen Fachkräften und betreuten Wohnformen

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung

„Sapere aude! Habe Mut dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“1

Nicht erst seit der Aufklärung und Kant ist es das Ziel der Erziehung, den Menschen aus seiner ‚selbstverschuldeten Unmündigkeit’ zu führen. Menschliches Denken hat seit den Anfängen der griechischen Philosophie daran festgehalten, dass zu einem menschlichen Leben Freiheit und Selbstständigkeit dazugehören. Von Rousseau über Pestalozzi und Schleiermacher zeichnete sich ein Bedeutungszuwachs der Selbstständigkeit innerhalb der Pädagogik ab. Selbstständigkeit ist damit ein erstrebenswertes Erziehungsziel und wird heute immer mehr erkannt und gefordert.

Was für ein Kind als selbstständig oder unselbstständig gilt, wird stark von den Erwartungen der Gesellschaft beeinflusst. Diese Erwartungen werden bei jüngeren Kindern überwiegend von seinen Bezugspersonen transportiert. Im Verlauf seines Aufwachsens kommen jedoch auch andere Vermittler hinzu, wie beispielsweise Gleichaltrige, Lehrer oder gar fremde Menschen auf der Strasse. In der Auseinandersetzung mit diesen Erwartungen erweist sich das Kind dann als relativ selbstständig oder nicht. Die Selbstständigkeit eines Kindes wird damit in der Bewältigung der aktuellen Anforderungen deutlich, wenn es das, was andere Kinder seines Alters selbstständig tun können, auch kann.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische und pädagogische Bedeutung der Selbstständigkeit als Erziehungsziel und leitet zur Forschungsfrage über, wie dieses Ziel in der Heimerziehung erreicht werden kann.

2. Zum Allgemeinen Verständnis – Institution Heim: Dieses Kapitel gibt einen historischen Abriss der Heimerziehung, diskutiert Vorurteile und die Bedeutung von Gesetzen wie dem KJHG für die heutige Praxis.

3. Selbstständigkeitserziehung – Vom Fremdzwang zum Selbstzwang: Hier werden theoretische Begriffe wie Erziehung und Selbstständigkeit definiert und die Bedeutung von Bindung und Ablösungsprozessen für die kindliche Entwicklung erläutert.

4. Erziehung zur Selbstständigkeit in der Heimerziehung: Der Hauptteil analysiert die spezifischen Herausforderungen, denen das pädagogische Personal im Heimalltag gegenübersteht, und betont die Notwendigkeit von Beziehungsarbeit und externen Wohnformen.

5. Schlusswort: Das Fazit fasst zusammen, dass die Förderung der Selbstständigkeit in Heimen durch stabile Beziehungen und die Vermeidung totaler Kontrollstrukturen gelingen muss, um Jugendlichen eine eigenverantwortliche Lebensführung zu ermöglichen.

Schlüsselwörter

Heimerziehung, Selbstständigkeit, Erziehung, Selbstzwang, Fremdkontrolle, Jugendhilfegesetz, Sozialisation, Bindung, Autonomie, Ablöseprozess, Persönlichkeitsentwicklung, Lebensbewältigung, Institution, Pädagogik, Fremdplatzierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit untersucht das Ziel der Erziehung zur Selbstständigkeit bei Kindern und Jugendlichen im Kontext der Heimerziehung und die damit verbundenen pädagogischen Herausforderungen.

Welche Themenfelder sind zentral?

Zentrale Themen sind die historische Entwicklung der Heimerziehung, gesetzliche Grundlagen, die Bedeutung psychologischer Bindungen und die institutionellen Bedingungen im Heimalltag.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, Bedingungen zu ermitteln, unter denen eine Erziehung zur Selbstständigkeit in einem institutionellen Rahmen trotz der inhärenten Fremdkontrolle erfolgreich gelingen kann.

Welche wissenschaftlichen Methoden finden Anwendung?

Es handelt sich um eine systematische Literaturanalyse und Auseinandersetzung mit pädagogischen Konzepten, Gesetzen und historischen Entwicklungen der Heimerziehung.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil liegt der Fokus auf der Analyse des Spannungsfeldes, in dem sich die Erzieher bewegen, sowie der Bedeutung von Elternarbeit und der Verschiebung hin zu betreuten Wohnformen.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie Autonomie, Selbstzwang, Fremdkontrolle, Bindungstheorie und die rechtlichen Rahmenbedingungen der Kinder- und Jugendhilfe charakterisiert.

Warum ist die Ablösung vom Elternhaus so bedeutsam?

Die Ablösung ist ein tiefgreifender Entwicklungsschritt; für Heimkinder ist dies besonders komplex, da sie häufig mit Vorbelastungen und einer künstlich strukturierten Umgebung umgehen müssen.

Welchen Einfluss haben Institutionen auf die Selbstständigkeit?

Institutionen neigen zu rigiden Abläufen und Fremdsteuerung, was die Selbstständigkeitsentwicklung hemmen kann, wenn das pädagogische Personal keine Freiräume zur individuellen Erprobung schafft.

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Details

Title
Erziehung zur Selbstständigkeit als Ziel der modernen Heimerziehung
College
University Karlsruhe (TH)
Grade
1,7
Author
Tanja Öffler (Author)
Publication Year
2007
Pages
114
Catalog Number
V88333
ISBN (eBook)
9783638028141
Language
German
Tags
Erziehung Selbstständigkeit Ziel Heimerziehung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Tanja Öffler (Author), 2007, Erziehung zur Selbstständigkeit als Ziel der modernen Heimerziehung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/88333
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